Fußball, Porträts & Biographien, sowie Calciomercato Oberliga Baden-Württemberg: Luigi Mignano (20) – Einer, der lieber abliefert als redet! Zwischen Waiblingen, Hoffenheim, Heidenheim und Darmstadt – Und, warum der nächste Schritt jetzt Normannia Gmünd heißt…

Manche Spieler reden viel. Luigi Mignano gehört nicht dazu. Wenn er etwas zeigen will, macht er das lieber auf dem Platz.

Wer Luigi zum ersten Mal trifft, erlebt einen ruhigen, oft nachdenklichen jungen Mann. Einen, der lieber zuhört als große Reden schwingt. Einen, der selten im Mittelpunkt stehen will. Doch sobald der Ball rollt, verändert sich das Bild. Dann wird aus dem eher zurückhaltenden Typen ein Fußballer voller Ideen, Energie und Entschlossenheit.

Wir von Checkfussballberater.de kannten Luigi Mignano bereits aus seiner Zeit im Nachwuchs der TSG Hoffenheim. Richtig intensiv beschäftigt haben wir uns mit ihm allerdings erst über Sandro Palmeri, während Luigis Jahre beim 1. FC Heidenheim. Seitdem verfolgen und begleiten wir gemeinsam einen Spieler, dessen Entwicklung spannend geblieben ist – sportlich wie menschlich.

„Lui“, wie ihn Freunde, Mitspieler und Wegbegleiter nennen, ist ein moderner Angreifer. Einer, der auf mehreren Positionen spielen kann, polyvalent also, dazu auch technisch sehr stark ist, und immer wieder spielerisch Lösungen findet. Vor dem Tor sucht er konsequent den Abschluss, gleichzeitig hat er den Blick für den besser postierten Mitspieler.

Vor allem aber spielt er mit Überzeugung.

Geprägt von Waiblingen – Fußball mit Idee und Kreativität

Die ersten wichtigen Grundlagen bekam Luigi beim FSV Waiblingen. Dort arbeitete er unter Sandro Palmeri, dessen Mannschaften damals über Jahre hinweg, für mutigen Offensivfußball und starke Nachwuchsarbeit bekannt war.

Lui, Italoschwabe mit Doppelpass, erinnert sich gern an die Zeit bei Palmeri als Trainer zurück: „Sein Spiel war sehr stark von Kombinationen und einem klaren Tiki-Taka-Gedanken geprägt. Genau das trage ich bis heute in mir“, erzählt Mignano.

Wer ihn heute spielen sieht, erkennt diese Prägung sofort.

Er ist keiner, der vorne auf Zuspiele wartet. Luigi will am Spiel teilnehmen, Bälle fordern, kombinieren und selbst Lösungen finden. Er lässt sich gerne fallen, verbindet Mannschaftsteile miteinander und taucht dann genau dort auf, wo es gefährlich wird.


„Ich bin ein Stürmer, der gerne aktiv ins Spiel eingebunden werden will. Meine Stärken liegen in meiner technischen Ausführung, meinem Abschluss und meiner Spielintelligenz.“

Seine Bewegungen wirken oft unspektakulär. Aber genau darin liegt eine seiner Qualitäten. Er erkennt Räume früh, trifft gute Entscheidungen und denkt mehrere Aktionen voraus.

Talent ist dabei nur ein Teil der Geschichte.
Der andere Teil heißt Arbeit.

Lehrjahre fern von zuhause

Der Weg führte den jungen Schwaben früh weg von seinem gewohnten Umfeld.
Erst zur TSG Hoffenheim, später zum 1. FC Heidenheim und zuletzt zu Darmstadt 98.

Drei Vereine. Drei unterschiedliche Philosophien. Drei wichtige Kapitel seiner Entwicklung.

„In Hoffenheim lag der Schwerpunkt sehr stark auf der technischen und taktischen Ausbildung. Dort wurde viel Wert auf Ballbesitz, Spielverständnis und die individuelle Entwicklung gelegt.“

Die Zeit bei der TSG brachte ihm viele fußballerische Werkzeuge mit auf den Weg.

In Heidenheim kamen andere Dinge hinzu.

„Dort habe ich vor allem gelernt, wie wichtig Mentalität, Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit sind.“
Werte, die den Verein bis heute auszeichnen.
Auch Darmstadt hinterließ Eindruck.

„Man merkt, dass die ganze Stadt hinter dem Verein steht. Die Fans und das Umfeld sorgen für eine besondere Atmosphäre.“

Was viele allerdings vergessen: Der Weg durch die Nachwuchsleistungszentren besteht nicht nur aus Fußball. Wer schon in jungen Jahren seine Heimat verlässt, erlebt auch Momente, in denen Familie und Freunde weit weg sind. Trotz neuer Kontakte und neuer Mannschaften gibt es Phasen, in denen man vieles mit sich selbst ausmachen muss. Gerade daran wächst man.

Auch Luigi ist in diesen Jahren gereift. Nicht nur als Spieler, sondern als Mensch.

Warum der Wechsel zur Normannia mehr als nur ein Vereinswechsel ist

Luigi hätte bei Darmstadt 98 bleiben können. Die Tür war keineswegs geschlossen. Gespräche gab es. Möglichkeiten ebenfalls. Auch Regionalligisten fragten an, selbst Norditalien meldete sich – aber die meisten befinden sich noch in der Entscheidungsphase, Entscheidungsfindung…

Doch dauerhaft auf die eine Chance zu warten, war ihm zu wenig. Wer mit ihm über Fußball spricht, merkt schnell: Er will spielen. Er will Verantwortung übernehmen. Er will auf dem Platz zeigen, was in ihm steckt. Man darf nie vergessen, dass in den meisten U23-Mannschaften, der Zweiten eines Proficlubs, auch immer die Rekonvaleszenten, die Profispieler nach ihren auskurierten Verletzungen herangeführt werden (müssen). Sie erhalten stets den Vorzug, auch dazu dienen die Zweiten Mannschaften, meist die U23.

Luigi dazu: „Es gab durchaus Gespräche darüber, in Darmstadt zu bleiben. Am Ende habe ich mich aber bewusst für den Wechsel zur Normannia entschieden.“

Die Entscheidung fiel nicht aus dem Bauch heraus. „Mir wurde eine klare Perspektive aufgezeigt, wie ich mich sportlich weiterentwickeln kann.“


Für Mignano geht es nicht darum, möglichst schnell irgendwo auf einer höheren Bühne zu landen. Ihm geht es darum, die richtigen Schritte zu gehen.

Schritte, die Sinn ergeben. Schritte, bei denen Entwicklung im Mittelpunkt steht.
Denn Luigi brennt für Fußball. Das merkt man sofort, wenn er über seine Leidenschaft spricht. Dann leuchten die Augen des sonst eher ruhigen Angreifers.

„Ich gebe immer alles.“

Wer seine Trainingswoche betrachtet, erkennt schnell, dass dieser Satz keine Floskel ist. Fünf bis sechs Einheiten pro Woche, dazu das Spiel am Wochenende. Immer mit voller Intensität.

Doch ein Spieler wie Mignano braucht mehr als Training.
Er braucht Vertrauen.

„Wenn ich das Vertrauen des Trainers spüre und die Freiheit bekomme, mein Spiel auf den Platz zu bringen, kann ich meine Stärken am besten entfalten.“
Genau dieses Gefühl entstand früh in den Gesprächen mit der Normannia.

Ein wichtiger Faktor war dabei auch der Trainerwechsel. Patrick Faber, ein ehemaliger Normannia-Spieler und geprägt von der bekannten Zorniger-Schule, überzeugte Mignano mit seiner Philosophie und seiner Idee vom Fußball. Die Spielweise passt.

Die Perspektive passt. Das Umfeld passt.

Und manchmal sind genau diese Dinge wichtiger als alles andere.

Hinzu kommt, dass Giovanni Deriu das Umfeld der Normannia seit Jahren kennt. Die Gespräche verliefen offen, ehrlich und auf Augenhöhe. Auch Sandro Palmeri unterstützte den Schritt als Karriereberater von Anfang an.

Beide schätzen Mignano nicht nur wegen seiner fußballerischen Qualitäten.

Sondern vor allem wegen seiner Art.
Talent haben viele. Charakter nicht immer.

Genau deshalb halten Palmeri und Deriu große Stücke auf Luigi Mignano.

Jetzt wartet der Schwerzer

Besonders auffällig ist, wie reflektiert Luigi über seinen bisherigen Weg spricht.
Er redet selten über sich selbst. Viel häufiger spricht er über Menschen, die ihn geprägt haben.
„Besonders hervorheben möchte ich Timm Fahrion und Patrick Mayer. Unter ihnen habe ich großes Vertrauen gespürt und gleichzeitig die Freiheiten bekommen, die ich brauche.“

Wieder fällt dieses Wort. Vertrauen.

Vielleicht beschreibt es seinen Weg besser als jedes andere.

Denn Luigi Mignano ist kein Spieler, der den einfachen Weg sucht.

Er sucht den richtigen.

Jetzt beginnt für ihn ein neues Kapitel.

Nicht mehr Hessenliga.

Nicht mehr die regelmäßigen Duelle mit Mannschaften wie Kickers Offenbach oder Eintracht Frankfurt II.

Jetzt wartet die Oberliga Baden-Württemberg.
Eine Liga mit Tradition.
Mit Leidenschaft.

Mit vielen Herausforderungen.

Und mittendrin die Normannia.

Im Schwerzer, diesem besonderen Stadion mitten in einer Wohngegend, hoffen die Fans auf frischen Wind und neue Impulse.

Vielleicht auch auf Tore. Die Voraussetzungen dafür bringt Luigi Mignano mit. Denn er ist einer dieser Spieler, die nicht viele Worte brauchen.
Einer, dessen Augen leuchten, wenn es um Fußball geht.

Einer, der lieber abliefert als viel zu reden.

Und genau deshalb darf man gespannt sein, ob „Lui“ dabei hilft, dass bei der Normannia ein neuer Ruck entsteht…

GiD

Fußball-Aktuell, Porträts, Calciomercato im gehobenen Amateurbereich: Verbands- und Oberligageflüster. Über Goalgetter und mögliche Toptrainer mit viel „Karacho“ aus dem Königlichen Lager…

Mit Erfahrung und jungem Elan nach Oben – und, mit viel Trainer-Karacho… wer kann schon von sich behaupten, Real Madrid zugearbeitet zu haben?

