Porträts & Biographien +++aus aktuellem Anlass, und mit Diskussionen, die in der Italienischen Serie A anhalten: Das AUS von Domenico Tedesco beim FC Bologna! Nach knapp 100 Tagen. Wir haben recherchiert, und uns einen Reim auf diese skurrile Kündigung gemacht…

Bologna und Domenico Tedesco: Eine zu kurze Romanze. Viel zu früh beendet, um wirklich zu wissen, was möglich gewesen wäre…

Einen Trainer nach vier Spieltagen zu entlassen, das ist selten und wirft Fragen auf – und dazu ein Projekt, von dem anfangs alle angetan waren, das nach gerade einmal 97 Tagen schon wieder Geschichte ist?Die Bilanz von Domenico Tedesco beim FC Bologna war zu Saisonbeginn tatsächlich mau. Die Entscheidung des Vereins wirft trotzdem viele Fragen auf.

Es gibt im Fußball Entscheidungen, die lassen sich allein mit der Tabelle erklären.

Und es gibt Entscheidungen, bei denen man sich die Tabelle anschauen muss – aber danach noch lange nicht fertig ist.
Der Abschied von Domenico Tedesco beim FC Bologna, gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Und, ich schreibe das nicht einfach so, Tedescos Trainerkarriere beobachten und begleiten wir von Checkfussballberater.de , seit den Zeiten als B-Jugend-Trainer des VfB.

Die Schlagzeile hatte es in sich: Domenico Tedesco ist nicht mehr Trainer des FC Bologna.

Und das, nach gerade einmal vier Meisterschaftsspielen. Nach nur einem Punkt.
Nach zwei erzielten Toren.
Nach drei Niederlagen und einem Unentschieden. Und, mit diesem Kader aber, kann man beim Titelaspirant Neapel verlieren, 0:1, eigentlich kein Ding. Auch Neapel mit Massimo Allegri, bei dem Tedesco mal hospitierte, startete schwach in die Saison.

97 Tage sind seit seiner offiziellen Vorstellung in Bologna vergangen, alle dachten, das matched.

Sein Nachfolger stand da wohl schon fest, es ist Raffaele Palladino.
Damit ist eine Geschichte beendet, die eigentlich ganz anders beginnen sollte.

Wir rekapitulieren mal, was die italienischen Medien so zusammenfassen und recherchiert haben.

Tedesco kam mit einem Auftrag

Der Bologna FC hatte Tedesco Anfang Juni verpflichtet. Vertrag bis 2028, dazu eine Option auf eine weitere Saison.

Der Klub holte demnach keinen Feuerwehrmann, sondern einen Team-Entwickler.
Der FC Bologna, holte einen Trainer für ein neues Kapitel.

Einen Coach, wie Domenico, mit internationaler Erfahrung, mit Stationen unter anderem bei Schalke 04, Spartak Moskau, RB Leipzig, der belgischen Nationalmannschaft und Fenerbahçe.
Mit Leipzig gewann Tedesco sogar den DFB-Pokal. Leipzigs erster Titel in der Bundesliga bisher.

Mit Fenerbahçe den türkischen Supercup.
Er hatte Champions-League-Erfahrung.

Und er sollte in Bologna einen neuen Fußball aufbauen. Das war zumindest der Plan.
Und Bologna war eben nicht dieselbe Mannschaft wie zuvorGenau hier beginnt das Problem.
Bologna befand sich im Sommer 2026 selbst in einem Umbruch.Es ging nicht einfach darum, die erfolgreiche Mannschaft der vergangenen Jahre unverändert weiterzuführen.

Wichtige Spieler waren gegangen.
Andere kamen hinzu.

Positionen mussten neu besetzt werden.
Neue Rollen mussten gefunden werden.

Neue Automatismen mussten entstehen.

Schon im Juli wurde in der lokalen Berichterstattung darauf hingewiesen, dass Tedesco teilweise mit einem Kader arbeiten musste, dessen endgültige Zusammensetzung noch gar nicht feststand.

Auch Sportdirektor Marco Di Vaio, ein ehemaliger Profi, sprach damals von einem neuen Trainer, neuen Ideen – und ausdrücklich davon, dass man Geduld brauche. [Il Resto del Carlino]

Das ist kein unwichtiges Detail.
Denn einen neuen Trainer nach vier Spielen zu beurteilen, ist eine Sache.

Einen neuen Trainer nach vier Spielen, während eines personellen Umbruchs zu beurteilen, ist eine andere. Und so manch ein Experte vermutet, Di Vaio selbst wurde es zu heiß…

Die nackten Zahlen sprechen erst einmal gegen Tedesco

Das darf man nicht verschweigen.
Vier Spiele. Nur ein Punkt.
Zwei Tore. Kein Sieg.

Da wäre das 0:1 gegen Lazio, mit Trainer Gattuso. 0:1 bei Atalanta.
2:2 gegen Sassuolo, in letzter Minute den Punkt gerettet. Und das 0:1 bei Napoli.

Vor allem die Offensive funktionierte über weite Strecken nicht. Gegen Napoli kam Bologna kaum gefährlich vor das Tor.

Gegen Sassuolo war die Mannschaft phasenweise langsam und ungeordnet, schrieb La Gazzetta.
In der Defensive suchte Tedesco ebenfalls noch nach seiner idealen Formation.

Die italienische Presse kritisierte genau diese fehlende Stabilität. Und auch das gehört zur Wahrheit, die Tedesco selbst aber intern auch offen analysierte.

Aber auch die vier Spiele erzählen nicht die ganze Geschichte

Denn schon das 0:1 in Bergamo war kein Spiel, in dem Bologna chancenlos gewesen wäre.
Im Gegenteil. Bologna hatte über weite Strecken die bessere Spielanlage, mehrere gute Möglichkeiten und traf sogar den Pfosten.

Atalanta gewann durch einen späten Distanzschuss von Lazar Samardžić.

Das offizielle Liga-Protokoll beschreibt ebenfalls, dass Bologna zahlreiche Chancen hatte und erst in der Schlussphase bestraft wurde. [Lega Serie A]

Gegen Sassuolo rettete Bologna in der Nachspielzeit noch ein 2:2.
Nicht überzeugend. Aber immerhin eine Reaktion. Gegen Napoli verlor man anschließend 0:1.

Und ausgerechnet dort fehlte Tedesco wegen einer Sperre an der Seitenlinie.

Zudem wurde Torhüter Lukasz Skorupski aus disziplinarischen Gründen nicht eingesetzt, weil er zu spät zu einer Mannschaftsbesprechung gekommen war. Man könnte meinen, Aha!, wir kommen der Sache näher…

Auch das zeigt, wie viele Baustellen zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig existierten. [Lega Serie A]

Tedesco wollte offenbar bleiben

Und jetzt kommt der vielleicht entscheidende Punkt. #DomenicoTedesco ist kein Trainer, der seine Vorstellungen jeden Montag neu erfindet, und präsentiert. Wankelmütig war Tedesco noch nie. Das kann eine Stärke sein.
Es kann aber auch zum Problem werden.

Die italienische #Berichterstattung beschreibt ihn, Tedesco, als ausgesprochen konsequent und wenig kompromissbereit.

Im Gespräch mit den Verantwortlichen soll er nicht bereit gewesen sein, seine grundsätzlichen Vorstellungen bei Taktik und Mannschaftsführung aufzugeben.

Beim Treffen mit Claudio Fenucci, Giovanni Sartori(Mäzen, Vorstand) und Marco Di Vaio wurden offenbar genau diese unterschiedlichen Vorstellungen deutlich. [Il Resto del Carlino]

Und damit sind wir bei der eigentlichen Frage:

Sollte Tedesco seine Philosophie verändern – oder hätte Bologna ihm die Zeit geben müssen, sie durchzusetzen? Auch wenn sich zig Fans und auch ein paar gefragte Reporter genauso, pro Tedesco äußerten (auch wir sind davon überzeugt), eine eindeutige Antwort darauf gibt es wohl nicht.

Denn genau dafür hatte Bologna ihn doch geholt

Ein Trainer wird verpflichtet, weil man ihm etwas zutraut. Tedesco sollte nicht einfach der Verwalter des bisherigen Bologna sein.

Er sollte etwas entwickeln.
Ein neues Team. Neue Abläufe.
Neue Hierarchien. Eine neue Spielidee.

Und dann braucht es normalerweise etwas, das im modernen Fußball fast schon als Luxus gilt:
Zeit!

Bologna gab Tedesco diese Zeit nicht.
Zumindest nicht annähernd so viel, wie man zunächst hätte erwarten können.

Die eigene Vereinsführung hatte noch unmittelbar vor der Trennung betont, dass man dem Trainer Zeit geben müsse.

Und dabei wurde ausdrücklich auf die Geduld verwiesen, die Bologna zuvor auch Thiago Motta und Vincenzo Italiano entgegengebracht hatte.
Nur einen Tag später war Tedesco schon Geschichte.

97 Tage

Das ist vielleicht die Zahl, die am meisten über diese Geschichte aussagt.

97 Tage.

Vom Beginn der Tedesco-Ära bis zu ihrem Ende.
Die italienische Zeitung zählt seit seiner Vorstellung am 11. Juni gerade einmal 97 Tage.
Vier Pflichtspiele.
Dann war Schluss, so Il Resto del Carlino aus Bologna.

Und genau deshalb empfinden viele Beobachter und Fans den Zeitpunkt als extrem früh.

Nicht weil die Ergebnisse gut gewesen wären.

Sondern weil man nach vier Spielen kaum wissen kann, wie ein Projekt ausgesehen hätte, wenn es tatsächlich einmal Form angenommen hätte.

Tedesco selbst sagt erstaunlich wenig

Vielleicht ist das Menschliche an dieser Geschichte sogar das Auffälligste.
Tedesco verließ Casteldebole, Bolognas Hauptsitz, am Morgen des 16. September.
Ohne Wut. Keine Abrechnung, und schon gar
keine öffentliche Schuldzuweisung.
Der deutschitalienische Coach sagte sinngemäß:

,,Was zwischen ihm und dem Verein besprochen wurde, bleibe zwischen ihnen…“
Er sei aber sehr enttäuscht.

Und er hätte gerne länger in Bologna gearbeitet.

Er sprach außerdem darüber, wie großartig er von der Stadt und den Fans aufgenommen worden sei. Und genau hier erkennt man den Menschen hinter dem Trainer.
Tedesco hätte allen Grund gehabt, sich öffentlich zu rechtfertigen.
Er tat es nicht, das ist vielleicht die eigentliche Größe.

„Sereno? Solo fuori.“

Besonders bemerkenswert ist eine Aussage, die im italienischen Bericht hängen bleibt.

Auf die Frage, dass er so ruhig sei, antwortete Tedesco sinngemäß:

„Nur äußerlich.“
Das passt zu dem Bild, das viele von ihm haben.

