Fließende Grenzen – Akteure & Scouting: Die Trainerlegende und der mehrfache Meister und Champions-League-Sieger, Fabio Capello, kritisiert den Spielrhythmus und die Grundidee des italienischen Fußballs auf SkySport Italia. Wir antworten nur kurz… auf Italienisch und Deutsch!

Ein großes PerCarità, wie auf unseren Social-Media-Kanälen

Tempi passati? Magari… 

Come ho già scritto nella discussione del nostro „workshop per Osservatori“, di GianfrancoMultineddu: 

…ma diciamolo chiaramente: in passato è successo tante volte che squadre più veloci e più atletiche si siano comunque schiantate contro club italiani tatticamente impeccabili.

Oggi invece sembra che abbiamo tradito il nostro DNA.

I club italiani e la Squadra Azzurra non erano solo squadre. Erano un’identità. Erano organizzazione, disciplina, intelligenza calcistica.

Erano difesa di ferro, dominio degli spazi, superiorità nel gioco di posizione.

Ed adesso? Abbiamo rinunciatto proprio a ciò che ci rendeva temuti e rispettati in tutto il mondo…

Giovanni Deriu, dalla Germania, https://checkfussballberater.de
VergangeneZeiten? Vielleicht…

Wie ich bereits in der Diskussion unseres „Workshop per Osservatori“ von GianfrancoMultineddu geschrieben habe:

„…aber sagen wir es ganz klar: In der Vergangenheit ist es viele Male passiert, dass schnellere und athletischere Mannschaften dennoch an taktisch makellos agierenden italienischen Vereinen abgeprallt sind.
Heute hingegen scheint es, als hätten wir unsere DNA verraten. Die italienischen Vereine und die Italienische SquadraAzzurra waren nicht nur Teams. Sie waren eine Identität. Sie waren Organisation, Disziplin, fußballerische Intelligenz.

Sie waren eine Abwehr aus Eisen, Raumbeherrschung, Überlegenheit im Positionsspiel.

Und jetzt? Wir haben genau auf das verzichtet, wofür sie uns in der ganzen Welt gefürchtet, bewundert und respektiert haben… 

Giovanni Deriu (Deutschland)
skysportitalia 

ScoutingClinic

Gianfranco Multineddu

Akteure & Scouting sowie Nachwuchsfußball: Vergleiche, die dich bremsen, oder brennen lassen? – Der Unterschied zu anderen Kickern, liegt oft nur im „Detail“ – und im Auge des Beobachters! Es gibt Momente im Fußball, die prägen sich ein, und Dich selbst auch. Drei Punkte im Gepäck. Auswärtssieg. Pflicht erfüllt. Und trotzdem sitzt da einer im Bus, Blick aus dem Fenster, innerlich unzufrieden. Warum nur? Die Kunst es ernst und dennoch leicht zu nehmen…

Selbstkritische und „unzufriedene“ Spieler sind immer gut, denke viele Trainer. Doch dem ist nicht so – es muss überall ein gesundes (Mittel-)Maß herrschen, was Kritik und Freude oder Zufriedenheit betreffen! Denn echte Entwicklung beginnt nicht im Jubel. Sie beginnt im Anspruch an sich selbst. Nach einem Sieg darf man gern auch abschalten, und sich mal gehörig feiern – lassen.

Viel zu oft empfiehlt der Mentalcoach, Francesco Borrelli, seinen Athleten – ganz gleich welchen Alters –, einer gefährlichen Versuchung aus dem Weg zu gehen: nämlich, dem ständigen Vergleichen. Wer ist schneller? Wer spielt öfter? Wer hat mehr Scorerpunkte? Wer wird mehr gefeiert?

Dieser Reflex ist menschlich. Aber er ist Gift für deinen Fokus.

Wer permanent nach links und rechts schaut, verliert die Spur nach vorne. Entwicklung ist kein Wettrennen gegen andere. Es ist ein Prozess gegen dich selbst.

Und du, Junge, der mit drei Punkten aus Arezzo im Kleinbus sitzt und trotzdem hadert: Wenn du dich vergleichen willst, dann mach es richtig. Vergleich dich mit dem Spieler, der du gestern warst.

  • Warst du mutiger im Eins-gegen-eins?
  • War deine Körpersprache stärker?
  • Hast du nach Fehlern sofort reagiert – oder bist du in ihnen stecken geblieben?

Das ist der einzige Vergleich, der dich wachsen lässt. Alles andere ist Lärm.

Leistung entsteht aus Klarheit. Klarheit entsteht aus Fokus. Und Fokus entsteht, wenn du deinen Weg akzeptierst – mit all seinen Kurven, Rückschlägen und Fortschritten.

Bleib bei dir. Arbeite. Wachse. Schritt für Schritt.

Wir, von Checkfussballberater.de , sind über unser italienisches Scouting-und Fußballnetzwerk, an dieser Personalie hängengeblieben, weil sie uns aus der Seele spricht -Leseempfehlung für Alle, die dabei sind, ihre Leichtigkeit zu verlieren!! Bitte nicht, der Fußball, Euer Hobby, sollte immer Freude bereiten…

Über Francesco Borrelli

Francesco Borrelli ist zertifizierter Mental Coach (ACSI – CONI). Nach seinem Jurastudium an der Universität Genua spezialisierte er sich im Bereich NLP durch Master- und Weiterbildungen in der Privatwirtschaft.

Seit Jahren verbindet er seine Leidenschaft für Sport mit seiner Tätigkeit als Unternehmensberater im Bankensektor und als Autor für ligurische Sportmedien.

Als Mental Coach begleitet er Athletinnen und Athleten auf dem Weg zu Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften sowie Fußballer aller Altersklassen – von der Jugend bis zur ersten Mannschaft.

Sein Traum? Ganz klar: als Coach eines Tages sein Büro direkt neben der „Legenden-Gym“ in Milanello zu beziehen – Tür an Tür mit Ibra. Träume zur Zielverfolgung sind immer wichtig…

Fußballgeschichten, Clubbiographien und Erfolge: Meister der Unmöglichen – Europas größte Fußballmärchen! Der moderne Fußball erzählt uns jeden Tag dieselbe Geschichte: Geld regiert. Kaderwert entscheidet. Algorithmen wissen alles… und dann gibt es immer wieder Ausnahmen!

