Fußball, Porträts und mehr: Wenn ein Meister aus Mailand, die Champions aus Hall grüßt! Mit Inter Mailand das begehrte Scudetto gewonnen, nahm sich Hakan Calhanoglu die Zeit – live aus dem Wohnzimmer – dem Doublesieger des SSV Hall/Sportfreunde zu gratulieren. Aber, wie kam es denn dazu…?

Die Geschichte ist schnell erzählt, erst neulich berichteten wir hier, über die SGM SSV Hall/Sportfreunde Schwäbisch Hall https://checkfussballberater.de/fussball-portraets-und-biographien-ein-double-und-moeglicher-aufstieg-in-die-naechsthoehere-liga-kann-geplant-werden-obwohl-der-fussball-ja-meist-unkalkulierbar-ist-nach-der-meisterschaft-gewann/ – und über den „Präsidenten“ und Macher im Hintergrunde, Ali Tercan.

Nun, die Welt kann recht klein sein, und Tercans Kontakte nach Istanbul recht groß, wie wir wissen – aber nicht nur – Der Nationalspieler und Mittelfeldgestalter von Inter Mailand, jüngst Champion von Italien geworden, Hakan Çalhanoğlu, ist familiär mit Ali Tercan, verbunden und verbandelt – Hakan von Inter ist mit Alis Nichte, Sinem Gündoğdu, verheiratet – und somit steht der Draht zu Hakan und Mailand… Flugs war das SSV Trikot in Mailand, und der Italienische Meistergewinner, gratulierte den Spielern der SGM SSV/Sportfreunde via Instagram.

Übrigens, Calhanoglu ist in Italien sehr beliebt und anerkannt!

Wann grüßt schon ein türkischer Scudettogewinner Schwäbisch Hall?

Fußball, Porträts und Biographien: Ein Double und möglicher Aufstieg in die nächsthöhere Liga, kann geplant werden, obwohl der Fußball ja meist unkalkulierbar ist. Nach der Meisterschaft gewann die Spielgemeinschaft von SSV und den Sportfreunden Schwäbisch Hall auch noch den Bezirkspokal. Ein „Schaffer“ und echter Manager im Hintergrund ist Ali Tercan. Der Verein feiert und plant einen weiteren Coup…

Da hat sich Ali Tercan, der 49-jährige Haller, quasi selbst beschenkt. Der SSV Schwäbisch Hall wurde jüngst souverän Meister, und holte auch noch den begehrten WFV-Bezirksligapokal in Waldenburg. Beschenkt deshalb, weil Ali Tercan, seit Neuestem auch noch Vorsitzender des SSV geworden ist, seinem Heimatverein quasi, in dem er, wie er selbst sagt, als „wenn nicht so talentierter, dann aber als disziplinierter und fleißiger Spieler…“, selbst aktiv gewesen ist, in der A-Klasse. Später dann auch als Teammanager. Tercan kennt den Verein in- und auswendig.

Als Vorsitzender und einer von „über 40 Sponsoren“, hat Ali Tercan den SSV zu (s)einem Projekt gemacht. Fleißig ist der sachliche und fußballbegeisterte schwäbische Türke immer noch, wie meinte er, kurz nach dem Erfolg? „Sich einfach nur so zu engagieren, ohne ein Ziel vor Augen, macht wenig Sinn“, sagt der SSV-Fußballvorstand überzeugt. Und damit meint er nicht unbedingt Titel, wie in dieser Saison, sondern „einfach Verbesserungen, Fortschritte…“, man müsse sehen, was man schaffen kann zusammen. In einem Verein gibt es ja viele Akteure, die wichtigsten sind „natürlich die Spieler und der Trainer auf dem Platz“, aber jeder Club lebe nun auch einmal von den Schaffern und Planern im Hintergrund.

Jedenfalls nimmt man die Erfolge in dieser Saison natürlich gern mit. Und wer von 23 Ligaspielen (eines steht noch aus) nur zwei verliert, zwei Mal Remis spielt, und den Rest gewinnt – stehe eben zu Recht dort oben. Das Pokalfinale wurde trocken und souverän mit 2:0 gewonnen, die Tore fielen erst in der Zweiten Halbzeit vor über 1500 Zuschauern, aber, auch der Gegner, eine Klasse tiefer, „machte eine gute Figur“, so Tercan, der TSV Neuenstein jedoch, „habe auch nicht viel zu verlieren gehabt“, so Fußballfachman Tercan. Danach wurde es feuchtfröhlich. Erfolge muss man feiern, wie sie fallen. Dass aber noch die Aufstiegsrelegationsspiele anstehen – ja, richtig gelesen, der Meister der Bezirksliga ist nicht automatisch in der Landesliga – lässt die Saison noch ein bisschen länger im Fokus stehen.

Die Erfolge jedoch kann dem Verein niemand mehr nehmen – für einige Spieler, die ersten wahren Titel. Ali Tercan fügt schmunzelnd hinzu: „Stadtmeister sind wir ja auch geworden…“, ein legendäres und traditionelles Turnier der Stadtvereine in und um Schwäbisch Hall. Ein Triple quasi.

Als Spielgemeinschaft SSV plus Sportfreunde sind sie in die Saison gegangen. Aber waren denn diese Erfolge in dieser Saison so geplant? Ali Tercan, der als Familienvater in Hall und Umgebung auch noch Inhaber einer und Geschäftsführer weiterer zwei Tankstellen ist, meinte überzeugt: „Vor der Saison haben wir uns das Ziel als Meister gesetzt, und mit diesem Motto sind wir auch in die Saison gestartet!“ Jeder Spieler habe „unsere Ziele“ gekannt, und diese wurden dann auch von den Spielern, vom ganzen Team, „verinnerlicht“. Ali Tercan selbst sagt, er wolle immer gewinnen, deshalb spiele man doch Fußball – übrigens egal, in welcher Liga. Ohne Übertreibung kann man sagen, Tercan hat mit der Mannschaft und dem „Team hinter dem Team, nicht zu vergessen“, in einem Jahr bereits sehr viel erreicht.

  • Aber, viele Clubs und deren Vorstände und Teammanager fragen sich doch, wie ist so ein Erfolg, gerade in der schwierigen Bezirksliga machbar oder planbar?, möchten wir wissen. Dazu Tercan ganz offen: „In der Bezirksliga können kleine Details sehr viel entscheiden, zwei, drei Topspieler können eine ganze Mannschaft mitziehen und um die Meisterschaft mitspielen lassen!“ Verzerrend werde es, wenn manche Mannschaften einzelne Spieler mit sehr viel Geld anlockten, „Dies schadet dem Sport“, ist Tercan überzeugt. Alles müsse angemessen sein.
  • Ein Fakt ist auch, so Ali Tercan, natürlich habe man von der Kooperation mit den Sportfreunden Schwäbisch Hall, dem Verbandsligisten in der Stadt, profitiert, „aber genauso die Sportfreunde selbst“, ist Ali Tercan überzeugt. Es war eine Win-Win-Situation. Sollte es mit der Landesliga klappen, müssen die Strukturen noch ein Stück professioneller werden. Immerhin eine Tribüne mit Überdachung wurde bereits eingeweiht, als habe man es erahnt, dass Erfolge auch Verpflichtungen mit sich bringen. Tercan weiß, die Landesliga ist noch einen Tick höher einzuschätzen: „Falls wir aufsteigen, muss man einen breiteren Kader aufstellen, und vieles muss professioneller werden, Spieler müssen sich auch auf mehr Trainingseinheiten umstellen, und ihr Niveau auch eigenständig erhöhen…“. Von nichts kommt bekanntlich nichts. Und, in der Landesliga wolle, beziehungsweise, darf man nur als eigenständiger Verein teilnehmen. Dass Tercan so professionell „tickt“ und Bescheid weiß, liegt bestimmt auch daran, weil er selbst Verantwortung vorlebt – ob als Familienvater, oder Sponsor und Geschäftsmann – Disziplin und Organisation bringen Erfolg, ob im Beruf, oder wie eben jetzt, auch im Fußball. Bewegt hat Tercan viel, der sich auch politisch, „jedoch parteilos“, einbringt, und wissen möchte, wie man seinen Lebensraum, die Stadt, „verbessern kann für alle…“
  • Ein Macher ist Tercan allemal, und er weiß auch, wie die Fans so denken, und dass der Fußball immer „die Menschen verbinden“ könne – einige Jahre war Ali, der zudem, Achtung(!), auch im Aufsichtsrat seines Herzensclubs Galatasaray Istanbul aktiv ist, Fanclub-Koordinator von Galatasaray in Europa, und speziell in Deutschland. Der Fußball sorge immer für Gespräche und Verbindungen, ist Tercan überzeugt. Tercan wird demnächst auch in Istanbul dabei sein, wenn der jetzige Präsident Dursun Özbek wohl für weitere zwei Jahre bestätigt wird.
  • Und was waren und wären so die Herausforderungen, generell? Wichtig, so Tercan, sei ein guter Zusammenhalt „auf und außerhalb vom Platz“, außerdem gegenseitiges Vertrauen der Mannschaft, zum Vorstand, „zu den Trainern und zu jedem einzelnen Spieler…“, sowie viel Fleiß. Und bedanken wolle sich Tercan natürlich „Bei Allen im Club, bei den Sponsoren, aber vor allem bei den Spielern, die diese Erfolge möglich gemacht haben“, da merkt man schon, wie stolz Ali auf seine Jungs ist. Und, Tercan fügt hinzu, „Ich möchte den Vorsitzenden Hans Zanger nicht vergessen und ihm herzlich danken, wie er mich, als Sportvorstand an diese Position herangeführt und aufgebaut hat…“, und Tercan sei glücklich, etwas zurückgeben zu können. Das dürfte ihm vorerst gut gelungen sein. Um die Feierlichkeiten noch größer zu gestalten, müssen nun die Aufstiegsspiele gewonnen werden. Dazu muss nun noch einmal richtig aufgetankt werden, aber auch da ist Tercan bekanntlich der Fachmann…

