Aktuell+++aktuell +++ 23. A-Junioren Bundesliga Sparkassen-Cup: Schwäbisch Hall bleibt das Schaufenster der Stars von morgen! „Mister Sparkassen-Cup“, Thorsten Schift, hat mit seinem Helferteam einmal mehr ein herausragendes A-Juniorenturnier auf die Beine gestellt!

Es gibt Turniere, die sind Pflichttermine. Und es gibt Turniere, die längst zu einer Institution geworden sind. Der A-Junioren Bundesliga Sparkassen-Cup in Schwäbisch Hall gehört ohne Zweifel zur zweiten Kategorie. Bereits zum 23. Mal treffen sich hier einige der besten Nachwuchsmannschaften Deutschlands, um den letzten Feinschliff vor der neuen Saison zu holen. Gleichzeitig ist das Turnier seit Jahren ein Magnet für Scouts, Berater und Fußballfachleute aus dem gesamten Bundesgebiet.

Schon der Auftakt machte Lust auf mehr. Bei herrlichem Sommerwetter kamen rund 800 Zuschauer nach Schwäbisch Hall und sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. Auf und neben dem Platz war sofort zu spüren: Hier wird nicht nur Fußball gespielt – hier werden Entwicklungen beobachtet, Karrieren begleitet und vielleicht die ersten Kapitel neuer Bundesliga-Geschichten geschrieben.

Der Sparkassen-Cup ist längst mehr als ein Vorbereitungsturnier. Er ist ein Schaufenster des deutschen Nachwuchsfußballs. Wer hier überzeugt, landet automatisch auf den Notizblöcken zahlreicher Scouts. Und genau deshalb lohnt sich jeder Blick über den Spielfeldrand.

Noch im vergangenen Jahr begeisterte Bayerns Ausnahmetalent Lennart Karl in Schwäbisch Hall die Zuschauer. In früheren Jahren liefen hier bereits Mesut Özil, Sami Khedira, Youssoufa Moukoko oder Paris Brunner auf. Namen, die damals Talente waren und heute jeder Fußballfan kennt. Auch diesmal hört man bereits die ersten interessanten Namen rund um das Turnier. Doch noch ist Geduld gefragt. Die ersten Eindrücke müssen sich über mehrere Spiele bestätigen. Genau das macht seriöse Talentbeobachtung aus.

Dass der Sparkassen-Cup bundesweit inzwischen einen ausgezeichneten Ruf genießt, zeigt auch die Entwicklung des Teilnehmerfeldes. Der SC Freiburg und der FC Bayern München sind mittlerweile zum zweiten Mal mit voller Überzeugung dabei. Das ist kein Zufall.

Ein verantwortlicher Chefscout des SC Freiburg brachte es im Gespräch treffend auf den Punkt: „Schwäbisch Hall hat sich wirklich etabliert. Das Niveau ist hoch und die Organisation hervorragend.“

Mehr Anerkennung kann es für die Verantwortlichen kaum geben.

Und genau hier kommt ein Mann ins Spiel, der selbst nie das Rampenlicht sucht.
Thorsten Schift.

Der Multifunktionär, und bis vor kurzem noch Trainer der Sportfreunde Schwäbisch Hall, ist längst als „Mister Sparkassen-Cup“ bekannt. Jahr für Jahr gelingt es ihm gemeinsam mit einem außergewöhnlich engagierten Helfer- und Organisationsteam, dieses Turnier nahezu geräuschlos auf höchstem Niveau zu organisieren. Gerade wenn im Hintergrund alles funktioniert, merkt man, wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt. Gute Organisation ist im Fußball wie ein gutes Mittelfeld: Sie fällt oft erst dann auf, wenn sie fehlt.

Ebenso erfreulich ist das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern des deutschen Nachwuchsfußballs. Norbert Elgert von der Schalker Knappenschmiede gehört fast schon zum Inventar dieses Turniers. Dazu kommen zahlreiche Scoutingkollegen, die den Sparkassen-Cup seit weit mehr als 15 Jahren besuchen. Man kennt sich, tauscht Eindrücke aus und diskutiert über Spieler, Entwicklungen und Perspektiven. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz dieses Turniers aus.

Natürlich richtet sich der Blick auch auf den Gastgeber.

Dass die A-Junioren der Sportfreunde Schwäbisch Hall nach ihrem verdienten Aufstieg selbst Teil dieses hochklassigen Teilnehmerfeldes sind, passt hervorragend zum Gesamtbild.

Und die Mannschaft von Trainer Anil Öztürk sowie Co-Trainer Yilmaz verkaufte sich gegen den VfB Stuttgart ausgesprochen teuer.

Das 1:3 klingt am Ende deutlicher, als der Spielverlauf tatsächlich war.

Über lange Phasen begegnete Hall dem Favoriten auf Augenhöhe. Das zwischenzeitliche 1:1 war absolut verdient, und die Zuschauer honorierten den mutigen Auftritt mit viel Applaus. Die Sportfreunde spielten gepflegten, strukturierten Fußball und versteckten sich keineswegs.

Doch gegen Mannschaften wie den VfB entscheidet oft nicht eine halbe Stunde, sondern eine einzige Minute.

Nach einem Dreifachwechsel schlichen sich zwei nahezu identische Fehler ein. Zweimal versuchte Halls Nummer 14, den Gegenspieler auf engstem Raum auszuspielen. Gleich zweimal ging der Ball verloren. Gegen Spitzenmannschaften ist das, etwas plakativ formuliert, absolut tödlich. Große Topclubs wie der VfB Stuttgart, bestrafen solche Situationen kompromisslos. Und so haben die Jungs vom Wasen die Situation auch sofort (aus)genutzt. Genau diese individuelle Qualität machte letztlich den Unterschied.

Dennoch überwog nach dem Schlusspfiff der positive Eindruck, es gab viel Applaus. Diese Leistung macht Mut für die anstehende Saison.

Auch die übrigen Partien bestätigten das hohe Niveau des Turniers.

Eintracht Frankfurt überzeugte mit einer reifen Vorstellung gegen den FC Bayern München. Ebenso entwickelte sich das Duell zwischen Schalke 04 und der TSG Hoffenheim zu einer intensiven und ausgeglichenen Begegnung, in der viele kleine Details den Unterschied machten.

Schon der erste Turniertag zeigt eindrucksvoll, weshalb der Sparkassen-Cup bundesweit einen so hervorragenden Ruf genießt.

Hier treffen sich leistungsorientierte Nachwuchsfußballer, renommierte Trainer, erfahrene Scouts und Berater. Hier wird Fußball nicht nur gespielt, sondern gelesen – fast wie ein offenes Buch, in dem jede Aktion eine neue Zeile schreibt. Manche Kapitel enden im Nachwuchsbereich, andere beginnen genau hier ihre Reise Richtung Profifußball.

Die Rahmenbedingungen stimmen, die Organisation überzeugt, das sportliche Niveau ist hoch und die Begeisterung der Zuschauer ist spürbar.

Der Sparkassen-Cup bleibt das, was er seit vielen Jahren ist: einer der wichtigsten Treffpunkte des deutschen Nachwuchsfußballs.

Und wer weiß – vielleicht haben wir an diesem Wochenende bereits den nächsten Bundesligastar gesehen, ohne es heute schon zu wissen.


Giovanni Deriu

Porträts & Biographien: Ein bisschen „Real“ in Pforzheim – und ganz viel Bodenhaftung. Beim Testspiel in Waiblingen, siegt der Drittligist SG Sonnenhof-Großaspach 2:0 über den Oberligisten CfR Pforzheim. Das Team von Pablo Gil, erst vor einer Woche in die Saison gestartet, hielt gegen die Profis sehr gut mit.

Waiblingen. Manchmal kommt es im Fußball eben anders, als man denkt. Das gilt für Spiele ebenso wie für Trainerkarrieren. Und manchmal führt genau dieser Umweg einen ehemaligen Profi und Trainer aus dem Umfeld von Real Madrid ausgerechnet an die Seitenlinie eines Oberligisten in Pforzheim.

Bei der Raseneinweihung in Waiblingen stand für den 1. CfR Pforzheim zwar am Ende eine verdiente 0:2-Niederlage gegen Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach. Rund 400 Zuschauer sahen aber weit mehr als nur zwei Tore. Sie sahen eine Mannschaft, die trotz schwerer Beine mutig nach vorne spielte, und einen Trainer, der jede Szene aufsaugte wie ein Schwamm.

Natürlich war Großaspach insgesamt reifer, eingespielter und kaltschnäuziger. Der ambitionierte Dorfclub hätte durchaus mit 4:2 oder 5:3 gewinnen können. Doch auch der CfR versteckte sich keineswegs. Mal im 3-4-3, mal im 4-3-3 suchten die Goldstädter konsequent den Weg nach vorne. Was fehlte, war weniger der Wille als vielmehr die Präzision im Abschluss.

Hier mit Neuzugang, Gianluca Trianni.

Genau dafür sind Testspiele schließlich da.

Während auf dem Platz munter durchgewechselt wurde, analysierte Pablo Gil Sarrión nahezu jede Aktion. Nach dem Schlusspfiff verschwand der neue Cheftrainer zunächst mit seinem Trainerstab zur Nachbesprechung. Besonders auffällig: die intensive, aber ausgesprochen wertschätzende Zusammenarbeit mit Co-Trainer Steven Riechers. Hier wurde nicht diskutiert, um Recht zu behalten, sondern um gemeinsam besser zu werden.

Kurz danach nahm sich Gil Zeit für ein Gespräch.

Der 37-Jährige spricht erstaunlich gutes Deutsch. Ruhig. Überlegt. Fast leise. Einer, der lieber nachdenkt als große Schlagzeilen produziert.

„Es muss noch besser, noch tiefer werden“, sagt er selbstkritisch. Und meint damit zunächst sich selbst.

„Ich muss den Spielern die Dinge noch verständlicher erklären.“

Dieser Satz verrät vermutlich mehr über den Spanier als jede Trainerlizenz. Verantwortung beginnt für ihn nicht bei den Spielern, sondern beim Trainer.

