Juniorenfußball, VfR Aalen: „Never ending story“ III – Nun bemühte Geschäftsführer Hadek so ziemlich Alles, um die Verfehlungen in der U13 irgendwie zu relativieren. Krisen-PR funktioniert anders, und Nachwuchsarbeit auch!

Wow! Eine ganze „Sonderseite“ der Klarstellung räumte der Südfinder dem VfR Aalen ein, um die (zurecht) „aufgedeckte“ und wahre Story („Chaos in der VfR Aalen Jugend) ein bisschen „reinzuwaschen“. http://checkfussballberater.de/junioren-fussball-aktuell-negativbeispiel-wie-ein-club-eine-situation-eskalieren-und-juniorenspieler-im-regen-stehen-laesst-oder-wenn-ein-trainer-kein-vorbild-ist-aber-seine-macht-ausspielt/#more-1453

Ein so langes „episches“ Interview gab Holger Hadek, dass sich nun alle noch mehr wundern. Abermals, wie schon in der Woche zuvor, schrieb jedoch Südfinder-Chefredakteur Robin Halle einen sehr guten Kommentar, zwar mit einer Entschuldigung, die Kritik am Trainer Jens C. sei etwas überzogen gewesen, und dass beide Seiten ihre Lehren ziehen müssten! Doch im Kern wissen alle, die dabei waren, und Dinge selbst erlebten, dass die Gegebenheiten dennoch wahr sind. Dass immer noch keine echte Ruhe in der Jugendabteilung eingekehrt ist, zeigen weitere, aktuelle, Ereignisse. Eine glaubhafte Krisen-PR und „Nachbesserungen“ führen Proficlubs meist intern und leiser durch.

Eines ist Fakt, mit den ganzen „Gegendarstellungen“ und Leserbriefen, sowie nun mit diesem Interview im Südfinder vom 30.11.16, wurde wenig besser! Auch wir kommentierten die Story und einige Eltern zeigten uns ihre Emails mit vollem Namen, die auch als offene Beschwerden in der VfR-Geschäftsstelle liegen und bekannt sind.

Ein Elternteil hat sogar ein Foto, wo der Trainer eben doch(!) vor vier Monaten mit Handy am Ohr während des Trainings gesichtet wurde! Aber, tempi passati.

Außerdem sind wir nicht in Nordkorea, wo die Presse „kontrolliert“ werden muss, wenn sie unliebsame, aber wahre, Berichte publiziert! Der Fußball nicht, und schon gar nicht der Juniorenfußball sind unantastbar! Im Gegenteil, gerade im Nachwuchsbereich muss Sorgfaltspflicht vorherrschen, egal wer, und mit welchen Qualifikationen, irgendwo trainiert. Man kann sich auch hinter Diplomen verstecken.

Immerhin, wissen wir, dass den Juniorentrainern beim VfR neue Vorgaben mitgebeben wurden – wie sie sich auf dem Trainingsgelände zu verhalten haben! Und das ist gut! Und längst überfällig. (wobei sich die meisten tadellos verhielten!)

Auch wir sind der Meinung, vielleicht hätte der volle Name des Trainers nicht unbedingt veröffentlicht werden müssen – doch, der Bericht war wichtig, weil der VfR Aalen intern nicht reagiert hatte auf zig Beschwerden. Und(!), es ging auch nie um mangelnde Spielzeiten der Kinder oder frustrierte Eltern, deren Kinder aussortiert wurden, sondern um die Art und Weise, wie eben ein so erfahrener Trainer Dinge abwickelte, und mit Kindern (nicht) kommunizierte. Er schrieb eine fatale Email, und diese steht! Kaum ein Trainer könnte sich so etwas unabgestimmt erlauben in einem anderen Club.

Letztendlich kommt nun alles so rüber, wie wenn sich ein uneinsichtiger Trainer samt Geschäftsleitung mit einem (oder mehreren) 12-Jährigen angelegt habe, oder messen musste… (alles schaukelte sich daran hoch, dass dem Jungen Simon* vorgeworfen wurde, er sei nicht spielbereit gewesen. Und das mit 12, wo jeder Spieler alles geben will). Noch einmal, Krisen und Probleme „bereinigt“ man professioneller!

Dass nun auch noch ein weiterer guter Stammspieler(!) die U13 verlässt, und das auch noch in Richtung des FC Heidenheim, spricht Bände… man will beim VfR Dinge schön reden, die gar nimmer schön sind! Dass sich dann selbst der Stammtorwart bei den Kickers zur Probe bewirbt, sagt auch viel aus. Gebracht hat es anscheinend nichts!

