Profi- und Juniorenfußball – Sandro Stuppia hat sich einen Namen als erfolgreicher und akribisch arbeitender Nachwuchstrainer gemacht. Dabei setzt Stuppia auch auf (s)eine bewährte Formel…

Sandro Stuppia, 36, spricht eigentlich ungern über sich selbst. Seinen Erfolg, und dessen Arbeit, so Sandro Stuppia, sollen andere bewerten. Jedenfalls geht der Italoschwabe in seiner Arbeit als Trainer komplett auf. Der gelernte Industriekaufmann und -Mechaniker, im Besitz der Uefa-A-Lizenz (die Vorstufe zum Fußballlehrer mit dem Uefa-Pro-Schein), hat schon einiges erlebt, Talente nach vorn gebracht, und auch ein paar Titel gesammelt. Außerdem war er als Co-Trainer Teil der Profimannschaft des VfR Aalen, in der 3. Liga. Seit rund acht Jahren begleiten wir Sandro Stuppias Karriere. Seine Schritte im gehobenen Juniorenfußball, sowie bei den Profis, waren von Engagement und tiefen Emotionen geprägt. Jedenfalls bleibt es spannend, den Weg des deutschitalienischen Trainers weiter zu begleiten. Dass ihn schon etliche Clubs in ihrem Datenpool aufgenommen haben, wissen wir aus sicheren Quellen. Sandro Stuppia nahm sich Zeit für ein Interview mit Checkfussballberater.de

Checkfussballberater.de: Hallo, Sandro, wie geht es Dir momentan, und, vorab, Herzlichen Glückwunsch zur souveränen Meisterschaft mit der U19 von Wehen Wiesbaden. Deine Handschrift war in der Hessenliga gut erkennbar…

Sandro Stuppia: Hallo, Gio, in erster Linie vielen Dank für die Glückwünsche zum „erneuten“ Gewinn der U19-Hesenliga. Zwei Jahre beim SVWW (SV Wehen Wiesbaden), mit zwei Meisterschaften in Folge, sportlich bezogen fühlt es sich richtig gut an. Leider haben wir im Anschluss die Aufstiegsspiele zur U19-Bundesliga verpasst, dennoch bin ich mit der Entwicklung jedes einzelnen Spielers und vor allem im Kollektiv sehr zufrieden. Die Implementierung unserer Spielidee hat harte und intensive Wochen mit sich gebracht. Dies wurde leider nicht mit dem Aufstieg belohnt, aber die Meisterschaft mit einem Punkterekord von 71 nimmt uns keiner mehr. 

Ein absoluter Erfolg definitiv, und im gehobenen Juniorenfußball zählt zwar der harte Wettbewerb, dem habt Ihr Euch, hast Du Dich immer gestellt, und die zwei Meisterschaften sprechen eine klare Sprache. Nichtsdestotrotz, die Mechanismen des Profifußballs zählen auch bei den Top-Juniorentrainern, wie eben bei Dir – wann hat man Dir mitgeteilt, dass man beim SVWW anders planen würde?

Der Verein teilte mit im Februar mit, sich neu aufstellen zu wollen und somit bin ich mit dem Ende des Rückspiels in den Urlaub geflogen, habe zwei Monate in meiner Heimat auf Sizilien verbracht und neben der Aufarbeitung des verpassten Aufstiegs, konnte ich neue und frische Energie sammeln, um für die nächste Aufgabe vorbereitet zu sein. Deshalb, mir geht es sehr gut derzeit. Aber ich bin auch gut vorbereitet, wenn ein Club an der Tür steht…

Du hast es selbst angesprochen, das eine sind die souverän gewonnenen Meisterschaften, das andere Ziel jedoch, über die Relegationsspiele auch noch in die U19-Bundesliga aufzusteigen, wurde leider verpasst. Woran lag es letztendlich?

Am Ende des Tages entscheiden Details den Ausgang solcher Begegnungen, die mit voller Vorfreude und Emotionen gelebt werden. Deshalb, neben der Tagesform finden nun mal im Spiel Phasen statt. In einer ausgeglichenen Phase im Rückspiel (1:1 Hinspiel) mit dem Chancenplus auf unserer Seite (Doppelter Alutreffer hintereinander), kippt das Spiel in der 27. Spielminute durch zwei Rote Karten in einer Aktion auf unserer Seite. Im Spiel elf gegen neun ist es kein Spiel mehr, zumindest nicht so wie wir es gerne sehen wollen. Ob berechtigt oder nicht, möchte ich nicht kommentieren. Die Glückwünsche sind nach Kaiserslautern gegangen und somit ist die Sache beendet. 

 Sind es oft nur kleine Nuancen, oder war das Gefälle in diesem Beispiel, gegen den 1. FC Kaiserslautern, dann doch zu hoch, selbst wenn man sich sehr gut vorbereitet?

Wie Du sagst, Giovanni, kleine Nuancen definitiv. Der FCK ist eine wahre Stahl- und Strahlkraft, auch im Juniorenbereich. Allein die Infrastruktur, über das ganze Jahr unter Top Bedingungen trainieren zu dürfen, ist auf langer Sicht einfach nur „gut“. Wir haben mit unseren, kleinen Möglichkeiten jedoch ohne Ausrede unser Spiel (siehe Hinspiel) erfolgreich auf den Platz bringen können. Das ist genauso gut, und umso schöner, auch wenn es etwas härter ist.