Und doch sitzt man jedes Wochenende wieder da – mit diesem leisen, kindlichen Trotz im Herzen. Mit der Hoffnung, dass es eben nicht immer die Reichen sind. Dass es noch diese eine Mannschaft gibt, die sich nicht berechnen lässt.

Vielleicht ist das naiv. Vielleicht ist es genau das, was diesen Sport rettet.

Denn immer wieder stehen plötzlich Teams da oben, die niemand eingeladen hat. Und dann beginnt dieses Flüstern. Erst in den Kurven. Dann in den Medien. Und irgendwann im ganzen Land.

So entstehen Legenden.

Leicester und die Explosion des Glaubens

Als Leicester City 2016 die Premier League gewann, war das kein Betriebsunfall – es war ein Aufstand gegen die Logik. Unter Claudio Ranieri wuchs eine Mannschaft zusammen, die diszipliniert verteidigte, gnadenlos konterte und mental unerschütterlich blieb. Ein Star war natürlich als Goalgetter, Jamie Vardy…

Kein Starensemble. Kein Milliardenprojekt. Nur Überzeugung.

Montpellier statt PSG

2011 setzte Frankreich auf Paris. Doch Meister wurde Montpellier HSC. Olivier Giroud traf 21-mal, Trainer Girard formte aus Außenseitern eine verschworene Einheit.

Kein Glanz. Keine große Bühne. Aber ein Team, das wusste, wofür es kämpft.

Kaiserslautern – Rehhagels Meisterstreich

1998 gelang dem 1. FC Kaiserslautern das Undenkbare: Aufstieg – und direkt Meister.

Angeführt von Otto Rehhagel, einem Trainer, der wusste, dass Struktur stärker ist als Eitelkeit. Defensive Stabilität, klare Rollen, Selbstvertrauen. Gleich am ersten Spieltag Sieg in München.

Das war kein Märchen. Das war akribische Arbeit – mit Mut.

Hellas Verona – der italienische Paukenschlag

1985 stellte Hellas Verona FC die Welt auf den Kopf.

Vor ihnen: Maradona, Platini, Rummenigge. Hinter ihnen: die gesamte Hierarchie des italienischen Fußballs.

Trainer Osvaldo Bagnoli baute keine Showtruppe. Er baute ein Kollektiv. Mit Preben Elkjaer-Larsen, Hans-Peter Briegel und Giuseppe Galderisi hatte Verona Qualität – aber keine Übermacht.

Was sie hatten, war Balance. Physis. Disziplin. Und diesen unerschütterlichen Glauben, der größer war als jedes Stadion.

Der FC AC Hellas Verona spielte damals nicht für Schlagzeilen. Verona spielte für Geschichte. Das Team von einst, mit Hans-Peter-Briegel, Preben Elkjaer-Larsen, Galderisi, Fanna, Marangon oder Keeper Garella, wird heute noch gefeiert für dieses Fußballmärchen, das aus einem Teamspirit entstanden ist…

Weitere Sensationsmeister

  • UC Sampdoria 1991 – Vialli und Mancini schossen Genua ins Glück.
  • Nottingham Forest unter Brian Clough – vom Aufsteiger zum Meister und zweimal Europas Krone.
  • Blackburn Rovers 1995 – die „SAS“ als Albtraum der Favoriten.
  • Deportivo La Coruña – das „Super Depor“.
  • Bursaspor 2010 – Ende der Istanbuler Vorherrschaft.
  • Boavista FC 2001 – Titelklau in Portugal.
Trainer Vujadin Boskov, Überraschungsmeister mit Sampdoria Genua, 1991!

Und auch Nationalteams schrieben Wunder

Die Dänische Fußballnationalmannschaft 1992 – als Nachrücker zur EM – und am Ende ganz oben.

Die Griechische Fußballnationalmannschaft 2004 – diszipliniert, defensiv kompromisslos, getragen von echtem Team Spirit. Rehhagel setzte auf eine starke Abwehr, klare Abläufe, totale Geschlossenheit. Viele spotteten. Am Ende standen sie ganz oben.

Vielleicht brauchen wir diese Wunder mehr als die Favoriten ihre Titel.

Vielleicht erinnern sie uns daran, dass Fußball kein Rechenmodell ist – sondern ein Versprechen.

Und vielleicht entsteht das nächste Meistermärchen genau dann, wenn wieder alle sagen: Das ist unmöglich.

Giovanni Deriu – überzeugt davon, dass Teamgeist stärker ist als jede Bilanz.

Und, was meint Ihr so?

Fußball & Scouting: Im Rahmen meiner Scouting-Diplom-Weiterbildung über die FIGC, dem italienischen Fußballverband, mit den Dozenten Gianfranco Multineddu und Bobby Venturini, wurden im Kurs auch interkulturelle Beobachtungs-Aspekte und Parameter besprochen…

Im modernen Fußball ist Scouting längst mehr als Bauchgefühl und Erfahrung. Videoanalyse, Datenmodelle, Softwarelösungen und standardisierte Bewertungsraster gehören heute zum Alltag. Und doch: Trotz globaler Tools und ähnlicher Technologien wird Fußball nicht überall gleich beobachtet.

Denn jede Nation schaut durch ihre eigene kulturelle und fußballerische Brille auf das Spiel. Die Methodik der Spielerbeobachtung ist immer auch ein Spiegel der jeweiligen Fußballkultur. Hier, das möchte ich festhalten, ist nur ein Kurzabriss zum Thema – mit Gianfranco Multineddu, der sogar einen Workshop zum Argentinischen Fußball konzipiert hat und momentan abhält, sind wir noch tiefer in die verschiedenen Fußball-DNA, vorgedrungen…

Italien – Taktik, Disziplin und defensive Verantwortung

In Italien beginnt die Beobachtung eines Spielers oft mit einer einfachen, aber entscheidenden Frage:
„Kann er sich innerhalb einer Mannschaftsstruktur richtig verhalten?“

Nicht nur individuelle Qualität zählt, sondern vor allem das taktische Verständnis. Positionsspiel, Raumaufteilung, defensives Mitdenken – auch bei offensiven Spielern – sind zentrale Bewertungskriterien. Ein Außenverteidiger mit starken Offensivaktionen, aber schwacher Absicherung, wird schnell kritisch gesehen.