Ein authentischer Trainer.
Direkt. Auch Rigoros.
Nicht immer bequem.
Aber auch keiner, der seine Überzeugungen für den nächsten Tabellenplatz sofort über Bord wirft.

Man kann genau diese Eigenschaften kritisieren.

Man kann sie aber genauso gut als Voraussetzung dafür sehen, überhaupt eine eigene Fußballidee entwickeln zu können. Der Kommentar von Ivan Zazzaroni trifft einen wunden PunktIm Corriere dello Sport, wird die Sache noch grundsätzlicher betrachtet.

Die Überschrift lautet:

„Dal caviale alle uova di lompo“ – vom Kaviar zu den Rogen des Seehasen.

Eine ziemlich bissige Metapher.
Zazzaroni argumentiert sinngemäß:

Bologna sei innerhalb kürzester Zeit, aus einer Phase mit Motta und Italiano, Champions League und Europa League in eine deutlich bescheidenere sportliche Situation geraten.

Die tragenden Spieler wie Calafiori, Beukema, Zirkzee, Lucumi, Castro, Freuler und Rowe, allesamt Beispiele für Spieler, die nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der Kader ist also nicht einfach derselbe geblieben.

Und genau deshalb sei es fragwürdig, nach zwei Monaten bereits wieder alles auf null zu stellen.

Die Kritik richtet sich deshalb nicht nur gegen Tedesco

Das ist für mich der entscheidende Punkt.

Wenn ein Trainer nach vier Spielen entlassen wird, dann ist das selbstverständlich zunächst eine Entscheidung über den Trainer.

Aber es ist immer auch eine Entscheidung derjenigen, die ihn verpflichtet haben.

Bologna hat Tedesco ausgesucht.
Bologna hat ihm einen Vertrag bis 2028 gegeben. Bologna hat einen neuen Kader zusammengestellt.

Der FC Bologna hat diesen Kader in die Saison geschickt. Und, Bologna hat öffentlich sogar #Geduld eingefordert.

Und der Club hat diese Geduld anschließend selbst nicht aufgebracht.

Das ist keine Anklage.
Es ist schlicht die logische Konsequenz einer solchen Entscheidung.

Die Verantwortung endet nicht beim Trainer allein.

Wenn ein Verein einen Trainer nach drei oder vier schlechten Spielen austauscht, kann das richtig sein.

Manchmal ist eine Zusammenarbeit tatsächlich gescheitert. Manchmal gibt es Probleme im Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft.

Manchmal stimmt die taktische Idee nicht.

Oft erkennt ein Verein, oder es wird den Verantwortlichen aus der Kabine zugetragen, dass der Trainer die Mannschaft nicht mehr erreicht.

Genau das sagt die Bologna-Führung nun auch.
Geschäftsführer Claudio Fenucci erklärte, man habe sich wegen der Entwicklung der Mannschaft Sorgen gemacht.

Zusammen mit Sartori und Di Vaio sei man zu der Einschätzung gekommen, dass Tedesco nicht mehr so auf die Mannschaft einwirken könne, wie man es erwartet habe.

Von Vereinsseite wird also nicht mehr nur behauptet, es habe ausschließlich an den Ergebnissen gelegen.

Es gehe auch um Vertrauen in die weitere Entwicklung des Projekts.

Das ist die Gegenposition.
Und sie muss fairerweise genauso genannt werden.

Tedesco war nicht unschuldig

Auch das gehört zur Bilanz.
Seine Mannschaft wirkte zu häufig statisch.
Die Defensive wechselte mehrfach.
Die Offensive produzierte zu wenig.
Das Spiel gegen Napoli war schwach.
Gegen Sassuolo fehlte lange die Struktur.

Und Tedesco selbst sorgte mit seiner emotionalen Reaktion an der Seitenlinie nicht unbedingt für Ruhe.
Er wurde gegen Sassuolo sogar vom Platz gestellt. [La Gazzetta dello Sport]

Ein Trainer muss sich daran messen lassen.
Natürlich.

Aber genau deshalb hätte man ihm vielleicht auch die Möglichkeit geben können, aus diesen Problemen zu lernen.

Was Bologna jetzt mit Palladino macht?

Ein Trainer, der vom Verein als jemand präsentiert wird, der grundsätzlich eine gewisse Kontinuität zur bisherigen Fußballidee mitbringen soll. Palladino selbst sagte bei seiner Vorstellung, er habe wenig Zeit und viel Arbeit vor sich. Er wolle zunächst die Spieler kennenlernen, ihre Gedanken, ihre Ängste und ihre Ambitionen verstehen.

Auch er sprach davon, schnell Intensität und neue Automatismen in die Mannschaft zu bekommen. Das klingt normal und vernünftig, in dieser Situation.

Aber es stellt gleichzeitig eine interessante Frage: Wenn Palladino jetzt Zeit bekommt, warum bekam Tedesco sie nicht?

Und genau hier liegt das eigentliche Problem.

Nicht darin, dass Bologna einen Trainer gewechselt hat. Nicht darin, dass Palladino nun seine Chance bekommt.
Sondern darin, dass ein Klub innerhalb weniger Wochen von „Wir müssen Geduld haben“, zu
„Wir müssen sofort handeln“, gewechselt ist.

Das kann notwendig sein.

Aber es ist eben auch ein Eingeständnis, dass die ursprüngliche Planung möglicherweise nicht funktioniert hat.

Und dafür trägt ein Trainer Verantwortung.
Die sportliche Leitung aber ebenfalls.

Tedesco hätte mehr Zeit verdient gehabt?
Ich würde diese Frage nicht als unumstößliche Wahrheit formulieren.
Aber, Fakt ist, es gibt sehr gute Argumente dafür.

Nicht, weil seine vier Spiele gut waren.
Sie waren es (noch) nicht.

Sondern weil ein neuer Trainer mit einem veränderten Kader nach gerade einmal vier Spieltagen kaum die Chance hatte, sein eigentliches Projekt zu zeigen.
Das ist der Unterschied.

Man kann Tedesco für seine taktische Konsequenz kritisieren.
Man kann seine fehlende Flexibilität kritisieren.
Man kann seine Ergebnisse kritisieren.

Aber man sollte nicht so tun, als hätte Bologna nach einer halben Saison feststellen müssen, dass das Projekt nicht funktioniert. Es waren vier Spiele.

Und vielleicht war Tedesco gerade deshalb Tedesco. Er ist offenbar kein Trainer, der sich nach drei Niederlagen hinstellt und sagt:
„Dann machen wir eben alles anders.“

Das kann manchmal genau das Problem sein.
Aber es kann genauso die Voraussetzung für einen nachhaltigen Aufbau sein.

Wer einen Trainer mit einer klaren Philosophie verpflichtet, muss irgendwann entscheiden, ob er diese Philosophie tatsächlich tragen will.

Oder ob er bei den ersten Problemen wieder zurückrudert. Bologna hat sich jetzt für die zweite Variante entschieden. Steigende Ansprüche, bitte schnell, Europa, wachsende Transfererlöse haben Lust auf mehr Kaviar gemacht. Und plötzlich beginnt man wieder über einen einzigen Punkt nach vier Spieltagen zu sprechen.

Das tut weh. Aber ein Neuaufbau bedeutet eben manchmal auch, dass man zunächst schlechter aussieht, bevor man wieder besser wird.

Was bleibt von Tedesco?
Eine extrem kurze Amtszeit.
Eine maue Bilanz.

Eine Mannschaft, die seine Idee noch nicht verinnerlicht hatte.
Aber auch ein Trainer, der bei seinem Abschied keine öffentliche Schlammschlacht veranstaltete. Der sagte, er sei enttäuscht.
Der gerne länger geblieben wäre, um der Stadt und den Fans, die ihn so phantastisch empfangen hatten, mehr zurückzuzahlen…

Ja, Tedescos Arbeit in Bologna war noch nicht fertig, im Gegenteil, sie hatte gerade erst begonnen!

Anmerkung: Ziemlich vollmundig und pseudo-selbstbewusst ging Nachfolger Palladino die PK, dopo Tedesco, an! Letztendlich spielte Bologna gegen Torino auch nur Unentschieden – und Palladino beklagt die mangelnde Fitness und Kondition des Teams… einfach nur noch stillos – dabei sagen es alle Fans, Tedesco hätte auf einen viel stärkeren Kader beharren sollen, das sei der einzige Fehler des Deutschitalieners gewesen…

Giovanni Deriu

Gehobener Junioren-Fußball aktuell – Die Youth League in der Region. Die Herren des VfB in der Champions-League, und die U19 spielt in der europäischen Liga der Besten. Ein guter Wettbewerb, um weiterzukommen, und Vergleiche zu ziehen. Großaspach, und die „Wir machen Druck“ Arena, sind die Heimstätte der VfB-Junioren…

Wir machen keinen Druck, aber wir sind dabei! Diesmal von hier aus Großaspach, 40 Km vor den Toren Cannstatts. Vom Youth League Match, U19, VfB STUTTGART gegen VIKING FK, die Champions League der A Jugendlichen quasi, berichten wir gern, wenn schon vor der Haustür.
Schöner saftiger Rasen, frischmildes Wetter. Gute Fußballbedingungen!!
Und 90 Minuten später stand es 5:0 für die Jungen Wilden. Die letzten drei Tore zum Endstand fielen erst ab der 83. Minute, da hatten sich die Kicker aus Norwegen wohl schon aufgegeben. Klar, die U19 des VfB war in vielen Belangen überlegen, aber ganz so schlecht, oder schwach, wie es dieses Ergebnis ausdrückt, waren die Wikinger wirklich nicht.
Das eine oder andere Mal vergaben sie sichere Einschussmöglichkeiten.
Und auch, wenn nach diesem satten und souveränen 5:0-Sieg fast alle von den Spielern Zezelj und Redzepi (mit einem Dreierpack) reden, es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, und im Hintergrund wirkten effektiv und sicher, mit viel Umschaltspiel-Tempo und Rhythmus: Schramm, Yigit, sowie Kapitän und Mittelfeldspieler Massimo Di Benedetto, der wirklich stets anspielbar gewesen ist, und auch Bälle abfing.
Auf Seiten von VikingStavanger ragten folgende Spieler heraus, und zwar, mit starker Technik und Ballbehandlung, sowie flink und auch physisch robust im Dribbling: Al-Mabhouh, sowie S. Tveiten, und Frimpong.
Rund 500 Zuschauer, viele Familien mit Kindern, waren vor Ort, und sorgten für einen schönen internationalen Rahmen.

Übrigens wurde vor dem Match auch dem verstorbenen König Harald V. sowie den Opfern in Nepal in einer Schweigeminute gedacht.