Ob wir es wollen oder nicht: Im Fußball werden einem Personalien zugetragen. Mal am Spielfeldrand, mal im Vereinsheim, mal zwischen Tür und Angel. Und meistens mit dem Zusatz: „Schreib’s bloß noch nicht.“ Interessanterweise fehlt dieser Zusatz oft dann, wenn die Sache längst zu 95 Prozent in trockenen Tüchern zu sein scheint. Der Amateurfußball lebt von den Personalien, und von den Fans sowie Groundhoppern…

Deshalb behandeln wir die folgenden Informationen weiterhin ohne Gewähr – auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass aus Gerüchten bald Fakten werden.

Bei den SportfreundenSchwäbischHall übernimmt bekanntlich Tobias Weiss das Traineramt von Thorsten Schift. Eine Verpflichtung, die im württembergischen Fußball durchaus Beachtung findet. Wer Weiss kennt, der weiß: Der ehrgeizige Fußballfachmann kommt nicht nach Hall, um die Verbandsliga lediglich zu verwalten.

Die sportlich Verantwortlichen Ralph Schön und Martin Kleinschrodt (beide mit ziemlich viel Fußballsachverstand, wenn auch unterschiedlich gewichtet), haben größere Ziele. Schwäbisch Hall möchte mittelfristig dorthin, wo Vereine wie die Normannia aus Gmünd, die TSG Backnang, Essingen, oder der CfR Pforzheim, und der SSV Reutlingen bereits spielen – in die #Oberliga.

Und dafür braucht es Tore. Seit Jahren, woll(t)en sie hoch, aber der Haller Fußball in der #Verbandsliga, ja, stagnierte, obwohl es nicht an tollen Kickern fehlte…

Nach unseren Informationen soll der neue Coach und Ex-Profi, TobiWeiss, einen echten Torjäger erhalten. Nicht den oft gehandelten Gilés-Sanchez von Türkspor Neckarsulm (viel Herz, schwache Finanzkraft derzeit, wie fast überall!), sondern einen anderen Namen, der in der Oberliga seit Jahren Gewicht besitzt.

Die Rede ist von Alexander Aschauer.
(https://www.fupa.net/player/alexander-aschauer-45191 )

Der ehemalige österreichische Juniorennnationalspieler sowie Profi von Großaspach, zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Torlieferanten der Liga und war für die Normannia Gmünd oftmals weit mehr als nur ein Stürmer – eher eine sportliche Lebensversicherung.

34 Jahre alt? Nun ja, das Alter darf kein Kriterium sein, sondern nur die Qualität, sagen Experten.

Aber in der Verbandsliga dürften für Aschauer dennoch 15 bis 25 Tore realistisch sein.

Noch läuft Aschauers Vertrag in Gmünd ein weiteres Jahr. Allerdings hören wir, dass sich beide Vereine aktuell über die Rahmenbedingungen eines möglichen Wechsels austauschen, und sich fast einig sind. Normannia soll wohl ein bisschen entgegenkommen, so der Wunsch der Sportfreunde. Die Normannia wiederum möchte nicht auf Alles verzichten wollen, schließlich sollte auch ein adäquater Sturm bereitstehn (wohl durch junge, ambitionierte, und gut ausgebildete Spieler!) Es wird verhandelt, um ein Win-Win auf beiden Seiten.

Hinzu kommt: Der neue Normannia-Coach(Faber) setzt auf eine laufintensive und dynamische Spielweise. Nicht jeder Spieler passt automatisch in ein neues Konzept.

Und so könnte sich eine Tür öffnen.

++++ aktuell +++ aktuell +++

Auch beim CfRPforzheim tut sich derweil einiges.

Die Goldstädter möchten ihren ohnehin attraktiven Fußball der vergangenen Saison weiterentwickeln. Sportdirektor Giuseppe Ricciardi und die Vereinsführung arbeiten intensiv am Kader.

„Die Spieler passen – und werden bald bekannt gegeben“, heißt es aus dem Umfeld.

Noch spannender ist allerdings die Trainerfrage.

Ein Kandidat, der ursprünglich als Nachfolger Rohdes vorgesehen war, sagte zunächst zu, zog anschließend wieder zurück, heuerte kurzzeitig bei Illertissen in der Regionalliga Bayern an – und verabschiedete sich dort keine 36 Stunden später ebenfalls wieder. Das nennt man allgemein, als wankelmütig und unsicher.

Der Fußball schreibt manchmal Geschichten, die kein Drehbuchautor erfinden würde.

Doch möglicherweise hat genau diese Entwicklung dem CfR die Tür zu einer noch interessanteren Lösung geöffnet.

Denn nach unseren Informationen steht Pablo Gil ganz oben auf der Liste.

Der spanische #Fußballlehrer bringt nicht nur die UEFA-Pro-Lizenz mit, sondern auch Erfahrungen aus dem Umfeld von Real Madrid. Dort arbeitete er im Bereich Performance Development und Talentförderung.

Dazu kennt Gil den deutschen Fußball bestens.

Als Spieler trug er unter anderem die Trikots des FC Villingen und der TSG Balingen.

Vor allem aber genießt er den Ruf eines modernen Trainers.

Ballbesitz mit Tempo. Mutiges Pressing. Individuelle Entwicklung von Spielern. Klare Strukturen. Hohe Intensität.

Attribute, die hervorragend zum sportlichen Weg des CfR Pforzheim passen würden.

Wer mit Menschen aus seinem Umfeld spricht, hört zudem immer wieder dieselben Beschreibungen, die vielleicht noch wichtiger für das Innenleben, für den #Willen eines Teams sind:

Fachlich stark. Kommunikativ.
Empathisch. Anspruchsvoll.
Ein Trainer, der Mannschaften besser macht.

Deshalb würde es viele mit uns überraschen, wenn auf den letzten Metern doch noch etwas dazwischenkäme.

Verein, Stadt und Trainerprofil scheinen bemerkenswert gut zusammenzupassen.

Genau für solche Kontakte und Netzwerke wurde Giuseppe Ricciardi schließlich installiert. Ricciardi selbst hielt sich bewusst (vielsagend schweigsam) zurück. Vor dem Kurzurlaub mit der Familie meinte der Sportdirektor zu Checkfussballberater.de nur: ,,Alles zu seiner Zeit…!“

Fest steht:

Die Oberliga Baden-Württemberg bleibt auch in diesem Sommer ein faszinierendes Spielfeld für große Ambitionen, spannende Personalien und Geschichten, die oft lange vor der offiziellen Verkündung erzählt werden.

Und meistens steckt mehr Wahrheit dahinter, als viele glauben.

Checkfussballberater.de bleibt natürlich auch dran…

Giovanni Deriu

Sportfreunde Schwäbisch Hall 1912 e.V.

FuPa.net

Cfr Pforzheim

Oberliga BW VerbandsligaBadenWürttemberg

Fußball, Porträts & Biographien: Von Aue bis Bologna – Domenico Tedesco vor dem Engagement beim ambitionierten SerieA-Club Bologna: Der Italo-Schwabe kehrt zu seinen Wurzeln zurück… Eine ganz spannende Personalie für Italien!

Die Zeichen verdichten sich. In Bologna gilt die Verpflichtung von Domenico Tedesco inzwischen nahezu als beschlossene Sache. Noch sind einige bürokratische Details mit Fenerbahçe zu klären, doch die italienischen Medien berichten übereinstimmend von einer Einigung. Für den ehemaligen belgischen Nationaltrainer wäre es die erste Trainerstation in der Serie A.

Die Fans der Rossoblù dürfen sich auf einen Trainer freuen, der trotz seiner erst 40 Jahre bereits eine bemerkenswerte Karriere hinter sich hat. Für uns bei Checkfussballberater.de besitzt diese Personalie noch eine zusätzliche Bedeutung. Wir durften Domenico Tedesco bereits in seinen frühen Jahren als Nachwuchstrainer beim VfB Stuttgart und später bei der TSG Hoffenheim erleben und mit ihm sprechen. Schon damals war er keiner, der laut auftrat oder große Schlagzeilen produzieren wollte. Stattdessen überzeugte er mit Fachwissen, Akribie und einer bemerkenswerten Bodenständigkeit.

Es war die Zeit, in der sich bereits abzeichnete, dass dieser Italo-Schwabe seinen Weg im Profifußball gehen würde. (https://checkfussballberater.de/nachwuchstrainer-talente-domenico-tedesco-ein-unverkrampfter-klassenprimus-mit-10-zum-fussballlehrer/ ) sowie auf RUND (https://www.rund-magazin.de/news/1525/25/Interview-Domenico-Tedesco/ )

Vom Klassenbesten zum Bundesliga-Trainer

Geboren wurde Tedesco 1985 im kalabrischen Rossano, aufgewachsen ist er in Deutschland. Parallel zu seinem Studium als Wirtschaftsingenieur entwickelte er sich zu einem der spannendsten Nachwuchstrainer des Landes.

Während seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim absolvierte er den renommierten Fußballlehrer-Lehrgang des DFB. Die Doppelbelastung zwischen Trainertätigkeit und Ausbildung meisterte er mit Bravour. Am Ende stand die Bestnote 1,0 und die Auszeichnung als Jahrgangsbester des Fußballlehrer-Lehrgangs 2016.

Schon damals beeindruckte Tedesco mit seiner klaren Vorstellung von moderner Trainerarbeit. Seine Mannschaften sollten mutig, offensiv und gleichzeitig strukturiert auftreten. Besonders wichtig war ihm jedoch immer die individuelle Entwicklung seiner Spieler.

Sein Grundsatz lautete:

„Ein Spieler muss durchgängig bestmöglich begleitet werden.“

Diese Philosophie zog sich durch seine gesamte Laufbahn.

Die Chance in Aue und der Blick für Talente

Seinen Durchbruch im Profifußball schaffte Tedesco im Frühjahr 2017 beim FC Erzgebirge Aue. Die Sachsen standen damals mit einem Bein in der 3. Liga, als der junge Trainer die Verantwortung übernahm.

Innerhalb weniger Wochen gelang ihm das, was viele Beobachter kaum noch für möglich hielten: der Klassenerhalt.

Tedesco strukturierte die Mannschaft neu, ordnete Spieler ihren optimalen Rollen zu und entwickelte sofort eine klare Spielidee. Die erfolgreiche Rettungsmission machte ihn schlagartig bundesweit bekannt.