Das italienische Scouting ist stark geprägt von der eigenen taktischen Tradition: Zonenverteidigung, kollektives Pressing, Spielintelligenz. Ebenso wichtig ist die mentale Komponente – Leidensfähigkeit, Disziplin und die Bereitschaft, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen.

Deutschland – Struktur, Standards und physisch-mentale Selektion

Das deutsche Scouting war lange Zeit sehr strukturiert und stark normiert. Klare Profile, definierte Mindestanforderungen und standardisierte Bewertungsbögen prägten die Arbeit. Körperliche Parameter spielten – und spielen teilweise noch – eine große Rolle: Innenverteidiger über 1,85 m, Torhüter über 1,90 m, robuste Stürmer.

Doch es geht nicht nur um Größe und Kraft. Der Fokus liegt stark auf Konstanz, mentaler Belastbarkeit und Leistungsstabilität. Spieler werden anhand klarer Kriterien bewertet, häufig mit Punktesystemen und KPI-Logiken. Verhalten unter Druck ist dabei ebenso relevant wie technische Qualität.

Spanien – Technik, Spielintelligenz und kreative Freiheit

In Spanien steht die Beziehung zum Ball im Mittelpunkt. Körperliche Aspekte treten deutlich in den Hintergrund. Entscheidend ist, wie ein Spieler den Ball behandelt, Räume erkennt und Spielsituationen kreativ löst.

Scouts achten auf technische Sauberkeit, Entscheidungsfindung und Spielverständnis. Beobachtungen finden oft in freien Spielformen, Jugendturnieren oder Akademien statt. Videoanalyse wird genutzt, jedoch eher unterstützend – das subjektive Empfinden bleibt wichtig.

Das spanische Scouting ist weniger normativ, dafür flexibler. Talent wird nicht in feste Raster gepresst, sondern als Entwicklungsprozess verstanden.

Argentinien – Instinkt, Widerstandsfähigkeit und Straßenfußball

In Argentinien ist Scouting stark von der Kultur des Straßenfußballs geprägt. Spieler wachsen in engen Räumen, unter schwierigen Bedingungen und mit hoher Intensität auf. Entsprechend liegt der Fokus auf Technik unter Druck, Durchsetzungsvermögen und mentaler Stärke.

Beobachtungen erfolgen oft pragmatisch, mit wenig technischer Infrastruktur, aber großem Erfahrungswissen. Gesucht werden Spieler mit „Hunger“, Kreativität und der Fähigkeit, sich in chaotischen Spielsituationen zu behaupten.

Viele argentinische Talente bringen bereits früh eine hohe Belastbarkeit mit – eine Qualität, die ihnen den Übergang in physisch geprägte europäische Ligen erleichtert.

Fazit – Scouting braucht Kontext und Balance

Unabhängig vom Land gilt: Keine Methode funktioniert isoliert.
Weder reine Datenanalyse noch ausschließlich Live-Beobachtung liefern ein vollständiges Bild.

Erfolgreiches Scouting basiert auf einem ausgewogenen Zusammenspiel aus:

  • Live-Beobachtungen (Spiel und Training)
  • gezielter Videoanalyse
  • Verständnis der kulturellen und sportlichen Umgebung
  • menschlicher Einschätzung und Erfahrung

Denn hinter jedem Wert, jeder Aktion und jedem Zentimeter Körpergröße steht eine individuelle Fußballgeschichte.
Gute Scouts erkennen nicht nur Leistung – sie verstehen den Kontext, aus dem sie entsteht.


Akteure & Scouting: Ein paar Reflexionen mit Ariedo Braida – dem „Scouting-Papst“, und natürlich, mit Gianfranco Multineddu, der uns immer dazu ermuntert, den Fußball, das Scouting und die Talente, ganzheitlich zu sehen…!

Old School, Vecchia Scuola? – ein Plädoyer für den Menschen und die echten Charaktertypen im Fußball – was sagen Algorithmen schon wirklich aus?

Vielleicht bin ich ein wenig „old school“. Vecchia scuola.
Und ja – ich meine das nicht entschuldigend, sondern bewusst.


Ich glaube auch nach wie vor daran, dass man einen Fußballer nicht vollständig in Datensätzen, Grafiken und Algorithmen findet. Sondern draußen. Am Spielfeldrand. Dort, wo man nicht nur Bewegungen misst, sondern Menschen beobachtet. Dort, wo Erfahrung das Auge schult – und manchmal dreißig Minuten, eine Halbzeit wirklich genügen, um ein Gefühl zu entwickeln.

Ariedo Braida (wir haben ihn hier auf checkfussballberater.de vor ein paar Jahren bereits vorgestellt; https://checkfussballberater.de/der-mann-der-1000-kontakte-fuer-die-einen-die-fleissige-biene-fuer-die-anderen-ein-stiller-agent-ariedo-braida-neuer-sportdirektor-des-fc-barcelona/) hat dieses Selbstverständnis einmal treffend, auch für die Gazzetta dello Sport beschrieben. Er sagte, er gehe Spieler live anschauen, und mit seiner Erfahrung reiche ihm oft eine halbe Stunde, um eine Entscheidung zu treffen. Irren könne man sich immer, natürlich. Doch er verlasse sich mehr auf seine Augen als auf die aseptischen Daten einer Tabelle. Algorithmen könnten helfen, weil sie Zahlen, Statistiken und objektive Werte liefern. „Aber entscheiden müsse am Ende immer der Mensch…“


Ein Satz wie aus einer anderen Zeit – und doch aktueller denn je.

Denn was hätte ein Algorithmus, führt Braida weiter aus, über Van Basten, Gullit, Rijkaard, Savicevic, Shevchenko oder Kaká wirklich ausgesagt?
Er hätte Schüsse gezählt, Laufwege analysiert, Tore kategorisiert – rechter Fuß, linker Fuß, Kopfball. Alles korrekt. Alles messbar.
Aber wo bleibt die Persönlichkeit? (Dazu hat uns auch Gianfranco Multineddu im Scouting- und Beobachter-Fortbildungskurs der FIGC, der Scouting-Clinic, immer und immer wieder angehalten, die Spieler und Talente auch im Kontext und Miteinander des Clubs, mit anderen Spielern, auch im Training, zu sehen, zu analysieren…)
Wo die Haltung gegenüber den Mitspielern?
Wo das Verhalten gegenüber dem Trainer, gerade dann, wenn es schwierig wird?