Fußball, Porträts und Biographien: Über einen, der nicht nur den argentinischen Fußball geprägt hat, sondern das moderne Spiel generell. Cèsar Luis Menotti, das kann man wohl sagen, hatte ein erfülltes Leben. Der „Freigeist“ trotzte der Politik, in dem er selbst gern politisierte… Ein Nachruf und mehr…!

Man wird melancholisch, liest man die Todesmeldung zu diesem großen Trainer, der den Fußball geprägt und bewegt hat, wie kaum ein anderer – und das in Zeiten, als der „Libero“ noch usus gewesen ist auf dem Feld. Frei, ja, ein liberal denkender, freier Geist, war César Luis Menotti allemal. Und, es macht mich stolz, immer wieder auf diesen Trainer hingewiesen, seine Biographie analysiert haben zu dürfen…

Besonders in Argentinien, Spanien und Italien (hier trainierte er gar eine Saison Sampdoria Genua), sowie in Mexiko, aber Lateinamerika generell, wird man ‚El Flaco‘, dem Dürren, sicher die eine oder andere Träne nachweinen. Mit 85 ist der Tausendsassa, Menotti war Trainer zeitlebens, Publizist, Kommentator und Kolumnist. Seine Meinung war gefragt, und, Menotti schenkte uns wohl Diego Maradona, weil er ihn im National- und Olympiateam früh einsetzte. Menotti und Diego, das war eine Symbiose, wobei Menotti 1978 Weltmeister im eigenen krisengeschüttelten Land wurde, ohne Maradona eingesetzt zu haben – ja Maradona wurde im Kader nicht berücksichtigt, gewann aber ein Jahr später die U20-Weltmeisterschaft. Menotti, der philosophierende Trainer, oder trainierende Philosoph, ist in Argentinien eine Legende. Hier ein paar Links und Hinweise, zu den Artikeln über EL FLACO…

César Luis Menotti: Der Poet auf der Trainerbank | GMX

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>> (…)RUND-TIPP
VOM LINKEN UND RECHTEN FUSSBALL
Zwei Kettenraucher saßen im WM-Finale 1978 auf den Trainerbänken. Einer von ihnen war Cesar Luis Menotti, der mit Argentinien Weltmeister wurde. Von Giovanni Deriu

82 Jahre alt, und kein bisschen leise, die südamerikanische Fußball-Legende, Cesar Luis Menotti, ist als Kommentator und Fußballphilosoph immer noch gefragt. Seine Art, den Fußball zu sehen (wie er ist), darüber zu philosophieren, und in Argentinien (woher er auch stammt) immer noch so geliebt zu werden (wie Diego Maradona), ist wohl einmalig.

Sein größter Erfolg, die Weltmeisterschaft 1978 in Buenos Aires gegen die von Interimscoach Ernst Happel betreuten Holländer mit 3:1 nach Verlängerung gewonnen zu haben, liegt zwar schon weit zurück – aber die bewegten Bilder von damals, lassen nur erahnen, was der Sieg im damals gebeutelten Argentinien bedeutete. In Argentinien reagierte eine grausame Militärdiktaktur. Die WM kam den Machthabern als Ablenkung wie gerufen. „El Flaco“, der Dürre, wie Menotti gerufen wurde, hatte aber seinen eigenen Kopf, und war nicht mundtot zu bekommen. Menotti, der Querulant. Und genauso spielte seine Nationalelf um Kapitän und Spielmacher Mario Kempes.

Im Finale gegen Holland, saßen somit zwei Eigenbrötler und Kettenraucher auf der jeweiligen Trainerbank. El Flaco, Menotti, und der Österreicher Ernst Happel, der in Belgien und Holland bereits europäische Club-Erfolge feierte, hatte die Holländer für nur sechs Wochen übernommen – und selbst die Vize-Weltmeisterschaft, war ein Riesenerfolg, den der Österreicher Happel fast gleichgültig wie immer hinnahm. (Irgendwann später meinte Happel, er habe nie das Gefühl gehabt, das Spiel gegen die übermächtigen Argentinier gewinnen zu können. Entweder standen der Pfosten und circa zwei Zentimeter, oder der Schiedsrichter im Weg).

Aber schon für die damalige Zeit, boten beide Teams einen schnellen und offensiven, sowie ästhetischen Fußball. (…)<<

Fußball-Trainerkarussell: Der „FC Hollywood“ ist oft das Synonym für den FC Bayern, besonders dann, wenn die Altvorderen unnötig Unruhe hineinbringen – wieder einmal mit Ehrenpräsident Uli Hoeneß vorneweg. Thomas Tuchel wurde quasi weggelobt, weil man ihm die Zeit nicht wirklich gab, und dennoch führte der umstrittene sowie erfolgreiche Coach die Bayern ins CL-Halbfinale. Offen ist nun, wer Tuchel ablösen soll, und welchen Weg die Bayern einschlagen wollen… Auch eine Frage des Systems!

Thomas Tuchel hat die Ruhe weg, auch einen knappen Tag vor dem wichtigsten Match des Jahres, dem Halbfinalhinspiel dahoam, gegen Real Madrid, wie wir wissen, mit 2:2 abgepfiffen worden. Er ist mit sich im Reinen, dennoch antwortet und pariert Tuchel souverän die unnötige Hoeneß-Attacken – wir kommen gleich dazu. Nun, dann wird sich im ehrwürdigen Estadio „Bernabeo“ zeigen, wer ins Finale einzieht. Kurios auch, dass Thomas Tuchel, Champions League Sieger mit dem FC Chelsea gegen Manchester City anno 2021 sowie Uefa-Supercupsieger, ausgerechnet in dieser Saison so in der Kritik stand, wie sein gegenüber von Real Madrid vor Jahren auch: Carlo „Carletto“ Ancelotti. Auch er geriet nach knapp anderthalb Jahren, und dem Aus in der Champions League (0:3 gegen PSG) in die Kritik, wahrlich Zeit wollte man Ancelotti nicht geben – eine Meisterschaft und zwei Supercupsiege, konnte Ancelotti bei den Bayern feiern. Bei Bayern, besonders mit Altstars und „Möchtegern-Experten“, die zu Allem was sagen, ticken die Uhren anders. Deshalb gestaltet sich auch die Trainersuche so schwer.

