Bastian Schweinsteiger wird bei ManU abgeschoben: Seinen Zenit hat Basti überschritten, deshalb sortierten ihn Pep und Mou aus!

Bei der vergangenen Fußball-Europameisterschaft in Frankreich wurde Bastian Schweinsteiger zum „tragischen Helden“. Nicht ganz auskuriert, wurde Schweinsteiger eingewechselt, und traf zum entscheidenden 2:0 über die Ukraine. Ausgerechnet im Halbfinale gegen Frankreich leitete der ehemalige Bayern-Star und Weltmeister mit einem unnötigen Handspiel die Niederlage ein. Dass Schweinsteiger selbst mit sich haderte, merkten alle, und Schweinsteiger fand die richtigen Worte. Es tat ihm schrecklich leid. Zwar erst 31, aber seinen Zenit hat Bastian Schweinsteiger überschritten. Das ist nicht unnormal, denn „Schweini“(er will so eigentlich nicht mehr genannt werden, und ist doch sein Spitzname) gab über all die Jahre einfach alles, als echter Leader auf dem Platz. Allein beim WM-Sieg 2014 in Brasilien setzte Bastian Schweinsteiger ein starkes Zeichen, als er selbst angeschlagen und „getackert“ weiter machte und das Team zum Weltmeistertitel führte. Aber bereits Jahre zuvor war Schweinsteiger ein echter „Kempe“, Kämpfer aber auch ästhetischer Spielgestalter, Tempo- oder vielmehr Rhythmus-Bestimmer. Ein kräftezehrendes Spiel. Es geht in den Körper. Dass es nun auch bei Manchester United nichts mehr für ihn zu gewinnen gibt, schmerzt nur die absoluten Schweinsteiger-Verfechter. Der Profifußball tickt eben anders, immer schneller, und das nicht nur auf dem Feld…

Bei den Bayern groß geworden, ist Bastian alleiniger Rekordhalter was gewonnene Titel betrifft (15 an der Zahl), und das Abschiedsspiel nach Ende seiner Karriere – egal wo er diese beenden sollte – ist ihm laut Karl-Heinz Rummenigge bei den Bayern sicher. Beim DFB sowieso, und seinen Rücktritt hat Bastian Schweinsteiger ja bereits bekannt gegeben, wohl abgewogen, welche Prioritäten er in Zukunft setzen möchte.

Der Vereinsfußball geht vor – auch wenn seine Chancen bei Manchester United ausgerechnet unter José Mourinho nun ganz schlecht stehen.

Dem Artikel des SPIEGEL-Kollegen, Daniel Raecke, ist eigentlich auch nichts mehr hinzu zu fügen, den LINK finden Sie hier, ein guter Artikel:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/bastian-schweinsteiger-und-jose-mourinho-zu-spaet-fuer-das-glueck-a-1105776.html

Ich möchte auch gar nichts „aufwärmen“, aber nach Gesprächen mit einigen Bekannten und Experten nur festhalten, dass Mourinhos Entscheidung zwar absolut richtig war, aber ein wenig stillos vonstatten ging (den Spind wegnehmen, sowie Abschiebung zum Reserveteam).

So schützen sich aber auch Profitrainer selbst, um gar nicht erst in die Lage kommen zu müssen, tiefere Sympathien für den „Aussortierten“ zu hegen. Früher, als „Schweini“ noch absolut fit war, Spiele auch allein entscheiden und drehen konnte, wollte ihn „Mou“ wohl, doch es hatte nie geklappt.