Wie ist sein Auftreten nach Sieg oder Niederlage auch in der Öffentlichkeit?



Das sind keine statistischen Größen. Das sind Charakterfragen.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass mir dieser Blick so wichtig ist. Nicht nur, aber als Pädagoge interessiert mich immer auch der Mensch hinter dem Talent.

  • Wer ist dieser Spieler, wenn das Spiel kippt? Wie reagiert er auf Druck, auf Kritik, auf Ungerechtigkeit?
  • Wie fügt er sich in eine Gruppe ein, wie übernimmt er Verantwortung?

    Fußball ist Technik, Tempo, Taktik – keine Frage.
    Aber Fußball ist eben auch Beziehung. Haltung. Reife.

    Genau deshalb ist mir der Austausch so wichtig. Mit Menschen, die Fußball nicht nur sezieren, sondern verstehen. Mit Kennern und Experten wi– um nur einige zu nennen. Menschen, die den Fußball über den sportlichen, über den menschlichen Tellerrand hinaus denken.

    Vielleicht passt dieser Ansatz nicht immer in den Zeitgeist. Vielleicht ist er nicht effizient genug, nicht schnell genug, nicht digital genug.
    Aber bei CheckFussballBerater.de, glauben wir daran, dass Algorithmen unterstützen können. Dass Zahlen helfen. Dass Daten sicherlich gut strukturieren.

    Doch bewerten, einordnen, verstehen – das kann nur der Mensch.

    Und manchmal reicht dafür ein Blick.
    Ein Moment.
    Und ein geschultes Auge am Spielfeldrand. Oder ein Gespräch mit Tiefe danach…

Giovanni Deriu

Porträts, Akteure & Scouting: Raus aus dem Frost, rein in den Fußball – Sandro Palmeri zwischen Valencia, Murcia und Waiblingen. Das ist keine Reise – das ist (s)ein Rhythmus…

Internationale Bühne, regionales Herz: Mit Sandro Palmeri unterwegs in Murcia. Er hat uns interessante Einblicke gewährt. Raus aus dem Frost, rein in den Fußball.

Stuttgart noch grau, die Kälte hängt am Rollfeld. Der Flug ‚EW 2530‘ hebt frühmorgens ab – Ziel Valencia. Wenige Wochen vor Weihnachten. Der Körper reist, der Kopf ist längst im Spiel. Fußball kennt kein Wetter, nur Momente. Valencia, und gleich weiter nach Murcia. Sonne, offene, gut gepflegte Plätze, internationale Stimmen. Wo die Talente von morgen zu sehen sind, da lauern stets viele Berater. Bekannte und unbekannte. So ist der Fußball, bei einer Talentschau und „Messe“, wie dieser, nahe Valencia, Alicante – Urlaubsorte.

Treffpunkt der Scouts und Beraterszene. Notizblöcke, Tablets, kurze Gespräche, Blicke mit Bedeutung. Mittendrin: Sandro Palmeri – präsent, wach, überall willkommen. Manche erinnern sich sofort: an seine spielstarken, erfolgreichen Jugendteams von einst, vor den Toren Stuttgarts. An Waiblingen. An Ideen, die geblieben sind. Die Spieler tragen sie jedenfalls noch in sich. Denken gern zurück, und profitieren auch im aktiven Herrenbereich, oder im gehobenen Juniorenfußball davon, was Palmeri und sein Trainerstab ihnen vor Jahren mitgegeben haben.

Zurück nach Murcia. Auf dem Rasen: das U18-Vier-Länder-Turnier. Mit den Partien, Deutschland gegen Holland, sowie Norwegen und Dänemark, sind auch dabei. Pure Intensität, Tempo, höchste Nachwuchsbühne. Viele Scouts, wir zählen nur ein paar auf, von international bekannten Clubs wie Newcastle United, Genua, Torino Calcio, Hellas Verona, US Lecce – sind alle ganz nah dran. Holland gewinnt, die DNA des niederländischen Voetball total, des schönen offensiven Spiels mit der Flexibilität der Spieler, die Positionen auch schnell zu tauschen, Räume zu besetzen, den Gegner zu dominieren, lebt irgendwie weiter. Deutschland folgt knapp dahinter. Ergebnisse zählen. Eindrücke mehr.

Für Palmeri ist es eine besondere Reise.
Dahrel Tchitchi ist nämlich auch vor Ort. Heute U19-Kaderspieler, er hält als Verteidiger des FC Heidenheim die gegnerischen Stürmer in Schach, und läuft auch in Spanien für das DFB-Team auf – plötzlich weckt Tchitchi Begehrlichkeiten bei Clubs (teils auch von Sandro Palmeri aufgetan, ihn erreichten Anfragen), und auch Beratern (die Dahrels Entwicklung jedoch nie mitverfolgt, begleitet, haben). Sandro Palmeri, der sich längst einen Namen als Team- und Talent-Entwickler gemacht hat, gibt nur so viel bekannt, und das nach mehrmaliger Nachfrage: „Ich kenne ihn seit der ersten C-Jugend in Waiblingen“, erzählt der Fußballfachmann. Es folgte der KSC, dann der Wechsel zum FCH, nach Heidenheim – ein Weg, der Sinn ergibt, fasst Palmeri leise zusammen. Ruhig, ehrlich – vielleicht auch ein kleines Stück weit stolz (sich nicht getäuscht zu haben).

Zwischen den Spielen ein weiterer Moment: Austausch mit Jon Dahl Tomasson. Ex-VfB-Spieler zu Trapattonis Zeiten in Stuttgart, und ehemaliger AC Milan-Star (dort gewann Tomasson ein paar internationale Titel). Fußball über Generationen hinweg. Kurz. Intensiv. Wertvoll. Jede Nation hat so ihre eigene Fußball-Kultur und DNA.

„Solche Momente bleiben“, sagt Palmeri. Und man spürt: Der Italoschwabe meint nicht nur das Turnier. Sondern alles dazwischen. Kaum zurück in Stuttgart, wieder diese kalte, klirrende Luft – sitzt Sandro Palmeri auch schon wieder am Spielfeldrand. Auswärtsspiel des FSV Waiblingen in Aalen-Hofherrnweiler. Verbandsliga, regionale Luft, statt Mittelmeersonne. Aber, wie immer, die gleiche Leidenschaft.