Interessant aus unserer Sicht: Nach seinem Wechsel nach Aue nahm Tedesco auch Moses Ngwisani, (s)einen ehemaligen Spieler aus dem Nachwuchsbereich des VfB Stuttgart mit nach Sachsen. Einen Spieler, dessen Entwicklung wir über Jahre persönlich begleitet und beobachtet haben. Auch das zeigte schon damals eine der großen Stärken Tedescos: Er erkannte Potenziale, schenkte jungen Spielern Vertrauen und war bereit, Verantwortung für ihre Entwicklung zu übernehmen. (https://checkfussballberater.de/junioren-fussball-in-eigener-sache-wir-freuen-uns-sehr-fuer-moses-ngwisani-ueber-den-profivertrag-beim-fc-erzgebirge-aue-ab-juli-2017-weiter-so-disziplin-und-biss-zahlen-sich-aus/)

Nach Aue ging es steil bergauf. Schalke 04 verpflichtete den damals erst 31-Jährigen. Es folgten die Vizemeisterschaft in der Bundesliga, Stationen bei Spartak Moskau und RB Leipzig sowie der Gewinn des DFB-Pokals mit den Sachsen.

Warum Bologna auf Tedesco setzt

Heute steht Domenico Tedesco vor dem nächsten spannenden Kapitel seiner Laufbahn. Die italienische Sportzeitung Corriere dello Sport titelte bereits „Il Bologna di Tedesco“ und unterstreicht damit die Erwartungen rund um den Traditionsverein aus der Emilia-Romagna.

Sportdirektor Giovanni Sartori soll sich bereits seit längerer Zeit mit dem Deutsch-Italiener beschäftigt haben. Schon nach dem Abschied von Thiago Motta galt Tedesco als Kandidat. Nun scheint der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein.

Der ehemalige belgische Nationaltrainer spricht sechs Sprachen, verfügt über internationale Erfahrung und steht für modernen, kontrollierten Offensivfußball. Seine Mannschaften sollen schnell torgefährlich werden, ohne dabei die defensive Stabilität zu verlieren.

Dabei denkt Tedesco nie in starren Systemen. Viel wichtiger ist für ihn, die vorhandenen Qualitäten einer Mannschaft bestmöglich zu nutzen.

Mit Bologna übernimmt er einen Verein, der sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat und erneut europäische Ambitionen verfolgt.

Für Tedesco schließt sich damit zugleich ein Kreis. Der gebürtige Kalabrese kehrt erstmals als Cheftrainer in das Land seiner Wurzeln zurück.

Bologna bekommt keinen Selbstdarsteller. Bologna bekommt einen akribischen Fußballfachmann, der Spieler besser machen kann und Mannschaften entwickelt.

Genau deshalb könnte diese Verbindung hervorragend funktionieren.

Giovanni Deriu

Fußball, Porträts & Biographien: LIEBE AUF DEN ZWEITEN ANLAUF? Warum Ralf Rangnick plötzlich wieder perfekt zum AC Milan passen könnte…

Der AC Milan wirkt derzeit wie ein schwer angeschlagener Adelspalast im lombardischen Nebel. Viel Glanz an den Wänden, viele Erinnerungen in den Gängen – aber auf dem Spielfeld fehlte zuletzt die Seele.

Die Saison endete nicht einfach nur enttäuschend. Sie implodierte beinahe geräuschlos. Coach, il „Mister“ Max Allegri scheiterte, Igli Tare musste gehen, weitere Figuren aus dem inneren Machtzirkel verschwanden ebenfalls von der Bühne. Milan steht nun vor einem radikalen Neuanfang. Nicht kosmetisch. Sondern strukturell.

Und genau in solchen Momenten tauchen manchmal Namen wieder auf, die nie ganz verschwunden waren.

Ralf Rangnick.

Es ist fast schon eine Ironie der Fußballgeschichte, dass ausgerechnet jetzt die alte Verbindung zwischen dem deutschen Professor des Pressings und dem italienischen Traditionsriesen wieder aufflammt. Denn Rangnick und Milan – das war schon vor Jahren eine Geschichte voller Spannung, Annäherung und plötzlich gezogener Handbremsen. (https://www.rund-magazin.de/news/1781/80/Rangnick-AC-Mailand/ )

Damals fehlte der Mut.

Heute fehlt Milan vor allem Orientierung.

SACCHIS GEIST IM HINTERGRUND

Die „Gazzetta dello Sport“ berichtet dieser Tage von neuen Gesprächen rund um Rangnick. Gerry Cardinale und Zlatan Ibrahimovic sollen intensiv nach einer neuen sportlichen Architektur suchen. Nicht nur nach einem Trainer. Sondern nach einem Gehirn für den gesamten Verein. (https://www.gazzetta.it/Calcio/Serie-A/Milan/28-05-2026/allenatore-milan-rangnick-jaissle-pochettino.shtml )

Und genau dort beginnt Rangnicks eigentliche Stärke.

Denn viele reduzieren ihn bis heute auf Pressing, Laufarbeit und Red-Bull-Fußball. Dabei war Rangnick immer viel mehr als das. Er war Fußballarchitekt, Talentscout, Systemdenker und Visionär zugleich. Einer, der Vereine nicht nur trainiert, sondern umprogrammiert.

Das Faszinierende:
Seine Ideen entstanden teilweise ausgerechnet durch den AC Milan selbst.

Rangnick studierte einst obsessiv Arrigo Sacchis legendäre Milan-Mannschaft der späten 80er. Raumverknappung, aggressives Gegenpressing, kollektive Bewegungen – vieles davon saugte der Schwabe auf wie ein Musikstudent alte Opernpartituren. Während andere Trainer nur Spiele schauten, analysierte Rangnick Mechanismen.


Sacchi war für ihn keine Inspiration.
Sacchi war eine Fußballuniversität.

Und vielleicht schließt sich genau deshalb nun ein Kreis.

WARUM MILAN JETZT EINEN SYSTEMDENKER BRAUCHT

Während Milan heute oft wirkt wie ein Ferrari im Leerlauf, könnte Rangnick genau jener Mechaniker sein, der den Motor wieder versteht. Nicht nur taktisch, sondern strukturell.

Interessant ist dabei auch die mögliche Trainerfrage.

Laut italienischen Medien favorisiert Rangnick Matthias Jaissle, den jungen deutschen Coach von Al Ahli. Ebenfalls geprägt vom Red-Bull-Kosmos, dynamisch, modern, mutig. Einer, der Intensität trainieren lässt wie andere Mannschaften Standards. Auch Mauricio Pochettino bleibt ein Thema. Ebenso Iraola oder Oliver Glasner.

Aber egal welcher Trainer am Ende kommt:
Milan braucht vor allem eine Idee.

Zu oft wirkte der Club zuletzt wie eine Modeschau ohne Stilrichtung. Große Namen, hohe Erwartungen, aber kein klarer Plan. Mal defensiv denken, mal offensiv reden, mal Jugend fördern, dann wieder hektisch Veteranen holen. Alles wirkte wie ein teures Menü ohne Hauptgang.

Rangnick dagegen denkt in Prozessen.
In Entwicklungsstufen.
In Fußballlogik.

Genau deshalb könnte er für Milan gefährlich gut passen.

ITALIENS STOLZ GEGEN DEN WANDEL

Natürlich bleibt Italien speziell. Dort regieren nicht nur Taktiktafeln, sondern auch Eitelkeiten, Netzwerke und alte Fußball-Dynastien. Schon 2020 verhinderten interne Widerstände seine Ankunft. Viele wollten keinen Deutschen, der plötzlich erklärt, wie italienischer Spitzenfußball modernisiert werden müsse.

Doch die Zeiten haben sich verändert.

Der italienische Fußball lebt längst nicht mehr nur von Nostalgie. Inter arbeitete international stabiler, Atalanta revolutionierte Denkweisen, Bologna überraschte mit Struktur und Mut. Milan dagegen verlor sich zuletzt zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Vielleicht braucht es nun tatsächlich jemanden von außen.

Einen, der die Milan-DNA nicht zerstören, sondern neu entzünden will.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Pointe dieser Geschichte:
Dass ein Deutscher den Geist Sacchis womöglich besser konserviert hat als viele Italiener selbst. Zuerst aber, kann man Rangnick mit der Österreichischen Nationalelf bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko erleben – dort, wohin es die Squadra Azzurra abermals nicht hingeschafft hat…

EINE VERSPÄTETE FUSSBALL-ROMANZE?

Noch stehen für Rangnick die WM-Gruppenspiele mit Österreich im Mittelpunkt. Aber Mailand hört offenbar wieder aufmerksam hin.

Liebe auf den zweiten Anlauf?

Im Fußball sind gerade die verspäteten Geschichten oft die interessantesten.

Giovanni Deriu

VERSIONE Italiana:

Nebbia lombarda. Molto splendore sulle pareti, molti ricordi nei corridoi – ma sul campo, ultimamente, mancava l’anima.

La stagione non si è conclusa semplicemente in modo deludente. È quasi implosa in silenzio. Il tecnico, il “Mister” Max Allegri ha fallito, Igli Tare ha dovuto lasciare, e anche altre figure del cerchio interno del potere sono uscite di scena. Ora il Milan si trova davanti a un nuovo inizio radicale. Non cosmetico. Ma strutturale.

Ed è proprio in momenti come questi che a volte riemergono nomi che non erano mai davvero scomparsi.

Ralf Rangnick.

È quasi un’ironia della storia del calcio che proprio adesso il vecchio legame tra il professore tedesco del pressing e il gigante della tradizione italiana torni a riaccendersi. Perché Rangnick e il Milan – già anni fa – erano una storia fatta di tensione, avvicinamenti e improvvisi freni a mano tirati. (https://www.rund-magazin.de/news/1781/80/Rangnick-AC-Mailand/ )

Allora mancò il coraggio.

Oggi al Milan manca soprattutto una direzione.

LO SPIRITO DI SACCHI SULLO SFONDO

La “Gazzetta dello Sport” riferisce in questi giorni di nuovi colloqui attorno a Rangnick. Gerry Cardinale e Zlatan Ibrahimović sarebbero alla ricerca intensa di una nuova architettura sportiva. Non soltanto di un allenatore. Ma di un cervello per l’intero club. (https://www.gazzetta.it/Calcio/Serie-A/Milan/28-05-2026/allenatore-milan-rangnick-jaissle-pochettino.shtml )

Ed è proprio qui che inizia la vera forza di Rangnick.

Perché ancora oggi molti lo riducono a pressing, corsa e calcio stile Red Bull. In realtà Rangnick è sempre stato molto più di questo. È stato architetto calcistico, talent scout, pensatore sistemico e visionario allo stesso tempo. Uno di quelli che non si limitano ad allenare i club, ma li riprogrammano.

La cosa affascinante:
le sue idee nacquero in parte proprio grazie al Milan stesso.