Wer möchte sich schon immer die Tagesarbeit kommentieren, und auch kaputtreden lassen? Hoeneß schoss den Vogel ab, als er meinte, Tuchel, ausgerechnet Thomas Tuchel, könne kaum Talente fördern, oder Spieler verbessern… Thomas Tuchel, in der Tat, kein einfacher Trainer – er fordert viel von sich, und von den Spielern erst Recht, ist jedoch in der internationalen Szene, und besonders unter den Topstars unbestritten ein Fachmann, auch wenn nicht alle persönlich mit ihm bestens ausgekommen sind. Doch selbst Spieler, die von ihm manchmal ausgebootet, oder nicht in den Kader berufen wurden, meinten stets überzeugt, „so fordernd und direkt Tuchel oft auch gewesen sei….“, er habe sie stets taktisch und technisch weitergebracht! Thomas Tuchel, der längst wieder viele Angebote sondiert, und die Zeichen stehen wieder auf Premier League, ist aber ehrgeizig genug, alles zu geben, um mit den Bayern das schier Unmögliche möglich zu machen. Es wird eine Mammutaufgabe in Madrid. Der 50-jährige Krumbacher, ließ meistens ballorientiert offensiv spielen, mit einem variablen 4-2-3-1. Manchmal wirkte die Abwehr löchrig und wackelig, die Gründe hierfür, von Verletzungen bis hin zur falschen Positionsinterpretation mancher Spieler (ständig das Thema Kimmich), wurden oft debattiert. Für Tuchel beginnt die Verteidigung bzw. das Pressing und Anrennen, umzingeln des Gegners, bereits vorne und im Mittelfeld. Phasenweise schien es in der Saison auch so, als wollten, oder konnten einige Stars, allein mental die Tuchel-Forderungen nicht umsetzen.

Heißester Anwärter als Nachfolger, ist momentan Ralf Rangnick – ihn muss man nicht mehr vorstellen. Der Fußballlehrer aus Backnang, derzeit österreichischer Nationaltrainer, muss nichts mehr beweisen – global brachte er den RB (Rasenballsport, oder Red-Bull-)Fußball auf ein hohes Niveau, nicht durch das Hinzukaufen teurer Stars, nein, durch ein gelungenes Scouting weltweit, und durch die Suche geeigneter und formbarer Talente, für das offensive RB-Spiel. Rangnick, der einst als Professor belächelt wurde, wobei er eben die Spielweisen von Lobanowski und Sacchi einst richtig studierte, und auch umsetzen konnte, ist international anerkannt. Um ein Haar, wäre er beim AC Milan gelandet, doch dessen Befürworter fanden kein Gehör – man war in Mailand ein Stück weit zu stolz, einen Deutschen wie Rangnick zu verpflichten – ich behaupte, Rangnick hätte der Serie A absolut gut getan. https://www.rund-magazin.de/news/1781/76/Rangnick-AC-Mailand/

Allein, dass er sich mit Arrigo Sacchis Spielsystem, oder dem, von Zdenek Zeman auseinander setzte, zeigt doch, wie modern Rangnick denkt – denn er hat die Offensivspielweise noch ein Stück weit nachjustiert. Der FC Bayern täte gut daran, ihn als Trainer zu gewinnen, auch, um den Offensivfußball bis in die Jugend hinein zu implementieren. Wir sind gespannt, ob es der Schwabe aus dem Rems-Murr-Kreis tatsächlich wird. ( https://www.rund-magazin.de/news/1173/27/Praktikanten-im-Fussball/ )

Ralf Rangnick lässt sehr gern, natürlich je nach Situation ein variables 4-4-2-System spielen, und sofern die Spieler zur Verfügung stehen, auch ein 4-3-3 oder 3-4-3-1. Angriff ist die beste Verteidigung. Außerdem die hervorragende Raumaufteilung, die eben einstudiert werden muss. Dazu braucht es (lern-)willige Spieler, und keine Diven oder Primadonnen.

Dass auch Trainer wie Antonio Conte, oder Mourinho gehandelt wurden, nun gut, das gehört zum Business dazu. Diese Personalien sind vorerst vom Tisch – wobei der Portugiese, José Mourinho sicher offen gewesen wäre, manche munkeln, dass er sogar schon Deutsch lernen würde. Nur, Mourinho, ist nicht gerade als Offensivfußball-Verfechter bekannt – das Ergebnis muss nicht hoch ausfallen, notfalls tut es auch ein eher langweiliges aber erfolgreiches 1:0. Dass Mourinho Teams pushen kann, bestreitet keiner, zuletzt mit der AS Roma, erreichte er ja zwei Europa-Pokal-Finals. Die Conference-League gewann er sogar, und zwei Champions-League-Siege, mit dem FC Porto und Inter Mailand, stehen in seiner Karriere und Statistik.

Auch als es bei Lazio Roma, „Sarrivederci“ hieß, hofften wohl ein paar Sarrianer, Fans und Experten des „Sarrismus“, dass sich die Bayern auch mit ihm auseinander setzen würden. Denn Maurizio Sarri, der den SSC Neapel einst zu Vizemeisterschaften und die Champions-League hievte, mit dem FC Chelsea den Uefa-Pokal gewann, und als letzter Trainer auch Juventus zur Meisterschaft verholfen hatte, und dennoch gehen musst, gilt als ein absoluter Fachmann für den ballzirkulierenden Angriffsfußball, sogar von Pep Guardiola wurde das „Sarrispiel“ gelobt. Mit Lazio Rom schaffte er die Vizemeisterschaft, schon fast wie ein Wunder, und schied mit den Hellblauweißen erst gegen den FC Bayern aus.

Irgendwann hat sich Sarri mit dem selbstverliebten Mäzen und Präsidenten von Lazio überworfen. Da zündete sich Maurizio Sarri, der ehemalige Banker, eine „Zigarette danach“ an, und gab seinen Abschied bekannt. Auch er wird mit der Englischen Premier League in Verbindung gebracht.

Es bleibt spannend, nicht nur beim FC Bayern, den sehr viele Trainernamen zirkulieren derzeit.

  • Ein paar Links, zum Nachlesen:

Buch-Rezension: Wie tickt Thomas Tuchel wirklich? – Und, wir dürfen gespannt sein, wie sich der FC Bayern unter den gegebenen Voraussetzungen, nun tatsächlich entwickelt… – checkFussballberater

RUND – Das Fußballmagazin – SPIELKULTUR (rund-magazin.de)

Fußball, Biographien und Porträts: Von einem, der als Fußball-Lehrer auszog, die Welt noch besser kennenzulernen. Ob in Malaysia, Indonesien, oder wie jetzt in Myanmar – Der Stuttgarter Michael Feichtenbeiner hat sich in Südostasien einen Namen gemacht. Der schwäbische Nationaltrainer von Myanmar, leistet wahre Entwicklungsarbeit!

Wir erreichen ihn telefonisch, den Nationaltrainer Myanmars, Michael Feichtenbeiner (https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Feichtenbeiner ), der gerade in seiner Hotelsuite die Vorbereitungen für den nächsten Tag getroffen hat. Bei uns ist es nachmittags, in Myanmar (dem früheren Burma), bereits am fortgeschrittenen Abend – vier Stunden beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland. Und noch viel größer die Differenzen zum Deutschen, oder Europäischen Fußball. Doch dazu kommen wir noch. Jedenfalls schwelgt auch Michael Feichtenbeiner, der studierte Fachlehrer, sowie Uefa-Pro-Lizenz-Inhaber, jetzt Nationaltrainer in Myanmar, gern in Nostalgie. Gemeinsam lassen wir „vergangene Tage“ als Opener Revue passieren. Mein Gesicht hatte der Fußballlehrer nimmer parat, aber Feichtenbeiner erinnerte sich natürlich noch an die Zeiten, als der „Jungreporter“ und Student, immer wieder für das RMB Radio, dem damaligen Privatsender für Waiblingen und Ludwigsburg, sowie den Großraum Stuttgart, bei den TSF (Turn- und Sportfreunden) Ditzingen vorbeischaute, um meine Live-Takes und Berichte zusammen zu tragen. Da lacht Michael Feichtenbeiner und meint: „Ja, das waren tolle und wilde Zeiten in Ditzingen, dem kleinen Kaff…“, nun tragen wir die Erinnerungen zusammen, denn noch heute schwärmen die Leute und Experten vom kleinen TSF Ditzingen in den 90er Jahren.