Warum aber entscheidet sich ein Mann mit einer Vita, die Stationen bei Real Madrid umfasst, ausgerechnet für den CfR Pforzheim?

Gil lächelt.

„Pforzheim hat sich ehrlich und aufrichtig um mich bemüht. Vor allem Giuseppe Ricciardi. Wir kennen und schätzen uns. Dieses Projekt hat mich gereizt.“

Es ist kein Satz für die Galerie, sondern einer, den man ihm abnimmt.

„Wenn man irgendwann wieder weiter oben im Profifußball arbeiten möchte, muss man bereit sein, unten etwas aufzubauen.“

Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch seine Philosophie.

Wer jetzt allerdings glaubt, der Spanier komme mit königlichem Glamour nach Pforzheim, liegt völlig daneben.

Ja, Pablo Gil arbeitete zuletzt fünf Jahre als Trainer und Technischer Direktor im internationalen Ausbildungsprogramm der Stiftung von Real Madrid in Mexiko. Dort ging es nicht nur um Fußball, sondern auch um Werte, Persönlichkeit und soziale Verantwortung.

Und ja – als Spieler trainierte der ehemalige Innenverteidiger bei Real Madrid Castilla sogar regelmäßig unter José Mourinho mit den Profis. Namen wie Iker Casillas, Sergio Ramos, Pepe, Marcelo, Mesut Özil, Sami Khedira, Kaká, Karim Benzema oder Cristiano Ronaldo gehörten damals zum Trainingsalltag.

Doch von Starallüren ist bei Gil nichts zu spüren.

Als ich ihn frage, wie der CfR Pforzheim von diesen Erfahrungen profitieren könne, lächelt er erneut.

„Ob Real Madrid oder Pforzheim – jeder Spieler möchte gewinnen.“

Dann macht er eine kurze Pause.

„Der Leistungsgedanke ist überall derselbe.“

Seine Fußballphilosophie klingt fast verblüffend einfach.

„Jeder Spieler muss seine Stärken kennen.“

Und weiter:

„Ich möchte die Spieler begeistern und ihnen helfen, besser zu werden. Vom Einfachen zum Schweren.“

Für Gil beginnt guter Fußball nicht mit spektakulären Spielzügen, sondern mit den Grundlagen. Saubere Pässe. Klare Laufwege.
Konsequente Balleroberungen.

Automatismen.

„Das muss man immer wieder trainieren.“

Es klingt unspektakulär.

Ist aber wahrscheinlich genau der Grund, weshalb erfolgreiche Mannschaften am Ende oft die einfachen Dinge außergewöhnlich gut beherrschen.

Professionalität ist Pablo Gil wichtig. Allerdings kennt er die Realität eines Oberligisten sehr genau.

„Fußball muss so professionell wie möglich sein“, sagt er.

Dann schiebt er einen Satz nach, der seine Bodenständigkeit unterstreicht.

„Aber ohne die Mannschaft zu überfordern.“

Schließlich gehen die meisten CfR-Spieler tagsüber ganz normalen Berufen nach. Großaspach lebt den Profifußball, Pforzheim lebt den Amateurfußball mit professionellem Anspruch.

Auch das gehört zur Wahrheit.

Umso mehr freut es den neuen Trainer, wie offen seine Mannschaft arbeitet.

„Die Spieler sind sehr interessiert und lernwillig.“

Das hört jeder Trainer gern.

Und wann hat man in der Oberliga schon die Möglichkeit, unter einem Coach zu trainieren, der nicht nur bei Real Madrid gearbeitet, sondern unter José Mourinho mit Weltstars auf dem Trainingsplatz gestanden hat?

Nein, der CfR Pforzheim wird deshalb morgen nicht zu den Königlichen.

Aber vielleicht gelingt es Pablo Gil, etwas viel Wichtigeres nach Pforzheim mitzubringen: eine klare Idee vom Fußball, eine Kultur des Lernens und den Glauben daran, dass große Entwicklungen fast immer mit kleinen, sauberen Schritten beginnen.

Ein bisschen Real ist also tatsächlich beim CfR angekommen.

Nicht als Glamour.

Sondern als Haltung.

Ich finde, diese Version kommt deinem Stil sehr nahe: erzählerisch, mit feinen Beobachtungen, pointierten Übergängen und einem Schluss, der nicht pathetisch wirkt, sondern nachhallt.

Giovanni Deriu

Hier Checkfussballberater.de, Giovanni Deriu mit SGS-Profi, Luca Molinari, den wir

von Kindesbeinen an kennen. Gewann im Testmatch 2:0 (GiD)


WM 2026, Porträts und Biographien – der Brasilianische Traum ist wieder geplatzt. Woran lag es, wenn es selbst der beste Clubtrainer der Welt nicht vermochte, die Selecao bis ins Finale zu bringen? Eine Analyse über Brasilien und Carlo Ancelotti…

Oder: Carlo Ancelotti – Warum auch der erfolgreichste Trainer der Welt in Brasilien an Grenzen stößt

Als Carlo Ancelotti 2009 nach London ging, sprach er kein Wort Englisch. Er redet bis heute auf seine ganz eigene Weise: ruhig, gelassen, auf Italienisch, oft durchsetzt mit römischem Dialekt. Schlagfertige Bemerkungen und Aphorismen gehören ebenso zu ihm wie die acht Jahre in Rom (171 Spiele, 12 Tore), die ihm im Blut geblieben sind – genauso wie seine emilianischen Wurzeln, auch wenn man in seiner Sprache kaum einen regionalen Akzent heraushört. In Rom fand er zudem die Liebe: Seine erste Ehefrau Luisa schenkte ihm die beiden Kinder Davide und Katia.

Heute, siebzehn Jahre später, spricht Ancelotti fließend Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und inzwischen auch Portugiesisch – eine Sprache, in die er sich unmittelbar nach seiner Ernennung zum Nationaltrainer Brasiliens vertieft hat. Nichts Außergewöhnliches: Wer als Spitzenprofi quer durch Europa und die Welt zieht, muss sich verständigen können – mit Spielern, Funktionären und seinem Umfeld. Es ist nicht nur eine berufliche Notwendigkeit, sondern auch eine Frage des alltäglichen Lebens.

Seine Stationen – vom FC Chelsea zu Paris Saint-Germain, von Real Madrid zum FC Bayern München, später zum FC Everton, mit einem Zwischenstopp in Neapel und nun in Rio de Janeiro – zwangen ihn immer wieder, sich sprachlich und kulturell anzupassen. Das gelang ihm scheinbar mühelos. Sein wichtigstes Prinzip, als Mensch wie als Trainer, lautet: führen und managen. Das hat er in seiner Familie ebenso bewiesen wie in nahezu jedem Verein, den er trainierte – selbst beim Everton oder in Neapel, wo die großen Titel ausblieben. Seine größte Stärke ist die Empathie, mit der er Beziehungen zu Vereinsführungen, Spielern, Fans und Medien aufbaut.

Am Ende bleibt jedoch der Erfolg das entscheidende Kriterium, nach dem ein Trainer beurteilt wird. Anders kann es kaum sein. Der Mensch Ancelotti gilt als loyal, direkt, freundlich, sympathisch und geistreich. Er zeigt nur selten scharfe Kanten und besitzt den gutmütigen, geduldigen und toleranten Charakter eines Mannes vom Land. Der Trainer dagegen muss sich an den Ergebnissen seiner Mannschaften messen lassen.

Brasilien scheiterte bei der Weltmeisterschaft – zunächst spielerisch, dann auch hinsichtlich der eigenen Ambitionen. Das Aus gegen Norwegen im Achtelfinale löste einen Sturm der Kritik aus. Der frühere Nationaltrainer Vanderlei Luxemburgo (1998–2000) ließ kein gutes Haar an seinem Nachfolger. Nachdem er Ancelotti bereits für dessen Umgang mit Neymar kritisiert hatte („Unser bester Spieler hätte immer spielen müssen“), ging er noch weiter:

„Ancelotti hat bei der Aufstellung, bei seinen Entscheidungen und bei der Spielanalyse Fehler gemacht. Dadurch haben wir die Chance auf den sechsten WM-Stern verspielt. Wäre der Trainer Brasilianer, würde die Presse bereits seinen Rücktritt fordern, Sondersendungen ausstrahlen und das gesamte Projekt für gescheitert erklären. Bei einem Ausländer scheint es dagegen immer eine Entschuldigung zu geben, den Wunsch, ein Auge zuzudrücken, und eine Geduld, die man brasilianischen Trainern nie entgegengebracht hat. Schluss mit diesem Minderwertigkeitskomplex, der uns glauben lässt, alles, was von außen kommt, sei besser. Der brasilianische Fußball braucht mehr Brasilien. Mehr Identität, mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mehr Respekt für unsere Fachleute und für das Wesen unseres Fußballs. Sollen sie über die Premier League, die Champions League oder worüber auch immer sprechen. Für mich bedeutet Fußball noch immer legendäre Trikots, bunte Tribünen, Späße und Legenden, bemalte Straßen, Kinder, die ihre Nationalmannschaft zum ersten Mal Weltmeister werden sehen – und vor allem jene Leidenschaft, die nur die Brasilianer wirklich verstehen.“

Eine solche Reaktion ist nachvollziehbar und keineswegs ungewöhnlich. Einige Personalentscheidungen, manche taktischen Einschätzungen und vor allem eine ausgesprochen vorsichtige Spielweise stehen im Widerspruch zur traditionellen brasilianischen Fußballkultur, die stets vom Angriff lebte – immer angreifen, überall angreifen, mit Außenverteidigern, Innenverteidigern und Mittelfeldspielern. Selbst dann, wenn Beobachter mehr Vorsicht und mehr Balance empfohlen hätten.

