Das Financial Fairplay erfüllt seinen Sinn gegen Wettbewerbsverzerrung: INTER Mailand muss in der Europa-League gleich auf „Gabigol“ verzichten

Einen auf dicke Hose machen, Spieler quasi auf Pump kaufen, Schulden vorab für den Erfolg anhäufen, ist so nicht mehr. Chancengleichheit für alle Clubs, das bezweckt das „Financial Fairplay“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Financial_Fairplay

Inter Mailand, sowieso schon schwach in die Saison gestartet unter Frank de Boer, hat immerhin mit Erick Thohir und seiner Mediengruppe samt der Chinesischen Suning Commerce Group, gutes Geld für Investitionen und Transfers aus anderen Konten bekommen. INTER musste seinen Fans etwas bieten, besser gesagt, das neue Präsidium ein „Antrittsgeschenk“ machen.

Nur: Joao Mario, Jovetic und „Gabigol“, richtiger Name Gabriel Barbosa, Brasiliens neuer Superstar, sowie Kondogbia, allesamt teuere Neuzugänge und „Kracher“, werden Inter in der Gruppenphase 2016 im Europa-League-Wettbewerb fehlen.

Fast 215 Millionen Euro wurden auf die Schnelle ausgegeben, dagegen nach Verkäufen nur etwa 90 Millionen Euro eingenommen. Bleibt eine Saldo-Differenz von etwa 125 Millionen.

(30 Mio von den Juniorenspielern eingenommen, die gingen, 29 für Kovacic, 13 für Guarin, und 11 Mio für Hernanes. Ein paar Einnahmen aus anderen kleineren Geschäften)

Daher muss Inter Mailand im ehemals genannten Uefa-Pokal erst einmal auf die eigentlichen Stars verzichten, die zu teuer waren: Joao Mario (40 Mio €, weitere Boni werden nicht mit gezählt), Jovetic (17 Mio €, Ausleihe, weitere Mio, beim Kauf), 31 Mio kostete Kondogbia, und Gabigol wurd immerhin für 29 Millionen eingekauft und ersehnt erwartet.

So ist Frank de Boer nicht zu beneiden, wenn er ausgerechnet im europäischen Wettbewerb auf starke Spieler verzichten muss. So gibt es, zumindest in der ersten Halbsaison, ein Inter Mailand „A“  und eine B-Mannschaft. Was wäre nur gewesen, hätte Inter auch noch Brozovic und Medel verkauft?

Auf die Juniorenabteilung wird de Boer zurückgreifen müssen. Aber da ist der Holländer geübt drin, und deshalb wurde er wohl auch von Ajax Amsterdam geholt. De Boer sagt man nämlich nach, ein absoluter Juniorenförderer zu sein.

Veröffentlicht von

Giovanni Deriu

Jahrgang 1971, Vater, 2 Kinder, lebte lange Zeit in Asien; Dipl. Sozialpädagoge (FH) für Jugend- und Erwachsenenbildung, sowie Biographie-Arbeit. Außerdem: Industriekaufmann und gelernter Journalist. Schreibt regelmäßig für das RUND Magazin. Fünf Jahre als Juniorentrainer tätig gewesen mit Jugendtrainer-Lizenz. In Hongkong die Junioren einer internationalen Soccer-Academy trainiert. Weiterhin als Scout (für Spiele und Spieler) unterwegs. Deriu analysiert für Spieler und Eltern die Spielerberater (und Agenturen), erstellt Profile und gibt Einschätzungen.

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