Dass die U13 momentan nur einmal wöchentlich trainiert, stößt auch einigen Eltern und Kindern „sauer auf“. Andere Trainer, und nicht nur von Junioren-Teams in Proficlubs, leiten mehr Übungs-Einheiten während der Woche, selbst wenn die Winterpause angebrochen ist…

Eltern echauffierten sich im Südfinder sogar darüber, dass die Tabelle der U13 auch abgebildet wurde vor zwei Wochen im ersten Artikel! Ja, wo sind wir denn? Die Arbeit eines jeden U10- bis U13-Trainer wird auch ein Stück weit über die Ergebnisse definiert. Wenn auch nicht hauptsächlich(!). Nur, wenn gar keine Entwicklungen zu sehen sind, und „kleinere“ Vereine vor dem VfR stehen, dann grübeln auch Außenstehende.

Außerdem wundern sich viele darüber, dass ausgerechnet Holger Hadek das Interview zur Klarstellung im Südfinder gab. Warum nicht Geschäftsführer Markus Thiele (Marketing und Sport) oder der „Nachwuchskoordinator“,  der ja laut Hadek, ständig auf dem Trainingsgelände zugegen zu sein scheint. Hier möchte man etwas kontrollieren, über das die Kontrolle teils abhanden gekommen ist. Der VfR kann und muss sich neu organisieren in der Jugendabteilung. Die U19 steht sehr gut da, aber auch andere Mannschaften und Tabellen kann jeder Leser googeln! (fairerweise muss man hinzufügen, dass es Hadek im Beisein und in einem Telefonat eines Elterpaares ehrlich bedauerte, als einem anderen Talent erst kurz vorm Ende der Wechselfrist das „Nein“ mitgeteilt wurde, als fast alle Vereins-Kader im Umkreis Ende Juli abgeschlossen waren)

hadek2(Ausschnitt des riesigen Interviews, vom 30.11.16, mit Geschäftsführer H. Hadek, zuständig für Finanzen und Verwaltung)

Interview-Link: http://www.suedfinder.de/epaper/ostalb/data/20161130_IN_LOAW/webepaper/pdf/2.pdf?s=1480923927142

 

Es ist nun einmal so, dass sich auch andere Clubs und Teams wundern, wenn Unzufriedenheiten und schlechte sportliche Ergebnisse die Runde machen. Und, wenn sich selbst Stammspieler-Eltern(!) beschweren, ist das ein Pfund. Von wegen diese „Verschwörungstheorien“, es seien nur unzufriedene Eltern aussortierter Spieler, das zieht nicht mehr.

Hier ein Auszug, auf der Website des VfB, nach dem 8:0 über den VfR Aalen:

>> „Bereits vor dem Spiel stand die U13 des VfB als Meister in der D-Junioren Talentrunde fest. Dieser wird in der höchsten Spielklasse in dieser Altersstufe bereits zum Winter ermittelt, denn zur Rückrunde steigen vier Mannschaften ab, wohingegen sich vier Aufsteiger gegen die besten Teams aus Württemberg messen dürfen.

Gegen den VfR Aalen gingen die Jungs aus Cannstatt schnell in Führung, blieben energisch gegen den Ball und belohnten sich mit einigen Toren. Die sehr tief verteidigenden Aalener kamen über die komplette Spielzeit zu keinem Torschuss und waren mit den acht Gegentreffern noch gut bedient.“ <<

und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen…

 

Veröffentlicht von

Giovanni Deriu

Giovanni Deriu, Jahrgang 1971,
Vater, 2 Kinder,
lebte lange Zeit in Asien;

Dipl. Sozialpädagoge (FH) für Jugend- und Erwachsenenbildung, sowie Biographie-Arbeit.

Außerdem: Industriekaufmann und gelernter Journalist.

Schreibt regelmäßig für das RUND Magazin.

Fünf Jahre als Juniorentrainer tätig gewesen mit
Jugendtrainer-Lizenz.
In Hongkong die Junioren einer internationalen Soccer-Academy trainiert.
Weiterhin als Scout (für Spiele und Spieler) unterwegs.
Deriu analysiert für Spieler und Eltern die Spielerberater (und Agenturen), erstellt Profile und gibt Einschätzungen.

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