Auch die brasilianische Presse zeigte sich nicht gnädiger und griff im Wesentlichen denselben Gedanken auf wie Luxemburgo: „Wäre er Brasilianer, wäre er längst entlassen worden.“

Nach der Niederlage, besiegelt durch den Doppelpack von Erling Haaland, sprach Ancelotti dennoch vom Beginn eines neuen Zyklus. Es ist schwierig, die Grenze zwischen der inzwischen seit Jahren offensichtlichen technischen Schwäche vieler brasilianischer Spieler – mit wenigen Ausnahmen – und der Verantwortung des Nationaltrainers zu ziehen. Natürlich trägt auch der Trainer seinen Anteil an einem Debakel, das durch einen Ballbesitzanteil verschärft wurde, der Kritiker und Fans fast noch mehr verärgerte als die Niederlage selbst, weil Brasilien den Norwegern die Kontrolle über das Spiel überließ.

Zwar stimmt es, dass Norwegen die einzige Nationalmannschaft der Geschichte ist, die Brasilien noch nie besiegen konnte (drei Siege und zwei Unentschieden in den bisherigen Duellen). Ebenso stimmt, dass die besten Torchancen bis zehn Minuten vor Schluss überwiegend auf Seiten der Seleção lagen und der norwegische Torhüter Ørjan Nyland der beste Mann auf dem Platz war. Und ebenso richtig ist, dass Brasilien ohne Vitinha und Lucas Paquetá sowie mit einem nie richtig durchgestarteten Endrick, einem eher blassen Gabriel Martinelli und einem Mittelfeld um Casemiro, Bruno Guimarães und Gabriel weit von den großen Mannschaften vergangener Jahrzehnte entfernt ist. Dennoch waren die Erwartungen ungleich höher. Sehr viel höher. Aberglaube, Glück oder Pech spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Auch wolle Ancelotti kein Vorbild für andere sein, entgegnete er einer Journalistin, die fragte, was denn von ihm überdauern solle? Carlo wörtlich auf der PK nach der Niederlage: ,,Ich bin immer der Gleiche, ich will kein Vorbild sein – ich liebe die Passion zum Fußball seit ich ein kleiner Junge war. Erfolge und auch eben solche Niederlagen gehören zum Fußball dazu…“

„König Carlo“ als Trainer wurde von seinen Kritikern – und nicht nur von ihnen – stets als außergewöhnlich glücklich bezeichnet. Dabei war ausgerechnet er es, der mir einst erklärte, dass es im Sport, im Fußball, kein Glück gebe. Damals war er noch Spieler und ich ein junger Reporter. Immer wieder sagte er zu mir:

„Du kannst den Pfosten treffen, wegen eines Abprallers, eines schlechten Rasenstücks oder einer abgefälschten Aktion verlieren oder nicht gewinnen. Aber du hast 90 Minuten Zeit zu zeigen, dass du besser bist. Wenn dir das nicht gelingt, ist es deine Schuld – und das Verdienst des Gegners.“

Dieser Satz gilt heute genauso wie damals. Er beschreibt Ancelottis Fußballphilosophie besser als jede Trophäensammlung. Und vielleicht muss er sich nun an seinen eigenen Worten messen lassen.

Ancelotti hat bei der Seleção noch vier Jahre Vertrag. Genug Zeit, um Kritiker zu widerlegen und Brasilien wieder zu alter Stärke zu führen. Leicht wird das nicht. Doch wenn einer weiß, dass Erfolg weder Glück noch Zufall ist, sondern das Ergebnis harter Arbeit, dann ist es Carlo Ancelotti.

Boa sorte, Carletto. Viel Glück.

Giovanni Deriu

Fußball, Porträts & Biographien, sowie Calciomercato Oberliga Baden-Württemberg: Luigi Mignano (20) – Einer, der lieber abliefert als redet! Zwischen Waiblingen, Hoffenheim, Heidenheim und Darmstadt – Und, warum der nächste Schritt jetzt Normannia Gmünd heißt…

Manche Spieler reden viel. Luigi Mignano gehört nicht dazu. Wenn er etwas zeigen will, macht er das lieber auf dem Platz.

Wer Luigi zum ersten Mal trifft, erlebt einen ruhigen, oft nachdenklichen jungen Mann. Einen, der lieber zuhört als große Reden schwingt. Einen, der selten im Mittelpunkt stehen will. Doch sobald der Ball rollt, verändert sich das Bild. Dann wird aus dem eher zurückhaltenden Typen ein Fußballer voller Ideen, Energie und Entschlossenheit.

Wir von Checkfussballberater.de kannten Luigi Mignano bereits aus seiner Zeit im Nachwuchs der TSG Hoffenheim. Richtig intensiv beschäftigt haben wir uns mit ihm allerdings erst über Sandro Palmeri, während Luigis Jahre beim 1. FC Heidenheim. Seitdem verfolgen und begleiten wir gemeinsam einen Spieler, dessen Entwicklung spannend geblieben ist – sportlich wie menschlich.

„Lui“, wie ihn Freunde, Mitspieler und Wegbegleiter nennen, ist ein moderner Angreifer. Einer, der auf mehreren Positionen spielen kann, polyvalent also, dazu auch technisch sehr stark ist, und immer wieder spielerisch Lösungen findet. Vor dem Tor sucht er konsequent den Abschluss, gleichzeitig hat er den Blick für den besser postierten Mitspieler.

Vor allem aber spielt er mit Überzeugung.

Geprägt von Waiblingen – Fußball mit Idee und Kreativität

Die ersten wichtigen Grundlagen bekam Luigi beim FSV Waiblingen. Dort arbeitete er unter Sandro Palmeri, dessen Mannschaften damals über Jahre hinweg, für mutigen Offensivfußball und starke Nachwuchsarbeit bekannt war.

Lui, Italoschwabe mit Doppelpass, erinnert sich gern an die Zeit bei Palmeri als Trainer zurück: „Sein Spiel war sehr stark von Kombinationen und einem klaren Tiki-Taka-Gedanken geprägt. Genau das trage ich bis heute in mir“, erzählt Mignano.

Wer ihn heute spielen sieht, erkennt diese Prägung sofort.

Er ist keiner, der vorne auf Zuspiele wartet. Luigi will am Spiel teilnehmen, Bälle fordern, kombinieren und selbst Lösungen finden. Er lässt sich gerne fallen, verbindet Mannschaftsteile miteinander und taucht dann genau dort auf, wo es gefährlich wird.


„Ich bin ein Stürmer, der gerne aktiv ins Spiel eingebunden werden will. Meine Stärken liegen in meiner technischen Ausführung, meinem Abschluss und meiner Spielintelligenz.“

Seine Bewegungen wirken oft unspektakulär. Aber genau darin liegt eine seiner Qualitäten. Er erkennt Räume früh, trifft gute Entscheidungen und denkt mehrere Aktionen voraus.

Talent ist dabei nur ein Teil der Geschichte.
Der andere Teil heißt Arbeit.

Lehrjahre fern von zuhause

Der Weg führte den jungen Schwaben früh weg von seinem gewohnten Umfeld.
Erst zur TSG Hoffenheim, später zum 1. FC Heidenheim und zuletzt zu Darmstadt 98.

Drei Vereine. Drei unterschiedliche Philosophien. Drei wichtige Kapitel seiner Entwicklung.

„In Hoffenheim lag der Schwerpunkt sehr stark auf der technischen und taktischen Ausbildung. Dort wurde viel Wert auf Ballbesitz, Spielverständnis und die individuelle Entwicklung gelegt.“

Die Zeit bei der TSG brachte ihm viele fußballerische Werkzeuge mit auf den Weg.

In Heidenheim kamen andere Dinge hinzu.

„Dort habe ich vor allem gelernt, wie wichtig Mentalität, Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit sind.“
Werte, die den Verein bis heute auszeichnen.
Auch Darmstadt hinterließ Eindruck.

„Man merkt, dass die ganze Stadt hinter dem Verein steht. Die Fans und das Umfeld sorgen für eine besondere Atmosphäre.“

Was viele allerdings vergessen: Der Weg durch die Nachwuchsleistungszentren besteht nicht nur aus Fußball. Wer schon in jungen Jahren seine Heimat verlässt, erlebt auch Momente, in denen Familie und Freunde weit weg sind. Trotz neuer Kontakte und neuer Mannschaften gibt es Phasen, in denen man vieles mit sich selbst ausmachen muss. Gerade daran wächst man.

Auch Luigi ist in diesen Jahren gereift. Nicht nur als Spieler, sondern als Mensch.

Warum der Wechsel zur Normannia mehr als nur ein Vereinswechsel ist

Luigi hätte bei Darmstadt 98 bleiben können. Die Tür war keineswegs geschlossen. Gespräche gab es. Möglichkeiten ebenfalls. Auch Regionalligisten fragten an, selbst Norditalien meldete sich – aber die meisten befinden sich noch in der Entscheidungsphase, Entscheidungsfindung…

Doch dauerhaft auf die eine Chance zu warten, war ihm zu wenig. Wer mit ihm über Fußball spricht, merkt schnell: Er will spielen. Er will Verantwortung übernehmen. Er will auf dem Platz zeigen, was in ihm steckt. Man darf nie vergessen, dass in den meisten U23-Mannschaften, der Zweiten eines Proficlubs, auch immer die Rekonvaleszenten, die Profispieler nach ihren auskurierten Verletzungen herangeführt werden (müssen). Sie erhalten stets den Vorzug, auch dazu dienen die Zweiten Mannschaften, meist die U23.

Luigi dazu: „Es gab durchaus Gespräche darüber, in Darmstadt zu bleiben. Am Ende habe ich mich aber bewusst für den Wechsel zur Normannia entschieden.“

Die Entscheidung fiel nicht aus dem Bauch heraus. „Mir wurde eine klare Perspektive aufgezeigt, wie ich mich sportlich weiterentwickeln kann.“


Für Mignano geht es nicht darum, möglichst schnell irgendwo auf einer höheren Bühne zu landen. Ihm geht es darum, die richtigen Schritte zu gehen.

Schritte, die Sinn ergeben. Schritte, bei denen Entwicklung im Mittelpunkt steht.
Denn Luigi brennt für Fußball. Das merkt man sofort, wenn er über seine Leidenschaft spricht. Dann leuchten die Augen des sonst eher ruhigen Angreifers.