Rangnick studiò in modo quasi ossessivo il leggendario Milan di Arrigo Sacchi della fine degli anni ’80. Riduzione degli spazi, gegenpressing aggressivo, movimenti collettivi – il tecnico svevo assorbì tutto questo come uno studente di musica che analizza antiche partiture d’opera. Mentre altri allenatori guardavano semplicemente le partite, Rangnick studiava i meccanismi.

Sacchi per lui non era un’ispirazione.
Sacchi era un’università del calcio.

E forse proprio per questo ora si chiude un cerchio.

PERCHÉ IL MILAN HA BISOGNO DI UN PENSATORE SISTEMICO

Mentre oggi il Milan spesso sembra una Ferrari al minimo, Rangnick potrebbe essere proprio quel meccanico capace di capire di nuovo il motore. Non solo tatticamente, ma anche strutturalmente.

Interessante è anche la possibile questione allenatore.

Secondo i media italiani, Rangnick favorirebbe Matthias Jaissle, il giovane tecnico tedesco dell’Al Ahli. Anche lui formato nell’universo Red Bull: dinamico, moderno, coraggioso. Uno che allena l’intensità come altre squadre allenano i calci piazzati. Anche Mauricio Pochettino resta un nome in corsa. Così come Iraola o Oliver Glasner.

Ma indipendentemente da chi arriverà alla fine:
il Milan ha soprattutto bisogno di un’idea.

Troppo spesso il club ultimamente è sembrato una sfilata di moda senza uno stile preciso. Grandi nomi, aspettative elevate, ma nessun piano chiaro. A volte pensare in modo difensivo, altre parlare offensivamente, poi puntare sui giovani e subito dopo prendere veterani in modo frenetico. Tutto sembrava un menù costoso senza piatto principale.

Rangnick invece ragiona in processi.
In fasi di sviluppo.
In logica calcistica.

Ed è proprio per questo che potrebbe adattarsi al Milan in modo pericolosamente perfetto.

L’ORGOGLIO ITALIANO CONTRO IL CAMBIAMENTO

Naturalmente l’Italia resta un ambiente particolare. Lì non governano solo le lavagne tattiche, ma anche vanità, reti di potere e antiche dinastie calcistiche. Già nel 2020 le resistenze interne impedirono il suo arrivo. Molti non volevano un tedesco che improvvisamente spiegasse come modernizzare il calcio italiano di vertice.

Ma i tempi sono cambiati.

Il calcio italiano ormai non vive più soltanto di nostalgia. L’Inter ha lavorato con maggiore stabilità internazionale, l’Atalanta ha rivoluzionato i modi di pensare, il Bologna ha sorpreso con struttura e coraggio. Il Milan invece ultimamente si è perso tra passato e presente.

Forse ora serve davvero qualcuno dall’esterno.

Qualcuno che non voglia distruggere il DNA del Milan, ma riaccenderlo.

E forse proprio questa è la vera ironia della storia:
che un tedesco abbia conservato lo spirito di Sacchi forse meglio di molti italiani stessi. Prima però si potrà vedere Rangnick con la Nazionale austriaca ai Mondiali 2026 negli Stati Uniti, in Canada e in Messico – là dove la Squadra Azzurra ancora una volta non è riuscita ad arrivare…

UNA ROMANZA CALCISTICA IN RITARDO?

Per ora, per Rangnick, al centro dell’attenzione ci sono le partite del girone mondiale con l’Austria. Ma Milano sembra ascoltare di nuovo con attenzione.

Amore al secondo tentativo?

Nel calcio, proprio le storie arrivate in ritardo sono spesso le più interessanti.



Porträts, Clubs & Biographien: Ein kleines Fußballmärchen, manch einer meint, Fußballwunder, wurde in der Serie A wahr! FC Como – Das internationale Team „Jugend foscht“ vom Comer See, spielt in der kommenden Saison in der Champions League! Fabregas hat dem Verein seinen Stempel aufgedrückt…

Der Fußball schreibt noch immer Geschichten, die größer sind als jedes Datenblatt, größer als jeder Algorithmus und manchmal sogar größer als die Milliarden der modernen Eigentümerstrukturen.

Der FC Como 1907 ist genau so eine Geschichte.

Eine Geschichte von Tradition, Leidenschaft, Geduld, Vision – und von einem Club, der viele Jahrzehnte im Schatten lebte, ehe plötzlich wieder Licht über den Comer See fiel. Wer heute durch Como spaziert, spürt sofort, dass dieser Verein mehr ist als nur ein Fußballclub. Die Menschen dort tragen Como im Herzen. Blau und Weiß gehören zur Stadt wie der See, die engen Gassen oder die Piazza Cavour.

Als der Aufstieg in die Serie A perfekt war, verwandelte sich die Stadt in ein einziges großes Fußballfest. Menschen feierten bis tief in die Nacht. Fahnen aus den Fenstern. Gesänge am Wasser. Euphorie überall.

Und ehrlich gesagt: Es war verdient.
Denn dieser Aufstieg war kein Zufall.
Und schon gar kein kurzfristiges Fußballmärchen.


Wie wir bereits auf Checkfussballberater.de während der Saison 2024/25 berichteten, war früh erkennbar, dass in Como etwas Besonderes entsteht. (https://checkfussballberater.de/fussball-saison-2023-2024-alle-wege-fuehren-nach-madrid-fuer-fussballliebhaber-jedoch-ueber-die-route-leverkusen-stuttgart-bergamo-bologna-como-oder-wenn-clubs-fuer-ueberraschungen-dur/ )

Damals lobten wir ausdrücklich die Philosophie von Cesc Fabregas, der bereits in der Serie B einen mutigen, modernen und intelligenten Fußball spielen ließ.

Und genau dort beginnt die eigentliche Geschichte. Denn wer die italienische Serie B kennt, weiß: Diese Liga ist brutal.
Vielleicht ist sie sogar die härteste zweite Liga Europas.
Taktisch anspruchsvoll. Körperlich intensiv. Emotional extrem.
Und jedes Wochenende ein Kampf.

Traditionsvereine, volle Stadien, hoher Druck, kaum einfache Spiele.
Zwischen Platz drei und Platz zehn liegen oft nur wenige Punkte.
Jeder Fehler wird bestraft.

Viele internationale Beobachter unterschätzen diese Liga massiv.
Doch wer sich dort durchsetzt, besitzt Charakter. (Auch der ehemaliga Nationalspieler und Bayern-ChampionsLeague-Legende, Stefan Effenberg, verhalf der Fiorentina wieder zum Aufstieg)

Como setzte sich durch. Mit einem jungen Kader. Fast einem U23-Kader.
Mit einer klaren Idee. Mit viel Geduld.
Und mit einem Trainer, der den modernen Fußball versteht.

Cesc Fabregas wurde in Como längst mehr als nur ein ehemaliger Weltstar.

Er wurde eine wahre Identifikationsfigur. Vom Spieler, an seinem Karriere-Ende, hin zum U19-Coach. Letztendlich zum Cheftrainer. Eine Entwicklung, die im heutigen Fußball fast romantisch wirkt.

Und genau diese Authentizität spürt man im gesamten Verein.
Der Club lebte jahrelang in den unteren Regionen des italienischen Fußballs.
Sogar in der Serie D.

Doch amerikanische und später indonesische Investoren erkannten früh das Potential dieses historischen Vereins. Sie sahen:
den interessanten Standort, klein aber fein, edel, an einem wahnsinnig schönen See.
Viel Geschichte. Noch mehr Emotionen.
Und die Möglichkeiten erst…

Aber vor allem:
Eine Stadt, die nach Fußball hungerte.

Der Neustart begann bewusst. Nicht laut. Schon gar nicht künstlich. Sondern sehr strukturiert. Heute gehört Como zu den spannendsten Fußballprojekten Europas
Interessant ist dabei vor allem, trotz der finanziellen Möglichkeiten wurde nie ausschließlich auf große Namen gesetzt.

Fabregas setzte bewusst auf junge Spieler.
Hungrige Spieler.
Entwicklungsfähige Spieler.

Viele Stammspieler waren unter 23 Jahre alt.

Das macht den Erfolg noch bemerkenswerter.

Fabregas selbst sprach nach dem historischen Erfolg davon, dass diese Mannschaft ein „Capolavoro“, ein Meisterwerk, sei.

Und damit hat er recht.

Denn Como gewann nicht durch Zufall.
Sondern durch Entwicklung. Durch tägliche Arbeit.

Durch eine Idee. Der Spanier sprach nach der Saison offen darüber, dass die Champions League nun andere Anforderungen stellt.

Mehr Erfahrung.
Mehr Tiefe.
Mehr Reife.

Und dennoch möchte Como seine Identität nicht verlieren.

Das ist entscheidend.

Viele Clubs scheitern genau an diesem Punkt:
Sie verlassen ihre DNA, sobald Erfolg kommt.

Como scheint diesen Fehler vermeiden zu wollen.

Die Verantwortlichen arbeiten ruhig.
Strategisch.
Klar.

Präsident Mirwan Suwarso und Fabregas wirken dabei wie ein ungewöhnlich harmonisches Duo.

Der emotionale, impulsive Fußballmann Fabregas.
Der ruhige, analytische Präsident.
Beide ergänzen sich hervorragend.

Auch sportlich denkt man langfristig.

Die Academy wird massiv ausgebaut.
Junge Spieler sollen integriert werden.
Italienische Talente gewinnen wieder Bedeutung.

Die UEFA-Listen zwingen Clubs mittlerweile dazu, stärker auf eigene Strukturen zu achten. Und genau dort setzt Como an.

Natürlich wird auch der Transfermarkt spannend.

Spieler wie Miretti oder andere technisch starke Mittelfeldspieler passen perfekt zur Philosophie des Clubs. Como sucht keine bloßen Namen.
Como sucht Fußballintelligenz.

Das macht den Unterschied.

Interessant bleibt auch die wirtschaftliche Seite.

Die Hartono-Brüder aus Indonesien gehören mittlerweile zu den reichsten Clubbesitzern der Serie A.

Doch anders als viele kurzfristige Investoren scheinen sie verstanden zu haben:
Ein Verein wächst nicht nur über Geld.

Sondern über Kultur.

Über Vision.

Über Identifikation.

Und genau deshalb lieben die Menschen Como aktuell so sehr.

Dieser Club wirkt nicht künstlich.
Nicht konstruiert.
Nicht steril.

Sondern lebendig.

Wer die Bilder der Feierlichkeiten gesehen hat, verstand sofort:
Hier feierte keine Marketingmaschine.

Hier feierte eine Stadt. Natürlich erinnert vieles auch an frühere Zeiten.