Ein gefragter Nationalcoach und Schwabe in Myanmar. Souverän steht er Rede und Antwort / Michael Feichtenbeiner.

Von 1993 an, trainierte Feichtenbeiner die Ditzinger, knapp vier Jahre lang. Das Stadion, nun, damals der Sportplatz ‚an der Lehmgrube‘, samt kleiner Tribüne, https://de.wikipedia.org/wiki/TSF_Ditzingen , zog die Massen der Region an. Wer guten und attraktiven Fußball, mit jungen, wilden Spielern sowie einem emotionalen Übungsleiter an der Außenlinie sehen wollte, der überlegte nicht lang – Ditzingen galt als Geheimtipp, sehen und gesehen werden – lautete das Motto. Unter Feichtenbeiner wurde immer etwas auf dem Feld geboten.

Feichtenbeiner war uns damals, da wir auch den VfB Stuttgart stets im Blick hatten, als Juniorentrainer am Wasen bereits bekannt. Dann sammelte der Schwabe Erfahrungen in der Schweiz, bei den BSC, Old Boys Basel, und nach drei Jahren, mit der Station als Co-Trainer bei den Stuttgarter Kickers, unter den Trainern Frieder Schömezler und Rolf Schafstall. Eine gute Schule, wie sich zeigen sollte.

An der Lehmgrube in Ditzingen wurde jedenfalls kein Beton angerührt, die Abwehr spielte bereits damals modern, und mit Drang nach vorne, und im Mittelfeld und Sturm wurden Chancen en masse eingeleitet und kreiert.

Die wilde und schöne Zeit, mit vielen jungen Spielern (Sean Dundee, Marcus Sorg – später DFB-Assistenztrainer unter Löw, sowie Guido Streichsbier und Kronenberg, Robin Dutt und Alexander Blessin – allesamt sind sie, zumindest kurrzeitig, in den Trainerberuf eingestiegen), wie sie Feichtenbeiner nannte, wurden bei ihm weiterentwickelt, und haben den Spaß am Spiel nie verloren.

Die TSF Ditzingen qualifizierte sich für die damals neu geschaffene Dritte Liga, damals noch die mehrgleisige Regionalliga. Diese recht erfolgreiche Zeit ging irgendwann zu Ende, und der Koffer war von nun an immer griffbereit. Junge Menschen und „Spieler zu formen, an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten“, das habe ihn immer interessiert, blickt Feichtenbeiner, ein echter Stuttgarter, in Myanmar, diesem Krisenland, voller Nostalgie zurück.

Aber die Reise ging weiter, über den KFC Uerdingen, und Pfullendorf, ging es zurück zu den Kickers in Degerloch. Diesmal als Cheftrainer in der 2. Bundesliga. So wird die Zeit unter Wikipedia, vermerkt: >> (…) Im Sommer 1999 unterschrieb Feichtenbeiner bei den Stuttgarter Kickers seinen ersten und bislang einzigen Vertrag als Cheftrainer in der 2. Bundesliga. Während seine Mannschaft im DFB-Pokal gegen die drei Erstligisten Borussia Dortmund, Arminia Bielefeld und SC Freiburg spektakulär reüssierte, blieb Feichtenbeiner im Ligabetrieb ohne Erfolg: Keine vier Wochen nach der Pokal-Niederlage im Halbfinale gegen Werder Bremen erhielt Feichtenbeiner im März 2000 ob der höchst abstiegsgefährdeten Lage der Kickers (21 Punkte aus 24 Spielen) die Kündigung. (…)<< Das waren pure Emotionen, beschreibt Michael Feichtenbeiner diese Zeit, besonders im DFB-Pokal, wo sein Team förmlich aufblühte.

Zur Jahrtausendwende dann, in der Saison 2000/01, landete Feichtenbeiner, der nun für sein Offensivspiel bekannt war, und auch oft mit Ralf Rangnick verglichen wurde, bei den Lilien von Darmstadt 98. Das alte Stadion am Böllenfalltor, war schon damals eine Pilgerstätte eingefleischter, nicht zu verwöhnten, Fans. Damals, wieder in der Regionalliga Süd, krempelte der Schwabe im hessischen Kultclub so einiges um, und siehe da: Mit wenigen Mitteln, und „kleinem Budget“, erreichte Feichtenbeiners Team den 5. Tabellenplatz, es gewann sogar den Hessenpokal, dieser Erfolg garantierte die DFB-Pokal-Teilnahme – Feichtenbeiners Element, der Pokalwettbewerb.

Und auch da sorgten die Lilien mit Feichtenbeiner für Furore, erst im Achtelfinale war Schluss, davor hatten die Darmstädter als Drittligist den FC St. Pauli und den SC Freiburg bezwungen, und erst gegen den späteren DFB-Pokalsieger Schalke 04, zogen die Lilien den Kürzeren.

Es folgten danach weitere Stationen in Erfurt und Siegen, ehe er von den dortigen Sportfreunden, auf Vermittlung in Malaysia empfangen wurde, wo der schwäbische Fußballlehrer den Club Selangor MPPJ, vor dem Abstieg bewahrte. Später sollte der Übungsleiter nochmals in Malaysia trainieren, beide Stationen über drei Jahre zusammengerechnet, und Feichtenbeiner, nicht zu vergessen, gehörte von 2015 bis ins Jahr 2019 dem Trainer- und Ausbildungsstab des DFB an. Michael Feichtenbeiner, koordinierte die Scouts, die für den DFB Talente bundesweit sichteten, und trainierte als Nationaltrainer mit dem Adler auf der Brust, die Jahrgänge U15, 16, und 17.

Nach den Jahren beim DFB, wurde Feichtenbeiner Chefcoach beim FC Liefering in Österreichs 2. Liga – und der FC Liefering ist als „Ausbildungsverein, oder Jungbullenfarm“, des FC RB Salzburg ja bekannt (gewesen). Auch eine sehr lehrreiche und interessante Zeit, wie Feichtenbeiner erzählt und die er nicht missen möchte. Dann aber der Abflug für einige Jahre nach Asien, über Malaysia und Indonesien, kam eine weitere sportliche Station, die des Nationaltrainers für das Land Myanmar – früher, wie erwähnt, Burma. Dass in Myanmar eine Militärregierung herrscht, daran habe man sich, wie die Menschen vor Ort, bereits gewöhnt. Die Politik richtig einzuordnen, so der Fußballlehrer, sei für Außenstehende „sowieso schwierig…“, unser Thema bleibt der Fußball, der den Menschen wiederum auch Freude und Ablenkung schenke, so Feichtenbeiner.

  • Asien – eine lebenswerte Region, und Myanmar, sei ein sehr interessantes Land

Natürlich, so der Stuttgarter Michael, dem man übrigens seine 63 Jahre nicht ansieht, das Reisen und Myanmar an sich, halten wohl jung, „natürlich“, setzt Feichtenbeiner nochmals an, „kann man die Tätigkeit hier, mit dem Luxus, oder den Luxusproblemen in Deutschland und Europa nicht vergleichen…!“

In Myanmar, so Feichtenbeiner, sehe er sich als „Entwicklungshelfer“ in Sachen Fußball. Über Vergleiche mit dem Globetrotter und der ehemaligen Trainerlegende, Rudi Gutendorf, der über 55 Länder und Vereine weltweit trainierte, schmunzelt Feichtenbeiner – aber gemeinsam haben sie sicher, dass „Ich mir für keinen Job zu schade bin…“, das Umfeld aber, sagt Feichtenbeiner müsse schon passen.

Das Land, immerhin über 54 Millionen Menschen zählend, ist fußballverrückt. Das ist schon einmal wichtig. Die Infrastruktur könnte besser sein, aber das sei „Klagen auf hohem Niveau auch hier….“, sagt Feichtenbeiner, denn der Verbandschef und Hotelkettenbesitzer, mache vieles möglich.