„Ich gebe immer alles.“

Wer seine Trainingswoche betrachtet, erkennt schnell, dass dieser Satz keine Floskel ist. Fünf bis sechs Einheiten pro Woche, dazu das Spiel am Wochenende. Immer mit voller Intensität.

Doch ein Spieler wie Mignano braucht mehr als Training.
Er braucht Vertrauen.

„Wenn ich das Vertrauen des Trainers spüre und die Freiheit bekomme, mein Spiel auf den Platz zu bringen, kann ich meine Stärken am besten entfalten.“
Genau dieses Gefühl entstand früh in den Gesprächen mit der Normannia.

Ein wichtiger Faktor war dabei auch der Trainerwechsel. Patrick Faber, ein ehemaliger Normannia-Spieler und geprägt von der bekannten Zorniger-Schule, überzeugte Mignano mit seiner Philosophie und seiner Idee vom Fußball. Die Spielweise passt.

Die Perspektive passt. Das Umfeld passt.

Und manchmal sind genau diese Dinge wichtiger als alles andere.

Hinzu kommt, dass Giovanni Deriu das Umfeld der Normannia seit Jahren kennt. Die Gespräche verliefen offen, ehrlich und auf Augenhöhe. Auch Sandro Palmeri unterstützte den Schritt als Karriereberater von Anfang an.

Beide schätzen Mignano nicht nur wegen seiner fußballerischen Qualitäten.

Sondern vor allem wegen seiner Art.
Talent haben viele. Charakter nicht immer.

Genau deshalb halten Palmeri und Deriu große Stücke auf Luigi Mignano.

Jetzt wartet der Schwerzer

Besonders auffällig ist, wie reflektiert Luigi über seinen bisherigen Weg spricht.
Er redet selten über sich selbst. Viel häufiger spricht er über Menschen, die ihn geprägt haben.
„Besonders hervorheben möchte ich Timm Fahrion und Patrick Mayer. Unter ihnen habe ich großes Vertrauen gespürt und gleichzeitig die Freiheiten bekommen, die ich brauche.“

Wieder fällt dieses Wort. Vertrauen.

Vielleicht beschreibt es seinen Weg besser als jedes andere.

Denn Luigi Mignano ist kein Spieler, der den einfachen Weg sucht.

Er sucht den richtigen.

Jetzt beginnt für ihn ein neues Kapitel.

Nicht mehr Hessenliga.

Nicht mehr die regelmäßigen Duelle mit Mannschaften wie Kickers Offenbach oder Eintracht Frankfurt II.

Jetzt wartet die Oberliga Baden-Württemberg.
Eine Liga mit Tradition.
Mit Leidenschaft.

Mit vielen Herausforderungen.

Und mittendrin die Normannia.

Im Schwerzer, diesem besonderen Stadion mitten in einer Wohngegend, hoffen die Fans auf frischen Wind und neue Impulse.

Vielleicht auch auf Tore. Die Voraussetzungen dafür bringt Luigi Mignano mit. Denn er ist einer dieser Spieler, die nicht viele Worte brauchen.
Einer, dessen Augen leuchten, wenn es um Fußball geht.

Einer, der lieber abliefert als viel zu reden.

Und genau deshalb darf man gespannt sein, ob „Lui“ dabei hilft, dass bei der Normannia ein neuer Ruck entsteht…

GiD

Fußball-Aktuell, Porträts, Calciomercato im gehobenen Amateurbereich: Verbands- und Oberligageflüster. Über Goalgetter und mögliche Toptrainer mit viel „Karacho“ aus dem Königlichen Lager…

Mit Erfahrung und jungem Elan nach Oben – und, mit viel Trainer-Karacho… wer kann schon von sich behaupten, Real Madrid zugearbeitet zu haben?

Ob wir es wollen oder nicht: Im Fußball werden einem Personalien zugetragen. Mal am Spielfeldrand, mal im Vereinsheim, mal zwischen Tür und Angel. Und meistens mit dem Zusatz: „Schreib’s bloß noch nicht.“ Interessanterweise fehlt dieser Zusatz oft dann, wenn die Sache längst zu 95 Prozent in trockenen Tüchern zu sein scheint. Der Amateurfußball lebt von den Personalien, und von den Fans sowie Groundhoppern…

Deshalb behandeln wir die folgenden Informationen weiterhin ohne Gewähr – auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass aus Gerüchten bald Fakten werden.

Bei den SportfreundenSchwäbischHall übernimmt bekanntlich Tobias Weiss das Traineramt von Thorsten Schift. Eine Verpflichtung, die im württembergischen Fußball durchaus Beachtung findet. Wer Weiss kennt, der weiß: Der ehrgeizige Fußballfachmann kommt nicht nach Hall, um die Verbandsliga lediglich zu verwalten.

Die sportlich Verantwortlichen Ralph Schön und Martin Kleinschrodt (beide mit ziemlich viel Fußballsachverstand, wenn auch unterschiedlich gewichtet), haben größere Ziele. Schwäbisch Hall möchte mittelfristig dorthin, wo Vereine wie die Normannia aus Gmünd, die TSG Backnang, Essingen, oder der CfR Pforzheim, und der SSV Reutlingen bereits spielen – in die #Oberliga.

Und dafür braucht es Tore. Seit Jahren, woll(t)en sie hoch, aber der Haller Fußball in der #Verbandsliga, ja, stagnierte, obwohl es nicht an tollen Kickern fehlte…

Nach unseren Informationen soll der neue Coach und Ex-Profi, TobiWeiss, einen echten Torjäger erhalten. Nicht den oft gehandelten Gilés-Sanchez von Türkspor Neckarsulm (viel Herz, schwache Finanzkraft derzeit, wie fast überall!), sondern einen anderen Namen, der in der Oberliga seit Jahren Gewicht besitzt.

Die Rede ist von Alexander Aschauer.
(https://www.fupa.net/player/alexander-aschauer-45191 )

Der ehemalige österreichische Juniorennnationalspieler sowie Profi von Großaspach, zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Torlieferanten der Liga und war für die Normannia Gmünd oftmals weit mehr als nur ein Stürmer – eher eine sportliche Lebensversicherung.

34 Jahre alt? Nun ja, das Alter darf kein Kriterium sein, sondern nur die Qualität, sagen Experten.

Aber in der Verbandsliga dürften für Aschauer dennoch 15 bis 25 Tore realistisch sein.

Noch läuft Aschauers Vertrag in Gmünd ein weiteres Jahr. Allerdings hören wir, dass sich beide Vereine aktuell über die Rahmenbedingungen eines möglichen Wechsels austauschen, und sich fast einig sind. Normannia soll wohl ein bisschen entgegenkommen, so der Wunsch der Sportfreunde. Die Normannia wiederum möchte nicht auf Alles verzichten wollen, schließlich sollte auch ein adäquater Sturm bereitstehn (wohl durch junge, ambitionierte, und gut ausgebildete Spieler!) Es wird verhandelt, um ein Win-Win auf beiden Seiten.

Hinzu kommt: Der neue Normannia-Coach(Faber) setzt auf eine laufintensive und dynamische Spielweise. Nicht jeder Spieler passt automatisch in ein neues Konzept.

Und so könnte sich eine Tür öffnen.

++++ aktuell +++ aktuell +++

Auch beim CfRPforzheim tut sich derweil einiges.

Die Goldstädter möchten ihren ohnehin attraktiven Fußball der vergangenen Saison weiterentwickeln. Sportdirektor Giuseppe Ricciardi und die Vereinsführung arbeiten intensiv am Kader.

„Die Spieler passen – und werden bald bekannt gegeben“, heißt es aus dem Umfeld.

Noch spannender ist allerdings die Trainerfrage.

Ein Kandidat, der ursprünglich als Nachfolger Rohdes vorgesehen war, sagte zunächst zu, zog anschließend wieder zurück, heuerte kurzzeitig bei Illertissen in der Regionalliga Bayern an – und verabschiedete sich dort keine 36 Stunden später ebenfalls wieder. Das nennt man allgemein, als wankelmütig und unsicher.

Der Fußball schreibt manchmal Geschichten, die kein Drehbuchautor erfinden würde.

Doch möglicherweise hat genau diese Entwicklung dem CfR die Tür zu einer noch interessanteren Lösung geöffnet.

Denn nach unseren Informationen steht Pablo Gil ganz oben auf der Liste.

Der spanische #Fußballlehrer bringt nicht nur die UEFA-Pro-Lizenz mit, sondern auch Erfahrungen aus dem Umfeld von Real Madrid. Dort arbeitete er im Bereich Performance Development und Talentförderung.

Dazu kennt Gil den deutschen Fußball bestens.

Als Spieler trug er unter anderem die Trikots des FC Villingen und der TSG Balingen.

Vor allem aber genießt er den Ruf eines modernen Trainers.

Ballbesitz mit Tempo. Mutiges Pressing. Individuelle Entwicklung von Spielern. Klare Strukturen. Hohe Intensität.

Attribute, die hervorragend zum sportlichen Weg des CfR Pforzheim passen würden.

Wer mit Menschen aus seinem Umfeld spricht, hört zudem immer wieder dieselben Beschreibungen, die vielleicht noch wichtiger für das Innenleben, für den #Willen eines Teams sind:

Fachlich stark. Kommunikativ.
Empathisch. Anspruchsvoll.
Ein Trainer, der Mannschaften besser macht.

Deshalb würde es viele mit uns überraschen, wenn auf den letzten Metern doch noch etwas dazwischenkäme.

Verein, Stadt und Trainerprofil scheinen bemerkenswert gut zusammenzupassen.

Genau für solche Kontakte und Netzwerke wurde Giuseppe Ricciardi schließlich installiert. Ricciardi selbst hielt sich bewusst (vielsagend schweigsam) zurück. Vor dem Kurzurlaub mit der Familie meinte der Sportdirektor zu Checkfussballberater.de nur: ,,Alles zu seiner Zeit…!“

Fest steht:

Die Oberliga Baden-Württemberg bleibt auch in diesem Sommer ein faszinierendes Spielfeld für große Ambitionen, spannende Personalien und Geschichten, die oft lange vor der offiziellen Verkündung erzählt werden.