Giovanni Deriu

Fußball, regional, und aktuell – Der WFV-Pokal, und das Beinah-Wunder von Schwäbisch Hall! Aber eben nur beinah‘ – der VfR Aalen mit seinem italienischen Trainer-Trio, denkt und plant den Fußball neu. Die Regionalliga ist kein Selbstläufer. Jedes Spiel wird ernst genommen, auch gegen den Verbandsligisten Sportfreunde Hall. VfR-Coach Beni Molinari motiviert und erdet sein Team zugleich…

WFV Pokal – der Pokalabend mit Herz, Drama und Traumtoren – Die Sportfreunde Schwäbisch Hall liefern Regionalligist VfR Aalen einen echten Pokalfight! 
Heute mal wieder in Schwäbisch Hall. Und manchmal sind es genau diese Fußballabende, die zeigen, warum dieser Sport so besonders ist. Nicht nur wegen Ergebnissen und Tabellen – sondern wegen der vielen Begegnungen, Geschichten und Menschen.

Schon vor dem Anpfiff lag etwas Besonderes in der Luft. Ein nettes Vorgeplänkel vor einem WFV-Pokalspiel, das auf dem Papier eine klare Sache schien: Verbandsligist Sportfreunde Schwäbisch Hall gegen den neuen alten Regionalligisten VfR Aalen.

Aber Papier spielt bekanntlich keinen Fußball.

Schön war es auch wieder, alte Freunde zu treffen. Die italienische Trainerfraktion gehört natürlich dazu.
Chefcoach #BeniMolinari, dazu seine Assistenten Giusé Catizone und LuigiCampagna. Drei echte Fußballtypen, die Leidenschaft, Erfahrung und Kompetenz verkörpern, und(!), auch vorleben Über Luigi Campagna musste ich natürlich schmunzeln. Die Sportfreunde waren ja auch immer wieder mal an ihm dran.

„Aber…“, lächelt Luigi vielsagend mit seinem typischen Augenzwinkern.
Manchmal sagt ein einziges Wort mehr als ein langer Satz.

Mister Molinari kann jedenfalls froh sein, so ein erfahrenes Trainerteam an seiner Seite zu haben. Und er ist es auch. Schließlich war es genau sein Wunsch, diese Konstellation zu schaffen.
Zum Spiel sagt Beniamino Molinari vor dem Anpfiff: „Gio, was soll ich sagen? Du weißt es – der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Aber klar, unserer Favoritenrolle wollen wir gerecht werden.“
Ein Satz, den jeder Fußballromantiker kennt. Denn der Pokal ist eben jener verrückte Wettbewerb, in dem David manchmal den Goliath ärgert.

 Und die Sportfreunde von Trainer Tobi Weiß?
Die kamen mit breiter Brust. So gut wie lange nicht mehr in die Saison gestartet. Die Mannschaft wirkte geschlossen, mutig und voller Energie.
Das Wetter spielte mit. Der Rasen war nach der Belastung durch American Football zwar etwas ramponiert, aber Greenkeeper Klaus und der Regen hatten ganze Arbeit geleistet. Der Platz präsentierte sich wieder saftig grün.
Die Bühne war bereitet.
Und was dann folgte, war ein Pokalabend, wie man ihn sich wünscht.
Die Sportfreunde starteten frech und mutig. Kein Respekt vor dem großen Namen, kein Verstecken vor dem Regionalligisten. Die Abwehr wirkte gut eingespielt, das Umschaltspiel variabel und gut einstudiert.

Bereits in der 6. Minute schlug der Außenseiter zu.
 1:0 L. Pfeiffer (6.), ohne Hemmungen angestaubt.
Schwäbisch Hall setzte nach und belohnte sich für den starken Beginn. Nur acht Minuten später bebte das Stadion erneut.

2:0 Philipp Minder (14.) Und was für ein Treffer! Ein satter Schlenzer, ein traumhafter Bogenschuss – ein Tor wie gemalt. Der Ball flog wie ein kleiner Komet Richtung Torwinkel.
Der VfR Aalen musste sich erst einmal schütteln.
Doch ein Regionalligist gibt nicht einfach auf. Und hat eben die nötige Qualität. Die Halbprofis drehten etwas auf.
2:1 S. Seitz (21.), die VfR-Tifosi auf der Gegentribüne flippten aus, die Hoffnung war ja nie weg. Aalen meldete sich zurück.

Die Sportfreunde beeindruckten trotzdem weiter. Sie spielten mutig, sicher und mit einer Mentalität, die jedem Fußballfan Freude machte.

Der VfR hatte sichtbar Probleme mit dem nicht perfekten Untergrund und wirkte in einigen Situationen nicht ganz abgestimmt. Lange Unterbrechung vor der Halbzeitpause, der VfR-Keeper und Abwehrspieler Barth prallen zusammen. Zumindest einer mit einer Platz-Wunde.
Doch Pokalspiele sind wie Marathonläufe, mit Sprintphasen. Und die hatten es in sich.
Der VfR Aalen blieb dran.
In der Pause wurde bei Aalen sachte Klartext geredet. Co-Trainer Catizone, ,,Ach, die Jungs haben sich untereinander selbst heiß gemacht…“

Die Folge:

2:2 S. Maksimovic (56.)
Alles wieder offen. RESET. Davor vergaben die Sportfreunde jedoch das 3:1.
Dann wurde es dramatisch.

Weit über eine Stunde war gespielt, die 70. Minute, ein Tackling, Nickligkeiten, und eine mega Rudelbildung, und dabei sah sogar Ersatzkeeper Bojan Spasojevic, die Rote Karte. Später in den Katakomben wirkte der Ersatztorwart noch ratlos, und etwas kleinlaut.
Doch manchmal wächst eine Mannschaft gerade dann über sich hinaus. Die Haller brannten noch. 
Der Regionalligist dagegeb blieb ruhig, spielte abgeklärt und zeigte seine Erfahrung. Chancen im S-Bahn-Takt. Da merkte man auch, was der Begriff Kondition beinhaltet. Es folgte das 2:3 (84.), 
Die Wende war geschafft. Und in der Nachspielzeit setzte D. Melo den Schlusspunkt.

2:4 D. Melo (90.+2)

Ein Traumtor zum Abschluss eines echten Pokalfights. Die aktiven VfR-Fans begleiteten ihre Mannschaft über die komplette Spielzeit lautstark. Kein Durchatmen, kein Verstummen – Fußball pur.

Trainer, il Mister, Beni Molinari hatte es vorausgeahnt: Der Underdog wird alles investieren. Und genau das taten die Sportfreunde.

Am Ende setzte sich der Favorit aus Aalen durch. Nicht unbedingt, weil er über 90 Minuten alles dominierte, sondern weil er in den entscheidenden Momenten die Ruhe und Qualität eines Regionalligisten zeigte. Der Pokalabend hatte zwei #Gewinner.
Der VfR Aalen nimmt den Sieg und das Weiterkommen mit.

Aber die Sportfreunde Schwäbisch Hall dürfen trotz der Niederlage stolz sein. Diese Leistung, diese Leidenschaft und diese Mentalität sind ein starkes Zeichen.

Wenn dieses Team so weitermacht, dann wird Coach Tobi Weiß mit seiner Mannschaft in der Verbandsliga noch viel Freude haben. Vielleicht sogar ganz oben angreifen.
Denn manchmal ist eine Niederlage, nur ein anderes Wort für eine große Bewerbung, ein Dosenöffner, für höhere Aufgaben und Projekte.
Der Fußball schreibt eben seine eigenen Geschichten. Und wie früher in den 70ern, oder den 80er-Jahren, hatte es das ‚Derby‘ Schwäbisch Hall gegen Aalen wieder mal in sich…  Danke für einen tollen Pokalabend!

Giovanni Deriu

Porträts & Biographien, gehobener Amateurfußball – Heute: Gianluca Trianni – wenn aus Kontakten Vertrauen wächst, und aus einem Mega-Potenzial Leistung werden soll. Trianni will es wissen, über (s)einen Wechsel mit Perspektive…

Ich denke ohne Übertreibung behaupten zu können, im Fußball schon etliche Talente sowie Topkicker und Akteure des Fußballs kennengelernt zu haben. Aber manchmal sind es genau diese Begegnungen im Fußball, die zeigen, dass nicht nur Tore und Tabellenplätze Geschichten schreiben. Es sind die Menschen dahinter, die Gespräche, das Vertrauen und die gemeinsamen Wege. Gianluca Trianni stand bereits auf unserem Zettel, lange bevor es zu einer konkreten Zusammenarbeit kam. Schon als Oberliga-Junior des SSV Reutlingen wurde er über Jahre hervorragend ausgebildet. Auch seine Stationen beim GSV Maichingen und beim VfL Nagold hatten wir aufmerksam verfolgt.

Irgendwann wurde aus Beobachtung Kontakt, aus Kontakt ein langes Telefonat und daraus schließlich ein persönliches Treffen. Fußball lebt von Verbindungen – manchmal entstehen daraus Türen, die vorher nur einen kleinen Spalt geöffnet waren. Bei Gianluca war schnell zu spüren: Da ist ein Spieler mit Qualität, Charakter und dem Wunsch, seinen Weg weiterzugehen.

Die vergangene Zeit bei Türkspor Neckarsulm war für den heute 23-Jährigen eine wichtige Erfahrung, aber nicht immer eine einfache Reise. Sportlich zeigte Gianluca immer wieder seine Fähigkeiten, auch wenn er nicht die gewünschte Einsatzzeit bekam und die Saison durch kleinere Verletzungen etwas holprig verlief. Dazu kamen schwierige Rahmenbedingungen beim Verein mit langen Anfahrten, finanziellen Herausforderungen und nicht immer planbaren Abläufen. Trotzdem blieb Gianluca dem Team treu, arbeitete weiter und stellte sich in den Dienst der Mannschaft.

Er erzielte eigene Treffer und bereitete Tore vor, meistens ballsicher, umsichtig, technisch einwandfrei und sehr gut ausgebildet, steckte er Bälle passgerecht durch, unter anderem für Goalgetter Giles-Sanchéz, der inzwischen beim Göppinger SV in der Verbandsliga spielt. Genau diese Einstellung zeichnet Gianluca, „Gianni“ Trianni aus: Nicht nur reden, sondern machen. Auch in schwierigen Phasen die Ärmel hochkrempeln.

Neue Herausforderung beim CfR Pforzheim

Nun beginnt für Gianluca ein neues Kapitel beim CfR Pforzheim. Der Oberligist, der mit einem ambitionierten Kader den Blick nach oben richtet, bietet ihm die Plattform, sein Potenzial noch konsequenter abzurufen. Dass der Wechsel zustande kam, hat auch mit der Arbeit des Sportlichen Leiters, Giuseppe Ricciardi zu tun, der Gianluca klare Wege und Perspektiven aufgezeigt hat. Letztendlich stimmten auch Sandro Palmeri und Giovanni Deriu zu, die Gianluca in seiner Karriere begleiten und beraten – die Wünsche des jungen Deutschitalieners, haben deshalb auch erste Priorität.