Und, was auch wichtig ist, es gibt einen Spielbetrieb mit 12 Mannschaften in der höchsten Liga – sehr interessant ist auch, dass alle Spiele, rund 2000 KM entfernt vom Norden, wo das Militär in Gefechten verwickelt ist, in zwei Stadien der Hauptstadt absolviert werden. Das habe die „gute Seite“, so Feichtenbeiner, dass ich „mit meinem Team, binnen 25 Minuten im Stadion bin“, wo sie sich die Spiele und Nationalspieler anschauen können. An jedem Tage fänden zwei Spiele statt.

In den Pausen zwischen den Tagen, werde dann im Trainerteam, drei deutsche Mitarbeiter sind darunter, fleißig analysiert, die Daten und das Bildmaterial, die Eindrücke, gesichtet und nochmals geschildert. „Teamwork“, so Feichtenbeiner, sei sehr wichtig. Die deutsche Gründlichkeit, ist wichtig, dürfe aber auch nicht „zu gründlich sein“, lacht Feichtenbeiner, man könne Kreativität auch ersticken.

Und, improvisieren müsse man immer. Wer weiß denn schon, warum und unter welchen Umständen, schlechte Ergebnisse entstehen?, fragt der Stuttgarter eher rhetorisch, wenn das Nationalteam irgendwo, erst nach einer langen Odyssee ans Ziel kommen, und dann auch erst drei Stunden vor Spielbeginn? So geschehen in Indien, wo Myanmar gegen Kirgistan antreten musste.

Aber, die Arbeit des schwäbischen Fußball-Instruktor, trägt schon Früchte. In der FIFA-Länderrangliste, im Ranking, belegt Myanmar den 163. Platz. Dahinter kommen noch etliche andere Nationen. Und, wie fußballverrückt die Nation des schwäbischen Trainers ist, zeigte sich nach den erfolgreichen Südostasien-Spielen vor wenigen Monaten in Kambodscha. Feichtenbeiners Nationalelf von Myanmar wurde Vierter. Die Fernsehen-Einschaltquote lag bei rund „acht Millionen Menschen“, und am Flughafen wurde die Nationalelf nach der Ankunft gebührend begrüßt, Politiker und Funktionäre seien da gewesen, aber auch normale Fußballfans, insgesamt um die „tausend Menschen.“

Das erfolgreiche und entschlossene Nationalteam, Myanmar!

Da wurde auch Feichtenbeiner bewusst, dass er sein Team zu einem großen Erfolg geführt hatte. Später spielte Myanmar gegen ein anderes gebeuteltes Krisenland, nämlich Syrien 1:1, bekam dann aber eine Packung (0:7) , eben wegen langer Anreisen der Spieler, sowie einer hartnäckigen Grippewelle im Team – wer kann das schon beeinflussen? Macau wiederum wurde zwei mal deutlich besiegt (2:0 und 5:1). (Außerdem, die Nationalspieler müssen oder dürfen nur eine Staatsbürgerschaft haben; Doppelstaatler dürfen nicht ran; nun arbeitet man daran, dass Spieler schneller eingebürgert werden, die man zum Beispiel bei Sichtungen und Recherchen, in Europa oder Kanada, entdeckt hat…)

  • Zum Alltag gehöre es auch, „Trainerfortbildungen zu organisieren, die Vereinstrainer zu besuchen, und auch den Juniorenfußball, mit einer U17 und U19 richtig aufzubauen. Die Arbeit mache ihm sehr viel Spaß, und trotz der Probleme im Land, würden die „Einheimischen in Myanmar immer ein Lachen auf den Lippen haben“, und seien auch so sehr freundlich. Das Land liege ihm sehr am Herzen.

Teamarbeit ist Michael Feichtenbeiner sehr wichtig, alle profitieren.

Nichtsdestotrotz, wir möchten wissen, ob es Feichtenbeiner vielleicht nicht doch zurück nach Deutschland, oder nach Europa generell ziehen würde? Einen Mann, mit so vielen Erfahrungen im Gepäck? Der ehemalige Geographie-Student meint dazu: „Also, ich liebe die Erfahrungen, und die Länder, in denen ich gearbeitet habe. Ja, in Asien habe ich mir einen Namen erarbeitet, Kontakte sind da. Ich bin sehr zufrieden, aber…“, der diplomierte Fußballlehrer legt eine kleine Pause ein, und sagt dann: „…ob sie mich in Deutschland noch auf dem Papier haben? Und natürlich würde mich irgendwann, sofern das ganze Paket stimmt, auch eine Tätigkeit in Deutschland wieder reizen. Es muss nicht der Profibereich ganz oben sein. Ich wäre auch offen für Tätigkeiten im Hintergrund, im Management eines Vereins, ob im Jugendbereich, einem NLZ, oder rund um das Herrenteam. Meine Erfahrungen würde ich gern teilen…“, so der schwäbisch Fußballtüftler Feichtenbeiner.

  • Und mal ganz ehrlich, wer hätte vielleicht nicht doch Bedarf, für einen weltoffenen und sympathischen Trainer, der unter schwierigen Umständen im Ausland dennoch erfolgreich Mannschaften formt, und in Deutschland einst mit kleinen Teams als „Pokalschreck“ galt? Im Ausland und im Pokal, herrschen eben ganz eigene Gesetze…

Fußball, Porträts und Biographien: Juniorenfußball +++ aktuell +++ aktuell! Die Clubs in Hessen stehen auf den „Italoschwaben“ Sandro Stuppia. Nach der Eintracht aus Frankfurt, sowie Wehen-Wiesbaden, sichert sich nun der ‚Kultclub‘ der Offenbacher Kickers mit seiner U19 die Dienste des Uefa-A-Lizenz-Trainers…

Wir gratulieren dem OFC, aber auch Sandro Stuppia, für die tolle und beidseitige Entscheidung, ab der kommenden Saison 2024/25 gemeinsam zu arbeiten. Und DAS in der neuen LZ-Nachwuchsliga – Ja, nimmer die Bundesliga in dem Sinne, sondern es gibt eine eigene Liga für Amateurclubs und Bundesligavereine, wichtig dabei ist, dass die Vereine ein eigenes NLZ, Nachwuchsleistungszentrum zertifiziert vorweisen können. Sandro Stuppia bewies Geduld, sondierte den Markt und die Lage (wir werden noch ausgiebiger berichten), und letztendlich wechselt der Italiener dorthin, wo man ihn auch unbedingt haben wollte – die Ziele passen, und die U19 Mannschaft des hessischen Traditionsvereins vor den Toren Frankfurts, die Offenbacher Kickers, möchten sich mit höherklassigen Clubs messen. Nur das kann der Anspruch sein, auch für Sandro Stuppia, der die Hessenliga, den Unterbau der Bundesliga bereits in- und auswendig kannte. Mit Wehen-Wiesbaden gewann er zuletzt die Meisterschaft souverän, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen – Tage, an denen alles zusammenpassen muss, im Hin- und Rückspiel. Einen Namen aber, hat sich Stuppia gemacht – Junioren weitergebracht und auch menschlich geformt.

Sandro Stuppia zufrieden: „Klar, es ehrt mich, es waren auch andere Clubs mit Offerten an mich dran. Da bedanke ich mich auch, aber bei den Offenbacher Kickers hat alles gepasst. Und wir spielen natürlich in der neuen LZ-Nachwuchsliga mit den besten des Fußballs zusammen…“, sagt Stuppia, der auch in der Domstadt beim EFFZEH in der Jugend hätte arbeiten können, oder genauso als Trainer in der Nachwuchsabteilung des Zweitligisten von Eintracht Braunschweig.

Sandro Stuppia, und wir begleiten seinen Weg schon lange, berichteten bereits ein paar Mal ausgiebig, lässt sich bei seiner Karriereplanung Zeit, und für ihn sind oft andere Dinge, auch außerhalb des Platzes und der Taktiktafeln wichtiger, um Spieler zu formen. „Es muss alles passen“, aber natürlich möchte der gebürtige Kirchheimer irgendwann auch als Uefa-Pro-Trainer ganz oben arbeiten. Für den Fußballlehrer-Lehrgang möchte er sich empfehlen, ob in Deutschland oder im italienischen Coverciano. Beide Länder stehen für eine gute und profunde Ausbildung. https://checkfussballberater.de/profi-und-juniorenfussball-sandro-stuppia-hat-sich-einen-namen-als-erfolgreicher-und-akribisch-arbeitender-nachwuchstrainer-gemacht-dabei-setzt-stuppia-auch-auf-seine-bewaehrte-formel/

Jedenfalls lebt Stuppia den Fußball, und obwohl er bereits beim VfR Aalen, damals in der 3. Liga als vorübergehender Co-Trainer Profiluft schnuppern konnte, möchte Sandro bewusst im Nachwuchsfußball sein Wissen und seine Erfahrungen ausbauen. Unvergessen auch, als Stuppia aus dem beschaulichen Kirchheim nach Dessau wechselte, um dort als Juniorentrainer- und Koordinator arbeitete. Fern der Heimat für den Fußball zu leben, das sei für Stuppia „Absolut normal! Aber zur Resilienz gehöre eben auch, dass das Familienleben nicht unter dem Job leide…“, und bisher habe es immer gut geklappt, wofür er auch seiner Frau sehr dankbar ist.