Und meistens steckt mehr Wahrheit dahinter, als viele glauben.

Checkfussballberater.de bleibt natürlich auch dran…

Giovanni Deriu

Sportfreunde Schwäbisch Hall 1912 e.V.

FuPa.net

Cfr Pforzheim

Oberliga BW VerbandsligaBadenWürttemberg

Fußball, Porträts & Biographien: Von Aue bis Bologna – Domenico Tedesco vor dem Engagement beim ambitionierten SerieA-Club Bologna: Der Italo-Schwabe kehrt zu seinen Wurzeln zurück… Eine ganz spannende Personalie für Italien!

Die Zeichen verdichten sich. In Bologna gilt die Verpflichtung von Domenico Tedesco inzwischen nahezu als beschlossene Sache. Noch sind einige bürokratische Details mit Fenerbahçe zu klären, doch die italienischen Medien berichten übereinstimmend von einer Einigung. Für den ehemaligen belgischen Nationaltrainer wäre es die erste Trainerstation in der Serie A.

Die Fans der Rossoblù dürfen sich auf einen Trainer freuen, der trotz seiner erst 40 Jahre bereits eine bemerkenswerte Karriere hinter sich hat. Für uns bei Checkfussballberater.de besitzt diese Personalie noch eine zusätzliche Bedeutung. Wir durften Domenico Tedesco bereits in seinen frühen Jahren als Nachwuchstrainer beim VfB Stuttgart und später bei der TSG Hoffenheim erleben und mit ihm sprechen. Schon damals war er keiner, der laut auftrat oder große Schlagzeilen produzieren wollte. Stattdessen überzeugte er mit Fachwissen, Akribie und einer bemerkenswerten Bodenständigkeit.

Es war die Zeit, in der sich bereits abzeichnete, dass dieser Italo-Schwabe seinen Weg im Profifußball gehen würde. (https://checkfussballberater.de/nachwuchstrainer-talente-domenico-tedesco-ein-unverkrampfter-klassenprimus-mit-10-zum-fussballlehrer/ ) sowie auf RUND (https://www.rund-magazin.de/news/1525/25/Interview-Domenico-Tedesco/ )

Vom Klassenbesten zum Bundesliga-Trainer

Geboren wurde Tedesco 1985 im kalabrischen Rossano, aufgewachsen ist er in Deutschland. Parallel zu seinem Studium als Wirtschaftsingenieur entwickelte er sich zu einem der spannendsten Nachwuchstrainer des Landes.

Während seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim absolvierte er den renommierten Fußballlehrer-Lehrgang des DFB. Die Doppelbelastung zwischen Trainertätigkeit und Ausbildung meisterte er mit Bravour. Am Ende stand die Bestnote 1,0 und die Auszeichnung als Jahrgangsbester des Fußballlehrer-Lehrgangs 2016.

Schon damals beeindruckte Tedesco mit seiner klaren Vorstellung von moderner Trainerarbeit. Seine Mannschaften sollten mutig, offensiv und gleichzeitig strukturiert auftreten. Besonders wichtig war ihm jedoch immer die individuelle Entwicklung seiner Spieler.

Sein Grundsatz lautete:

„Ein Spieler muss durchgängig bestmöglich begleitet werden.“

Diese Philosophie zog sich durch seine gesamte Laufbahn.

Die Chance in Aue und der Blick für Talente

Seinen Durchbruch im Profifußball schaffte Tedesco im Frühjahr 2017 beim FC Erzgebirge Aue. Die Sachsen standen damals mit einem Bein in der 3. Liga, als der junge Trainer die Verantwortung übernahm.

Innerhalb weniger Wochen gelang ihm das, was viele Beobachter kaum noch für möglich hielten: der Klassenerhalt.

Tedesco strukturierte die Mannschaft neu, ordnete Spieler ihren optimalen Rollen zu und entwickelte sofort eine klare Spielidee. Die erfolgreiche Rettungsmission machte ihn schlagartig bundesweit bekannt.

Interessant aus unserer Sicht: Nach seinem Wechsel nach Aue nahm Tedesco auch Moses Ngwisani, (s)einen ehemaligen Spieler aus dem Nachwuchsbereich des VfB Stuttgart mit nach Sachsen. Einen Spieler, dessen Entwicklung wir über Jahre persönlich begleitet und beobachtet haben. Auch das zeigte schon damals eine der großen Stärken Tedescos: Er erkannte Potenziale, schenkte jungen Spielern Vertrauen und war bereit, Verantwortung für ihre Entwicklung zu übernehmen. (https://checkfussballberater.de/junioren-fussball-in-eigener-sache-wir-freuen-uns-sehr-fuer-moses-ngwisani-ueber-den-profivertrag-beim-fc-erzgebirge-aue-ab-juli-2017-weiter-so-disziplin-und-biss-zahlen-sich-aus/)

Nach Aue ging es steil bergauf. Schalke 04 verpflichtete den damals erst 31-Jährigen. Es folgten die Vizemeisterschaft in der Bundesliga, Stationen bei Spartak Moskau und RB Leipzig sowie der Gewinn des DFB-Pokals mit den Sachsen.

Warum Bologna auf Tedesco setzt

Heute steht Domenico Tedesco vor dem nächsten spannenden Kapitel seiner Laufbahn. Die italienische Sportzeitung Corriere dello Sport titelte bereits „Il Bologna di Tedesco“ und unterstreicht damit die Erwartungen rund um den Traditionsverein aus der Emilia-Romagna.

Sportdirektor Giovanni Sartori soll sich bereits seit längerer Zeit mit dem Deutsch-Italiener beschäftigt haben. Schon nach dem Abschied von Thiago Motta galt Tedesco als Kandidat. Nun scheint der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein.

Der ehemalige belgische Nationaltrainer spricht sechs Sprachen, verfügt über internationale Erfahrung und steht für modernen, kontrollierten Offensivfußball. Seine Mannschaften sollen schnell torgefährlich werden, ohne dabei die defensive Stabilität zu verlieren.

Dabei denkt Tedesco nie in starren Systemen. Viel wichtiger ist für ihn, die vorhandenen Qualitäten einer Mannschaft bestmöglich zu nutzen.

Mit Bologna übernimmt er einen Verein, der sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat und erneut europäische Ambitionen verfolgt.

Für Tedesco schließt sich damit zugleich ein Kreis. Der gebürtige Kalabrese kehrt erstmals als Cheftrainer in das Land seiner Wurzeln zurück.

Bologna bekommt keinen Selbstdarsteller. Bologna bekommt einen akribischen Fußballfachmann, der Spieler besser machen kann und Mannschaften entwickelt.

Genau deshalb könnte diese Verbindung hervorragend funktionieren.

Giovanni Deriu

Fußball, Porträts & Biographien: LIEBE AUF DEN ZWEITEN ANLAUF? Warum Ralf Rangnick plötzlich wieder perfekt zum AC Milan passen könnte…

Der AC Milan wirkt derzeit wie ein schwer angeschlagener Adelspalast im lombardischen Nebel. Viel Glanz an den Wänden, viele Erinnerungen in den Gängen – aber auf dem Spielfeld fehlte zuletzt die Seele.

Die Saison endete nicht einfach nur enttäuschend. Sie implodierte beinahe geräuschlos. Coach, il „Mister“ Max Allegri scheiterte, Igli Tare musste gehen, weitere Figuren aus dem inneren Machtzirkel verschwanden ebenfalls von der Bühne. Milan steht nun vor einem radikalen Neuanfang. Nicht kosmetisch. Sondern strukturell.

Und genau in solchen Momenten tauchen manchmal Namen wieder auf, die nie ganz verschwunden waren.

Ralf Rangnick.

Es ist fast schon eine Ironie der Fußballgeschichte, dass ausgerechnet jetzt die alte Verbindung zwischen dem deutschen Professor des Pressings und dem italienischen Traditionsriesen wieder aufflammt. Denn Rangnick und Milan – das war schon vor Jahren eine Geschichte voller Spannung, Annäherung und plötzlich gezogener Handbremsen. (https://www.rund-magazin.de/news/1781/80/Rangnick-AC-Mailand/ )

Damals fehlte der Mut.

Heute fehlt Milan vor allem Orientierung.

SACCHIS GEIST IM HINTERGRUND

Die „Gazzetta dello Sport“ berichtet dieser Tage von neuen Gesprächen rund um Rangnick. Gerry Cardinale und Zlatan Ibrahimovic sollen intensiv nach einer neuen sportlichen Architektur suchen. Nicht nur nach einem Trainer. Sondern nach einem Gehirn für den gesamten Verein. (https://www.gazzetta.it/Calcio/Serie-A/Milan/28-05-2026/allenatore-milan-rangnick-jaissle-pochettino.shtml )

Und genau dort beginnt Rangnicks eigentliche Stärke.

Denn viele reduzieren ihn bis heute auf Pressing, Laufarbeit und Red-Bull-Fußball. Dabei war Rangnick immer viel mehr als das. Er war Fußballarchitekt, Talentscout, Systemdenker und Visionär zugleich. Einer, der Vereine nicht nur trainiert, sondern umprogrammiert.

Das Faszinierende:
Seine Ideen entstanden teilweise ausgerechnet durch den AC Milan selbst.

Rangnick studierte einst obsessiv Arrigo Sacchis legendäre Milan-Mannschaft der späten 80er. Raumverknappung, aggressives Gegenpressing, kollektive Bewegungen – vieles davon saugte der Schwabe auf wie ein Musikstudent alte Opernpartituren. Während andere Trainer nur Spiele schauten, analysierte Rangnick Mechanismen.


Sacchi war für ihn keine Inspiration.
Sacchi war eine Fußballuniversität.

Und vielleicht schließt sich genau deshalb nun ein Kreis.

WARUM MILAN JETZT EINEN SYSTEMDENKER BRAUCHT

Während Milan heute oft wirkt wie ein Ferrari im Leerlauf, könnte Rangnick genau jener Mechaniker sein, der den Motor wieder versteht. Nicht nur taktisch, sondern strukturell.