An Hansi Müller.
An Dan Corneliusson.
An Gianluca Zambrotta, der in Como geboren wurde und dort ausgebildet wurde.

Der Verein hatte immer eine gewisse Magie. Nun ist sie zurück.

Und vielleicht beginnt jetzt erst das eigentliche Kapitel.

Denn die Herausforderung wird gigantisch.

Serie A. Europa, jetzt gleich über die
Champions League. Der Druck wächst, die Erwartungen sowieso.

Fabregas weiß das.

Er sagte selbst:
„Wenn du nicht vorbereitet bist, bekommst du in gewissen Stadien sechs Gegentore.“

Genau deshalb wirkt Como momentan so interessant.

Weil dort niemand komplett abgehoben erscheint.

Der Club träumt.
Aber mit Realitätssinn.

Und genau diese Mischung macht erfolgreiche Projekte oft langfristig stabil.
Como ist heute nicht einfach nur ein Aufsteiger.

Como ist ein Symbol dafür, dass Fußball trotz Milliarden, Datenanalysen und Hyperkommerzialisierung noch immer emotionale Geschichten schreiben kann.

Geschichten über Städte.
Menschen.
Visionen.
Und Trainer, die mutig genug sind, ihren eigenen Weg zu gehen.

Cesc Fabregas könnte dabei tatsächlich zu einem der spannendsten Trainer Europas werden. Nicht irgendwann. Sondern vielleicht genau jetzt.

Und der FC Como 1907?

Der ist längst zurück auf der großen Fußballkarte Italiens.

Vielleicht stärker als je zuvor…

Giovanni Deriu

Fußball, Porträts & Biographien – aktuelles italienisches Thema: Über Fabio Paratici, die Fiorentina und der neue stilvolle multitask „Viola Park“!Warum der FC Florenz gerade versucht, Italiens Fußball neu zu denken…

Es gibt diese Menschen im Fußball, die laut wirken müssen, damit man sie wahrnimmt. Und es gibt Fabio Paratici. Ruhig. Kontrolliert. Fast kühl wirkend.
Aber wenn er spricht, hört die italienische Serie A, ach, was, der Fußball international, trotzdem zu. Vielleicht gerade deshalb.
Beim Panel und Diskussionsforum, „Cosa può imparare l’Italia dal sistema Premier“ , in Solomeo, ging es offiziell um die Frage, was Italien von England lernen könne.

In Wahrheit ging es um viel mehr. Um Struktur. Mentalität. Professionalität.
Und um eine unbequeme Wahrheit:

Die Premier League ist dem europäischen Fußball aktuell enteilt.

Nicht nur finanziell. Sondern organisatorisch. Strategisch.
Und oft auch kulturell. Fabio Paratici, der nach seiner erfolgreichen Zeit bei Juventus Turin, ein Intermezzo in der Premier League bei Tottenham hatte, formulierte es sachlich. Fast nüchtern. Die besten Spieler entscheiden sich heute meistens gegen die Serie A. Und für England.

Früher war Italien Sehnsuchtsort.
Heute ist die Serie A oft Durchgangsstation.

Eine harte Wahrheit. Aber eben auch eine ehrliche.
Und genau diese Ehrlichkeit machte den Auftritt von Paratici interessant.
Denn der ehemalige Juventus- und Tottenham-Manager, verfiel nicht in nostalgisches Gejammer. Keine Ausreden.
Keine Romantik über „früher“. Sondern eine sachliche und tiefgreifende Analyse.

Und genau dort wurde es spannend. Denn Paratici sieht Italiens Problem eben nicht beim „vernachlässigten“ Talent. Sondern eher bei der Weiterentwicklung.
Die Spieler seien vorhanden. Die Qualität ebenfalls.

Aber man arbeite teilweise noch immer mit veralteten Methoden. Besonders deutlich wurde er beim Thema Nachwuchsarbeit.



In England, so erklärte Paratici, gebe es bis zum Alter von 14 Jahren häufig keine klassischen Tabellen. Der Fokus liege dort auf individueller Entwicklung.

Trainer sollen verbessern. Nicht nur gewinnen. Ein Satz, der zunächst viel zu simpel klingt. Aber eigentlich beschreibt er den Kern des modernen Fußballs.
Wer Kinder nur nach Ergebnissen bewertet, produziert oft früh fertige Spieler.
Aber selten außergewöhnliche.

England habe das schon früh verstanden. Italien kämpft noch damit.

Interessant war dabei auch, dass Paratici keineswegs alles an England glorifizierte.
Er sprach vielmehr über Standards. Über Professionalität.

Über Zugangsvoraussetzungen!

In der Premier League, so erklärte er, könne ein Trainer nicht einfach beliebig seinen kompletten Staff mitbringen. Die Liga prüft genau. Qualifikation.
Die adäquaten Erfahrungen. Und auch ein gewisses Niveau muss vorhanden sein.

Nicht jeder erhält automatisch Zugang. Auch das ist Professionalität. Struktur schützt Qualität.

Und genau hier hinkt Italien vielerorts noch hinterher. Spannend wurde es dann beim Thema Scouting. Denn trotz aller modernen „Datenwelten“ blieb Paratici erstaunlich „old school“. Algorithmen seien hilfreich, Daten auch wichtig.

Aber Fußball bleibe am Ende menschlich.
Er erzählte von Fernando Torres.

Von einem gemeinsamen Abendessen. Und von diesem Gefühl, dass das Feuer verschwunden war. Paritici, immer ein guter stiller Beobachter, erzählt glaubwürdig: „Ich sah den Fußball nicht mehr in seinen Augen.“
Ein bemerkenswerter Satz. Weil er zeigt, was Topmanager oft auszeichnet:

M E N S C H E N K E N N T N I S !


Nicht jede Entscheidung entsteht am Bildschirm. Manche entstehen im Blickkontakt.Ganz anders bei Carlos Tevez. Dort hätten fünf Minuten gereicht.
Tevez, der argentinische Kämpfer und Mittelfeldmotor, sprühte und strahlte Energie aus. Viel Hunger. Und vor allem, Mentalität. Man habe sofort gespürt: Dieser Spieler will noch alles gewinnen. Und genau diese Dinge lassen sich bis heute kaum vollständig berechnen.

Der moderne Fußball spricht oft nur noch über Datenmodelle.
Expected Goals. Algorithmen. Natürlich auch KI-generiert.

Aber die Wahrheit bleibt komplizierter. Fußball besteht aus Menschen.
Aus Emotionen. Aus Charakteren. Aus Dynamik.

Vielleicht erklärt genau das auch, warum Fiorentina aktuell so interessant wirkt. Aber, wir von Checkfussballberater.de, gehen nicht nur, wie oben von Paratici erwähnt, beim allumfassenden Scouting der „old School“ mit, sondern auch darin, dass in einem Verein, jeder seinen Part zum Erfolg beiträgt, und nicht nur die erste Elf auf dem Platz. Auch wir, Sandro Palmeri, der Multitask-Funktionär und Sportvorstand, sowie ehemaliger Trainer, und wir als Scout und Vermittler, suchen immer Verbindungen und Synergien, und setzen auf echte TEAMPLAYER. Sandro Palmeri war im November 2025 mit einer kleinen Delegation (MG Sportlerberatungs-Agentur), sowie den Eltern des U19-DFB-Juniorennationalspielers, Dahrel Tchitchi, und natürlich mit Dahrel selbst, bei der Fiorentina, vor Ort. Eingeladen vom Club und dessen NLZ – aber auch die Profispieler-Abteilung war bereits im Bilde.

Denn in Florenz entsteht gerade etwas. Noch unfertig. Und dennoch ein echter Hingucker. Noch nicht perfekt. Aber, man kann sich schon vorstellen, so Sandro Palmeri, „Wie es dann am Ende aussehen wird…größer als das Gelände der Bayern, von Leipzig, und ja sogar von Milan und Juventus…“

Noch nicht ganz fertig, aber sichtbar. Die vergangene Saison verlief phasenweise schwierig. Zu wenig Konstanz.
Zu viele Schwankungen. Teilweise fehlte Stabilität. Und trotzdem rettete sich Fiorentina am Ende. Fabio Paratici, wurde während der Saison bei der Fiorentina installiert, und war an allen Ecken und Enden gefragt – auch über Dahrel Tchitchi war Paratici von dessen Staff informiert, konnte aber vorerst am Vertragsangebot, weil die erste Priorität dem Serie-A-Club galt, nichts auf die Schnelle nachjustieren. Dennoch, ließ sich das Angebot für den U19-Nationalspieler des FC Heidenheim durchaus sehen. (Es sei angemerkt, dass Dahrel Tchitchi von Sandro Palmeri entdeckt und gefördert wurde, seit knapp acht Jahren begleitet Palmeri nicht nur die sportliche Vita des hochtalentierten Abwehrspieler. Verbindlichkeit, so unser gemeinsames Motto, ist ALLES! – dass ein Spieler wie Tchitchi plötzlich auch bei anderen Agenturen Begehrlichkeiten weckte, gehört zum Profi-Business dazu…)

Palmeri berichtet, wie andere Beobachter in Italien auch, der Club arbeite vor allem im Hintergrund intensiv an seiner Zukunft. Florenz ist eine überschaubare Welt- und Tourismusmetropole, und der Fußballclub ein legendäres Aushängeschild. Italien ohne Fußball und die Fiorentina, wäre wie Florenz ohne die Uffizien, und Kunst an sich. Atemberaubend schön.

Wie gesagt, es ist noch alles recht frisch abgespeichert, Sandro war erst kurz vor Jahreswechsel vor Ort – Auch Fabio Paratici war zwar kurz auf dem Areal, konnte aber nur Grüße ausrichten lassen, aber über die NLZ-Staff, war alles vorbereitet, auf Dahrel Tchitchi abgestimmt. Und der Eindruck vom Viola Park war eindeutig:
Dieses Projekt ist enorm. Der „Viola Park“ ist nicht einfach ein Trainingszentrum.
Es ist fast eine eigene Fußballstadt.
Modernste Trainingsplätze. Analysezentren. Medizinische Bereiche.
Nachwuchsabteilungen, bei denen es an nichts mangelt.
Auch der Frauenfußball wird hat seine Wertigkeit.
Das Athletik-Center, mit eigenem Oval, und so weiter.
Das Kommunikations- und PR-Zentrum, nach höchsten und modernsten Standards.

Alles wirkt durchdacht.

Effizient.

International.