Bis zum Sommer also wird sich Stuppia bereits gut auf die kommende Saison vorbereiten, Spiele und Spieler sichten, denn eines ist klar, die U19 des OFC und das Trainerteam mit Sandro, werden gut vorbereitet in die Saison starten. Stuppia ist als akribischer Trainer bekannt, der das Spiel attraktiv, und die Spieler zu echten Typen formen möchte. Wir bleiben dran, es bleibt spannend bei diesem echten Typen von Trainer…

„In der U19- und U17-DFB-Nachwuchsliga spielen Bundesligisten und Amateurvereine von Beginn an in einer Liga. Alle Vereine mit einem Leistungszentrum (LZ) sind sportlich dauerhaft für die DFB-Nachwuchsliga qualifiziert. Die Anzahl der teilnehmenden Teams ist nicht gedeckelt und kann pro Saison variieren.“ (https://www.fupa.net/news/reform-durchgesetzt-die-a-und-b-jugend-bundesliga-wird-abgeschafft-2994303 )

Fußball, Porträts und Biographien: Immer mehr Legenden kommen im Himmel an. Nur 44 Tage nach des Kaisers Tod, ist nun auch der WM-Finaltorschütze von 1990, Andi Brehme ‚unerwartet und plötzlich‘ verstorben. Nicht nur der deutsche Fußball steht unter Schock…

Es ist die pure Tristesse heute. Andreas „Andi“ Brehme ist von uns gegangen. Ein schwerer Schock und Schlag für die Familie und die engsten Angehörigen des Weltmeisters von 1990 (er verwandelte den unvergessenen Elfer in Rom gegen Argentinien). Aber auch die Fans, die mit ihm aufgewachsen sind, die ihn zumindest erlebt und spielen sehen haben, sind immens traurig. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht besonders übers Internet und den Social Media. Viele konnten, wollten, es kaum glauben.

Auch in Italien (bei Inter Mailand) und Spanien (Saragossa), trägt man Trauer. Andi Brehme war nicht nur ein außergewöhnlicher Profifußballer, sondern auch ein Mensch, der nie abgehoben ist, viel zu bodenständig war er, geprägt vom norddeutschen Elternhaus in Hamburg, Barmbek-Uhlenhorst.

Was er für ein genialer Abwehrspieler, der auch offensive Akzente setzte, ein moderner Verteidiger schon in den 80- und 90er-Jahren. Keiner konnte so richtig sagen, vielleicht nicht einmal er, welcher Fuß denn der stärkere sei. Seine linke und rechte Klebe, hatten es in sich. Ob als Flanken oder Torschüsse, gefürchtet auch die Freistöße, („wie Zico“, meinte Giovanni Trapattoni einmal), Brehme konnte Spiele entscheiden.

Seine natürliche Art, sein feiner Humor, auch über sich selbst lachen zu können, zeichnete ihn aus. In einfachen Verhältnissen aufgewachsen, ein Handwerkslehre absolvierte Andi auch, wusste er immer, dass es auch noch ein anderes Leben als den Profifußball gab. Er war einfach ein genialer und moderner Fußballer seiner Zeit, der auch das Leben im Ausland genoss – mit einer Spanierin einst verheiratet, dann auch in Mailand gelebt, war Andi Brehme ein international wacher Geist.

Viel muss man nimmer schreiben, einmal mehr traf BILD-Redakteur und Sportreporter Alfred Draxler in einem Nachruf die passenden Worte, zumal er Brehme auch persönlich sehr gut kannte. Hier die Abschiedsworte, die unter die Haut gehen: Andi Brehme: Nachruf von Alfred Draxler auf den verstorbenen Weltmeister | Sport | BILD.de

Aber, wie schon erwähnt, auch in Italien, besonders bei Inter Mailand, aber in der Serie A generell, gedenkt man Andi Brehme, hatte er doch mit Klinsmann und Matthäus eine erfolgreiche Zeit bei INTER geprägt, dem AC Milan mit den Holländern Paroli geboten. Einen Scudetto sowie Uefa-Pokal-Sieg feierte Brehme mit „Mister“ Giovanni Trapattoni, der Brehme unbedingt haben wollte. (Später war Brehme sogar Trapattonis Co-Trainer und Dolmetscher in Stuttgart, beim VfB)

Am heutigen Abend, beim Champions-League-Gipfel zwischen Inter Mailand und Atletico Madrid, wird die Elf von Inter Mailand definitiv mit Trauerflor auflaufen.

In den italienischen Radio-Sendungen, wie bei Radio 24 Milano, zur Mittagszeit, wurde über 20 Minuten über den deutschen, il biondo, Andi Brehme gesprochen, ja, ihm gehuldigt, die tifosi kondolierten und riefen live an in der Sendung.

>> Inter Mailand trauert um Andreas Brehme und wird zu Ehren seines verstorbenen Klub-Idols sein Champions-League-Spiel gegen Atletico Madrid mit einem Trauerflor bestreiten. Dies gab der Klub am Dienstag vor der Partie am Abend (21.00 Uhr/DAZN) bekannt. << https://www.msn.com/de-de/sport/fussball/inter-trauert-um-brehme-emotionale-worte-von-zenga/ar-BB1izlfB

Auch seine ehemaligen Kollegen, Torwart Walter Zenga und Abwehrpartner Giuseppe Bergomi fanden emotionale und angemessene Worte.

Der viel zu frühe Tod Andi Brehmes, das ist gewiss, reißt eine tiefe Wunde in die Community aller Fans, die Brehme erlebt haben… Arrivederci, Andi! (Andreas Brehme – Wikipedia )

Fußball, Porträts und Biographien: Ein Holländer, der auch beim FC Bayern ausgebildet wurde, und dort sogar die Champions-League-Trophäe gewann, glänzt seit Monaten beim FC Bologna in der Serie A! Joshua Zirkzee wird sogar mit Roberto Baggio verglichen. Und die italienische Legende mit dem goldenen Zöpfchen hat Zirkzee selbst aufs Podest gehoben…

Es war (nicht nur) wegen eines, der 11 Tore in über 40 Spielen in der Serie A und im Italienischen Pokal, als der Sportjournalist und Meinungsmacher Ivan Zazzaroni (Corriere dello Sport, Stadio), von Joshua Zirkzee (https://www.transfermarkt.de/joshua-zirkzee/profil/spieler/435648 ) nur so schwärmte, und das am Telefon, als Roby Baggio, Italiens Nationallegende, dran war. Beide, Zazzaroni und Baggio, kennen und schätzen sich sehr. Der Journalist erzählte nicht nur vom Tor, vielmehr beschrieb er sogar einen Traumpass, also Assist Zirkzees auf den Fuß eines Mitspielers, wie ihn früher nur Baggio gespielt habe.