Valencia. Murcia. Waiblingen.
Der Fußball treibt ihn an.
Und wer genau hinschaut, merkt: Das ist keine Reise – das ist (s)ein Rhythmus…

GiD

Buch-Tipps und Rezensionen: Diesmal, aus dem riva-Verlag eine tolle Geschenkidee (nicht nur) zu Weihnachten. Ein interessantes Buch hat der Autor Daniel Müksch vorgelegt. Der Titel? „Die Star-Macher – Wie Ärzte, Manager und Mentaltrainer unsere Sportstars erschaffen!“

Die Stars im Licht – und die Macher im Schatten

Wer Spitzensport verstehen will, muss dorthin schauen, wo Kameras selten verweilen. Genau das tut Daniel Müksch in seinem Buch „Die Star Macher – Wie Ärzte, Manager und Mentaltrainer unsere Sportstars erschaffen!“ (erschienen im riva Verlag, https://www.m-vg.de/riva/shop/article/19706-die-starmacher/).

Ob Talente im Jugendalter oder Semiprofis auf dem Weg nach ganz oben – echte Stars entstehen nicht allein durch Begabung. Sie entstehen durch Konstellationen: durch Menschen, Vertrauen, Geduld und Expertise.

Ich selbst habe als Scout und Beobachter im Fußball unzählige Karrieren, Umwege, Hoffnungen und Brüche erlebt. Und genau hier setzt dieses Buch an. Man merkt Daniel Müksch auf jeder Seite an, dass er Sport nicht nur liebt, sondern lebt. Seine Lehrerin sagte einst: „Daniel und sein Ball.“ Treffender kann man es kaum formulieren.

Müksch war für unterschiedlichste Redaktionen unterwegs, hat ein starkes Netzwerk aufgebaut, beobachtet genau – und vor allem: Er hört zu. Für dieses Buch führte er zahlreiche Gespräche, quer durch die Sportarten. Fußball, Tennis, Formel 1. Männerdomänen, in denen Frauen wie Sabine Kehm oder Britta Roeske längst prägende Rollen spielen. Dazu Ärzte wie Christian Fink und andere Experten, die trotz großer Erfolge bewusst auf den Guru-Status verzichten.

Das Buch zeigt den Staff hinter den Stars. Die stillen Architekten des Erfolgs. Menschen, die Karrieren über Jahre begleiten, auffangen, fordern, schützen. Oder wie es im Buch sinngemäß heißt:
Die größten Sportstars haben eines gemeinsam – sie sind umgeben von Charakteren, denen sie blind vertrauen. Schattenmänner und -frauen des Erfolgs.

Sachlich, respektvoll, gut recherchiert. Kein Hochglanz-Mythos, sondern ehrliche Einblicke und Hintergrundwissen auf über 220 Seiten.

Ein Buch für Talente, Eltern, Trainer, Manager – und für alle, die Spitzensport jenseits der Schlagzeilen verstehen wollen.
Und ja: Auch ein sehr gutes Buch für den Gabentisch zu Weihnachten.

Giovanni Deriu

Buchtipp und Rezension: Weihnachten und der Jahreswechsel stehn vor der Tür. Diese besinnliche Zeit wird oft auch für das Formulieren neuer Ziele und Vorsätze genutzt. Manchmal übermimmt man sich vielleicht auch. Jedenfalls hat Friederike Reumann ein tolles Buch herausgebracht, mit Acht Programmen zur Regulierung und Vitalisierung des Körpers: „Yoga für die Organe“ – heißt ihr neues Werk.

Wer sich mit Gesundheit beschäftigt, stolpert früher oder später über eine simple Wahrheit: Unsere Organe arbeiten Tag und Nacht – und wir schenken ihnen erstaunlich wenig Aufmerksamkeit. Während Muskeln stolz beim Training zur Schau gestellt werden, verrichten Leber, Lunge, Schilddrüse & Co. im Hintergrund Schwerstarbeit. Genau hier setzt „Yoga für die Organe“ von Friederike Reumann an, erschienen im Riva Verlag (https://www.m-vg.de/riva/shop/article/23211-yoga-fuer-die-organe/), der seit Jahren verlässlich praxisnahe und fundierte Gesundheitsliteratur veröffentlicht. Und, mal ehrlich, in Zeiten wie diesen, wer interessiert sich nicht, für Selbstheilungskräfte? Aktiviere sie, spornt und Autorin Reumann in ihrem Buch an.

Reumann – Yogalehrerin, Therapeutin und im deutschsprachigen Raum längst eine gefragte Stimme – nähert sich dem Thema mit einer Mischung aus Fachwissen, Warmherzigkeit und pragmatischer Anleitung. Ihr Buch ist klar strukturiert: drei große Kapitel, die Körperwissen, Organfunktionen und gezielte Yoga-Praxis miteinander verbinden. Das macht es leicht, sowohl einzusteigen als auch sich über bestimmte Schwerpunkte zu informieren. Die Organe in Schwung bringen. Sport ist das eine, egal ob für den Anfänger, Neustarter, aber auch für Profis, Yoga ist seit Jahren nimmer aus dem Übungs- und Aufwärm-Programm wegzudenken, und wenn es nur ein paar Übungen in regelmäßiger Wiederholung sind, die einfach zur angenehmen Routine und zum Benefit werden.

Yoga für die Organe heißt das Buch der praktizierenden Yogalehrerin und Therapeutin, Friederike Reumann, die im deutschsprachigen Raum sehr bekannt ist, und sich einer immer größeren Community von Yogis erfreut. Und wie gesagt, auch im Profisport, einst von, sein Name ist (fast) Programm, Weltmeister Jogi Löw und Jürgen Klinsmann auch im Profifußball implementiert, kommen Yoga-Übungen immer wieder vor. Stärkung der Muskulatur und Atmung – wir selbst lernten Yoga einst intensiv von einem indischen Guru, Dr. Yogi Ram, im „Yoga Planet“ in Hongkong vor Jahren. Keine Gewichte, nur der eigene Körper, und mit Atmung ging vieles leichter, auch die Entgiftung des Körpers.