Interessant ist dabei auch die mögliche Trainerfrage.

Laut italienischen Medien favorisiert Rangnick Matthias Jaissle, den jungen deutschen Coach von Al Ahli. Ebenfalls geprägt vom Red-Bull-Kosmos, dynamisch, modern, mutig. Einer, der Intensität trainieren lässt wie andere Mannschaften Standards. Auch Mauricio Pochettino bleibt ein Thema. Ebenso Iraola oder Oliver Glasner.

Aber egal welcher Trainer am Ende kommt:
Milan braucht vor allem eine Idee.

Zu oft wirkte der Club zuletzt wie eine Modeschau ohne Stilrichtung. Große Namen, hohe Erwartungen, aber kein klarer Plan. Mal defensiv denken, mal offensiv reden, mal Jugend fördern, dann wieder hektisch Veteranen holen. Alles wirkte wie ein teures Menü ohne Hauptgang.

Rangnick dagegen denkt in Prozessen.
In Entwicklungsstufen.
In Fußballlogik.

Genau deshalb könnte er für Milan gefährlich gut passen.

ITALIENS STOLZ GEGEN DEN WANDEL

Natürlich bleibt Italien speziell. Dort regieren nicht nur Taktiktafeln, sondern auch Eitelkeiten, Netzwerke und alte Fußball-Dynastien. Schon 2020 verhinderten interne Widerstände seine Ankunft. Viele wollten keinen Deutschen, der plötzlich erklärt, wie italienischer Spitzenfußball modernisiert werden müsse.

Doch die Zeiten haben sich verändert.

Der italienische Fußball lebt längst nicht mehr nur von Nostalgie. Inter arbeitete international stabiler, Atalanta revolutionierte Denkweisen, Bologna überraschte mit Struktur und Mut. Milan dagegen verlor sich zuletzt zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Vielleicht braucht es nun tatsächlich jemanden von außen.

Einen, der die Milan-DNA nicht zerstören, sondern neu entzünden will.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Pointe dieser Geschichte:
Dass ein Deutscher den Geist Sacchis womöglich besser konserviert hat als viele Italiener selbst. Zuerst aber, kann man Rangnick mit der Österreichischen Nationalelf bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko erleben – dort, wohin es die Squadra Azzurra abermals nicht hingeschafft hat…

EINE VERSPÄTETE FUSSBALL-ROMANZE?

Noch stehen für Rangnick die WM-Gruppenspiele mit Österreich im Mittelpunkt. Aber Mailand hört offenbar wieder aufmerksam hin.

Liebe auf den zweiten Anlauf?

Im Fußball sind gerade die verspäteten Geschichten oft die interessantesten.

Giovanni Deriu

VERSIONE Italiana:

Nebbia lombarda. Molto splendore sulle pareti, molti ricordi nei corridoi – ma sul campo, ultimamente, mancava l’anima.

La stagione non si è conclusa semplicemente in modo deludente. È quasi implosa in silenzio. Il tecnico, il “Mister” Max Allegri ha fallito, Igli Tare ha dovuto lasciare, e anche altre figure del cerchio interno del potere sono uscite di scena. Ora il Milan si trova davanti a un nuovo inizio radicale. Non cosmetico. Ma strutturale.

Ed è proprio in momenti come questi che a volte riemergono nomi che non erano mai davvero scomparsi.

Ralf Rangnick.

È quasi un’ironia della storia del calcio che proprio adesso il vecchio legame tra il professore tedesco del pressing e il gigante della tradizione italiana torni a riaccendersi. Perché Rangnick e il Milan – già anni fa – erano una storia fatta di tensione, avvicinamenti e improvvisi freni a mano tirati. (https://www.rund-magazin.de/news/1781/80/Rangnick-AC-Mailand/ )

Allora mancò il coraggio.

Oggi al Milan manca soprattutto una direzione.

LO SPIRITO DI SACCHI SULLO SFONDO

La “Gazzetta dello Sport” riferisce in questi giorni di nuovi colloqui attorno a Rangnick. Gerry Cardinale e Zlatan Ibrahimović sarebbero alla ricerca intensa di una nuova architettura sportiva. Non soltanto di un allenatore. Ma di un cervello per l’intero club. (https://www.gazzetta.it/Calcio/Serie-A/Milan/28-05-2026/allenatore-milan-rangnick-jaissle-pochettino.shtml )

Ed è proprio qui che inizia la vera forza di Rangnick.

Perché ancora oggi molti lo riducono a pressing, corsa e calcio stile Red Bull. In realtà Rangnick è sempre stato molto più di questo. È stato architetto calcistico, talent scout, pensatore sistemico e visionario allo stesso tempo. Uno di quelli che non si limitano ad allenare i club, ma li riprogrammano.

La cosa affascinante:
le sue idee nacquero in parte proprio grazie al Milan stesso.

Rangnick studiò in modo quasi ossessivo il leggendario Milan di Arrigo Sacchi della fine degli anni ’80. Riduzione degli spazi, gegenpressing aggressivo, movimenti collettivi – il tecnico svevo assorbì tutto questo come uno studente di musica che analizza antiche partiture d’opera. Mentre altri allenatori guardavano semplicemente le partite, Rangnick studiava i meccanismi.

Sacchi per lui non era un’ispirazione.
Sacchi era un’università del calcio.

E forse proprio per questo ora si chiude un cerchio.

PERCHÉ IL MILAN HA BISOGNO DI UN PENSATORE SISTEMICO

Mentre oggi il Milan spesso sembra una Ferrari al minimo, Rangnick potrebbe essere proprio quel meccanico capace di capire di nuovo il motore. Non solo tatticamente, ma anche strutturalmente.

Interessante è anche la possibile questione allenatore.

Secondo i media italiani, Rangnick favorirebbe Matthias Jaissle, il giovane tecnico tedesco dell’Al Ahli. Anche lui formato nell’universo Red Bull: dinamico, moderno, coraggioso. Uno che allena l’intensità come altre squadre allenano i calci piazzati. Anche Mauricio Pochettino resta un nome in corsa. Così come Iraola o Oliver Glasner.

Ma indipendentemente da chi arriverà alla fine:
il Milan ha soprattutto bisogno di un’idea.

Troppo spesso il club ultimamente è sembrato una sfilata di moda senza uno stile preciso. Grandi nomi, aspettative elevate, ma nessun piano chiaro. A volte pensare in modo difensivo, altre parlare offensivamente, poi puntare sui giovani e subito dopo prendere veterani in modo frenetico. Tutto sembrava un menù costoso senza piatto principale.

Rangnick invece ragiona in processi.
In fasi di sviluppo.
In logica calcistica.

Ed è proprio per questo che potrebbe adattarsi al Milan in modo pericolosamente perfetto.

L’ORGOGLIO ITALIANO CONTRO IL CAMBIAMENTO

Naturalmente l’Italia resta un ambiente particolare. Lì non governano solo le lavagne tattiche, ma anche vanità, reti di potere e antiche dinastie calcistiche. Già nel 2020 le resistenze interne impedirono il suo arrivo. Molti non volevano un tedesco che improvvisamente spiegasse come modernizzare il calcio italiano di vertice.

Ma i tempi sono cambiati.

Il calcio italiano ormai non vive più soltanto di nostalgia. L’Inter ha lavorato con maggiore stabilità internazionale, l’Atalanta ha rivoluzionato i modi di pensare, il Bologna ha sorpreso con struttura e coraggio. Il Milan invece ultimamente si è perso tra passato e presente.

Forse ora serve davvero qualcuno dall’esterno.

Qualcuno che non voglia distruggere il DNA del Milan, ma riaccenderlo.

E forse proprio questa è la vera ironia della storia:
che un tedesco abbia conservato lo spirito di Sacchi forse meglio di molti italiani stessi. Prima però si potrà vedere Rangnick con la Nazionale austriaca ai Mondiali 2026 negli Stati Uniti, in Canada e in Messico – là dove la Squadra Azzurra ancora una volta non è riuscita ad arrivare…

UNA ROMANZA CALCISTICA IN RITARDO?

Per ora, per Rangnick, al centro dell’attenzione ci sono le partite del girone mondiale con l’Austria. Ma Milano sembra ascoltare di nuovo con attenzione.

Amore al secondo tentativo?

Nel calcio, proprio le storie arrivate in ritardo sono spesso le più interessanti.



Porträts, Clubs & Biographien: Wie die Brüder Nicos und Kiri Gountoulas aus Skepsis ihnen gegenüber beim SV Fellbach, echte Begeisterung machten! Jedenfalls haben sie es hervorragend verstanden, eine schlagfertige junge Mannschaft aufzubauen. Und nicht nur das, selbst die Spielweise ist recht attraktiv. Vielleicht auch im Wissen, dass einem jungen Team, Fehler schneller verziehen werden…?

Der SV Fellbach (ein ziemlich mitgliedsstarker Verein vor den Toren Stuttgarts) verliert im heimischen „Max-Graser-Stadion“ zwar deutlich mit 0:4 gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall. Eine klare Revanche der Haller, nachdem Fellbach das Hinspiel in Schwäbisch Hall noch mit 3:1 gewonnen hatte. Aber, die Saison ist quasi gelaufen, und der SV Fellbach steht weiter oben, als vor der Saison überhaupt geglaubt und gedacht.

Die kurze Abfolge der Tore:

  • 0:1 L. Minder (6.)
  • 0:2 M. Bunk (26.)
  • 0:3 L. Pfeiffer (61.)
  • 0:4 G. Schmidt (89.)

Doch wie so oft im Fußball, erzählt das Ergebnis nicht die komplette Wahrheit. Denn so deutlich der Sieg der Sportfreunde auf dem Papier aussieht – der SV Fellbach war keineswegs chancenlos oder hoffnungslos unterlegen. Die Haller waren schlicht wacher, effizienter und nutzten ihre Momente eiskalt aus. Besonders nach einem unglücklichen Zusammenprall zweier Fellbacher Spieler wirkte die junge SVF-Elf im Kollektiv kurz benommen. Schwäbisch Hall erkannte diese Phase sofort, und schlug gnadenlos zu.

