Antonio Conte und sein FC Chelsea sind bereits so gut wie sicher in der Champions League: Roman Abramovich soll über 200 Mio Euro locker machen

Der FC Chelsea führt die Tabelle ziemlich unbedrängt an, zehn Punkte Vorsprung auf die Verfolger Tottenham Hotspurs und dem Team von Pep Guardiola, Manchester City. Elf Zähler Abstand gar zum FC Liverpool, und 16 Punkte zum Tabellenfünften, Arsenal London. Wer hätte das nach dem holprigen Start der Blues gedacht, dass Antonio Conte seine Mannen wieder so auf die Erfolgsspur zurück bringen würde – spielerisch und taktisch macht der FC Chelsea einen besseren Eindruck als Guardiolas Manchester City. Es scheint einfach, als habe der ehemalige italienische Nationalcoach und Rekordmeister mit Juventus Turin, die englische Liga besser analysiert auf deren Gegebenheiten und Gegner. Wer erfolgreich ist, darf auch Forderungen stellen. Contes Wunschliste an neuen Spielern dürfte lang und teuer werden.

Antonio Conte, der Meistertrainer von Juve, mit seinen blauen Augen und dem verwegenen und irren Blick, ist ein gefragter Mann. Er wirkt oft wie entsprungen aus einem Italo-Western. Dass Conte die englische Premier League mit seiner Art so schnell erobert hat, ist ein kleines Wunder. Aber, authentisch und fußballverrückt war der Italiener ja immer. Und seine Emotionen kommen (nicht nur) an der Stamford Bridge mega gut an. England ist von Conte fasziniert, die Supporters der Blues sowieso, wenn Conte an der Linie mitleidet, mitfiebert, auf und ab läuft, aktiv coacht, und im Erfolgsfall, quasi nach jedem Treffer, ein Bad in der Menge hinter ihm nimmt. Antonio zum Anfassen.

Der Italiener weckt plötzlich mehr Begehrlichkeiten bei anderen Clubs, als z. B. der so hoch gehandelte Pep Guardiola, der in England als sehr kompliziert eingestuft wird – von den Medien und den Fans. Es scheint gar so, als scheitere Guardiola in dieser Saison an seinen eigenen hohen Ansprüchen, nicht flexibel genug, um eine andere Spielart, ein anderes System einzustudieren.

Antonio Conte wirkt dagegen als mega opportunistisch und angepasst, je nach Situation und Gegner. Contes fast typische 3:4:3 oder auch ein  3:3:3:1-System wirkt oft einfach, ist aber absolut erfolgreich und mit einem einstudierten Stellungsspiel sowie hoher Laufintensität auf den ersten 25 Metern, wie eine Taktik, die kaum zu knacken ist. Mal sehen, ob ein konditioneller Einbruch noch folgen wird. Aber wenn schon? Antonio Conte, der nächtelang über die Aufstellung nachdenkt und mögliche Spielszenen durchgeht, plant schon ganz fest mit der Champions-League. Ob als Meister oder als Vize – der FC Chelsea ist dabei. Deshalb lassen ihn auch Begehrlichkeiten und Avancen anderer Clubs wie Inter Mailand, Paris St. Germain oder der AS Roma kalt. Conte will mit dem FC Chelsea die Champions League aufmischen.

Roman Abramovich, Präsident und Mäzen der Blues, wurde von Antonio Conte bereits vor Wochen bei einem Dinner offen angesprochen. Bei schwerem Rotwein und Champagner, sowie einem fünf Gänge Menü, erläuterte der quirlige Conte seinen Wunsch, nach adäquaten Verstärkungen, mit denen er sehr gut arbeiten könnte. Conte, das muss man wissen, ist seiner Zeit oft voraus, und sieht schon sein zukünftiges Team, das es mit anderen Großkarätern aufnehmen könnte.

Abramovich blieb zwar zunächst stoisch, als Conte ihm die Summe von 200 Mio Euro nannte, die er für seine Verstärkungen auf allen wichtigen Positionen, einkalkuliere. Als Conte aber mit felsenfester Überzeugung (auch eine Kunst des Italieners), und direktem Blick in Abramovichs‘ Augen sagte, er wisse, wie man die Champions League wieder nach London holen könnte, da gab Abramovich quasi sein Okay, für einen Großeinkauf. Conte ist kein Trainer, der unbedingt einen Neymar oder Messi kaufen will. Conte hat vielmehr Spieler im Kopf, die hungrig sind auf weitere Erfolge, und ihn schnell weiterbringen können, weil gut geschult.

Ein paar Namen, die für den FC Chelsea und Conte von Interesse sei könnten:

Alvaro Morata, schon seit langem. Joshua Kimmich, wegen seiner Flexibilität auf verschiedenen Positionen, genauso Thomas Müller, weil im Strafraum stets gefährlich und schwer auszurechnen, aber auch ein Benzema oder Garreth Bale sind machbar, und würden ins Conte-Konzept passen.

Casemiro und Varane, sind jung und offensive „Defensivkünstler“. Gut ausgebildet zudem. Dass Conte als ehemaliger Nationaltrainer Italiens immer auch ein Auge auf italienische „Diamanten“ hat, ist klar: Marco Verrati (PSG), eine Allzweckwaffe im Mittelfeld, frustiert nach dem Ausscheiden mit Paris bei Barca, wird wohl wechseln, aber auch die Bayern mit Ancelotti sind an ihm dran. Würde heißen, dass ggf. Thiago Alcantará von den Bayern an die Stamford Bridge wechseln könnte.

Bonucci, zwar schon 29, ist immer ein Thema, genauso wie der 22-jährige Innenverteidiger von Juve, Daniele Rugani, ebenfalls in der Bundesliga auf einigen Listen. Sturaro und Marchisio werden auch immer wieder genannt.

Wie dem auch sei, das nötige Geld wäre beim FC Chelsea vorhanden, und Conte möchte auch internationale Titel sammeln. Nein, ein Insider meint, Antonio Conte möchte Europa leiden sehen. Eben fast wie in einem Italo-Western

 

+++++++ ganz aktuell ++++ der FC Chelsea schlug Manchester United im FA-Cup-Viertelfinal, mit 1:0 – dabei gerieten die zwei emotionale Typen, Antonio Conte und „Mou, the Special One“ aneinander.

 

Veröffentlicht von

Giovanni Deriu

Jahrgang 1971, Vater, 2 Kinder, lebte lange Zeit in Asien; Dipl. Sozialpädagoge (FH) für Jugend- und Erwachsenenbildung, sowie Biographie-Arbeit. Außerdem: Industriekaufmann und gelernter Journalist. Schreibt regelmäßig für das RUND Magazin. Fünf Jahre als Juniorentrainer tätig gewesen mit Jugendtrainer-Lizenz. In Hongkong die Junioren einer internationalen Soccer-Academy trainiert. Weiterhin als Scout (für Spiele und Spieler) unterwegs. Deriu analysiert für Spieler und Eltern die Spielerberater (und Agenturen), erstellt Profile und gibt Einschätzungen.

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