Besonders spannend im Buch, ist der Blick auf die Organe im Wandel der Zeit: Wie verändern sich Herz, Nieren, Verdauung oder Schilddrüse durch unseren modernen Lebensstil? Wie wirken Stress, Bewegungsmangel oder ein Überangebot an Reizen auf Funktionen, die eigentlich für Ruhe, Ausgleich und Regeneration gebaut sind? Reumann schafft es, historische und moderne Perspektiven leichtfüßig zu verbinden – ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Neugier und Begeisterung.

Die Praxis kommt natürlich nicht zu kurz. Auf über 200 Seiten finden sich klar fotografierte Schrittfolgen, die sowohl Anfänger als auch Yogis mit Erfahrung gut abholen. Die Haltungen sind nicht kompliziert, aber spezifisch genug, um bestimmte Organe zu aktivieren, Durchblutung zu fördern und – ganz wichtig – die Atmung bewusster zu nutzen. Denn mit der Atmung beginnt jede innere Ordnung.

Zwei Beispiele zeigen, wie detailreich das Buch arbeitet:

Seite 179 – Die Leber:
Reumann beschreibt die Leber als zentrales Stoffwechselorgan, das im Laufe des Tages eine beeindruckende Menge an Aufgaben bewältigt – von der Entgiftung über den Hormonhaushalt bis zur Energieverarbeitung. Die dazugehörigen Yoga-Übungen setzen genau dort an: sanfte Drehhaltungen und Atemführung, die den Energiefluss im Oberbauch anregen. Hier wird deutlich, wie eng Anatomie und Praxis zusammenspielen.

Seite 199 – „Klärwerk des Körpers“:
Die Nieren und die Blase werden hier als feinabgestimmte Filtersysteme vorgestellt, die wir meist erst bemerken, wenn etwas nicht stimmt. Reumann beschreibt ihre Aufgaben präzise und lebensnah, erklärt, wie sehr Stress und Flüssigkeitsmangel die Funktion belasten, und zeigt anschließend Übungen, die den gesamten unteren Rücken sowie die Meridianlinien anregen. Der Begriff „Klärwerk des Körpers“ ist nicht nur einprägsam, sondern macht sofort klar, wie essenziell diese Organe für Balance und Wohlbefinden sind.

Was dieses Buch insgesamt so wertvoll macht: Es erzeugt ein Verständnis für den eigenen Körper, das über reines Nachturnen hinausgeht. Man begreift, warum die Organe so arbeiten, wie sie arbeiten – und wie Yoga ihnen helfen kann, wieder in ihr natürliches Gleichgewicht zu finden. Die Verbindung aus Anatomie, Tradition und moderner Gesundheitslehre macht das Lesen zu einer kleinen Entdeckungsreise durch den eigenen Organismus.

Nicht zuletzt ist „Yoga für die Organe“ auch ein wunderbarer Anstoß, selbst aktiv zu werden. Egal ob Neustarter, Wiedereinsteiger oder Profi – es ist nie zu spät, dem Körper zuzuhören und Routinen zu schaffen, die guttun. Reumann begleitet ihre Community zusätzlich über ihren Blog und YouTube, sodass man Theorie und Praxis ideal kombinieren kann.

Fazit: Dieses Buch ist informativ, motivierend und überraschend unterhaltsam. Es eignet sich hervorragend als Geschenk – gerade zu Weihnachten –, weil es etwas vermittelt, das vielen fehlt: die Einladung, dem eigenen Körper mit Respekt, Neugier und ein wenig täglicher Achtsamkeit zu begegnen. Vielleicht beginnt alles mit einem Sonnengruß. Und wer weiß, wohin er führt. Namaste…

von Giovanni Deriu

ISBN 978-3-7423-2165 -7

https://www.m-vg.de/riva/shop/article/23211-yoga-fuer-die-organe

Fußball, Biographien und Porträts: Heute, die Kurz-Reflexion des Gianfranco Multineddu – über das Scouting und Beobachten von Spielen und Spielern. Ein bisschen Nostalgie und die Trends von heute. War früher Alles besser, oder nur qualitativ etwas tiefer…? Jedenfalls ging es damals nicht nur um den Fußball und Talente an sich, sondern auch um das Alltagsleben und den Charakter des jeweiligen Spielers!

Den Dozenten des italienischen Fußballverbands, FIGC, Gianfranco Multineddu, müssen wir hier nicht mehr vorstellen – der erfahrene Sarde und gebürtige Römer, hat den Fußball Italiens in den vergangenen Jahren erheblich mitgeprägt – wenn auch meist unerkannt im Hintergrund (was ihm auch ganz Recht ist, aber klar, in der Fußballbranche kennen ihn diejenigen, die ihn kennen müssen, oder sollten…).

Hier haben wir auch schon über den Entdecker, u. a. von Marco Verratti – einst in Pescara geboren, und dort auch spielerisch ausgebildet worden – berichtet. Gianfranco Multineddu, ist, nun ja, das Wortspiel lädt ein mit seinem Namen, eben multitask! Scout, Beobachter, Talentsichter, Match-Analyst – was ja beim Scouting auch dazugehört – sowie Trainer und, noch viel öfter, dank seiner globalen Sichtweise, auch Sportdirektor. Ein Könner und Kenner, Teams und Kader adäquat zusammenzustellen. Was haben wir ihm gern gelauscht, in privaten Gesprächen am Rande eines Trainingscamps, oder bei den Fortbildungen, wie zuletzt, von ihm mit-organisiert! Jedes Gespräch ist ein wahrer Erkenntnisgewinn… (https://checkfussballberater.de/italiens-mister-scouting-gianfranco-multineddu-gefragter-dozent-an-der-sportschule-sowie-als-sportdirektor-der-entdecker-von-marco-verratti-moechte-die-fussball-strukturen-ausbauen/)

So, und nun, zwischen Tür und Angel, zwischen Whatsapp und Social Media, Fußballentwicklungen immer im Blick, haben wir folgende Reflexion von Multineddu, der sicht stets Gedanken rund um den Ball, und damit auch um die Akteure macht, einfach mal aufgefangen, und niedergeschrieben, sowie ein bisschen kommentiert! Aber, lest selbst:

>> Teil dieser „großen“ Generation von Sportdirektoren zu sein, erfüllt mich mit Stolz – manche würden vielleicht sagen: mit einer gewissen „alten Schule“ . Es bringt mich zum Nachdenken über die Methode, über das Verständnis der Rolle eines Beobachters oder Scouts. Wir müssen wissen, dass einige der bedeutendsten #Sportdirektoren, bevor sie dieses Amt antraten, viele Jahre lang als Scouts gearbeitet haben: #LucianoMoggi etwa war fast 20 Jahre lang Beobachter, #GiovanniSartori, Pietro Lo Monaco, Andrea Berta, #WalterSabatini, Andrea Jaconi, Nicola Salerno, Ninni Imborgia, Pietro Leonardi, und viele andere. Das sind jene, die ich entweder persönlich kennenlernen durfte, die ich verfolgte oder deren Arbeit ich zutiefst schätzte.

