Fußball-Talente international: Ein interessantes italo-argentinisches Brüderpaar stellte sich jüngst auch in Deutschland vor – Max und Giuliano kennen die Unterschiede zum Fußball in Italien und Argentinien. Beide haben nicht nur Fußballtalent im Gepäck…

Von einem wahren „Wanderzirkus“ an Fußballtalenten jeden Alters berichteten wir hier im Blog bereits. http://checkfussballberater.de/fussballtalente-im-wanderzirkus-und-das-okay-der-eltern/

Zwei sympathische wie überzeugte und bodenständige Jungs, beide aus Argentinien, und seit einem Jahr in Italien bei einem Semi-Professional-Club als „Profi-Kicker“ zu Hause, suchen eine neue Herausforderung, und stellten sich jüngst auch in Deutschland vor. Max (25) wie Giuliano F. (23), kommen aus Còrdoba – ja, genau da, wo sich die deutsche Schmach 1978 bei der WM gegen Österreich ereignete – einer Fußballregion schlechthin. Nur nebenbei erwähnt, dass Giuliano in der selben Jugendelf wie Juves Paulo Dybala spielte bei Instituto Còrdoba. Und unsere Gäste Max und Giuliano sagen auch, dass „Dybala wirklich stark ist, und es verdient“ habe dort zu spielen, wo er gerade spielt: im gehobenen Profibereich, der Champions-League, Extraklasse.

Als „Professionals“ sehen auch sie sich – wenn auch ein paar Stufen weiter unten, aber, ihren Lebensunterhalt verdienen sie bisher tatsächlich mit dem Fußball. Max und Giuliano leben für den Fußball, und trainieren, wenn es geht täglich, auch allein vormittags, um fit zu sein. Das Team in Italien sei dann doch ein paar Klassen zu tief, die Brüder wollen weiter kommen, „wachsen“, wie sie selbst sagen. Und dass sie das Fußball-Abc beherrschen, davon konnten wir uns auf Videos und auch bei Probetrainings überzeugen.

Das Brüderpaar nimmt viel auf sich, um im gehobenen Fußball anzukommen. Leben und fit halten tun sich die beiden tatsächlich wie Profis. Und, dass sie argentinische Wurzeln und einfach Freude am „Fußballspiel“, nicht am „Kampf“, haben, merkt man sofort. Giuliano, der jüngere und Ex-Mitspieler Dybalas, zieht mit Vorliebe die Fäden im defensiven Mittelfeld, setzt aber immer gefährliche Akzente nach vorne. Bruder Maximiliano („Max“) spielt auf der rechten Sturmseite, oder im rechten offensiven Mittelfeld. Mit dem Ball können beide umgehen, er gehorcht ihnen.

Beim Probetraining in der fremden Stadt eines Amateurvereins, findet sich Giuliano schnell zurecht. Kein Problem in all den verwinkelten Gassen, obwohl sie erst ein Mal durchgelaufen sind. „Hallo?“, fragt Giuliano mit Schalk im Nacken, als Mittelfeldspieler habe er schließlich immer „das G-P-S“ im Kopf. Und in der Tat, beim Trainingsmatch und auf den Scouting-Videos sieht man immer wieder, wie schnell sich Giuliano auf dem Feld auch unter Druck orientiert und schnell die Passgasse findet. Sein etwas älterer Bruder Max, ist ein genialer Freistoßschütze, „die meisten Tore machte ich bisher aus jeder Entfernung per Freistoß“, ist ein starker Assistgeber. Dass Argentinier trickreich und wendig sind, unterstreichen beide Spieler. Und, wer wie die beiden mit dem Fußball aufgewachsen ist, neben Dybala spielte, Carlos Tèvez (früher ManU und Juve, nun in China) als Freund der Familie und als Vorbild bezeichnet, will selber immer überzeugen.

„Wir sind stolz, Argentinier zu sein, aber wir schätzen auch die italienische Geschichte unserer Großeltern“, sagen beide unisono. Italien sei ein „echtes Fußballland“, jeder interessiere sich für den Sport, und auf „Taktik“ würde ganz viel Wert gelegt. Die Erfahrungen beim Aufenthalt in Deutschland, ziemlich kurzfristig arrangiert, imponieren ihnen beim Amateurclub sehr. Vom Niveau her, „sowie von der Infrastruktur“, sei das in Deutschland schon auf Höhe „einer 2. oder 3. Liga“.

Beide Spieler bringen Profi-Erfahrungen aus den zweiten Ligen Argentiniens und Perus mit. Aber nicht nur, sie haben noch etwas ganz Besonderes im Gepäck: als Instruktoren leiteten sie in Còrdoba das Training für die Junioren im U12-Bereich, und zwar nach der Spielphilosophie des FC Barcelona. Max und Giuliano wurden als Übungsleiter der Barca-Akademy „La Masia“ in Argentinien ausgebildet. „Das war ein Erlebnis“, versichern beide.

Max wie Giuliano würden einem Team in Deutschland nur gut tun. Wir bleiben bei ihnen definitiv „am Ball“.

Fortsetzung folgt…

Veröffentlicht von

Giovanni Deriu

Giovanni Deriu, Jahrgang 1971, Vater, 2 Kinder, lebte lange Zeit in Asien; Dipl. Sozialpädagoge (FH) für Jugend- und Erwachsenenbildung, sowie Biographie-Arbeit. Außerdem: Industriekaufmann und gelernter Journalist. Schreibt regelmäßig für das RUND Magazin. Fünf Jahre als Juniorentrainer tätig gewesen mit Jugendtrainer-Lizenz. In Hongkong die Junioren einer internationalen Soccer-Academy trainiert. Weiterhin als Scout (für Spiele und Spieler) unterwegs. Deriu analysiert für Spieler und Eltern die Spielerberater (und Agenturen), erstellt Profile und gibt Einschätzungen.

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