Und gleichzeitig typisch italienisch. Mit Stil.
Mit Identität. Mit Emotion. Viele Besucher sprechen inzwischen davon, dass selbst manche Premier-League-Klubs keine vergleichbaren Anlagen besitzen.

Auch Paratici sagte sinngemäß genau das, beim Gespräch mit der Fachzeitung von „TuttoSport“. (https://www.corrieredellosport.it/news/calcio/serie-a/fiorentina/2026/02/25-146857393/paratici_e_la_rivoluzione_della_fiorentina_cos_il_nuovo_manager_sta_cambiando_tutto )

Und plötzlich versteht man, warum Fiorentina trotz aller sportlichen Unruhe langfristig interessant bleibt. Paratici sieht in der Fiorentina auch (s)ein neues Projekt, das in Italien, aber in Europa überhaupt, für Furore sorgen wird. Fabio Paratici hat die Erlaubnis, den FC Florenz zu revolutionieren.

Der Klub denkt größer. Nicht nur von Transferperiode zu Transferperiode.
Sondern strukturell. Das ist selten geworden.
Besonders im italienischen Fußball.

Dort fehlen vielerorts moderne Stadien. Trainingszentren.
Klare Entwicklungsstrukturen. Die Fiorentina versucht genau dort anzusetzen.

Und damit kommt man automatisch zu Rocco Commisso.
Eine polarisierende Figur. Direkt.
Emotional. Nicht immer diplomatisch.
Aber eines kann man ihm kaum absprechen:
Er hat investiert. Ganz real.
Sichtbar. Nachhaltig.

Der „Viola Park“, nach den Vereinsfarben, bleibt sein Vermächtnis.



Und vielleicht wird man erst in einigen Jahren wirklich verstehen, wie wichtig dieses Projekt für Fiorentina war. Paratici und Generaldirektor Alessandro Ferrari beschrieben in Solomeo vor allem die menschliche Seite von Commisso.
Kein distanzierter Besitzer.

Sondern jemand, der täglich durch das Trainingszentrum fuhr.
Mit Jugendspielern sprach. Sich Trainingseinheiten ansah.
Fragen stellte. Fast wie ein Familienoberhaupt.

Und vielleicht passt genau das zu Fiorentina. Denn dieser Klub war nie gewöhnlich.
Fiorentina war immer emotional.

Immer ein wenig melancholisch. Immer besonders.
Allein die Namen derer, die für die Fiorentina spielten:

Batistuta.
Baggio.
Effenberg.
Rui Costa.
Toni.
Heute De Gea.

Spieler mit Ausstrahlung. Mit Aura.
Florenz selbst verstärkt dieses Gefühl zusätzlich.

Kaum eine Stadt verbindet Fußball, Geschichte, Schönheit und Leidenschaft so intensiv. Und genau deshalb bleibt Fiorentina trotz aller sportlichen Schwankungen ein Name mit internationalem Klang.
Die Aussagen von Fabio Paratici zeigen dabei vor allem eines:
Italien muss sich modernisieren. Aber nicht durch blindes Kopieren.

Sondern durch Verstehen.
Warum funktioniert England?
Warum entwickelt sich die Premier League so dynamisch?
Warum verlassen Talente früh die Serie A?

Die Antworten liegen oft nicht nur im Geld. Sondern in Strukturen.

Und genau dort versucht Fiorentina aktuell anzusetzen.
Noch ist nicht alles gelöst. Noch fehlen sportliche Konstanten.

Aber etwas bewegt sich. Und vielleicht beginnt genau dort Zukunft:
Nicht im nostalgischen Blick zurück. Sondern im mutigen Aufbau neuer Infra-Strukturen. Italienisch, vielleicht hier und da „Old School“ als Kodex des Miteinanders, aber dennoch modern, an Technik für Effizienz, darf es nie mangeln.

Florenz scheint das verstanden zu haben. Und wer einmal selbst durch den „Viola Park“ gegangen, oder mit den E-Mobilen gefahren ist, versteht schnell:

Die Fiorentina möchte zurück. Nicht irgendwann. Sondern bald.
Zurück in den modernen europäischen Fußball… Was für ein Zukunftsprojekt!

Giovanni Deriu

(Anmerkung: Die Familie hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, Dahrel Tchitchi hat sich letztendlich für ein Engagement und einen Vertrag beim belgischen Traditionsclub FC Brügge entschieden – natürlich wird es weiter begleitet, selbst wenn eine andere Agentur „mit an Bord ist“ – menschliche Verbindungen kappt man nicht einfach – und auch bei der Fiorentina hat man Dahrel Tchitchi nicht abgeschrieben, dessen Weg wird weiter beobachtet – ein weiterer Name aus unserem Pool kursiert bereits auch in den höheren Amateurligen Italiens: Und zwar der, von Oleg Scheiermann… Denn wie sagte Sportdirektor Paratici im Text sinngemäß? „Denn trotz aller modernen „Datenwelten“, sei er, Paratici selbst, erstaunlich „old school“. Algorithmen seien hilfreich, Daten auch wichtig. Aber Fußball bleibe am Ende menschlich...! Das ist auch immer unser Motto gewesen!)

Palmeris Jugendarbeit in Waiblingen hatte sich überall herumgesprochen!

Porträts, Clubs & Biographien: Wie die Brüder Nicos und Kiri Gountoulas aus Skepsis ihnen gegenüber beim SV Fellbach, echte Begeisterung machten! Jedenfalls haben sie es hervorragend verstanden, eine schlagfertige junge Mannschaft aufzubauen. Und nicht nur das, selbst die Spielweise ist recht attraktiv. Vielleicht auch im Wissen, dass einem jungen Team, Fehler schneller verziehen werden…?

Der SV Fellbach (ein ziemlich mitgliedsstarker Verein vor den Toren Stuttgarts) verliert im heimischen „Max-Graser-Stadion“ zwar deutlich mit 0:4 gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall. Eine klare Revanche der Haller, nachdem Fellbach das Hinspiel in Schwäbisch Hall noch mit 3:1 gewonnen hatte. Aber, die Saison ist quasi gelaufen, und der SV Fellbach steht weiter oben, als vor der Saison überhaupt geglaubt und gedacht.

Die kurze Abfolge der Tore:

  • 0:1 L. Minder (6.)
  • 0:2 M. Bunk (26.)
  • 0:3 L. Pfeiffer (61.)
  • 0:4 G. Schmidt (89.)

Doch wie so oft im Fußball, erzählt das Ergebnis nicht die komplette Wahrheit. Denn so deutlich der Sieg der Sportfreunde auf dem Papier aussieht – der SV Fellbach war keineswegs chancenlos oder hoffnungslos unterlegen. Die Haller waren schlicht wacher, effizienter und nutzten ihre Momente eiskalt aus. Besonders nach einem unglücklichen Zusammenprall zweier Fellbacher Spieler wirkte die junge SVF-Elf im Kollektiv kurz benommen. Schwäbisch Hall erkannte diese Phase sofort, und schlug gnadenlos zu.

Aber: Trotz der Niederlage bleibt der SV Fellbach Tabellenvierter – und genau das ist die eigentliche Geschichte dieser Saison.

Nach dem Abstieg und einer finanziell notwendigen Neustrukturierung setzte der Verein mutig auf ein extrem junges Team und auf zwei Trainer, die außerhalb der Szene zunächst kaum größere Bekanntheit hatten:
Nicos Gountoulas (33) und Kiri Gountoulas (35). Natürlich kannten wir von Checkfussballberater.de die beiden schon als Juniorentrainer, aber, Viele waren skeptisch.
Zu jung. Zu unbekannt. Zu riskant? Wir kannten zwar die Beiden, wie erwähnt, aus dem gehobenen Juniorenbereich, waren aber dennoch etwas skeptisch. Zwei Juniorentrainer, direkt in die Verbandliga zu einem wichtigen Traditionsclub? Unser guter Podcastfreund Michele Vulcano (#PizzaHawaii2025), Kenner des Fußballs und SVF speziell, damals auch noch innerhalb des Vereins als Sponsoren-Betreuer und Organisator aktiv, meinte nur: ,,Wartet ab, die haben schon was drauf. Schwieriger wird das zweite Jahr…“ Heute muss man sagen: Der Mut des Vereins wurde belohnt.

15 Siege, 3 Unentschieden, 11 Niederlagen, bis dato – das ist für diese Voraussetzungen ein bemerkenswerter Saisonerfolg.

Der Fußball der Fellbacher ist besonders. Laufintensiv, mutig, technisch anspruchsvoll. Teilweise wirkt das Spiel beinahe vogelwild. Aber nur auf den ersten Blick. Dahinter stecken klare Abläufe, feste Zuordnungen und bewusst eingeräumte Freiheiten im Offensivspiel.

Die „Gebrüder“ Gountoulas stehen für „mutigen und frechen Fußball“, wie es der Verein formuliert. Junge Spieler sollen Verantwortung übernehmen, kreativ sein und sich entwickeln dürfen. Der Schlüssel zum Erfolg, einem kleinen lokalen Märchen, benennt Nicos Gountoulas so: „Klare Vorgaben und verständliche Spielsysteme“, als Grundlage der Entwicklung. Bruder Kiri ergänzt:
„Die jungen Spieler wollen einfach zeigen, was sie draufhaben.“

Und genau dieses Feuer hat Fellbach in dieser Saison ausgezeichnet.

Die beiden Trainer bringen gemeinsam 13 Jahre Erfahrung aus dem Jugendfußball mit. Sie arbeiteten erfolgreich beim FSV Waiblingen, entdeckt und gestützt von Sandro Palmeri, und trainieren zuletzt die U19 des FSV 08 Bietigheim-Bissingen. Besonders der Klassenerhalt mit der U15 des FSV Waiblingen in der Regionalliga 2021/22 gilt als wichtiger Erfolg ihrer bisherigen Laufbahn. Immerhin konnten sie sich mit Topteams und anderen Trainern messen, aus Hoffenheim, Heidenheim und Stuttgart.

Ab Sommer übernehmen sie offiziell die Nachfolge von Trainer Tomislav Zoric beim SV Fellbach.

Wichtig dabei:
Die Planung des Vereins ist langfristig angelegt – unabhängig davon, ob man in der Oberliga oder Verbandsliga spielt. Mit Sportdirektor Theo Fringelis kam zusätzlich Stabilität und Struktur in den Verein.

Nach dem Spiel zeigen sich die Brüder entspannt, humorvoll und bodenständig. Man merkt schnell: Hier arbeiten keine Blender, sondern echte Fußballtypen.

Kiri Gountoulas beschreibt sich und seinen Bruder mit einem Lächeln selbst als „Menschenfischer“. Spieler überzeugen, motivieren, emotional mitnehmen – genau darin liegt offenbar ein großer Teil ihres Erfolgs.