Auch die Verbindung zu Trainer Pablo Gil spielte eine Rolle. Der Coach aus der Real Madrid-Schule, steht für eine moderne Ausbildung und eine klare Spielidee. Gianluca ist überzeugt von seinem Schritt: „Ich bin froh, zu so einem gestandenen Oberligisten zu wechseln und habe sehr viel Bock, dieses Jahr zu zeigen, was ich kann.“

Die Zeit bei Türkspor bewertet er trotz aller Herausforderungen im Nachhinein positiv: „Es war eine gute Zeit, aus der ich persönlich viel mitnehmen konnte, auch wenn es nicht immer einfach und verletzungsfrei war. Vor allem war es wichtig, richtig im Herrenfußball anzukommen.“

Sein Blick geht nun nach vorne. „Ich war schon längere Zeit mit dem CfR im Kontakt und nun hat es endlich geklappt. Meine Ziele sind, verletzungsfrei durch die Saison zu gehen, mich auf ein neues Level zu bringen und natürlich mit der neuen Mannschaft schnell als Familie auf dem Platz zu stehen und ganz oben mitzuspielen.“

Flexibel, lernbereit und mit klarer Haltung

Gianlucas Spielweise passt zu seinem Charakter: flexibel, aufmerksam und mit dem Willen, sich weiterzuentwickeln. Seine Lieblingsposition liegt rund um den Stürmer herum. „Egal ob auf dem Flügel oder im Zentrum – ich kann beides“, sagt er selbstbewusst. Und jeder, der ihn mehrmals spielen sah, fasst die Art und Weise, wie Gianluca spielt, wie folgt zusammen: ,,Eine starke Präsenz, körperlich robust und technisch dennoch filigran und intelligent – von Null auf Hundert, also in wenigen Sekunden, entwickelt Gianluca eine Dynamik, die den Gegner ab dem Sechzehner vor großen Problemen stellt…“, kurz, seine 192 Zentimeter setzt Trianni mit seiner hervorragenden Technik und Schnelligkeit, perfekt ein.

Dabei weiß Trianni selbst auch, dass dieses Talent allein im Fußball nicht ausreicht. „Jeder hat seine Meinung, und Kritik gehört im Fußball dazu. Ich weiß, welches Potenzial in mir steckt, aber auch, dass Talent allein nicht reicht. Ich arbeite täglich an mir, um den nächsten Schritt zu machen. Am Ende zählen nicht die Worte, sondern die Leistungen auf dem Platz.“

Diese Einstellung ist wichtig, denn der Weg eines Fußballers verläuft selten wie eine gerade Linie. Manchmal geht es über Umwege, manchmal braucht es Geduld. Doch gerade diese Erfahrungen formen Spieler. Gianluca hat in den vergangenen Jahren verschiedene Trainer, Systeme und Herausforderungen kennengelernt. „Es ist sehr wichtig, mit offenen Augen und Ohren diesen Sport zu spielen. Ich konnte von jedem Trainer etwas mitnehmen und lernen.“

Neben dem Fußball bleibt er bodenständig. Gianluca arbeitet ganz normal und beginnt bald wieder mit seinem Studium. Die Kombination aus Sport und Ausbildung zeigt, dass er seinen Weg langfristig denkt.

Vertrauen als wichtiger Baustein

Auch die Zusammenarbeit mit einem Partner, der den Fußball kennt, gibt ihm Sicherheit. „Es erleichtert einen, wenn man weiß, dass jemand da ist, der sich wirklich gut auskennt, dem man vertrauen kann und der da ist, wenn etwas sein sollte.“ Sandro Palmeri und Giovanni Deriu versuchen, Trianni ehrlich und authentisch zu begleiten, auch deshalb passt Trianni sehr gut in dieses Fußballteam. In Pforzheim möchte Gianni Trianni mit dem Team und dem neuen Trainer viel erreichen – der Kader ist stark und ausgewogen. Die Kunst des spanischen Trainers wird wirklich sein, jeden Spieler auf der ihm geeignetsten Position einzusetzen. CfR-Sportchef Giuseppe Ricciardi wollte Trianni unbedingt für Pforzheim.

Genau dieses Vertrauen war der Ausgangspunkt einer Verbindung, die in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Jetzt liegt der Ball bei Gianluca Trianni. Der nächste Schritt ist gemacht, die Bühne ist vorbereitet. Mit Fleiß, Gesundheit und seiner Qualität möchte er beim CfR Pforzheim zeigen, was in ihm steckt.

Der Fußball schreibt seine Geschichten oft in kleinen Momenten. Bei Gianluca Trianni könnte die nächste große Etappe gerade erst begonnen haben. Dazu muss er kontinuierlich seine Leistung abrufen – und auch auf dem Platz stehen…

Giovanni Deriu

Porträts & Biographien – Von einem, der auszog, um Profi zu werden, und es auch schaffte. Mit Talent, Fleiß und Geduld. Die VfB-Kaderschule ist weltweit immer noch recht angesehen. Und Moise, ,,Moses“, Ngwisani ist das beste Beispiel. Der Deutsch-Kongolese muss sich nichts mehr beweisen – Moses hat das Fußballbusiness kennengelernt und angenommen. Ziele setzt er sich immer noch – sein Weg ist noch nicht zu Ende! Im Gegenteil…

Manchmal erzählt ein Fußballweg mehr über einen Menschen als jede Statistik. Nicht jeder Weg führt geradeaus ins Rampenlicht, nicht jeder talentierte Spieler steht irgendwann auf der großen Bühne der Bundesliga. Manche Karrieren sind anders geschrieben – mit Umwegen, Herausforderungen und Erfahrungen, die einen Spieler nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich wachsen lassen.

Moses Ngwisani ist so ein Fußballer. Übrigens berichteten wir hier auf unserem Blog bereits über ihn [https://checkfussballberater.de/junioren-fussball-in-eigener-sache-wir-freuen-uns-sehr-fuer-moses-ngwisani-ueber-den-profivertrag-beim-fc-erzgebirge-aue-ab-juli-2017-weiter-so-disziplin-und-biss-zahlen-sich-aus/ ]. Moses, ein Spieler mit kongolesischen Wurzeln, in Deutschland geboren und aufgewachsen, geprägt von einer Familie, die trotz schwieriger Lebensbedingungen immer zusammengehalten hat. Wer Moses kennt, spürt schnell: Hier steht kein Mensch, der nur über sich selbst spricht. Er vergisst seine Herkunft nicht, er vergisst die Menschen nicht, die ihn begleitet haben.

Wir durften Moses einst als Scout und Pädagogen über mehr als vier Jahre intensiv begleiten. Es war eine Begegnung, die von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war – gegenüber Moses, aber auch gegenüber seiner Familie, seinen Eltern und Geschwistern, die ihren eigenen Weg unter nicht immer einfachen Bedingungen gegangen sind. Moses spielt den Ball zurück, und bedankt sich aufrichtig über die Unterstützung und ehrlichgemeinten Ratschläge von früher, die ihm sehr weitergeholfen hatten – ,,damals, als es noch keine echten guten Berater gab“, wie es Moses beschreibt.

Heute ist Moses Ngwisani als Profi im Ausland unterwegs. Nach Stationen in Luxemburg und der Regionalliga Berlin, sowie beim VfL Bochum, Borussia Mönchengladbach sowie Erzgebirge Aue und den FC Heidenheim, führte ihn sein Weg nach Aserbaidschan. Aktuell nutzt er die Zeit, um Familie und Freunde in Ulm zu besuchen. Dabei wirkt Moses ruhig, reflektiert und angekommen. „Gesundheit ist das Wichtigste“, sagt er. Ein Satz, der zeigt, dass Fußball für ihn viel bedeutet, aber nicht alles im Leben ist.

Aserbaidschan – mehr als nur ein Fußball-Abenteuer

Viele Menschen unterschätzen den Fußball in Aserbaidschan. Moses sieht das anders. Für ihn war der Aufenthalt dort eine echte Auslandserfahrung, eine neue Kultur und eine wichtige Station in seiner Entwicklung.

„Luxemburg, mit dem FC Wiltz 71 war zwar im Ausland, aber durch die Nähe zu Deutschland fühlte es sich nicht immer wie Ausland an“, erzählt Moses. „Aserbaidschan war etwas ganz anderes.“

Dort habe er viel gelernt – über Fußball, über Menschen und über sich selbst. Die Fans seien herzlich, die Menschen hilfsbereit. „Man erkennt mich auf der Straße“, erzählt Moses mit einem Lächeln. Es ist ein Zeichen dafür, dass er sich dort Respekt erarbeitet hat.

Auch sportlich sieht Moses das Niveau höher, als viele vermuten. Viele Spieler kommen aus Erstligen in der Türkei, Portugal oder Frankreich. Das Niveau vergleicht er mit starken europäischen Zweitligen: „Deutschland 2. Liga oder Belgien – das ist schon ein gutes Niveau.“ Moses wollten sie beim FC Karvan unbedingt haben. Als erfahrener Abwehrspieler mit Offensivqualitäten, sollte Moses Ngiwsani auch die Defensive verstärken.

Besonders die Kontrahenten und Klubs von Qarabağ FK und Sabah FK sieht er auf einem hohen Level. „Diese Mannschaften können absolut mithalten.“

Sein Abenteuer Aserbaidschan war kein Zufall. Der Klub wollte ihn bewusst für die Premier League des Landes gewinnen. Für Moses war es eine Chance, die Welt des Profifußballs noch einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

VfB Stuttgart: Eine Schule fürs Leben

Der Weg von Moses führte auch über die Nachwuchsarbeit des VfB Stuttgart. Diese Zeit hat ihn geprägt. Besonders ein Name bleibt ihm im Gedächtnis: Domenico Tedesco. „Er hat mich geprägt“, sagt Moses. Tedesco habe ihn zum stabilen offensiv agierenden Verteidiger umgeschult (Moses war nämlich immer als linker Flügelflitzer und Mittelfeldspieler gebucht – mit einer ganz feinen Technik und Körpertäuschung beim Dribbling), ihm neue Perspektiven gegeben, aber auch sehr viel gefordert. Manchmal sei er fast unzufrieden gewesen – nicht aus Ablehnung, sondern weil er immer mehr sehen wollte.

Tedesco stand für eine klare Idee: Fußball sollte aktiv und offensiv gespielt werden – auch aus der Defensive heraus. Für Moses bedeutete das, Verantwortung zu übernehmen und sein Spiel weiterzuentwickeln. Tedesco war es denn auch, der Moses den Weg in den Profifußball ebnete. Domenico Tedesco wurde Trainer bei einer Art „Rettungsmission“, in der 2. Bundesliga bei Erzgebirge Aue, und en passant, mit viel Einsatz, schafften es die beiden auch. Mission impossible, Klassenerhalt geschafft!