Auch Milans Trainer Pioli schwärmte jüngst von Zirkzee: „Phantastisch ist er, und er hat einfach alles!“

Nun, Roberto Baggio, der das Spiel nicht gesehen hatte – übrigens hatte auch Baggio für Bologna einst die Kickstiefel geschnürt – meldete sich später zurück, und stellte Zirkzee wohl ein einmaliges Zeugnis, eine tolle Referenz aus. Der göttliche Baggio meinte:

„>Dieser ist echt stark, er ist einen halben Meter größer als ich und hat die Füße eines Phantasten. Alles Gute weiterhin an ihn, der Pass, unvergesslich.<„

( https://www.fcinter1908.it/ultimora/zazzaroni-zirkzee-baggio/ )

https://www.youtube.com/watch?v=7Mldd4MYdAk

Zirkzee, den wir beim Juniorenscouting des FC Bayern in der 1. Junioren-Bundesliga gesehen haben (damals zwar sicher am Ball, aber er wirkte mitunter etwas lustlos, und war nicht der große Zweikämpfer), anno 2018 und 2019 muss es gewesen sein (U17 und U19), hat in den vergangenen Jahren mit Biss und Disziplin einen großen Sprung gemacht. Vielleicht hatte man beim FC Bayern zu wenig Geduld mit ihm, denn auch er hatte damals wohl ein paar exzentrische Attitüden, aber als Typ und Mann ist er besonders im Ausland gewachsen. Man darf nicht vergessen, auch bei den Bayern im Profikader, hatte er als Joker bereits getroffen. Drei Mal zappelte der Ball im Netz, wenn er bei den Profis auflief, aber dann kam auch noch die Corona-Pandemie dazwischen – und vieles geriet außer Lot und zehrte am Fußballalltag aller.

Zirkzee wie Baggio früher?

Jedenfalls sammelte der Niederländer wichtige Erfahrungen im Ausland, was er sich auch selbst wünschte, denn Joshua Zirkzee wollte „Spielpraxis“, wie er selbst sagte. In Belgien beim RSC Anderlecht, sowie in Italien beim AC Parma, sammelte Zirkzee zusätzlich Erfahrungen und Spieleinsätze, auf Leihbasis, ehe er dann vor kurzem nach Bologna verkauft wurde. Von knapp 10,5 Mio € stieg Zirkzees Marktwert binnen kürzester Zeit auf über 35 Mio € – Tendenz steigend. Die Topclubs der Serie A schwärmen bereits vom jungen Niederländer, und auch die englischen Topclubs haben ihre Fühler ausgestreckt. Das italienische Spiel, auch unter Bolognas Trainer und ehemaligem Nationalspieler, Thiago Motta, liegt Zirkzee sehr – Joshua, auch erst 22, genießt alle Freiheiten, und ist dennoch taktisch bestens geschult. Zirkzee gibt dem Spiel ein besonderes Momentum der Variabilität, und Überraschungen vorne, ob als Mittelstürmer, oder über rechts, dann wieder als hängende Spitze, aus der zweiten Reihe dazustoßend, Bolognas Team ist derzeit unberechenbar.

Nicht umsonst ist der FC Bologna unter dem italo-brasilianischen Coach Thiago Motta gerade auf Platz Vier der Serie A. Auch die Gazzetten schwärmen, Bologna spiele momentan den schönsten und aufregendsten Fußball in der italienischen Liga, und dies bei schmalem Budget. Es scheint, als würden die Spieler alles von Mister Motta, der auch den Henkelpott als Spieler unter Mourinho gewann, klaglos übernehmen würden. Erfolgreich und auch noch schön zu spielen, ist in Italien nicht immer ein MUSS – aber Zirkzee hat definitiv seinen Anteil am derzeitige Höhenflug Bolognas…

„Mister“ Thiago Motta, kann als Spieler top Erfahrungen aufweisen, und die Spieler folgen ihm…

Fußball, Porträts und Biographien: Wer kann schon behaupten, gegen Cristiano Ronaldo gespielt zu haben? Ali Gökdemir von den Sportfreunden Schwäbisch Hall jedenfalls hatte dieses Erlebnis. Heute ist Ali ein spielender Co-Trainer, und arbeitet im Sinne der Taktikverbesserung im Amateurbereich – Als ‚Club Sales Manager‘ bringt er Teams die digitale tactix-Board, also Taktiktafel, näher. Und die Mannschaften profitieren…

Sportlich fesch, und frisch geduscht nach dem Training, sitzt Ali Gökdemir bereits im italienischen Bistro, nahe des Kocher-Ufers. Trainieren tut der 32-Jährige Spieler der Sportfreunde Schwäbisch Hall momentan nur leicht, denn er ist nach einer Verletzung erst wieder in der Aufbauphase. Spielen gesehen haben wir ihn schon oft im Optima-Sportpark, in der schönen Arena, die man eigentlich weiter oben mit Zuschauern füllen würde – doch derzeit spielen die Sportfreunde ’nur‘ in der Verbandsliga Baden-Württemberg. Mindestens die Regionalliga sollte es „irgendwann schon sein“, wie auch Ali Gökdemir bestätigt. Der Haller Vorzeige-Club, die Sportfreunde, liege ihm sehr am Herzen. Ihnen, den Sportfreunden „verdanke“ der Abwehrspieler sehr viel. Ja, nun, wie sollen wir Ali am besten beschreiben? Wir „googeln“ ihn nachträglich noch einmal, und finden sogar unter Wikipedia: //de.wikipedia.org/wiki/Ali_G%C3%B6kdemir )

>>Ali Gökdemir (aserbaidschanischƏli Gökdəmir; * 17. September1991 in Schwäbisch HallBaden-Württemberg) ist ein deutschaserbaidschanischer Fußballspieler türkischer Abstammung.[1] Der Abwehrspieler steht seit 2015 bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall unter Vertrag. <<

Wie man schon liest, eine wirklich interessante Fußballer-Vita. Eigentlich ist Ali ein echter Haller – schwäbelnd, und international durch und durch. Ein moderner Bürger eben, und in Schwäbisch Hall daheim.

Einer, der weiß, woher er komme, nämlich aus einer Großfamilie, mit vielen Geschwistern, „wo man auch schnell Verantwortung und Rücksicht“ auf die anderen nehmen müsse. Bodenständig und authentisch ist Ali geblieben, er weiß, was der Profifußball so bedeutet, welche Entbehrungen dieser einem (jungen) Spieler abverlangen würde.

Voller Einsatz, wie man Ali Gökdemir in Schwäbisch Hall kennt…

Schließlich war Gökdemir Fußballprofi bei Hannover 96, in der Saison 2013/14, sowie als Leihspieler in der Türkei (Elazığspor), und dann auch noch in Aserbaidschans höchster Liga. Auf über 13 Länderspiele für die U21 und A-Nationalelf Aserbaidschans, kam der Haller Junge. Wie konnte er ausgerechnet für die Nationalmannschaft Aserbaidschans spielen, statt zum Beispiel für die Türkei? Nun, in der Tat sei der Türkische Verband auch an ihm dran gewesen, da aber Gökdemirs Opa als Türke einst in Aserbaidschan gearbeitet und gelebt hatte, fiel die „Einbürgerung etwas leichter….“, wie Ali Gökdemir erzählt, und die Zeit in diesem prosperierendem Land, das Gökdemir bei den Länderspielen und Trainingslagern kennenlernen durfte, sowie während seiner Profizeit vor Ort, sei „einfach sehr schön und voller Erlebnisse“ gewesen, wie der Fußballer lebhaft erzählt. Zudem lernte er ja auch den deutschen Weltmeister und Europameister, Trainer Berti Vogts, kennen. Vogts dirigierte über 40 Länderspiele auf der Bank von Aserbaidschan. Auf Ali Gökdemir, dem robusten jungen Spieler, mit seiner deutschen Ausbildung, setzte er jedenfalls. Und Ali sammelte internationale Erfahrungen, die nun natürlich auch den Sportfreunden in Hall zu Gute kommen.

Und hier Ali als Profi bei Hannover 96, wo er einiges erlebt hat…auch darüber kann er viel erzählen.

Ausbildung als Junior: Ali schnürte in der Jugend seine Kickstiefel („nicht die teuersten, oft Marke No-Names, und deshalb wurde ich ausgelacht! Ich wollte es den anderen zeigen….“) für Schwäbisch Hall, danach für den TSV Ilshofen, und beim VfB Stuttgart. Klar, um an den Wasen zu kommen, war Klein-Ali oft lang unterwegs, gelernt wurde im Zug, wie er sich erinnert. Zum VfB kam Gökdemir auch über die WFV-Auswahl, mit der er in Duisburg(Wedau) auch beim Länderpokal teilgenommen hatte. Da waren auch andere Clubs an Ali dran, zum Beispiel „der BVB, Leverkusen und ein paar andere….“, aber VfB-Trainer Jens Keller überzeugte ihn, zu den Roten nach Cannstatt zu kommen. Von dort ging es weiter nach Hannover, und diese Zeit war zwar reich an Erfahrungen, aber auch nicht einfach, so weit droben im Norden – hin und wieder fuhr Gökdemir für nur zwei Übernachtungen nach Hause, das war aber immer Stress. So einiges habe er daher familiär verpasst, „den Tod meiner lieben Oma, und die Hochzeit meiner Schwester…“, es ging nicht anders, wenn man mit den Profis unterwegs war.

