Transferphase und Berater: Dass sich Weltmeister-Torschütze Mario Götze von seinem Berater trennt, überrascht eigentlich kaum!

Dass sich Weltmeister-Torschütze Mario Götze von seinem Berater trennt, überrascht eigentlich kaum!

Dieser Blog ist, wie schon mehrfach beschrieben, entstanden, damit sich Eltern, Spieler und Trainer einen Blick verschaffen können, was wirklich notwendig ist. Besonders dann, wenn sich der (Junioren-)Spieler ggf. auf dem Sprung in den Profifußball befindet – meist wegweisend ab der U19, hin und wieder auch bereits in der U17. In Italien und England beispielsweise bestehen immerhin früh Chancen, dass junge talentierte Spieler bereits in U23/U21-Teams bzw. gleich in der Vierten Liga (oft Amateurligen, wo auch Semi-Professionals spielen) eingesetzt werden. Und das schon oft mit 17 oder 18 Jahren! Während bei uns nach der U19(wenn gar eine folgende U23 fehlt) oft die Karriereleiter weit hinunterzeigt – vom Juniorenteam eines Proficlubs, ab ins Herrenteam in der Verbands- oder Landesliga, immerhin gut ausgebildet.

Ganz gute Junioren packen ggf. mit viel Glück und Fürsprache den Sprung in eine Regionalliga. (Aber: auch hier kann man noch dafür sorgen, dass Spieler, wenn schon paar Klassen tiefer, immerhin in Teams unterkommen, wo ambitionierte und gut qualifizierte Trainer -oft auch Fußballlehrer- tätig sind. Nur, wie engagiert ist der „so genannte“ Berater?)

Ebenso erklärte und erläuterte ich auch anhand von Experten-Meinungen, dass eine Spielerberater-Agentur  oder ein Spielerberater (mit oder ohne FIFA-Lizenz) wirklich nicht immer notwendig ist!

Denn, Auszug aus einem Artikel („Zwischen Seriosität und Märchengeschichten“) im Blog:

>>(… )Ein Berater kommt im Buch zu Wort, allerdings (auch) anonym: „Ich finde es nicht verwerflich, dass den Eltern Geld geboten wird. Sich ein Kind zu kaufen ist ein Geschäftsmodell. (…) Das Kind kann ein Geldsegen sein“, heißt es im Text weiter – und zeigt auch das ganze Ausmaß, wie bereits um Juniorenspieler gebuhlt wird. Leicht anfällig sind eben Familien, aus prekären Verhältnissen. Da werden schon einmal „Märchen“ erzählt.
Ein gelungenes Buch zwar, mit einem Leitfaden, wie man seriöse von unseriösen Beratern trennen kann, aber eben doch ein Buch, dass den Abgrund der Branche aufzeigt. Geld ist Alles, Zeit hat kaum einer – und wo sind die Berater bei schweren Verletzungen oder beim Karriereende? José Mourinho weiß, wozu Berater da sein sollten, „Sie sorgen dafür, dass es uns auch nach der Karriere gut geht.“
Braucht der (Junioren-)Spieler wirklich einen Berater? Oder reicht die Familie, ein guter Anwalt und gesunder Menschenverstand?
Diese Antworten muss jeder talentierte Spieler selbst finden, im Kreise seiner Familie. Es geht immer über Leistung – manchmal holt man sich mit einem Berater auch einen Egoisten und Feind ins eigene Wohnzimmer.             Giovanni Deriu <<

Es überraschte mich und andere Fachleute keineswegs, dass sich Weltmeister Mario Götze von seiner Beraterfirma und seinem „persönlichen“ Berater trennte. Wenn auch „einvernehmlich“, wie immer bekannt gegeben wird, damit beide Seiten – hier aber mehr die Beraterfirma- ihr Gesicht wahren!

Dass es Mario Götze nach dem Weltmeistertitel, aber bereits davor, bei den Bayern nie leicht hatte, steht außer Frage. Dass sich Mario in seinem Alter aber noch weiter entwickeln kann, und viel Potenzial besitzt, aber ebenso.

Mario ist eine eigenständige Persönlichkeit, und das Umfeld in München stets im Dauerfokus. Mario ist der Schütze zum WM-Titel Deutschlands, man kann sagen, bereits jetzt hat Götze den Status einer „Fußballlegende“ inne. Auch wenn sich Mario selbst so bestimmt nie titulieren würde.

Fakt ist aber, wenn, wie in den vergangenen Wochen, so viele Meldungen kolportiert werden (Ancelotti wolle ihn loshaben, FC Liverpool oder BVB seien Optionen), wie bei Mario Götze, dann muss sich auch eine Berateragentur ein bisschen hinterfragen, WEN oder WAS sie eigentlich steuern möchte…(?)

Wenn Mario Götze selbst, im Gegensatz anderweitiger Meldungen behauptet, dass das Gespräch mit dem zukünftigen Trainer Carlo Ancelotti ganz anders verlaufen sei (eben nicht so negativ, wie dargestellt), darf die Frage schon erlaubt sein, welche Interessen hier in Kollision geraten…

Jedenfalls ist Mario Götze zu beglückwünschen, dass er sein Karriere- Management in die Hände seines Vaters (Professor an einer Hochschule) bzw. in die seiner Familie legt – natürlich unterstützt von einem renommierten Rechtsanwalt! Und das reicht auch.

aktuelle Links zum Fall Götze:

http://sportbild.bild.de/bundesliga/vereine/bundesliga/goetze-darum-bleibe-ich-bei-bayern-45933216.sport.html

http://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-will-mario-goetze-wirklich-in-muenchen-bleiben-1.3004379

 

Wer glaubt wirklich, dass ein Berater bzw. eine Agentur mit maximal drei hauptamtlichen „Agenten“ (meist viel weniger), circa 70 Spieler adäquat betreuen kann? Die Berater „kümmern“ sich immer nur um die Top 3! Von den 70 Spielern sind 55 selbst für Branchenkenner „No Names“.

Ich bekomme das jede Saison mit, wenn sich die Spielzeit dem Ende neigt, und die heiße Transferperiode einsetzt (März bis Juni/Juli). Da gibt es dann immer einige Juniorenspieler, meist in der U19 / U23, die von ihren Beratern kaum etwas hören. Oft müssen die Eltern ihre Sachen und Fragen selbst in die Hand nehmen – auch deshalb werde ich oft von Eltern und Spielern kontaktiert, um Dialoge herzustellen! Ohne Übertreibung, es ist oftmals nicht die „feine Art“, wie sich Berater benehmen…

nebenbei: monatlich erreichen mich etliche Anfragen, wie man sich von Beratern lösen, bzw. die geeigneten finden könne…

 

 

Veröffentlicht von

Giovanni Deriu

Jahrgang 1971, Vater, 2 Kinder, lebte lange Zeit in Asien; Dipl. Sozialpädagoge (FH) für Jugend- und Erwachsenenbildung, sowie Biographie-Arbeit. Außerdem: Industriekaufmann und gelernter Journalist. Schreibt regelmäßig für das RUND Magazin. Fünf Jahre als Juniorentrainer tätig gewesen mit Jugendtrainer-Lizenz. In Hongkong die Junioren einer internationalen Soccer-Academy trainiert. Weiterhin als Scout (für Spiele und Spieler) unterwegs. Deriu analysiert für Spieler und Eltern die Spielerberater (und Agenturen), erstellt Profile und gibt Einschätzungen.

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