Viele Trainer haben Moses auf seinem Weg begleitet. Schwer, einzelne hervorzuheben, sagt er. Aber Namen wie Jan Siewert, oder Michael Zielinski und weitere Wegbegleiter aus Luxemburg bleiben ihm besonders in Erinnerung. „Sie haben mich alle gefördert und gepusht.“

 Talent allein reicht nicht – Geduld entscheidet

Der Profifußball ist ein Geschäft voller Entscheidungen, Momente und manchmal auch Zufälle. Moses weiß das.

Bei Borussia Mönchengladbach beispielsweise verpasste er den Sprung näher an den Profikader, als ein neuer (schwedischer) Spieler für die Position verpflichtet wurde. Plötzlich änderten sich die Voraussetzungen, Moses fand sich stärker in der zweiten Mannschaft wieder.

Doch er blickt nicht verbittert zurück. Er weiß: Im Fußball spielen viele Faktoren eine Rolle. „Glück? Ich glaube, Glück muss man sich erarbeiten“, sagt Moses. Ein Satz, der viel über seine Einstellung verrät.

Sein Weg war kein gerader Sprint auf einer perfekten Bahn, sondern eher ein Marathon mit verschiedenen Etappen. Jede Station hat Spuren hinterlassen, jede Herausforderung hat ihn stärker gemacht.

Nie vergessen, woher man kommt


Trotz vieler Stationen hält Moses weiterhin Kontakt zu früheren VfB-Kameraden. Freundschaften aus der Jugendzeit bleiben bestehen. Für ihn gehört das dazu.

„Man darf nie vergessen, woher man kommt“, sagt er ruhig. Es klingt nicht wie ein Spruch, sondern wie eine Haltung.

Moses wirkt mit sich im Reinen. Er hadert nicht mit dem, was vielleicht anders hätte laufen können. Er schaut nach vorne.

Auch privat gibt ihm seine feste Beziehung viel Kraft. Seine Verlobte ist ein wichtiger Rückhalt in einem Leben, das durch den Fußball immer wieder Veränderungen mit sich bringt.

Die nächsten Schritte warten

Moses Ngwisani setzt sich weiterhin Ziele. Egal, ob man jung ist oder schon einige Erfahrungen gesammelt hat – Stillstand passt nicht zu ihm.

„Ich arbeite an meinen nächsten Schritten“, sagt Moses.

Und genau das beschreibt ihn vielleicht am besten: Er ist ein Spieler, der seinen Weg weitergeht. Mit Geduld, mit Ehrgeiz und mit der Erfahrung, dass jede Station einen Wert besitzt. Moses kann sich vorstellen in Aserbaidschan zu bleiben, aber er sondiert gerade internationale Angebote.

Der Fußball schreibt viele Geschichten. Manche sind laut und spektakulär. Andere erzählen von Beharrlichkeit, Charakter und dem langen Atem eines Menschen, der nie aufgehört hat, an sich zu glauben. Moses Ngwisani gehört zu dieser zweiten Kategorie. Und eines steht fest: Der Weg ist noch lange nicht zu Ende…

Giovanni Deriu

Aktuell+++aktuell +++ 23. A-Junioren Bundesliga Sparkassen-Cup: Schwäbisch Hall bleibt das Schaufenster der Stars von morgen! „Mister Sparkassen-Cup“, Thorsten Schift, hat mit seinem Helferteam einmal mehr ein herausragendes A-Juniorenturnier auf die Beine gestellt!

Es gibt Turniere, die sind Pflichttermine. Und es gibt Turniere, die längst zu einer Institution geworden sind. Der A-Junioren Bundesliga Sparkassen-Cup in Schwäbisch Hall gehört ohne Zweifel zur zweiten Kategorie. Bereits zum 23. Mal treffen sich hier einige der besten Nachwuchsmannschaften Deutschlands, um den letzten Feinschliff vor der neuen Saison zu holen. Gleichzeitig ist das Turnier seit Jahren ein Magnet für Scouts, Berater und Fußballfachleute aus dem gesamten Bundesgebiet.

Schon der Auftakt machte Lust auf mehr. Bei herrlichem Sommerwetter kamen rund 800 Zuschauer nach Schwäbisch Hall und sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. Auf und neben dem Platz war sofort zu spüren: Hier wird nicht nur Fußball gespielt – hier werden Entwicklungen beobachtet, Karrieren begleitet und vielleicht die ersten Kapitel neuer Bundesliga-Geschichten geschrieben.

Der Sparkassen-Cup ist längst mehr als ein Vorbereitungsturnier. Er ist ein Schaufenster des deutschen Nachwuchsfußballs. Wer hier überzeugt, landet automatisch auf den Notizblöcken zahlreicher Scouts. Und genau deshalb lohnt sich jeder Blick über den Spielfeldrand.

Noch im vergangenen Jahr begeisterte Bayerns Ausnahmetalent Lennart Karl in Schwäbisch Hall die Zuschauer. In früheren Jahren liefen hier bereits Mesut Özil, Sami Khedira, Youssoufa Moukoko oder Paris Brunner auf. Namen, die damals Talente waren und heute jeder Fußballfan kennt. Auch diesmal hört man bereits die ersten interessanten Namen rund um das Turnier. Doch noch ist Geduld gefragt. Die ersten Eindrücke müssen sich über mehrere Spiele bestätigen. Genau das macht seriöse Talentbeobachtung aus.

Dass der Sparkassen-Cup bundesweit inzwischen einen ausgezeichneten Ruf genießt, zeigt auch die Entwicklung des Teilnehmerfeldes. Der SC Freiburg und der FC Bayern München sind mittlerweile zum zweiten Mal mit voller Überzeugung dabei. Das ist kein Zufall.

Ein verantwortlicher Chefscout des SC Freiburg brachte es im Gespräch treffend auf den Punkt: „Schwäbisch Hall hat sich wirklich etabliert. Das Niveau ist hoch und die Organisation hervorragend.“

Mehr Anerkennung kann es für die Verantwortlichen kaum geben.

Und genau hier kommt ein Mann ins Spiel, der selbst nie das Rampenlicht sucht.
Thorsten Schift.

Der Multifunktionär, und bis vor kurzem noch Trainer der Sportfreunde Schwäbisch Hall, ist längst als „Mister Sparkassen-Cup“ bekannt. Jahr für Jahr gelingt es ihm gemeinsam mit einem außergewöhnlich engagierten Helfer- und Organisationsteam, dieses Turnier nahezu geräuschlos auf höchstem Niveau zu organisieren. Gerade wenn im Hintergrund alles funktioniert, merkt man, wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt. Gute Organisation ist im Fußball wie ein gutes Mittelfeld: Sie fällt oft erst dann auf, wenn sie fehlt.

Ebenso erfreulich ist das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern des deutschen Nachwuchsfußballs. Norbert Elgert von der Schalker Knappenschmiede gehört fast schon zum Inventar dieses Turniers. Dazu kommen zahlreiche Scoutingkollegen, die den Sparkassen-Cup seit weit mehr als 15 Jahren besuchen. Man kennt sich, tauscht Eindrücke aus und diskutiert über Spieler, Entwicklungen und Perspektiven. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz dieses Turniers aus.

Natürlich richtet sich der Blick auch auf den Gastgeber.

Dass die A-Junioren der Sportfreunde Schwäbisch Hall nach ihrem verdienten Aufstieg selbst Teil dieses hochklassigen Teilnehmerfeldes sind, passt hervorragend zum Gesamtbild.

Und die Mannschaft von Trainer Anil Öztürk sowie Co-Trainer Yilmaz verkaufte sich gegen den VfB Stuttgart ausgesprochen teuer.

Das 1:3 klingt am Ende deutlicher, als der Spielverlauf tatsächlich war.

Über lange Phasen begegnete Hall dem Favoriten auf Augenhöhe. Das zwischenzeitliche 1:1 war absolut verdient, und die Zuschauer honorierten den mutigen Auftritt mit viel Applaus. Die Sportfreunde spielten gepflegten, strukturierten Fußball und versteckten sich keineswegs.

Doch gegen Mannschaften wie den VfB entscheidet oft nicht eine halbe Stunde, sondern eine einzige Minute.

Nach einem Dreifachwechsel schlichen sich zwei nahezu identische Fehler ein. Zweimal versuchte Halls Nummer 14, den Gegenspieler auf engstem Raum auszuspielen. Gleich zweimal ging der Ball verloren. Gegen Spitzenmannschaften ist das, etwas plakativ formuliert, absolut tödlich. Große Topclubs wie der VfB Stuttgart, bestrafen solche Situationen kompromisslos. Und so haben die Jungs vom Wasen die Situation auch sofort (aus)genutzt. Genau diese individuelle Qualität machte letztlich den Unterschied.

Dennoch überwog nach dem Schlusspfiff der positive Eindruck, es gab viel Applaus. Diese Leistung macht Mut für die anstehende Saison.

Auch die übrigen Partien bestätigten das hohe Niveau des Turniers.

Eintracht Frankfurt überzeugte mit einer reifen Vorstellung gegen den FC Bayern München. Ebenso entwickelte sich das Duell zwischen Schalke 04 und der TSG Hoffenheim zu einer intensiven und ausgeglichenen Begegnung, in der viele kleine Details den Unterschied machten.

Schon der erste Turniertag zeigt eindrucksvoll, weshalb der Sparkassen-Cup bundesweit einen so hervorragenden Ruf genießt.

Hier treffen sich leistungsorientierte Nachwuchsfußballer, renommierte Trainer, erfahrene Scouts und Berater. Hier wird Fußball nicht nur gespielt, sondern gelesen – fast wie ein offenes Buch, in dem jede Aktion eine neue Zeile schreibt. Manche Kapitel enden im Nachwuchsbereich, andere beginnen genau hier ihre Reise Richtung Profifußball.

Die Rahmenbedingungen stimmen, die Organisation überzeugt, das sportliche Niveau ist hoch und die Begeisterung der Zuschauer ist spürbar.

Der Sparkassen-Cup bleibt das, was er seit vielen Jahren ist: einer der wichtigsten Treffpunkte des deutschen Nachwuchsfußballs.

Und wer weiß – vielleicht haben wir an diesem Wochenende bereits den nächsten Bundesligastar gesehen, ohne es heute schon zu wissen.


Giovanni Deriu

Porträts & Biographien: Ein bisschen „Real“ in Pforzheim – und ganz viel Bodenhaftung. Beim Testspiel in Waiblingen, siegt der Drittligist SG Sonnenhof-Großaspach 2:0 über den Oberligisten CfR Pforzheim. Das Team von Pablo Gil, erst vor einer Woche in die Saison gestartet, hielt gegen die Profis sehr gut mit.

Waiblingen. Manchmal kommt es im Fußball eben anders, als man denkt. Das gilt für Spiele ebenso wie für Trainerkarrieren. Und manchmal führt genau dieser Umweg einen ehemaligen Profi und Trainer aus dem Umfeld von Real Madrid ausgerechnet an die Seitenlinie eines Oberligisten in Pforzheim.