Diese Herren – so berichten es manche Geschichten und Lehren (Luciano Moggi, Andrea Jaconi, Ninni Imborgia, Nicola Salerno, Mimmo Gentile) – gingen nicht einfach nur ins Stadion, um ein Spiel zu sehen. Und ich, der ich diese, ihre Lehren erhalten, und miterlebt habe, musste denselben Weg gehen. Wenn ein Spieler ihr Interesse geweckt hatte, dann besuchten sie auch die Trainingseinheiten, oder sie hielten sich in der Nähe seiner Wohnung auf, um sein Verhalten, und seinen Charakter auch außerhalb des Platzes zu verstehen. Sie beobachteten die Spieler im normalen Leben, um einschätzen zu können, ob sie charakterlich und menschlich zu jenen Vereinen passten, in die man sie integrieren wollte. Es ging nicht nur um das Spiel – es ging um das Leben, die Gewohnheiten und die Persönlichkeit der Fußballer.

  • Heute hingegen wird diese Rolle meist nur noch „am Wochenende“ gespielt – Samstag oder Sonntag im Stadion, und man nennt sich schon Scout. Die großen Meister aber haben uns etwas anderes gelehrt. Und genau deshalb wurden sie später zu den wirklich großen Sportdirektoren. <<

Wir fügen hinzu, weil wir uns oft und tief mit Gianfranco unterhalten durften, dass hier auch eine weitere Wahrheit liegt, die nicht immer thematisiert wird: nämlich, dass jeder Scout und Beobachter, besonders als externer Zuarbeiter, die Einsamkeit kennt, sie manchmal sogar liebt – nicht nur bei Entscheidungen, sondern im alltäglichen Tun, auf den Sportplätzen, in den Stadien, fernab der Leute. . . ◾️

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Eine Bilderreihe, seit wir Gianfranco Multineddu, beim Probetraining eines deutsch-bosnischen Stürmers in Lanciano, kennen- und schätzen lernen konnten – bis heute, unser Mentor. Ein Fachmann, und noch schöner, ein echter Freund!

Abschluss in der Scouting-Clinic des FIGC, mit-organisiert von Gianfranco Multineddu, 2025

Multineddus Scouting- und Beobachtungs-Notizheft auch bei den Topclubs immer dabei!

Gianfranco Multineddu ist als Fußballfachmann und Dozent immer gefragt!

Fußball, Biographien und Porträts – Hier aber eine Art von Allem, als Reportage: Etwas mehr, als ’nur‘ ein Hobby – Sandro Palmeri, der Fußball-Enthusiast aus Waiblingen! Als Juniorentrainer sorgten seine Teams für Furore…

Ruit bei Stuttgart. Es ist ein gewöhnlicher Wochentag, und doch typisch Sandro Palmeri: Während andere nach Feierabend durchschnaufen, lässt der Italoschwabe und Fußballfachmann den Seminartag Revue passieren. Tagsüber noch zwischen Fußballplatz und Seminarraum des Württembergischen Fußballverbands (WFV), Praxis und Theorie eben im Wechsel, so will es die Fortbildung in Ruit – kreisen Palmeris Gedanken aber auch schon um „seine“ Aktiven-Mannschaft in der Verbandsliga, die Englische Woche liegt an, und am Mittwoch das Heimspiel des FSV Waiblingen gegen die Sportfreunde aus Schwäbisch Hall. Quasi „en passant“, wie Sandro Palmeri es zusammenfasst, möchte er auch die wichtige Fortbildung erfolgreich absolvieren. König Fußball hat seinen festen Platz im Alltag von Sandro Palmeri. Und zwar neben seiner Tätigkeit als Sportdirektor, den dazugehörenden Beratungen, der Kaderplanung in den vergangenen Wochen, darf auch das Familienleben nicht zu kurz kommen, und erst Recht nicht dessen Hauptjob, bei einem bekannten Automobilkonzern. Der Fußball, das ist klar, ist für ihn kein Beruf, sondern eine Lebensform, eine zweite Haut, die Palmeri nicht ablegen kann.

Die Stadt Waiblingen, und weit darüber hinaus, kennen ihn und seinen FSV längst: den ehemaligen Jugendtrainer, der vor rund zwölf Jahren den Juniorenfußball aufmischte, ja, ein Stück weit, „revolutionierte“ (und das sagt nicht er, Palmeri, sondern andere Protagonisten und Akteure, die wir befragten!) und den Sportdirektor, der heute auch Spieler berät, Kader plant, manchmal auch wie ein Sozialpädagoge und Teampsychologe agieren muss.

Die Jungs des FSV Waiblingen gegen ganz große Clubs von Weltformat!

„Entwicklung vor Ergebnis“

„Meine Trainerlaufbahn im Jugendbereich begann aus einer Mischung aus Leidenschaft und Papatrainer“, erzählt Sandro rückblickend. „Eigentlich wollte ich nur aushelfen. Doch sehr schnell habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit jungen Talenten nicht nur Spaß macht, sondern ich auch einen Zugang zu den Jungs finde. Daraus ist dann über die Jahre eine echte Berufung geworden.“

Diese Berufung trug Waiblingen weit. Palmeris Philosophie war klar: Entwicklung vor Ergebnis. Hinzu kam, so Palmeri: „Disziplin, Teamgeist und Respekt waren Grundpfeiler – genauso wie Freude am Spiel. Wer Spaß hat, lernt schneller und wird besser.“ Es klingt nach Pädagogik und Didaktik, war auf dem Platz aber die pure Leidenschaft. Die Maxime lautete: Nie ohne, nur mit dem Ball, „und immer mutig, egal, ob der Gegner VfB Stuttgart, Bayern München oder Juventus Turin hieß…“

Achtungserfolge auf großer Bühne

Aus dem „unbekannten“ FSV Waiblingen, mit seinen Juniorenmannschaften, wurde somit ein gefürchteter Gegner auf bundesweiten Turnieren, und sogar auf internationalem Parkett. Sogar für das Mega-Mundialito-Weltturnier, qualifizierten sich die Remstäler Kicker. Palmeris Mannschaften traten gegen Ajax Amsterdam, Sporting Lissabon, Juventus Turin oder den FC Liverpool an – und sorgten für echte Achtungserfolge, die man so nicht erwartet hätte. Hier mal ein 1:0 gegen die Bayern, da mal ein Remis gegen Sporting Lissabon, Palmeris Jungs sorgten immer für Spiele, die Eindruck hinterließen. „Wir haben uns nicht versteckt, sondern mutig gespielt – egal, wie groß der Name des Gegners war.“ Der Spaß stand eindeutig im Vordergrund, so der Sportdirektor des FSV Waiblingen heute – klar, der Juniorenfußball beschäftigt ihn auch heute noch.