„Die Spieler folgen uns blind“, sagt er grinsend.

Und wenn man diese Fellbacher Mannschaft beobachtet, glaubt man ihm das sofort.

Auf Seiten der Sportfreunde Schwäbisch Hall endet dagegen langsam eine Ära. Trainer Schift befindet sich auf Abschiedstour. Zur kommenden Saison übernimmt Ex-Profi Tobias Weiss, der bereits jetzt Einfluss auf die Kaderplanung nimmt. Sein Ziel ist klar: Schwäbisch Hall soll wieder ganz oben angreifen.

Doch egal ob in Fellbach oder Schwäbisch Hall:
Am Ende bleibt Fußball vor allem Menschenführung.

Oder einfacher gesagt:
Du musst Menschen und Spieler erst einmal erreichen, bevor sie für dich laufen…

Giovanni Deriu

VfR Aalen – das Meisterstück! Unsere italienische Version! Molinari e Catizone, il miracolo VfR Aalen – Il VfR Aalen, al Sud della Germania, era quasi sparito dalle mappe del calcio che conta… fino a scorso sabato sera, era tutto diverso. Ora invece si é ribaltato tutto. Tra Stoccarda e Heidenheim, si torna finalmente a parlare anche di Aalen…

Un club storico, passato appena quattordici anni fa dalla 2. Bundesliga, poi precipitato tra crisi sportive, instabilità e delusioni continue. Aalen sembrava aver perso identità, fiducia e prospettiva. E invece, nel silenzio operoso del ‚Rohrwang‘ dové l’arena, qualcosa è cambiato davvero. Non con proclami. Non con investimenti folli. Ma con idee, lavoro e personalitá.

Dietro questa rinascita ci sono due uomini dal cuore italiano:
Beniamino Molinari (la famigia di Napoli) e Giuseppe Catizone (Calabria)

Un tandem moderno e complementare.
Uno vive il calcio con energia, emozione e spirito offensivo. L’altro porta calma, lettura tattica e organizzazione.

Insieme hanno rimesso in piedi un club che sembrava smarrito.
E soprattutto hanno restituito anima a una squadra che l’aveva persa.

Molinari, nato a Schwäbisch Gmünd, è stato per anni un attaccante prolifico nei campionati del sud della Germania. Oltre 200 reti in carriera, raccontano quelli che lo conoscono bene. Numeri forse mai contati davvero, perché “Beni” ha sempre preferito il campo alle statistiche.



Da allenatore ha mantenuto la stessa filosofia:
calcio offensivo, aggressivo, intenso.
“Offensiv, wild und voller Energie”, ripete spesso.


Dopo le esperienze alla TSG Backnang e al TSV Essingen, il salto nel professionismo è arrivato grazie ad un vecchio compagno di viaggio: Alexander Zorniger.
Con lui, Molinari ha conquistato il titolo cipriota con l’Apollon Limassol, vivendo un’esperienza che lo ha profondamente formato. Successivamente è arrivata anche l’esperienza allo FC Schalke 04, in uno degli ambienti più esigenti del calcio tedesco.

Esperienze che oggi si riflettono chiaramente nel suo lavoro ad Aalen.
Molinari trasmette fame, mentalità e coraggio.
E soprattutto ha saputo creare un gruppo compatto.

Al suo fianco lavora Giuseppe Catizone.
Ex professionista del VfB Stuttgart, cresciuto nella scuola calcistica sveva, Catizone rappresenta il lato razionale dello staff tecnico.

Se Molinari accende la squadra, Catizone la equilibra.
Analisi tattica, preparazione delle partite, calci piazzati, dettagli strategici: moltissimo passa dalle sue mani.

Ma il suo peso umano conta altrettanto.
I giocatori ascoltano “Giuse”, si fidano della sua esperienza e percepiscono immediatamente la credibilità di chi il calcio professionistico lo ha vissuto davvero.

Anche Catizone arrivava da un successo importante: la promozione in Verbandsliga con il FSV Waiblingen. Subito dopo i festeggiamenti, erano già iniziate le prime riunioni con Molinari per pianificare il futuro del VfR Aalen.

I due si conoscono da oltre vent’anni.
Giocavano insieme alla Normannia Gmünd.
Condividono cultura calcistica, mentalità e ambizione.

E oggi questa sintonia si vede chiaramente in panchina. Emozione e analisi.
Intensità e calma.
Fuoco e controllo.

Il VfR Aalen gioca con identità, coraggio e organizzazione.
La squadra appare finalmente viva, unita e mentalmente forte.

La promozione in Regionalliga rappresenta molto più di un semplice salto di categoria.
È il simbolo di una ricostruzione credibile.
Di un club che ha ritrovato stabilità e ambizione.



Nel calcio moderno, spesso dominato dall’improvvisazione, il lavoro di Molinari e Catizone assomiglia davvero ad un piccolo capolavoro sportivo.
E forse il viaggio non è ancora finito.

Perché entrambi custodiscono da sempre lo stesso sogno:
allenare un giorno nella loro Italia.
La terra delle origini, della famiglia e della passione calcistica.

E chissà che, prima o poi, una panchina italiana — magari in Serie D, oppure ancora più in alto — non aspetti davvero i due italosvevi che hanno riportato il VfR Aalen alla vita.

Il capolavoro del VfR Aalen è stato praticamente sigillato nella decisiva sfida di Heilbronn contro il Neckarsulm.
A firmare il gol dell’1-0, quasi simbolicamente, è stato un altro italiano: Luigi Campagna, autore di una rete pesantissima nel momento più importante della stagione. A la fine hanno festegiatto un 4-0 con 2000 tifosi fuori casa.

GiD




Porträts, Clubs & Biographien: Das MEISTERSTÜCK DES VfR AALEN – Wie ein Traditionsclub seine Seele wieder zurückeroberte… mit schwäbischer Gründlichkeit und italienischem Flair. Der VfR Aalen so scheint es, hat aus seiner Vergangenheit die richtigen Schlüsse gezogen. Die Stadt und Fans stehen jedenfalls wieder hinter ihrem Verein…und das will was heißen!

Am Ende gab es kein Halten mehr, mit dem Abpfiff im Heilbronner Stadion am See, stürmten die rund 800 VfR-Fans den Rasen, und feierten ausgelassen mit dem ganzen Team. Mit einer 4:0-Galavorstellung, machte der VfR Aalen drei Spieltage vor Schluss den Knopf drunter.

Ja, es gibt Aufstiege, die liest man nüchtern in Tabellen. Und es gibt Aufstiege, die riechen nach Schweiß, Hoffnung und gekonnter Souveränität durch Fleiß…

Der VfR Aalen hat nicht einfach die Oberliga gewonnen. Der VfR Aalen hat ein Stück seiner Identität zurückerobert.

Vor zehn Jahren spielte dieser Verein noch in der 2. Bundesliga. Große Stadien. Große Gegner. Großer Fußball. Danach kamen schwere Zeiten. Enttäuschungen. Zweifel. Unruhe. Vom FC Heidenheim und zeitweise Ulm überholt. Klar schmerzte das, Vereine aus der Nachbarschaft. Viele Vereine verschwinden nach solchen Abstürzen langsam im Nebel der Bedeutungslosigkeit.

Doch manche Clubs tragen ein besonderes Feuer in sich.

Aalen ist so ein Club.

Jetzt ist das Meisterstück vollbracht.
Der VfR steigt in die Regionalliga Südwest auf und setzt damit ein starkes Zeichen im württembergischen Fußball.

Und das Beeindruckende daran:
Eigentlich war dieser Erfolg erst für nächstes Jahr geplant.
Doch manchmal beschleunigt Fußball seine eigenen Geschichten.

Das 4:0 gegen Neckarsulm in Heilbronn war mehr als nur ein Sieg.
Es war die Krönung monatelanger Arbeit.
Schon nach 25 Minuten war klar: Mannheim spielt nur 3:3 in Villingen. Der VfR ist Meister. Viele Mannschaften hätten danach Spannung verloren. Doch Aalen spielte weiter mit Hunger, mit Kontrolle und mit der Aura eines echten Champions.



Campagna eröffnete den großen Feier-Abend am Nachmittag.
Hannam erhöhte.
Meien legte nach.
Maksimovic setzte den Schlusspunkt.

Vier Tore wie vier Hammerschläge auf die Tür zur Regionalliga. Und auch noch schön anzusehen, zollten selbst die Gegner von Türkspor Neckarsulm Respekt und gratulierten später voller Anerkennung!

Die Bilder danach waren emotional.
800 Fans machten Heilbronn kurzzeitig zu Aalener Stadtgebiet. Gesänge. Fahnen. Emotionen. Und später verlagerte sich die Feier tief hinein in die Aalener Innenstadt.

Diese Stadt hatte wieder das Gefühl, der VfR lebt. Großen Anteil daran trägt Cheftrainer Beniamino Molinari. Er wurde genau für diesen Auftrag verpflichtet. Den VfR dorthin zurückzuführen, wo Vereine wie Göppingen bereits angekommen waren: in die Regionalliga Südwest. (Und wieder runter mussten.)

Und Molinari lieferte.
Doch Erfolg im Fußball entsteht nie allein.

Giuseppe Catizone bildet gemeinsam mit ihm ein Trainerduo, das Fußball nicht nur versteht, sondern lebt. Beide bringen Erfahrung aus höheren Spielklassen mit. Beide wirken authentisch. Beide verbinden Emotion mit Analyse. Und vor allem, beide heben immer auch das Funktionsteam, und weitere Trainer des Teams hervor.

Das ist heute selten geworden.

  • Viele Trainer wollen modern wirken.
    Viele Trainer wollen sich inszenieren.
    Doch Molinari und Catizone wirken wie Fußballarbeiter alter Schule – nur mit modernen Ideen.
  • Akribisch. Detailverliebt.
    Klar in der Kommunikation.

    Vor allem aber: glaubwürdig.

    Die Mannschaft folgte ihnen blind.

    Das war während der gesamten Saison sichtbar.
    Variable Systeme. Flexible Rollen. Hohe Intensität. Gleichzeitig Stabilität und Ordnung. Der VfR konnte dominant auftreten, aber auch leiden. Er konnte Tempo spielen oder geduldig sein.

    Genau diese Balance macht Meistermannschaften aus.

    Interessant war auch die emotionale Seite nach dem Spiel. Beide Trainer bedankten sich öffentlich bei ihren Familien und besonders bei ihren Frauen.

    Ein oft unterschätzter Aspekt im Fußball.