Bei der Raseneinweihung in Waiblingen stand für den 1. CfR Pforzheim zwar am Ende eine verdiente 0:2-Niederlage gegen Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach. Rund 400 Zuschauer sahen aber weit mehr als nur zwei Tore. Sie sahen eine Mannschaft, die trotz schwerer Beine mutig nach vorne spielte, und einen Trainer, der jede Szene aufsaugte wie ein Schwamm.

Natürlich war Großaspach insgesamt reifer, eingespielter und kaltschnäuziger. Der ambitionierte Dorfclub hätte durchaus mit 4:2 oder 5:3 gewinnen können. Doch auch der CfR versteckte sich keineswegs. Mal im 3-4-3, mal im 4-3-3 suchten die Goldstädter konsequent den Weg nach vorne. Was fehlte, war weniger der Wille als vielmehr die Präzision im Abschluss.

Hier mit Neuzugang, Gianluca Trianni.

Genau dafür sind Testspiele schließlich da.

Während auf dem Platz munter durchgewechselt wurde, analysierte Pablo Gil Sarrión nahezu jede Aktion. Nach dem Schlusspfiff verschwand der neue Cheftrainer zunächst mit seinem Trainerstab zur Nachbesprechung. Besonders auffällig: die intensive, aber ausgesprochen wertschätzende Zusammenarbeit mit Co-Trainer Steven Riechers. Hier wurde nicht diskutiert, um Recht zu behalten, sondern um gemeinsam besser zu werden.

Kurz danach nahm sich Gil Zeit für ein Gespräch.

Der 37-Jährige spricht erstaunlich gutes Deutsch. Ruhig. Überlegt. Fast leise. Einer, der lieber nachdenkt als große Schlagzeilen produziert.

„Es muss noch besser, noch tiefer werden“, sagt er selbstkritisch. Und meint damit zunächst sich selbst.

„Ich muss den Spielern die Dinge noch verständlicher erklären.“

Dieser Satz verrät vermutlich mehr über den Spanier als jede Trainerlizenz. Verantwortung beginnt für ihn nicht bei den Spielern, sondern beim Trainer.

Warum aber entscheidet sich ein Mann mit einer Vita, die Stationen bei Real Madrid umfasst, ausgerechnet für den CfR Pforzheim?

Gil lächelt.

„Pforzheim hat sich ehrlich und aufrichtig um mich bemüht. Vor allem Giuseppe Ricciardi. Wir kennen und schätzen uns. Dieses Projekt hat mich gereizt.“

Es ist kein Satz für die Galerie, sondern einer, den man ihm abnimmt.

„Wenn man irgendwann wieder weiter oben im Profifußball arbeiten möchte, muss man bereit sein, unten etwas aufzubauen.“

Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch seine Philosophie.

Wer jetzt allerdings glaubt, der Spanier komme mit königlichem Glamour nach Pforzheim, liegt völlig daneben.

Ja, Pablo Gil arbeitete zuletzt fünf Jahre als Trainer und Technischer Direktor im internationalen Ausbildungsprogramm der Stiftung von Real Madrid in Mexiko. Dort ging es nicht nur um Fußball, sondern auch um Werte, Persönlichkeit und soziale Verantwortung.

Und ja – als Spieler trainierte der ehemalige Innenverteidiger bei Real Madrid Castilla sogar regelmäßig unter José Mourinho mit den Profis. Namen wie Iker Casillas, Sergio Ramos, Pepe, Marcelo, Mesut Özil, Sami Khedira, Kaká, Karim Benzema oder Cristiano Ronaldo gehörten damals zum Trainingsalltag.

Doch von Starallüren ist bei Gil nichts zu spüren.

Als ich ihn frage, wie der CfR Pforzheim von diesen Erfahrungen profitieren könne, lächelt er erneut.

„Ob Real Madrid oder Pforzheim – jeder Spieler möchte gewinnen.“

Dann macht er eine kurze Pause.

„Der Leistungsgedanke ist überall derselbe.“

Seine Fußballphilosophie klingt fast verblüffend einfach.

„Jeder Spieler muss seine Stärken kennen.“

Und weiter:

„Ich möchte die Spieler begeistern und ihnen helfen, besser zu werden. Vom Einfachen zum Schweren.“

Für Gil beginnt guter Fußball nicht mit spektakulären Spielzügen, sondern mit den Grundlagen. Saubere Pässe. Klare Laufwege.
Konsequente Balleroberungen.

Automatismen.

„Das muss man immer wieder trainieren.“

Es klingt unspektakulär.

Ist aber wahrscheinlich genau der Grund, weshalb erfolgreiche Mannschaften am Ende oft die einfachen Dinge außergewöhnlich gut beherrschen.

Professionalität ist Pablo Gil wichtig. Allerdings kennt er die Realität eines Oberligisten sehr genau.

„Fußball muss so professionell wie möglich sein“, sagt er.

Dann schiebt er einen Satz nach, der seine Bodenständigkeit unterstreicht.

„Aber ohne die Mannschaft zu überfordern.“

Schließlich gehen die meisten CfR-Spieler tagsüber ganz normalen Berufen nach. Großaspach lebt den Profifußball, Pforzheim lebt den Amateurfußball mit professionellem Anspruch.

Auch das gehört zur Wahrheit.

Umso mehr freut es den neuen Trainer, wie offen seine Mannschaft arbeitet.

„Die Spieler sind sehr interessiert und lernwillig.“

Das hört jeder Trainer gern.

Und wann hat man in der Oberliga schon die Möglichkeit, unter einem Coach zu trainieren, der nicht nur bei Real Madrid gearbeitet, sondern unter José Mourinho mit Weltstars auf dem Trainingsplatz gestanden hat?

Nein, der CfR Pforzheim wird deshalb morgen nicht zu den Königlichen.

Aber vielleicht gelingt es Pablo Gil, etwas viel Wichtigeres nach Pforzheim mitzubringen: eine klare Idee vom Fußball, eine Kultur des Lernens und den Glauben daran, dass große Entwicklungen fast immer mit kleinen, sauberen Schritten beginnen.

Ein bisschen Real ist also tatsächlich beim CfR angekommen.

Nicht als Glamour.

Sondern als Haltung.

Ich finde, diese Version kommt deinem Stil sehr nahe: erzählerisch, mit feinen Beobachtungen, pointierten Übergängen und einem Schluss, der nicht pathetisch wirkt, sondern nachhallt.

Giovanni Deriu

Hier Checkfussballberater.de, Giovanni Deriu mit SGS-Profi, Luca Molinari, den wir

von Kindesbeinen an kennen. Gewann im Testmatch 2:0 (GiD)


WM 2026, Porträts und Biographien – der Brasilianische Traum ist wieder geplatzt. Woran lag es, wenn es selbst der beste Clubtrainer der Welt nicht vermochte, die Selecao bis ins Finale zu bringen? Eine Analyse über Brasilien und Carlo Ancelotti…

Oder: Carlo Ancelotti – Warum auch der erfolgreichste Trainer der Welt in Brasilien an Grenzen stößt

Als Carlo Ancelotti 2009 nach London ging, sprach er kein Wort Englisch. Er redet bis heute auf seine ganz eigene Weise: ruhig, gelassen, auf Italienisch, oft durchsetzt mit römischem Dialekt. Schlagfertige Bemerkungen und Aphorismen gehören ebenso zu ihm wie die acht Jahre in Rom (171 Spiele, 12 Tore), die ihm im Blut geblieben sind – genauso wie seine emilianischen Wurzeln, auch wenn man in seiner Sprache kaum einen regionalen Akzent heraushört. In Rom fand er zudem die Liebe: Seine erste Ehefrau Luisa schenkte ihm die beiden Kinder Davide und Katia.

Heute, siebzehn Jahre später, spricht Ancelotti fließend Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und inzwischen auch Portugiesisch – eine Sprache, in die er sich unmittelbar nach seiner Ernennung zum Nationaltrainer Brasiliens vertieft hat. Nichts Außergewöhnliches: Wer als Spitzenprofi quer durch Europa und die Welt zieht, muss sich verständigen können – mit Spielern, Funktionären und seinem Umfeld. Es ist nicht nur eine berufliche Notwendigkeit, sondern auch eine Frage des alltäglichen Lebens.

Seine Stationen – vom FC Chelsea zu Paris Saint-Germain, von Real Madrid zum FC Bayern München, später zum FC Everton, mit einem Zwischenstopp in Neapel und nun in Rio de Janeiro – zwangen ihn immer wieder, sich sprachlich und kulturell anzupassen. Das gelang ihm scheinbar mühelos. Sein wichtigstes Prinzip, als Mensch wie als Trainer, lautet: führen und managen. Das hat er in seiner Familie ebenso bewiesen wie in nahezu jedem Verein, den er trainierte – selbst beim Everton oder in Neapel, wo die großen Titel ausblieben. Seine größte Stärke ist die Empathie, mit der er Beziehungen zu Vereinsführungen, Spielern, Fans und Medien aufbaut.

Am Ende bleibt jedoch der Erfolg das entscheidende Kriterium, nach dem ein Trainer beurteilt wird. Anders kann es kaum sein. Der Mensch Ancelotti gilt als loyal, direkt, freundlich, sympathisch und geistreich. Er zeigt nur selten scharfe Kanten und besitzt den gutmütigen, geduldigen und toleranten Charakter eines Mannes vom Land. Der Trainer dagegen muss sich an den Ergebnissen seiner Mannschaften messen lassen.

Brasilien scheiterte bei der Weltmeisterschaft – zunächst spielerisch, dann auch hinsichtlich der eigenen Ambitionen. Das Aus gegen Norwegen im Achtelfinale löste einen Sturm der Kritik aus. Der frühere Nationaltrainer Vanderlei Luxemburgo (1998–2000) ließ kein gutes Haar an seinem Nachfolger. Nachdem er Ancelotti bereits für dessen Umgang mit Neymar kritisiert hatte („Unser bester Spieler hätte immer spielen müssen“), ging er noch weiter:

„Ancelotti hat bei der Aufstellung, bei seinen Entscheidungen und bei der Spielanalyse Fehler gemacht. Dadurch haben wir die Chance auf den sechsten WM-Stern verspielt. Wäre der Trainer Brasilianer, würde die Presse bereits seinen Rücktritt fordern, Sondersendungen ausstrahlen und das gesamte Projekt für gescheitert erklären. Bei einem Ausländer scheint es dagegen immer eine Entschuldigung zu geben, den Wunsch, ein Auge zuzudrücken, und eine Geduld, die man brasilianischen Trainern nie entgegengebracht hat. Schluss mit diesem Minderwertigkeitskomplex, der uns glauben lässt, alles, was von außen kommt, sei besser. Der brasilianische Fußball braucht mehr Brasilien. Mehr Identität, mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mehr Respekt für unsere Fachleute und für das Wesen unseres Fußballs. Sollen sie über die Premier League, die Champions League oder worüber auch immer sprechen. Für mich bedeutet Fußball noch immer legendäre Trikots, bunte Tribünen, Späße und Legenden, bemalte Straßen, Kinder, die ihre Nationalmannschaft zum ersten Mal Weltmeister werden sehen – und vor allem jene Leidenschaft, die nur die Brasilianer wirklich verstehen.“

Eine solche Reaktion ist nachvollziehbar und keineswegs ungewöhnlich. Einige Personalentscheidungen, manche taktischen Einschätzungen und vor allem eine ausgesprochen vorsichtige Spielweise stehen im Widerspruch zur traditionellen brasilianischen Fußballkultur, die stets vom Angriff lebte – immer angreifen, überall angreifen, mit Außenverteidigern, Innenverteidigern und Mittelfeldspielern. Selbst dann, wenn Beobachter mehr Vorsicht und mehr Balance empfohlen hätten.