Aber: Trotz der Niederlage bleibt der SV Fellbach Tabellenvierter – und genau das ist die eigentliche Geschichte dieser Saison.

Nach dem Abstieg und einer finanziell notwendigen Neustrukturierung setzte der Verein mutig auf ein extrem junges Team und auf zwei Trainer, die außerhalb der Szene zunächst kaum größere Bekanntheit hatten:
Nicos Gountoulas (33) und Kiri Gountoulas (35). Natürlich kannten wir von Checkfussballberater.de die beiden schon als Juniorentrainer, aber, Viele waren skeptisch.
Zu jung. Zu unbekannt. Zu riskant? Wir kannten zwar die Beiden, wie erwähnt, aus dem gehobenen Juniorenbereich, waren aber dennoch etwas skeptisch. Zwei Juniorentrainer, direkt in die Verbandliga zu einem wichtigen Traditionsclub? Unser guter Podcastfreund Michele Vulcano (#PizzaHawaii2025), Kenner des Fußballs und SVF speziell, damals auch noch innerhalb des Vereins als Sponsoren-Betreuer und Organisator aktiv, meinte nur: ,,Wartet ab, die haben schon was drauf. Schwieriger wird das zweite Jahr…“ Heute muss man sagen: Der Mut des Vereins wurde belohnt.

15 Siege, 3 Unentschieden, 11 Niederlagen, bis dato – das ist für diese Voraussetzungen ein bemerkenswerter Saisonerfolg.

Der Fußball der Fellbacher ist besonders. Laufintensiv, mutig, technisch anspruchsvoll. Teilweise wirkt das Spiel beinahe vogelwild. Aber nur auf den ersten Blick. Dahinter stecken klare Abläufe, feste Zuordnungen und bewusst eingeräumte Freiheiten im Offensivspiel.

Die „Gebrüder“ Gountoulas stehen für „mutigen und frechen Fußball“, wie es der Verein formuliert. Junge Spieler sollen Verantwortung übernehmen, kreativ sein und sich entwickeln dürfen. Der Schlüssel zum Erfolg, einem kleinen lokalen Märchen, benennt Nicos Gountoulas so: „Klare Vorgaben und verständliche Spielsysteme“, als Grundlage der Entwicklung. Bruder Kiri ergänzt:
„Die jungen Spieler wollen einfach zeigen, was sie draufhaben.“

Und genau dieses Feuer hat Fellbach in dieser Saison ausgezeichnet.

Die beiden Trainer bringen gemeinsam 13 Jahre Erfahrung aus dem Jugendfußball mit. Sie arbeiteten erfolgreich beim FSV Waiblingen, entdeckt und gestützt von Sandro Palmeri, und trainieren zuletzt die U19 des FSV 08 Bietigheim-Bissingen. Besonders der Klassenerhalt mit der U15 des FSV Waiblingen in der Regionalliga 2021/22 gilt als wichtiger Erfolg ihrer bisherigen Laufbahn. Immerhin konnten sie sich mit Topteams und anderen Trainern messen, aus Hoffenheim, Heidenheim und Stuttgart.

Ab Sommer übernehmen sie offiziell die Nachfolge von Trainer Tomislav Zoric beim SV Fellbach.

Wichtig dabei:
Die Planung des Vereins ist langfristig angelegt – unabhängig davon, ob man in der Oberliga oder Verbandsliga spielt. Mit Sportdirektor Theo Fringelis kam zusätzlich Stabilität und Struktur in den Verein.

Nach dem Spiel zeigen sich die Brüder entspannt, humorvoll und bodenständig. Man merkt schnell: Hier arbeiten keine Blender, sondern echte Fußballtypen.

Kiri Gountoulas beschreibt sich und seinen Bruder mit einem Lächeln selbst als „Menschenfischer“. Spieler überzeugen, motivieren, emotional mitnehmen – genau darin liegt offenbar ein großer Teil ihres Erfolgs.

„Die Spieler folgen uns blind“, sagt er grinsend.

Und wenn man diese Fellbacher Mannschaft beobachtet, glaubt man ihm das sofort.

Auf Seiten der Sportfreunde Schwäbisch Hall endet dagegen langsam eine Ära. Trainer Schift befindet sich auf Abschiedstour. Zur kommenden Saison übernimmt Ex-Profi Tobias Weiss, der bereits jetzt Einfluss auf die Kaderplanung nimmt. Sein Ziel ist klar: Schwäbisch Hall soll wieder ganz oben angreifen.

Doch egal ob in Fellbach oder Schwäbisch Hall:
Am Ende bleibt Fußball vor allem Menschenführung.

Oder einfacher gesagt:
Du musst Menschen und Spieler erst einmal erreichen, bevor sie für dich laufen…

Giovanni Deriu

Porträts, Clubs & Biographien: Das MEISTERSTÜCK DES VfR AALEN – Wie ein Traditionsclub seine Seele wieder zurückeroberte… mit schwäbischer Gründlichkeit und italienischem Flair. Der VfR Aalen so scheint es, hat aus seiner Vergangenheit die richtigen Schlüsse gezogen. Die Stadt und Fans stehen jedenfalls wieder hinter ihrem Verein…und das will was heißen!

Am Ende gab es kein Halten mehr, mit dem Abpfiff im Heilbronner Stadion am See, stürmten die rund 800 VfR-Fans den Rasen, und feierten ausgelassen mit dem ganzen Team. Mit einer 4:0-Galavorstellung, machte der VfR Aalen drei Spieltage vor Schluss den Knopf drunter.

Ja, es gibt Aufstiege, die liest man nüchtern in Tabellen. Und es gibt Aufstiege, die riechen nach Schweiß, Hoffnung und gekonnter Souveränität durch Fleiß…

Der VfR Aalen hat nicht einfach die Oberliga gewonnen. Der VfR Aalen hat ein Stück seiner Identität zurückerobert.

Vor zehn Jahren spielte dieser Verein noch in der 2. Bundesliga. Große Stadien. Große Gegner. Großer Fußball. Danach kamen schwere Zeiten. Enttäuschungen. Zweifel. Unruhe. Vom FC Heidenheim und zeitweise Ulm überholt. Klar schmerzte das, Vereine aus der Nachbarschaft. Viele Vereine verschwinden nach solchen Abstürzen langsam im Nebel der Bedeutungslosigkeit.

Doch manche Clubs tragen ein besonderes Feuer in sich.

Aalen ist so ein Club.

Jetzt ist das Meisterstück vollbracht.
Der VfR steigt in die Regionalliga Südwest auf und setzt damit ein starkes Zeichen im württembergischen Fußball.

Und das Beeindruckende daran:
Eigentlich war dieser Erfolg erst für nächstes Jahr geplant.
Doch manchmal beschleunigt Fußball seine eigenen Geschichten.

Das 4:0 gegen Neckarsulm in Heilbronn war mehr als nur ein Sieg.
Es war die Krönung monatelanger Arbeit.
Schon nach 25 Minuten war klar: Mannheim spielt nur 3:3 in Villingen. Der VfR ist Meister. Viele Mannschaften hätten danach Spannung verloren. Doch Aalen spielte weiter mit Hunger, mit Kontrolle und mit der Aura eines echten Champions.



Campagna eröffnete den großen Feier-Abend am Nachmittag.
Hannam erhöhte.
Meien legte nach.
Maksimovic setzte den Schlusspunkt.

Vier Tore wie vier Hammerschläge auf die Tür zur Regionalliga. Und auch noch schön anzusehen, zollten selbst die Gegner von Türkspor Neckarsulm Respekt und gratulierten später voller Anerkennung!

Die Bilder danach waren emotional.
800 Fans machten Heilbronn kurzzeitig zu Aalener Stadtgebiet. Gesänge. Fahnen. Emotionen. Und später verlagerte sich die Feier tief hinein in die Aalener Innenstadt.

Diese Stadt hatte wieder das Gefühl, der VfR lebt. Großen Anteil daran trägt Cheftrainer Beniamino Molinari. Er wurde genau für diesen Auftrag verpflichtet. Den VfR dorthin zurückzuführen, wo Vereine wie Göppingen bereits angekommen waren: in die Regionalliga Südwest. (Und wieder runter mussten.)

Und Molinari lieferte.
Doch Erfolg im Fußball entsteht nie allein.

Giuseppe Catizone bildet gemeinsam mit ihm ein Trainerduo, das Fußball nicht nur versteht, sondern lebt. Beide bringen Erfahrung aus höheren Spielklassen mit. Beide wirken authentisch. Beide verbinden Emotion mit Analyse. Und vor allem, beide heben immer auch das Funktionsteam, und weitere Trainer des Teams hervor.

Das ist heute selten geworden.

  • Viele Trainer wollen modern wirken.
    Viele Trainer wollen sich inszenieren.
    Doch Molinari und Catizone wirken wie Fußballarbeiter alter Schule – nur mit modernen Ideen.
  • Akribisch. Detailverliebt.
    Klar in der Kommunikation.

    Vor allem aber: glaubwürdig.

    Die Mannschaft folgte ihnen blind.

    Das war während der gesamten Saison sichtbar.
    Variable Systeme. Flexible Rollen. Hohe Intensität. Gleichzeitig Stabilität und Ordnung. Der VfR konnte dominant auftreten, aber auch leiden. Er konnte Tempo spielen oder geduldig sein.

    Genau diese Balance macht Meistermannschaften aus.

    Interessant war auch die emotionale Seite nach dem Spiel. Beide Trainer bedankten sich öffentlich bei ihren Familien und besonders bei ihren Frauen.

    Ein oft unterschätzter Aspekt im Fußball.

    Trainer leben nicht nach Uhrzeiten.
    Sie leben in Spielplänen, Analysen und Drucksituationen. Die Familie trägt vieles mit. Sie stabilisiert. Sie opfert Zeit. Sie fängt Emotionen auf.

    Deshalb wirkten diese Worte ehrlich.