    Trainer leben nicht nach Uhrzeiten.
    Sie leben in Spielplänen, Analysen und Drucksituationen. Die Familie trägt vieles mit. Sie stabilisiert. Sie opfert Zeit. Sie fängt Emotionen auf.

    Deshalb wirkten diese Worte ehrlich.

    Und Ehrlichkeit war ohnehin ein Markenzeichen dieser Saison.
  • Auch im Vorstand.
    Denn selbst Präsident Michael Schäfer wurde anfangs skeptisch betrachtet. Viele wollten erst Ergebnisse sehen. Doch gemeinsam mit Sportdirektor Marc Elser und Mehmet Deli entstand eine bemerkenswert ruhige Führungsebene.

    Keine großen Schlagzeilen.
    Keine öffentlichen Machtkämpfe.
    Keine Selbstdarsteller.

    Sondern Struktur.

    Der Vorstand schuf die Rahmenbedingungen und ließ die sportliche Verantwortung dort, wo sie hingehört: beim Trainerteam.

    Ein entscheidender Faktor. Gerade im Amateur- und Halbprofifußball scheitern viele Projekte an Eitelkeiten und internen Reibungen. In Aalen dagegen entstand Vertrauen.

    Und Vertrauen ist im Fußball oft wertvoller als jedes Budget.

    Vor einigen Wochen gratulierte sogar Göppingens Gästecoach Gianni Coveli bereits frühzeitig zur Meisterschaft. Auch das zeigte, wie dominant und konstant dieser VfR in dieser Saison agierte. Das Derby mit mehreren italienischen Trainern an der Seitenlinie hatte ohnehin besonderen Charme. Leidenschaft. Emotion. Temperament.

    Man spürte förmlich:
    Hier geht es um mehr als nur Punkte.

    Fußball ist Kultur. Fußball ist Familie. Fußball ist Identität.
    Und genau diese Identität hat der VfR Aalen zurückgewonnen.
    Vielleicht liegt darin die größte Leistung dieser Saison. Nicht nur der Aufstieg.

    Sondern die Tatsache, dass Fans und Stadt wieder gemeinsam hinter diesem Verein stehen.

    Drei Spieltage vor Saisonende darf gefeiert werden. Verdient gefeiert werden.

    Doch gleichzeitig beginnt jetzt bereits die nächste Herausforderung.

    Die Regionalliga wird härter.
    Schneller. Noch einen Tick professioneller. Kurz, die Regionalliga ist größtenteils bereits Profibetrieb. Aber Aalen wirkt vorbereitet.
    Nicht nur sportlich.

    Sondern strukturell.

    Und genau deshalb fühlt sich dieser Aufstieg nicht wie ein Zufall an.

    Sondern wie der Beginn von etwas Neuem.

    Vielleicht wird es noch dauern bis zur Rückkehr in den Profifußball. Vielleicht wird der Weg steinig.

    Doch der VfR Aalen hat wieder eine Richtung.

    Und manchmal ist genau das im Fußball der wichtigste Sieg überhaupt. Die eindrucksvollen Fans feierten dies bis spät in die Nacht, oder besser, in den frühen Morgen hinein. Der pure Wahnsinn, wie Giuse und Beni immer wieder kopfschüttelnd vor Freude festhielten…

    Giovanni Deriu

Fußball, Akteure & Biographien: „Mister“ Giovanni Stroppa trägt das AC Milan-Gewinner-Gen in sich. Stroppa gilt als knurrender Aufstiegstrainer. Oder, als Mann für besondere und schwierige Missionen. Wir hatten einst das Vergnügen, den italienischen Coach in Südtirol persönlich kennenzulernen. Jedenfalls ist Stroppa wieder in der Serie A angekommen – Venezia jubelt!

Warum die lautesten Trainer selten die besten sind – und was Giovanni Stroppa anders macht? Er schreit nicht. Er inszeniert sich nicht.
Und wahrscheinlich genau deshalb, gewinnt er mit seinen Teams, die ihm folgen.
Während andere Trainer Schlagzeilen produzieren, baut Stroppa Mannschaften.
Still. Konsequent. Erfolgreich.
Ein Gegenentwurf zum modernen Fußball-Lärm.

Im Fußball herrscht oft ein Irrglaube: Wer laut ist, wirkt kompetent. Wer sich verkauft, gilt als Führungspersönlichkeit. Doch die Realität auf dem Platz sieht anders aus. Erfolg entsteht nicht durch Show – sondern durch Struktur, Klarheit und Glaubwürdigkeit. Und vor allem, durch die tägliche Arbeit auf dem Platz, und außerhalb im Stillen mit all den planerischen Dingen.

Giovanni Stroppa ist der lebende Beweis dafür.

Wer ihn früher beim FC Südtirol erlebt hat, erinnert sich nicht an große Reden. Sondern an Präsenz. An Beobachtung. An dieses Gefühl: Der Mann weiß genau, was er tut – auch wenn er es nicht permanent ausspricht. Jedenfalls waren seine Augen damals überall, auch bei den Juniorenteams, U17, U19, la Primavera oder Berretti.

Knurrig? Vielleicht. Direkt? Sicher.
Aber vor allem: authentisch.

Und genau das ist der Punkt, den viele im (Jugend-)Fußball unterschätzen.


Junge Spieler hören nicht auf Worte – sie hören auf Menschen. Sie spüren sofort, ob ein Trainer Erfahrung hat, ob er Situationen selbst erlebt hat oder nur darüber spricht. Stroppa bringt diese Tiefe mit. Seine Vergangenheit bei AC Milan ist kein dekorativer Eintrag im Lebenslauf – sie ist Fundament. Stroppa bringt diese DNA des ,,Gewinnenwollens“, in allen Facetten mit: im Auftreten, nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch außerhalb, in jedem Club.

Champions-League-Sieger. UEFA-Cup-Gewinner. Aber wichtiger: jemand, der den Weg kennt.

Und genau deshalb funktioniert sein Ansatz.

Erfolg ist kein Zufall – sondern Wiederholung

Vier Aufstiege. Nicht irgendwie. Nicht einmalig.
Sondern wiederholt, bestätigt, reproduzierbar.

Mit dem FC Crotone.
Mit AC Monza – historisch, erstmals in die Serie A. Damals bereits unter dem bereits verstorbenen, Silvio Berlusconi, mit seinem Topdirektor Adriano Galliani. Monza? Das war wie der AC Milan, nur etwas kleiner…
Dann, noch etwas schwieriger, mit US Cremonese.
Und zuletzt, mit Venezia FC. Vergangenes Jahr runter, und gleich wieder aufgestiegen – wem trauten sie es zu, na klar, Giovanni Stroppa. Genau sein Umfeld.

Der jüngste Aufstieg sagt alles:
2:2 bei Spezia Calcio – und wieder oben.
Venezia? Nur elf Monate nach dem Abstieg zurück in der Serie A.
Kein Zufall. Kein Lauf. Ein Muster.

Vier Aufstiege in sechs Jahren.

Wenn das kein System ist – was dann?

Der Unterschied: Stroppa baut – andere reagieren

Viele Trainer leben von Momenten.
Ein guter Lauf. Eine starke Phase. Eine glückliche Saison.
Stroppa lebt von Konstruktion.

Er kommt in einen Verein – und redet nicht sofort. Er schaut.
Stroppa analysiert gut und lang, wie es die Zeit eben erlaubt.
Er versteht die Dynamik.

Erst dann greift er ein.

Sein Fußball ist kein Chaos mit Glückstreffern.
Er ist organisiert:
hohes Pressing, enge Linien, klarer Aufbau.
Das klingt simpel – ist aber brutal anspruchsvoll.
Denn es verlangt Disziplin. Und Überzeugung.

Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Kein Dogma – aber eine klare Handschrift

Der nächste Punkt, den viele übersehen:
Stroppa ist kein sturer Ideologe.



Er passt sich an – ohne sich zu verlieren.
Unterschiedliche Teams, unterschiedliche Spielertypen, unterschiedliche Ziele.
Und trotzdem erkennt man seine Handschrift.

Das ist hohe Trainerkunst.

Nicht stur bleiben. Aber auch nicht beliebig werden.

Warum genau solche Trainer eigentlich in den Nachwuchs gehören

Hier wird es unbequem – aber notwendig:

Die besten Jugendtrainer sind nicht die lautesten.
Nicht die, die am meisten erklären. Sondern die, die verstanden werden.

Warum? Weil sie es selbst erlebt haben.

Ein Spieler akzeptiert Kritik nur dann wirklich, wenn sie glaubwürdig ist. Wenn sie von jemandem kommt, der die Situation kennt. Der Druck gespürt hat. Der Fehler selbst gemacht hat.

Stroppa ist genau so ein Trainer. Er schaut auch immer bei den Junioren zu, schätzt die Arbeit der Trainer.

Und genau deshalb nimmt er sich Zeit für Nachwuchs, für Gespräche, für empfohlene Spieler. Nicht aus Imagegründen – sondern aus Überzeugung.

Serie A ist kein Ziel mehr – sondern Mindeststandard

Hier liegt die vielleicht wichtigste Entwicklung:
Früher galt:
Stroppa bringt Teams nach oben.
Heute gilt: Stroppa gehört nach oben. Nur noch eine Frage der Zeit, wann ihm ein Champions-League taugliches Team anvertraut wird. Er kann Serie B, genauso aber europäischen Fußball, genau das Niveau, das er auch als Profikicker erlebt und geatmet hat.

Die Serie A ist kein Bonus mehr.
Sie ist die logische Konsequenz seiner Arbeit.

Und jetzt beginnt die eigentliche Aufgabe:
Nicht nur aufsteigen. Sondern bleiben.
Und bestehen.

Die leisen gewinnen am Ende

Es gibt dieses Bild:
Spiel vorbei. Sieg eingefahren.
Und Stroppa? Kein Ausrasten. Kein Jubel-Drama. Aber klar, die Freude sieht man ihm schon auch an.

Ein kurzes Lächeln.
Ein Blick nach vorne. Das war’s.
Warum? Weil er weiß: Das Ziel liegt nicht im Sieg.
Sondern im nächsten Schritt.

Der moderne Fußball liebt Geschichten.
Hype. Emotion. Lautstärke.

Aber am Ende gewinnt oft etwas anderes:

Klarheit. Struktur Und echte Erfahrung.

Giovanni Stroppa liefert genau das.

Ohne Show. Ohne Theater.
Ohne Ausreden.

Und genau deshalb ist er einer der Trainer, über die man mehr sprechen sollte…

Giovanni Deriu