Und, Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Trainertypen, „rein vom Charakter her“, machte Gökdemir natürlich auch. Bei Hannover 96 hatte es ihm besonders „der Coach Andreas Bergmann“ angetan. Der sei ein „Supertyp und Trainer“ gewesen. Habe ihn immer konstruktiv kritisiert, und somit weitergebracht. Bergmann trainiert heute im Norden Altona 93, und das recht erfolgreich (dort spielt auch Stürmer, Selim Ajkic, 2001er, von uns entdeckt). Das aber nur am Rande.

Genauso habe Gökdemir sehr viel bei Valérien Ismaël, Deutscher Meister mit Werder Bremen und dem FC Bayern, danach bis heute ein Wanderer als Trainer, mitgenommen. Ali meint voller Achtung, „ein absoluter Profi als Trainer. Ismael hat mich spielerisch und taktisch weiterentwickelt“, was auch in Ali den Gedanken reifen ließ, sich noch mehr mit der Taktik des Spiels zu beschäftigen.

Wenn man nämlich klug und gut stehe, erspare man sich „viele unnötige Laufwege“, so ist Gökdemir überzeugt. Dann schon besser „den Ball und Gegner laufen lassen…“, lächelt der Haller Kicker verschmitzt. Athletisch und auch robust, („Ich kann schon einiges ab!“), sei er immer gewesen. Selbstkritisch meint er, „ich wirke immer so, als sei ich nicht schnell genug“, aber auf die ersten zehn, zwanzig Meter, sei er immer flugs am Ball, auch ohne Foul zu spielen – außerdem macht Ali das Meiste mit seinem klugen Stellungsspiel wett. Da müsse er oft gar nicht „losspurten“. Technisch und auch taktisch, das weiß auch Cheftrainer Thorsten Schift zu schätzen, ist Ali Gökdemir absolut ein Gewinn für das Team, und für diese Liga.

Und hier Ali im Nationaldress von Aserbaidschan gegen Portugal, als er auch gegen Ronaldo spielte.

Was lag da also näher, als seine Erfahrungen besonders im Amateurfußball auch beruflich einzusetzen? Für tactix-sports (Better your sports), berät Gökdemir die Clubs auf (über-)regionaler Ebene in Sachen Ausstattung und Equipment, aber besonders auch, für sein großes „Interesse“, in Sachen Verbesserung des Spiels, durch eine „einleuchtende Taktik“, durch ein besseres Spielsystem – das animiert, und das jeder „einfach begreifen kann“, so Gökdemir ganz überzeugt.

Mit dieser digitalen Tafel, der sogenannten Tactix-Board ( https://www.tactix-sports.com/tactix-45 ) , könne der Trainer von überall die Mannschaft coachen und vorbereiten. Auch von daheim aus ist es einfach möglich, via App und mit schnell konzipierten Folien, das Training vorzubereiten, sowie das Spielsystem „einfach zu veranschaulichen…“, denn früher, so Ali Gökdemir, blieb auf der Magnettafel zum Beispiel dennoch „vieles zu statisch….“, die Spieler konnten nicht mehr nachvollziehen, was der Trainer genau gemeint habe.

hier bei einer Präsentation, und sehr viele Amateurclubs setzen diese Tafel bereits ein. Mit Erfolg!

Mit dieser Tafel, der Tactix-Board, könne man aber das zuvor Gezeigte, auch als Kurzmitschnitt und Video, „visualisieren“. Klar, die Profis in den obersten Ligen, haben noch ganz andere Möglichkeiten, weiß Gökdemir, im „Amateurbereich jedoch“, helfe diese digitale Tafel immens, um Zeit zu sparen, und stets gut vorbereitet zu sein. Den Spielern im Kader könne der Coach über die App auch Aufgaben und Folien schicken. Spielzüge werden einfach „aktiviert“.

Machen wir uns doch nichts vor, so der Haller Abwehrrecke, die neue Spielergeneration, „wächst bereits digital auf“, natürlich sei viel Sinnloses bei zahlreichen Apps dabei – aber für den Amateurfußball generell, sei die Tactix-Board ein absoluter „Gewinn“ – und, das Feedback, das Gökdemir auf seinen Reisen von den Trainern und Clubverantwortlichen bekäme, sei bisher immer „sehr positiv“.

Irgendwann, mit der Zeit, „jedoch ohne Eile“, möchte sich Gökdemir in Schwäbisch Hall, oder auch anderswo, als Trainer, oder aber auch im „gehobenen Scoutingbereich“ einbringen. Ganz einfach, um auch seine Erfahrungen zu teilen. Vorerst jedoch im Amateurbereich, wenn es um die „perfekte Taktik“ geht…

Fußball, Porträts und Biographien: Der steile Aufstieg des Federico Valente! Vom U19-Coach zum Cheftrainer in der Serie B – doch den ‚Turnover‘ mit dem FC Südtirol schaffte er noch nicht – im Gegenteil, der Wind weht ihm eisig entgegen…

Die Fußballschule und Philosophie des SC Freiburg ist bekannt – ja, berühmt-berüchtigt, für die offensive Spielweise, von den Junioren bis hin zu den Profis. Federico Valente, wir berichteten auch hier,

( https://www.fussballeuropa.com/news/bundesliga-mit-der-streich-philosophie-zum-fc-sudtirol-2023-07 ), hat die SCF-Fußballphilosophie zwar kennen und schätzen gelernt, letztendlich musste Valente aber bei den Breisgauern gehen.

Doch Erfahrungen, wie die von Valente, nicht nur als ausgebildeter Trainer (die Fußball-Uefa-Pro-Lizenz absolviert er aber erst jetzt jobbegleitend, viele dachten, er hätte diese bereits), sondern auch als hervorragender Spielscout und Analyst, sind im Profibereich gefragt.

Jedenfalls überzeugte er im vergangenen Sommer vor Saisonbeginn den FC Südtirol, mit dem Headquarter und Vereins-Sportzentrum in Bozen, Eppan. (https://www.fc-suedtirol.com/it/club/fcs-center/37-0.html )

Der FC Südtirol ist der „Vorzeigeclub“ der autonomen Region, und hat auch ein großes Einzugsgebiet. Auch wir pflegen bereits seit Jahren den Kontakt zum FCS, haben schon etliche Juniorenspieler gescoutet, und schon einige im Probetraining gehabt. Begeistert waren die Spieler immer. Einer, Selim Ajkic, jetzt bei Hamburg Altona in der Oberliga, spielte ebenfalls für ein halbes Jahr in Bozen. Leider standen bürokratische Hürden im Weg, weil der Hamburger damals noch nicht 18 war.

Das ist aber nur eine Randerscheinung, Coach, „Mister“ Valente, dirigierte die U19 der Südtiroler, als die Cheftrainerstelle vakant wurde, und man sofort Valente fragte, ob er denn nicht bereit sei, zu übernehmen. Er zögerte keinen Augenblick.

Nun ist er Chefcoach der italienischen Zweitligamannschaft des FC Südtirol. Leider konnte er bisher nur gegen Ascoli gewinnen, ansonsten gab es zu viele Punktverluste, und unweigerlich rückt auch der Trainer wieder in den Mittelpunkt. Aber, noch scheint der FCS an Valente festzuhalten, der selbst noch auf der Suche nach der richtigen Spielweise ist – mit einer Dreier- oder doch einer Vierer-Abwehrreihe? Es bleibt ihm zu wünschen, den FCS noch längere Zeit betreuen zu dürfen, ob bei den Profis, oder doch wieder bei der Primavera?

Der FC Venedig, Venezia jedenfalls, zeigte der Valentetruppe die Grenzen auf…