    Und Ehrlichkeit war ohnehin ein Markenzeichen dieser Saison.
  • Auch im Vorstand.
    Denn selbst Präsident Michael Schäfer wurde anfangs skeptisch betrachtet. Viele wollten erst Ergebnisse sehen. Doch gemeinsam mit Sportdirektor Marc Elser und Mehmet Deli entstand eine bemerkenswert ruhige Führungsebene.

    Keine großen Schlagzeilen.
    Keine öffentlichen Machtkämpfe.
    Keine Selbstdarsteller.

    Sondern Struktur.

    Der Vorstand schuf die Rahmenbedingungen und ließ die sportliche Verantwortung dort, wo sie hingehört: beim Trainerteam.

    Ein entscheidender Faktor. Gerade im Amateur- und Halbprofifußball scheitern viele Projekte an Eitelkeiten und internen Reibungen. In Aalen dagegen entstand Vertrauen.

    Und Vertrauen ist im Fußball oft wertvoller als jedes Budget.

    Vor einigen Wochen gratulierte sogar Göppingens Gästecoach Gianni Coveli bereits frühzeitig zur Meisterschaft. Auch das zeigte, wie dominant und konstant dieser VfR in dieser Saison agierte. Das Derby mit mehreren italienischen Trainern an der Seitenlinie hatte ohnehin besonderen Charme. Leidenschaft. Emotion. Temperament.

    Man spürte förmlich:
    Hier geht es um mehr als nur Punkte.

    Fußball ist Kultur. Fußball ist Familie. Fußball ist Identität.
    Und genau diese Identität hat der VfR Aalen zurückgewonnen.
    Vielleicht liegt darin die größte Leistung dieser Saison. Nicht nur der Aufstieg.

    Sondern die Tatsache, dass Fans und Stadt wieder gemeinsam hinter diesem Verein stehen.

    Drei Spieltage vor Saisonende darf gefeiert werden. Verdient gefeiert werden.

    Doch gleichzeitig beginnt jetzt bereits die nächste Herausforderung.

    Die Regionalliga wird härter.
    Schneller. Noch einen Tick professioneller. Kurz, die Regionalliga ist größtenteils bereits Profibetrieb. Aber Aalen wirkt vorbereitet.
    Nicht nur sportlich.

    Sondern strukturell.

    Und genau deshalb fühlt sich dieser Aufstieg nicht wie ein Zufall an.

    Sondern wie der Beginn von etwas Neuem.

    Vielleicht wird es noch dauern bis zur Rückkehr in den Profifußball. Vielleicht wird der Weg steinig.

    Doch der VfR Aalen hat wieder eine Richtung.

    Und manchmal ist genau das im Fußball der wichtigste Sieg überhaupt. Die eindrucksvollen Fans feierten dies bis spät in die Nacht, oder besser, in den frühen Morgen hinein. Der pure Wahnsinn, wie Giuse und Beni immer wieder kopfschüttelnd vor Freude festhielten…

    Giovanni Deriu

Fußball, Akteure & Biographien: „Mister“ Giovanni Stroppa trägt das AC Milan-Gewinner-Gen in sich. Stroppa gilt als knurrender Aufstiegstrainer. Oder, als Mann für besondere und schwierige Missionen. Wir hatten einst das Vergnügen, den italienischen Coach in Südtirol persönlich kennenzulernen. Jedenfalls ist Stroppa wieder in der Serie A angekommen – Venezia jubelt!

Warum die lautesten Trainer selten die besten sind – und was Giovanni Stroppa anders macht? Er schreit nicht. Er inszeniert sich nicht.
Und wahrscheinlich genau deshalb, gewinnt er mit seinen Teams, die ihm folgen.
Während andere Trainer Schlagzeilen produzieren, baut Stroppa Mannschaften.
Still. Konsequent. Erfolgreich.
Ein Gegenentwurf zum modernen Fußball-Lärm.

Im Fußball herrscht oft ein Irrglaube: Wer laut ist, wirkt kompetent. Wer sich verkauft, gilt als Führungspersönlichkeit. Doch die Realität auf dem Platz sieht anders aus. Erfolg entsteht nicht durch Show – sondern durch Struktur, Klarheit und Glaubwürdigkeit. Und vor allem, durch die tägliche Arbeit auf dem Platz, und außerhalb im Stillen mit all den planerischen Dingen.

Giovanni Stroppa ist der lebende Beweis dafür.

Wer ihn früher beim FC Südtirol erlebt hat, erinnert sich nicht an große Reden. Sondern an Präsenz. An Beobachtung. An dieses Gefühl: Der Mann weiß genau, was er tut – auch wenn er es nicht permanent ausspricht. Jedenfalls waren seine Augen damals überall, auch bei den Juniorenteams, U17, U19, la Primavera oder Berretti.

Knurrig? Vielleicht. Direkt? Sicher.
Aber vor allem: authentisch.

Und genau das ist der Punkt, den viele im (Jugend-)Fußball unterschätzen.


Junge Spieler hören nicht auf Worte – sie hören auf Menschen. Sie spüren sofort, ob ein Trainer Erfahrung hat, ob er Situationen selbst erlebt hat oder nur darüber spricht. Stroppa bringt diese Tiefe mit. Seine Vergangenheit bei AC Milan ist kein dekorativer Eintrag im Lebenslauf – sie ist Fundament. Stroppa bringt diese DNA des ,,Gewinnenwollens“, in allen Facetten mit: im Auftreten, nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch außerhalb, in jedem Club.

Champions-League-Sieger. UEFA-Cup-Gewinner. Aber wichtiger: jemand, der den Weg kennt.

Und genau deshalb funktioniert sein Ansatz.

Erfolg ist kein Zufall – sondern Wiederholung

Vier Aufstiege. Nicht irgendwie. Nicht einmalig.
Sondern wiederholt, bestätigt, reproduzierbar.

Mit dem FC Crotone.
Mit AC Monza – historisch, erstmals in die Serie A. Damals bereits unter dem bereits verstorbenen, Silvio Berlusconi, mit seinem Topdirektor Adriano Galliani. Monza? Das war wie der AC Milan, nur etwas kleiner…
Dann, noch etwas schwieriger, mit US Cremonese.
Und zuletzt, mit Venezia FC. Vergangenes Jahr runter, und gleich wieder aufgestiegen – wem trauten sie es zu, na klar, Giovanni Stroppa. Genau sein Umfeld.

Der jüngste Aufstieg sagt alles:
2:2 bei Spezia Calcio – und wieder oben.
Venezia? Nur elf Monate nach dem Abstieg zurück in der Serie A.
Kein Zufall. Kein Lauf. Ein Muster.

Vier Aufstiege in sechs Jahren.

Wenn das kein System ist – was dann?

Der Unterschied: Stroppa baut – andere reagieren

Viele Trainer leben von Momenten.
Ein guter Lauf. Eine starke Phase. Eine glückliche Saison.
Stroppa lebt von Konstruktion.

Er kommt in einen Verein – und redet nicht sofort. Er schaut.
Stroppa analysiert gut und lang, wie es die Zeit eben erlaubt.
Er versteht die Dynamik.

Erst dann greift er ein.

Sein Fußball ist kein Chaos mit Glückstreffern.
Er ist organisiert:
hohes Pressing, enge Linien, klarer Aufbau.
Das klingt simpel – ist aber brutal anspruchsvoll.
Denn es verlangt Disziplin. Und Überzeugung.

Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Kein Dogma – aber eine klare Handschrift

Der nächste Punkt, den viele übersehen:
Stroppa ist kein sturer Ideologe.



Er passt sich an – ohne sich zu verlieren.
Unterschiedliche Teams, unterschiedliche Spielertypen, unterschiedliche Ziele.
Und trotzdem erkennt man seine Handschrift.

Das ist hohe Trainerkunst.

Nicht stur bleiben. Aber auch nicht beliebig werden.

Warum genau solche Trainer eigentlich in den Nachwuchs gehören

Hier wird es unbequem – aber notwendig:

Die besten Jugendtrainer sind nicht die lautesten.
Nicht die, die am meisten erklären. Sondern die, die verstanden werden.

Warum? Weil sie es selbst erlebt haben.

Ein Spieler akzeptiert Kritik nur dann wirklich, wenn sie glaubwürdig ist. Wenn sie von jemandem kommt, der die Situation kennt. Der Druck gespürt hat. Der Fehler selbst gemacht hat.

Stroppa ist genau so ein Trainer. Er schaut auch immer bei den Junioren zu, schätzt die Arbeit der Trainer.

Und genau deshalb nimmt er sich Zeit für Nachwuchs, für Gespräche, für empfohlene Spieler. Nicht aus Imagegründen – sondern aus Überzeugung.

Serie A ist kein Ziel mehr – sondern Mindeststandard

Hier liegt die vielleicht wichtigste Entwicklung:
Früher galt:
Stroppa bringt Teams nach oben.
Heute gilt: Stroppa gehört nach oben. Nur noch eine Frage der Zeit, wann ihm ein Champions-League taugliches Team anvertraut wird. Er kann Serie B, genauso aber europäischen Fußball, genau das Niveau, das er auch als Profikicker erlebt und geatmet hat.

Die Serie A ist kein Bonus mehr.
Sie ist die logische Konsequenz seiner Arbeit.

Und jetzt beginnt die eigentliche Aufgabe:
Nicht nur aufsteigen. Sondern bleiben.
Und bestehen.

Die leisen gewinnen am Ende

Es gibt dieses Bild:
Spiel vorbei. Sieg eingefahren.
Und Stroppa? Kein Ausrasten. Kein Jubel-Drama. Aber klar, die Freude sieht man ihm schon auch an.

Ein kurzes Lächeln.
Ein Blick nach vorne. Das war’s.
Warum? Weil er weiß: Das Ziel liegt nicht im Sieg.
Sondern im nächsten Schritt.

Der moderne Fußball liebt Geschichten.
Hype. Emotion. Lautstärke.

Aber am Ende gewinnt oft etwas anderes:

Klarheit. Struktur Und echte Erfahrung.

Giovanni Stroppa liefert genau das.

Ohne Show. Ohne Theater.
Ohne Ausreden.

Und genau deshalb ist er einer der Trainer, über die man mehr sprechen sollte…

Giovanni Deriu