Auch die brasilianische Presse zeigte sich nicht gnädiger und griff im Wesentlichen denselben Gedanken auf wie Luxemburgo: „Wäre er Brasilianer, wäre er längst entlassen worden.“

Nach der Niederlage, besiegelt durch den Doppelpack von Erling Haaland, sprach Ancelotti dennoch vom Beginn eines neuen Zyklus. Es ist schwierig, die Grenze zwischen der inzwischen seit Jahren offensichtlichen technischen Schwäche vieler brasilianischer Spieler – mit wenigen Ausnahmen – und der Verantwortung des Nationaltrainers zu ziehen. Natürlich trägt auch der Trainer seinen Anteil an einem Debakel, das durch einen Ballbesitzanteil verschärft wurde, der Kritiker und Fans fast noch mehr verärgerte als die Niederlage selbst, weil Brasilien den Norwegern die Kontrolle über das Spiel überließ.

Zwar stimmt es, dass Norwegen die einzige Nationalmannschaft der Geschichte ist, die Brasilien noch nie besiegen konnte (drei Siege und zwei Unentschieden in den bisherigen Duellen). Ebenso stimmt, dass die besten Torchancen bis zehn Minuten vor Schluss überwiegend auf Seiten der Seleção lagen und der norwegische Torhüter Ørjan Nyland der beste Mann auf dem Platz war. Und ebenso richtig ist, dass Brasilien ohne Vitinha und Lucas Paquetá sowie mit einem nie richtig durchgestarteten Endrick, einem eher blassen Gabriel Martinelli und einem Mittelfeld um Casemiro, Bruno Guimarães und Gabriel weit von den großen Mannschaften vergangener Jahrzehnte entfernt ist. Dennoch waren die Erwartungen ungleich höher. Sehr viel höher. Aberglaube, Glück oder Pech spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Auch wolle Ancelotti kein Vorbild für andere sein, entgegnete er einer Journalistin, die fragte, was denn von ihm überdauern solle? Carlo wörtlich auf der PK nach der Niederlage: ,,Ich bin immer der Gleiche, ich will kein Vorbild sein – ich liebe die Passion zum Fußball seit ich ein kleiner Junge war. Erfolge und auch eben solche Niederlagen gehören zum Fußball dazu…“

„König Carlo“ als Trainer wurde von seinen Kritikern – und nicht nur von ihnen – stets als außergewöhnlich glücklich bezeichnet. Dabei war ausgerechnet er es, der mir einst erklärte, dass es im Sport, im Fußball, kein Glück gebe. Damals war er noch Spieler und ich ein junger Reporter. Immer wieder sagte er zu mir:

„Du kannst den Pfosten treffen, wegen eines Abprallers, eines schlechten Rasenstücks oder einer abgefälschten Aktion verlieren oder nicht gewinnen. Aber du hast 90 Minuten Zeit zu zeigen, dass du besser bist. Wenn dir das nicht gelingt, ist es deine Schuld – und das Verdienst des Gegners.“

Dieser Satz gilt heute genauso wie damals. Er beschreibt Ancelottis Fußballphilosophie besser als jede Trophäensammlung. Und vielleicht muss er sich nun an seinen eigenen Worten messen lassen.

Ancelotti hat bei der Seleção noch vier Jahre Vertrag. Genug Zeit, um Kritiker zu widerlegen und Brasilien wieder zu alter Stärke zu führen. Leicht wird das nicht. Doch wenn einer weiß, dass Erfolg weder Glück noch Zufall ist, sondern das Ergebnis harter Arbeit, dann ist es Carlo Ancelotti.

Boa sorte, Carletto. Viel Glück.

Giovanni Deriu

Fußball, Porträts & Biographien, sowie Calciomercato Oberliga Baden-Württemberg: Luigi Mignano (20) – Einer, der lieber abliefert als redet! Zwischen Waiblingen, Hoffenheim, Heidenheim und Darmstadt – Und, warum der nächste Schritt jetzt Normannia Gmünd heißt…

Manche Spieler reden viel. Luigi Mignano gehört nicht dazu. Wenn er etwas zeigen will, macht er das lieber auf dem Platz.

Wer Luigi zum ersten Mal trifft, erlebt einen ruhigen, oft nachdenklichen jungen Mann. Einen, der lieber zuhört als große Reden schwingt. Einen, der selten im Mittelpunkt stehen will. Doch sobald der Ball rollt, verändert sich das Bild. Dann wird aus dem eher zurückhaltenden Typen ein Fußballer voller Ideen, Energie und Entschlossenheit.

Wir von Checkfussballberater.de kannten Luigi Mignano bereits aus seiner Zeit im Nachwuchs der TSG Hoffenheim. Richtig intensiv beschäftigt haben wir uns mit ihm allerdings erst über Sandro Palmeri, während Luigis Jahre beim 1. FC Heidenheim. Seitdem verfolgen und begleiten wir gemeinsam einen Spieler, dessen Entwicklung spannend geblieben ist – sportlich wie menschlich.

„Lui“, wie ihn Freunde, Mitspieler und Wegbegleiter nennen, ist ein moderner Angreifer. Einer, der auf mehreren Positionen spielen kann, polyvalent also, dazu auch technisch sehr stark ist, und immer wieder spielerisch Lösungen findet. Vor dem Tor sucht er konsequent den Abschluss, gleichzeitig hat er den Blick für den besser postierten Mitspieler.

Vor allem aber spielt er mit Überzeugung.

Geprägt von Waiblingen – Fußball mit Idee und Kreativität

Die ersten wichtigen Grundlagen bekam Luigi beim FSV Waiblingen. Dort arbeitete er unter Sandro Palmeri, dessen Mannschaften damals über Jahre hinweg, für mutigen Offensivfußball und starke Nachwuchsarbeit bekannt war.

Lui, Italoschwabe mit Doppelpass, erinnert sich gern an die Zeit bei Palmeri als Trainer zurück: „Sein Spiel war sehr stark von Kombinationen und einem klaren Tiki-Taka-Gedanken geprägt. Genau das trage ich bis heute in mir“, erzählt Mignano.

Wer ihn heute spielen sieht, erkennt diese Prägung sofort.

Er ist keiner, der vorne auf Zuspiele wartet. Luigi will am Spiel teilnehmen, Bälle fordern, kombinieren und selbst Lösungen finden. Er lässt sich gerne fallen, verbindet Mannschaftsteile miteinander und taucht dann genau dort auf, wo es gefährlich wird.


„Ich bin ein Stürmer, der gerne aktiv ins Spiel eingebunden werden will. Meine Stärken liegen in meiner technischen Ausführung, meinem Abschluss und meiner Spielintelligenz.“

Seine Bewegungen wirken oft unspektakulär. Aber genau darin liegt eine seiner Qualitäten. Er erkennt Räume früh, trifft gute Entscheidungen und denkt mehrere Aktionen voraus.

Talent ist dabei nur ein Teil der Geschichte.
Der andere Teil heißt Arbeit.

Lehrjahre fern von zuhause

Der Weg führte den jungen Schwaben früh weg von seinem gewohnten Umfeld.
Erst zur TSG Hoffenheim, später zum 1. FC Heidenheim und zuletzt zu Darmstadt 98.

Drei Vereine. Drei unterschiedliche Philosophien. Drei wichtige Kapitel seiner Entwicklung.

„In Hoffenheim lag der Schwerpunkt sehr stark auf der technischen und taktischen Ausbildung. Dort wurde viel Wert auf Ballbesitz, Spielverständnis und die individuelle Entwicklung gelegt.“

Die Zeit bei der TSG brachte ihm viele fußballerische Werkzeuge mit auf den Weg.

In Heidenheim kamen andere Dinge hinzu.

„Dort habe ich vor allem gelernt, wie wichtig Mentalität, Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit sind.“
Werte, die den Verein bis heute auszeichnen.
Auch Darmstadt hinterließ Eindruck.

„Man merkt, dass die ganze Stadt hinter dem Verein steht. Die Fans und das Umfeld sorgen für eine besondere Atmosphäre.“

Was viele allerdings vergessen: Der Weg durch die Nachwuchsleistungszentren besteht nicht nur aus Fußball. Wer schon in jungen Jahren seine Heimat verlässt, erlebt auch Momente, in denen Familie und Freunde weit weg sind. Trotz neuer Kontakte und neuer Mannschaften gibt es Phasen, in denen man vieles mit sich selbst ausmachen muss. Gerade daran wächst man.

Auch Luigi ist in diesen Jahren gereift. Nicht nur als Spieler, sondern als Mensch.

Warum der Wechsel zur Normannia mehr als nur ein Vereinswechsel ist

Luigi hätte bei Darmstadt 98 bleiben können. Die Tür war keineswegs geschlossen. Gespräche gab es. Möglichkeiten ebenfalls. Auch Regionalligisten fragten an, selbst Norditalien meldete sich – aber die meisten befinden sich noch in der Entscheidungsphase, Entscheidungsfindung…

Doch dauerhaft auf die eine Chance zu warten, war ihm zu wenig. Wer mit ihm über Fußball spricht, merkt schnell: Er will spielen. Er will Verantwortung übernehmen. Er will auf dem Platz zeigen, was in ihm steckt. Man darf nie vergessen, dass in den meisten U23-Mannschaften, der Zweiten eines Proficlubs, auch immer die Rekonvaleszenten, die Profispieler nach ihren auskurierten Verletzungen herangeführt werden (müssen). Sie erhalten stets den Vorzug, auch dazu dienen die Zweiten Mannschaften, meist die U23.

Luigi dazu: „Es gab durchaus Gespräche darüber, in Darmstadt zu bleiben. Am Ende habe ich mich aber bewusst für den Wechsel zur Normannia entschieden.“

Die Entscheidung fiel nicht aus dem Bauch heraus. „Mir wurde eine klare Perspektive aufgezeigt, wie ich mich sportlich weiterentwickeln kann.“


Für Mignano geht es nicht darum, möglichst schnell irgendwo auf einer höheren Bühne zu landen. Ihm geht es darum, die richtigen Schritte zu gehen.