Die Lobeshymnen der gegnerischen Trainer und Beobachter ließen nicht lange auf sich warten. Palmeri erinnert sich: „Viele Trainer und Experten, waren überrascht, wie diszipliniert, technisch sauber und taktisch reif, meine Teams aufgetreten sind – besonders in den jüngeren Jahrgängen.“ (U10 und U12, die E- und D-Jugendlichen). Überall wo die Jungs des FSV auftraten, raunten die Zuschauer und Trainer gleich, „Klein- Barcelona“, so war dann ein Spitzname schnell geboren.

Auch die Jugend von Juventus Turin zollte dem FSV Waiblingen ihren Respekt!

Disziplin gehört dazu

Doch Sandro Palmeri wusste auch: „Talent allein reicht nicht…“, Palmeri verlangte mit seinem Trainerstaff auch Disziplin – und zwar früh. Palmeri zu seinen Forderungen: „Von 12- bis 14-Jährigen konnte man schon erwarten, dass sie ihre Sporttasche selbst packen“, erzählt er, vielsagend schmunzelnd. Wer seine Stutzen vergaß oder zu spät zum Treffpunkt kam, durfte schon mal auf der Bank Platz nehmen. „Dann spielten eben andere von Beginn an.“ Es war kein Strafsystem, sondern eine Lektion fürs Leben: Verantwortung übernehmen, auch als junger Spieler. Daran erinnern sich die Junioren von einst, und ihre Eltern heute noch – ja, eine Schule für’s Leben war es allemal.

Ein Kollektiv, das funktionierte

Der Erfolg war dabei nie die Art von Soloshow. „Die Unterstützung der Eltern war entscheidend. Ohne ihr Engagement – ob bei Fahrten, Organisation oder einfach beim Anfeuern – wäre vieles nicht möglich gewesen“, weiß Palmeri das Engagement noch heute zu schätzen. So wurde aus einer Mannschaft eine echte Gemeinschaft, fast wie ein Dorf, das die Kinder trug, und zusammenwachsen ließ. Eltern wie die Familie Scheiermann, zum Beispiel, erinnern sich noch heute. Sohn Oleg, inzwischen 18, sagt: „Sandro hat mir gezeigt, was es heißt, Fußball als Mannschaftssport zu leben.“

Das Echo der Jahre hallt nach: viele Spieler schafften den Sprung in Leistungszentren, einige in den Profibereich, fast alle blieben dem Fußball treu. Palmeri selbst erhielt mehrfach Angebote von höheren Vereinen. „Letztlich habe ich mich aber immer für das Projekt FSV Waiblingen entschieden.“


Die andere Seite des Geschäfts

Doch Fußball ist nicht nur Jubel und Sieg. Wenn Spieler nach langer Zeit zu großen Agenturen wechseln, bleibt ein Stich, eine leise Enttäuschung, die Palmeri aber am Ende immer auch sportlich nimmt: „Natürlich fragt man sich: Was können die mehr bieten?“ Etwa echte Menschlichkeit?, fügen wir hier fragend hinzu. Palmeri, aber meint, das muss jeder für sich beantworten, und sagt es leise, ohne Bitterkeit. Palmeri liebt diesen Sport, denn „Fußball heißt nicht nur Siege, sondern auch Niederlagen.“ Besonders aus Letzteren, gehört es, zu lernen.

Familie als Rückgrat

Dass Sandro Palmeri nicht aufgibt, im Gegenteil, neue Projekte anschiebt und Erfolge feiert, liegt auch an seiner Familie. Seine Frau Concetta lernte ihn über und mit dem Fußball kennen – und heiratete ihn mit all der Leidenschaft, die dazugehört. Die beiden Söhne sind längst selbst Kicker, oder fußballinteressiert, wie könnte es anders sein? „Meine Familie lebt Fußball genauso wie ich.“ Am Spielfeldrand fiebern sie mit, als seien sie Teil des Trainerstabs, oder „Conchi“, seine Frau, gibt eine freundliche Gastgeberin am FSV-Kiosk.

Und immer wieder FSV

Ob als Sportdirektor, Berater oder gar irgendwann wieder als Juniorencoach – Palmeri bleibt dem FSV Waiblingen verbunden. Erst im vergangenen Jahr feierten die Aktiven wieder Meisterschaft und Aufstieg. Und auch in Zukunft wird er seine Erfahrung einbringen, für Spieler, etwaige Talente und auch für seinen Club. (Und auch wir schätzen Sandro Palmeri als Berater, und werden als Scout und Vermittler weiterhin eng zusammenarbeiten – man ergänzt sich prima.)

Ein ausführliches Porträt und Interview über Palmeri, findet sich übrigens auch auf checkfussballberater.de.

So bleibt das Bild von Sandro Palmeri: ein Mann, der Fußball nicht nur denkt, sondern lebt. Der Disziplin mit Freude verbindet, Siege feiert, Niederlagen trägt – und immer weiter macht. Ein Enthusiast, ein Liebhaber des Spiels, wie ihn jeder Verein sich nur wünschen kann…


GiD

Mit dem Jugendtrainer vom Gegner FC Porto…

…im Austausch mit dem Coach von Galatasaray…

Palmeri mit Volker Finke, der einst den SC Freiburg prägte!

Ohne Übertreibung: Wo Sandro Palmeri ist, kommt der Erfolg!

Der FSV Waiblingen, mit den Jungs des FC Bayern!