Fußball, Champions-League: Sami Khediras Weg nach Cardiff geht über Schwäbisch Gmünd! Die Juve-tifosi hoffen, dass Khedira rechtzeitig fit wird. Dabei setzt der Nationalspieler auf den „Physio“ seines Vertrauens

Es war wieder einmal nur ein Kurzbesuch voller Arbeit. Deutschlands Weltmeister und Nationalspieler war gestern noch in Schwäbisch Gmünd, beim Physiotherapeuten seines Vertrauens. Gegen Real Madrid im Champions-League-Finale in Cardiff/Wales, möchte Khedira unbedingt für Juventus auflaufen – geht es doch gegen seinen ehemaligen Club. In der Gold- und Silberstadt, wo es auf Fingerfertigkeit des Handwerks ankommt, hatten somit gleich drei Akteure ihre Hände mit viel Fingerspitzengefühl im Einsatz. Khedira mangelte es an Nichts.  

Nun, die Juve-Fans atmeten im Halbfinal-Rückspiel gegen den AS Monaco im Juve-Stadium später doch noch auf: Nichts ernstes, Sami Khedira ließ sich teils präventiv auswechseln, um Schlimmeres zu verhindern. Bei einem Spreizschritt hatte sich Juventus‘ Mittelfeldstratege am hinteren Oberschenkel ein wenig gezerrt. Der Nationalspieler selbst gab später Entwarnung: „Keine Sorge, ein paar Tage Ruhe, dann bin ich wieder fit…“.

Dass Khedira noch aus seinen VfB-Zeiten, von der Jugend bis ins Profi-Team, Freunde und Bekannte rund um Stuttgart hat, versteht sich von selbst. Bereits vor der WM 2014 in Brasilien, wurde Sami Khedira in Schwäbisch Gmünd und Waldstetten fit gemacht. Emsig arbeitete Khedira damals schon für (s)ein großes Ziel, und Physiotherapeut Michael Eyrainer unterstützte ihn dabei sehr mit einem umfangreichen Programm. Harte Arbeit. Aber Samis Freund und „Physio“ beherrscht die Fingerfertigkeiten und Maßnahmen, die Muskeln wieder zu lockern.

So also auch jetzt in den vergangenen Tagen. Möglichst leise und diskret ließ sich Khedira wieder behandeln.

Zwei weitere Akteure der Gmünder Gastro-Szene haben zwar auch schon einige Prominente verköstigt und bedient, aber als „schwäbische“ Italiener waren sie besonders angetan, dass Khedira bei ihnen mit Freunden speiste. Der eine, Martin(o), ein Kellner durch und durch („Service am Kunden macht mir einfach Spaß, ein Aufenthalt bei uns, und die Gäste kommen runter“), durfte Sami Khedira am Tisch bedienen – der andere, Chefkoch Massimo, kochte für den Tisch mit Khedira. Juves Mittelfeldspieler und Stratege („il professore“, wurde er bereits genannt) ließ es sich am Gmünder Münster im „Zieners“ schmecken. Gediegene und entspannte Atmosphäre kommt bei den Gästen im relativ neuen Restaurant und Café bestens an. Italienisches Essen kennt und schätzt Khedira natürlich nicht nur in Turin sehr – doch in Gmünd ließ er sich die moderne und doch traditionelle deutsche „fusion-kitchen“ mit schwäbischem Einschlag munden.

Ob sich Khedira die schwäbische Flädlesuppe als Vorspeise kommen ließ, oder eher einen Salat mit Rinderstreifen bevorzugte, war dem Koch und Kellner nicht zu entlocken („Wir reden nicht über unsere Gäste, ob Promis oder nicht…“). Kalbsrahmbraten kann man genauso bekommen, wie Fischgerichte und vegetarisches Essen, stets frisch zubereitet von Massimo, der das Küchen-Abc beherrscht – auch Koch Massimo ist fast wie Sami Khedira herumgekommen, in seinem Beruf. Ein bisschen „cucina italiana“ mit einem Zucchini-Auflauf und Rosmarinkartoffeln sowie Tomaten und Schafskäse verfeinert die Speisekarte ungemein. Massimo hat den Dreh raus, er weiß was gesund ist – leichte Küche, eben mediterran ist immer „in“.

Und Martin, der Kellner mit Stil, stets zurückhaltend aber immer offen und sachkundig, wenn ihn die Gäste fragen, bat dann als absoluter Tifoso Khedira doch um ein gemeinsames Foto. Eben wie in Italien, wo die Fotos mit den Profikickern dann auch im Stammlokal stolz eingerahmt werden. Ob Physio Eyrainer, oder Martin und Massimo im Zieners, ein goldenes Händchen haben sie alle drei. Mit seinen Füßen bereits Gold geholt hat Sami Khedira. Nun soll aber mehr Silber nach Turin kommen. Khedira tut alles, um den Henkelpott aus Cardiff nach Turin zu bringen. Dann hätte nämlich Juventus die Champions-League gewonnen, und einen kleinen Anteil daran hätten dann jedenfalls auch drei Gmünder gehabt…

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto-Screenshot, ital.Fernsehen)

 

 

 

 

 

 

 

http://www.eyrainer-physio.de/

 

Veröffentlicht von

Giovanni Deriu

Giovanni Deriu, Jahrgang 1971,
Vater, 2 Kinder,
lebte lange Zeit in Asien;

Dipl. Sozialpädagoge (FH) für Jugend- und Erwachsenenbildung, sowie Biographie-Arbeit.

Außerdem: Industriekaufmann und gelernter Journalist.

Schreibt regelmäßig für das RUND Magazin.

Fünf Jahre als Juniorentrainer tätig gewesen mit
Jugendtrainer-Lizenz.
In Hongkong die Junioren einer internationalen Soccer-Academy trainiert.
Weiterhin als Scout (für Spiele und Spieler) unterwegs.
Deriu analysiert für Spieler und Eltern die Spielerberater (und Agenturen), erstellt Profile und gibt Einschätzungen.

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