Schritte, die Sinn ergeben. Schritte, bei denen Entwicklung im Mittelpunkt steht.
Denn Luigi brennt für Fußball. Das merkt man sofort, wenn er über seine Leidenschaft spricht. Dann leuchten die Augen des sonst eher ruhigen Angreifers.

„Ich gebe immer alles.“

Wer seine Trainingswoche betrachtet, erkennt schnell, dass dieser Satz keine Floskel ist. Fünf bis sechs Einheiten pro Woche, dazu das Spiel am Wochenende. Immer mit voller Intensität.

Doch ein Spieler wie Mignano braucht mehr als Training.
Er braucht Vertrauen.

„Wenn ich das Vertrauen des Trainers spüre und die Freiheit bekomme, mein Spiel auf den Platz zu bringen, kann ich meine Stärken am besten entfalten.“
Genau dieses Gefühl entstand früh in den Gesprächen mit der Normannia.

Ein wichtiger Faktor war dabei auch der Trainerwechsel. Patrick Faber, ein ehemaliger Normannia-Spieler und geprägt von der bekannten Zorniger-Schule, überzeugte Mignano mit seiner Philosophie und seiner Idee vom Fußball. Die Spielweise passt.

Die Perspektive passt. Das Umfeld passt.

Und manchmal sind genau diese Dinge wichtiger als alles andere.

Hinzu kommt, dass Giovanni Deriu das Umfeld der Normannia seit Jahren kennt. Die Gespräche verliefen offen, ehrlich und auf Augenhöhe. Auch Sandro Palmeri unterstützte den Schritt als Karriereberater von Anfang an.

Beide schätzen Mignano nicht nur wegen seiner fußballerischen Qualitäten.

Sondern vor allem wegen seiner Art.
Talent haben viele. Charakter nicht immer.

Genau deshalb halten Palmeri und Deriu große Stücke auf Luigi Mignano.

Jetzt wartet der Schwerzer

Besonders auffällig ist, wie reflektiert Luigi über seinen bisherigen Weg spricht.
Er redet selten über sich selbst. Viel häufiger spricht er über Menschen, die ihn geprägt haben.
„Besonders hervorheben möchte ich Timm Fahrion und Patrick Mayer. Unter ihnen habe ich großes Vertrauen gespürt und gleichzeitig die Freiheiten bekommen, die ich brauche.“

Wieder fällt dieses Wort. Vertrauen.

Vielleicht beschreibt es seinen Weg besser als jedes andere.

Denn Luigi Mignano ist kein Spieler, der den einfachen Weg sucht.

Er sucht den richtigen.

Jetzt beginnt für ihn ein neues Kapitel.

Nicht mehr Hessenliga.

Nicht mehr die regelmäßigen Duelle mit Mannschaften wie Kickers Offenbach oder Eintracht Frankfurt II.

Jetzt wartet die Oberliga Baden-Württemberg.
Eine Liga mit Tradition.
Mit Leidenschaft.

Mit vielen Herausforderungen.

Und mittendrin die Normannia.

Im Schwerzer, diesem besonderen Stadion mitten in einer Wohngegend, hoffen die Fans auf frischen Wind und neue Impulse.

Vielleicht auch auf Tore. Die Voraussetzungen dafür bringt Luigi Mignano mit. Denn er ist einer dieser Spieler, die nicht viele Worte brauchen.
Einer, dessen Augen leuchten, wenn es um Fußball geht.

Einer, der lieber abliefert als viel zu reden.

Und genau deshalb darf man gespannt sein, ob „Lui“ dabei hilft, dass bei der Normannia ein neuer Ruck entsteht…

GiD

Fußball-Aktuell, Porträts, Calciomercato im gehobenen Amateurbereich: Verbands- und Oberligageflüster. Über Goalgetter und mögliche Toptrainer mit viel „Karacho“ aus dem Königlichen Lager…

Mit Erfahrung und jungem Elan nach Oben – und, mit viel Trainer-Karacho… wer kann schon von sich behaupten, Real Madrid zugearbeitet zu haben?

Ob wir es wollen oder nicht: Im Fußball werden einem Personalien zugetragen. Mal am Spielfeldrand, mal im Vereinsheim, mal zwischen Tür und Angel. Und meistens mit dem Zusatz: „Schreib’s bloß noch nicht.“ Interessanterweise fehlt dieser Zusatz oft dann, wenn die Sache längst zu 95 Prozent in trockenen Tüchern zu sein scheint. Der Amateurfußball lebt von den Personalien, und von den Fans sowie Groundhoppern…

Deshalb behandeln wir die folgenden Informationen weiterhin ohne Gewähr – auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass aus Gerüchten bald Fakten werden.

Bei den SportfreundenSchwäbischHall übernimmt bekanntlich Tobias Weiss das Traineramt von Thorsten Schift. Eine Verpflichtung, die im württembergischen Fußball durchaus Beachtung findet. Wer Weiss kennt, der weiß: Der ehrgeizige Fußballfachmann kommt nicht nach Hall, um die Verbandsliga lediglich zu verwalten.

Die sportlich Verantwortlichen Ralph Schön und Martin Kleinschrodt (beide mit ziemlich viel Fußballsachverstand, wenn auch unterschiedlich gewichtet), haben größere Ziele. Schwäbisch Hall möchte mittelfristig dorthin, wo Vereine wie die Normannia aus Gmünd, die TSG Backnang, Essingen, oder der CfR Pforzheim, und der SSV Reutlingen bereits spielen – in die #Oberliga.

Und dafür braucht es Tore. Seit Jahren, woll(t)en sie hoch, aber der Haller Fußball in der #Verbandsliga, ja, stagnierte, obwohl es nicht an tollen Kickern fehlte…

Nach unseren Informationen soll der neue Coach und Ex-Profi, TobiWeiss, einen echten Torjäger erhalten. Nicht den oft gehandelten Gilés-Sanchez von Türkspor Neckarsulm (viel Herz, schwache Finanzkraft derzeit, wie fast überall!), sondern einen anderen Namen, der in der Oberliga seit Jahren Gewicht besitzt.

Die Rede ist von Alexander Aschauer.
(https://www.fupa.net/player/alexander-aschauer-45191 )

Der ehemalige österreichische Juniorennnationalspieler sowie Profi von Großaspach, zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Torlieferanten der Liga und war für die Normannia Gmünd oftmals weit mehr als nur ein Stürmer – eher eine sportliche Lebensversicherung.

34 Jahre alt? Nun ja, das Alter darf kein Kriterium sein, sondern nur die Qualität, sagen Experten.

Aber in der Verbandsliga dürften für Aschauer dennoch 15 bis 25 Tore realistisch sein.

Noch läuft Aschauers Vertrag in Gmünd ein weiteres Jahr. Allerdings hören wir, dass sich beide Vereine aktuell über die Rahmenbedingungen eines möglichen Wechsels austauschen, und sich fast einig sind. Normannia soll wohl ein bisschen entgegenkommen, so der Wunsch der Sportfreunde. Die Normannia wiederum möchte nicht auf Alles verzichten wollen, schließlich sollte auch ein adäquater Sturm bereitstehn (wohl durch junge, ambitionierte, und gut ausgebildete Spieler!) Es wird verhandelt, um ein Win-Win auf beiden Seiten.

Hinzu kommt: Der neue Normannia-Coach(Faber) setzt auf eine laufintensive und dynamische Spielweise. Nicht jeder Spieler passt automatisch in ein neues Konzept.

Und so könnte sich eine Tür öffnen.

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Auch beim CfRPforzheim tut sich derweil einiges.

Die Goldstädter möchten ihren ohnehin attraktiven Fußball der vergangenen Saison weiterentwickeln. Sportdirektor Giuseppe Ricciardi und die Vereinsführung arbeiten intensiv am Kader.

„Die Spieler passen – und werden bald bekannt gegeben“, heißt es aus dem Umfeld.

Noch spannender ist allerdings die Trainerfrage.

Ein Kandidat, der ursprünglich als Nachfolger Rohdes vorgesehen war, sagte zunächst zu, zog anschließend wieder zurück, heuerte kurzzeitig bei Illertissen in der Regionalliga Bayern an – und verabschiedete sich dort keine 36 Stunden später ebenfalls wieder. Das nennt man allgemein, als wankelmütig und unsicher.

Der Fußball schreibt manchmal Geschichten, die kein Drehbuchautor erfinden würde.

Doch möglicherweise hat genau diese Entwicklung dem CfR die Tür zu einer noch interessanteren Lösung geöffnet.

Denn nach unseren Informationen steht Pablo Gil ganz oben auf der Liste.

Der spanische #Fußballlehrer bringt nicht nur die UEFA-Pro-Lizenz mit, sondern auch Erfahrungen aus dem Umfeld von Real Madrid. Dort arbeitete er im Bereich Performance Development und Talentförderung.

Dazu kennt Gil den deutschen Fußball bestens.

Als Spieler trug er unter anderem die Trikots des FC Villingen und der TSG Balingen.

Vor allem aber genießt er den Ruf eines modernen Trainers.

Ballbesitz mit Tempo. Mutiges Pressing. Individuelle Entwicklung von Spielern. Klare Strukturen. Hohe Intensität.

Attribute, die hervorragend zum sportlichen Weg des CfR Pforzheim passen würden.

Wer mit Menschen aus seinem Umfeld spricht, hört zudem immer wieder dieselben Beschreibungen, die vielleicht noch wichtiger für das Innenleben, für den #Willen eines Teams sind:

Fachlich stark. Kommunikativ.
Empathisch. Anspruchsvoll.
Ein Trainer, der Mannschaften besser macht.

Deshalb würde es viele mit uns überraschen, wenn auf den letzten Metern doch noch etwas dazwischenkäme.

Verein, Stadt und Trainerprofil scheinen bemerkenswert gut zusammenzupassen.

Genau für solche Kontakte und Netzwerke wurde Giuseppe Ricciardi schließlich installiert. Ricciardi selbst hielt sich bewusst (vielsagend schweigsam) zurück. Vor dem Kurzurlaub mit der Familie meinte der Sportdirektor zu Checkfussballberater.de nur: ,,Alles zu seiner Zeit…!“

Fest steht:

Die Oberliga Baden-Württemberg bleibt auch in diesem Sommer ein faszinierendes Spielfeld für große Ambitionen, spannende Personalien und Geschichten, die oft lange vor der offiziellen Verkündung erzählt werden.

Und meistens steckt mehr Wahrheit dahinter, als viele glauben.

Checkfussballberater.de bleibt natürlich auch dran…

Giovanni Deriu

Sportfreunde Schwäbisch Hall 1912 e.V.

FuPa.net

Cfr Pforzheim

Oberliga BW VerbandsligaBadenWürttemberg