Bei Heynckes, Hitzfeld und van Gaal war Schweinsteiger auf der Höhe seiner tollen Karriere. Auch von Pep Guardiola profitierte Schweinsteiger sehr, obwohl er da bereits mit (s)einer längeren Verletzung am Sprunggelenk und an der Patellasehne im Knie laborierte. Das Spiel der Bayern „flutschte“ auch – ohne Schweinsteiger. Ob Pep Guardiola, oder auch Mourinho, mit Basti je offen sprach? Ihm ehrlich mitteilte, dass man auf ihn nicht mehr „bauen könne“, weil das Spiel einfach anders, ja schneller, geworden ist? Die Spielweisen der europäischen Topclubs ändern sich halbjährlich, ja, jedenfalls von Jahr zu Jahr. Es wird athletischer und schneller. Louis van Gaal stützte Schweinsteiger immer, doch, was konnte der niederländische Coach dafür, dass „Schweini“ sich auch bei ManU schwerer und langwieriger verletzte. 18 Spiele, meist ein-oder ausgewechselt, 1 Tor (gegen den späteren Meister Leicester) und 1 Assist, irgendwie zu wenig in einer Topliga, wie der englischen.

Mourinho wie Guardiola, absolute Kenner ihres Faches, ehrgeizig über alles, und sie sind sich in Vielem sehr ähnlich, hatten, so hart es klingen mag, einfach keinen Bedarf mehr für einen Stand-by-Fußballer wie Schweinsteiger, der, immer noch nicht 100% fit ist, wie es scheint.

Bei den Bayern zwar, so wird berichtet, bat Schweinsteiger selbst um die Vertragsauflösung, er wolle „etwas Neues kennenlernen“, und ManU bekundete mit van Gaal echtes Interesse, denn Bastian kann das Spiel lesen, das Tempo vorgeben, stets das Spiel vor sich haben, Schweinsteiger ist und war der Ballverteiler und Tempomacher… es muss aber auch klar gesagt werden, dass Schweinsteiger in den vergangegen Jahren, seinem Einsatz Tribut zollend, das Spiel jedoch immer langsamer machte, statt schneller!

Bei Pep Guardiola hatte es der schlaue Bastian Schweinsteiger selbst gemerkt, dass es nicht mehr reichen würde. Pep wie Mourinho setzen auf junge, flexible und schnell agierende Spieler, ob in der Abwehr, wie im Mittelfeld oder auch im Sturm, ALLE pressen und verteidigen zugleich – die Balltechnik ist das Eine, Kondition und Fitness das Andere. Schweinsteiger hatte schnell begriffen.

Nun also die ernst gemeinte Frage, warum sollte Mourinho auf Schweinsteiger setzen, wenn dieser einst, mehr oder minder, bereits von Mourinhos „Erzfeind“ Guardiola „aussortiert“ wurde – wenn auch dezenter?

Natürlich spielt auch Geld immer eine große Rolle, und Schweinsteiger verdiente nicht schlecht. Nun wird Platz und Geld frei für einen weiteren Star, Pogba wird nur ein Großverdiener sein.

INTER und AC Milan buhlen wohl schon um Schweinsteiger, bzw. er wurde ihnen angeboten. Was auch viel über die Serie A momentan aussagt.

Schweinsteiger hat alles erreicht in seiner Karriere. Auch in Deutschland dürfte er dem einen oder anderen Verein noch weiterhelfen, aber warum eigentlich nicht mit seiner Frau in die Staaten übersiedeln, um die Major Soccer League vor Ort aber auch in Europa noch bekannter machen? Dann würde er als ganz Großer der Bayern auf Kaiser Franz‘ Spuren wandeln – der kickte ja einst für Cosmos New York…

Veröffentlicht von

Giovanni Deriu

Jahrgang 1971, Vater, 2 Kinder, lebte lange Zeit in Asien; Dipl. Sozialpädagoge (FH) für Jugend- und Erwachsenenbildung, sowie Biographie-Arbeit. Außerdem: Industriekaufmann und gelernter Journalist. Schreibt regelmäßig für das RUND Magazin. Fünf Jahre als Juniorentrainer tätig gewesen mit Jugendtrainer-Lizenz. In Hongkong die Junioren einer internationalen Soccer-Academy trainiert. Weiterhin als Scout (für Spiele und Spieler) unterwegs. Deriu analysiert für Spieler und Eltern die Spielerberater (und Agenturen), erstellt Profile und gibt Einschätzungen.

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