Sandro Stuppia beim Aktiven Coaching während eines Spiels…

Deine Spielphilosophie und Handschrift ist tatsächlich das 3-1-4-2-System – was nicht gleichzusetzen ist mit dem 3-5-2-System, was einige Leute und Fans jedoch glauben. Kannst Du es kurz erklären, das System, und weshalb tust Du dieses bevorzugen?

Die Dreierkette mit einer strategischen 6 ermöglicht mir, in den letzten zwei Reihen des Gegners viel Personal positionieren zu können, um in gewisse Spielprinzipien zu kommen. Aus dieser Grundordnung entsteht unsere Spielidee. Aber aufgepasst, Systeme sind für mich persönlich eher zweitrangig.  Warum? Systemunabhängig ist unser Spiel, über den Ansatz, „Grundsätze + Haltung = Spielidee“ zu gestalten, das ist meine persönliche und bevorzugte Formel. Da ich eine offensive Art und Weise meiner Mannschaften sehen möchte, und dementsprechend mit voller Überzeugung Spieler in ihren Positionsanforderung individuell stärken will, nutze ich eben die „Positionierungen“ als einen unserer Wege im Angriff, um erfolgreich spielen zu lassen. Grundformationen sind da, um organisiert zu sein. Die Formel mit all ihrem Inhalt zeichnet am Ende Mannschaften aus. 

 
Der Nachwuchsfußball hat es Dir angetan, und Du hast etliche Spieler geformt und weitergebracht. Beim VfR Aalen, warst Du Trainer der U19, hast sogar die Fußballschule sowie das Leistungszentrum geleitet, bevor Du sogar Co-Trainer der Profimannschaft wurdest, danach ging es in die Jugend-Akademie von Eintracht Frankfurt, wo Du auch ganz oben um die Meisterschaft mitgespielt hattest, und nun seit zweieinhalb Jahren beim SV Wehen Wiesbaden. Du hast den Vergleich – ist der Juniorenfußball Dein Ding, oder willst Du mal wieder zu einer Herrenmannschaft im Profibereich wechseln?

Nun bekomme ich einen kurzen Moment Gänsehaut… nicht nur wegen der aufgezählten Stationen, jedoch ist die Zeit ohne es so zu ahnen, und wahrzunehmen, wie im Schnelldurchlauf vergangen. Auch hier stelle ich fest, dass zu schnell und oftmals unüberlegt entschieden wird, wo man sich einordnen soll. Persönlich und mit voller Überzeugung auch hier sage ich Dir, dass ich „für alles OFFEN“ bin. Die Arbeit macht tierisch Spaß, von den Inhalten, die es zu vermitteln gilt, bis über die Spieler, die ich mit meinem Team entwickeln und formen darf. Das ist doch exakt das, was jeder Trainer mag. Und Träume, die haben wir Alle. Zur richtigen Zeit wird die passende Aufgabe kommen.

 Wie unterscheidet sich der Juniorenbereich, die Infrastruktur, beim SVWW im Vergleich zur Frankfurter Eintracht?

Die Eintracht ist ein Traditionsverein, um einiges größer als jeder andere Klub in Hessen. Diese Aspekte sollte man immer vor Augen haben, bevor man Vergleiche in dieser Größenordnung macht. Einen Aspekt darf man mit Sicherheit erwähnen: „die Man-Power.“ Jeder Austausch bringt eine andere Dynamik mit sich. Umso mehr Personen involviert sind, desto einfacher oder auch schwieriger gewisse Entscheidungen. Das ist ein wesentlicher Unterschied, mit denen man in erster Linie als Mensch unheimlich viel an Erfahrung gewinnt. Diese Erfahrungen haben mir sowohl die Eintracht zuvor, als auch der SVWW, geben können.

Ist die Uefa-Pro-Lizenz immer noch das Fernziel? In Deutschland, oder eher in Italien, Coverciano?

Die Hürde ist nicht einfacher geworden, ganz im Gegenteil. Und trotzdem ist das ein persönlicher Ansporn, sich verbessern zu wollen, weiterhin alles zu geben, um eben eines Tages die Pro-Lizenz hier in Deutschlang absolvieren zu dürfen. Das schließt natürlich nicht aus, die Fußball-Akademie in Coverciano besuchen zu wollen…

Fokussiert und stets aktiv beim Coaching – Stuppia führt Teams gern zum Erfolg.

Wie schaltest Du in der fußballlosen Zeit ab, und wohnst Du nun fest in Wiesbaden?

Da wäre in allererster Linie, meine Familie, meine wunderbare Ehefrau, sowie unsere wundervollen zwei Mädels. Bessere Bedingungen zum Abschalten gibt es nicht. Auch für meine Freunde finde ich immer wieder Zeit zum Ausgehen und Lachen. Da mein Vertrag in Wiesbaden zum 30. Juni ausgelaufen ist, bin ich wieder zurück nach Kirchheim/Teck gezogen. In Wiesbaden wie auch in Frankfurt war ich im Besitz einer Zweitwohnung, um in solchen Situationen wie aktuell auch einen festen Anker im Hauptwohnort zu haben.

Sandro, hast Du mögliche Tipps an Juniorenspieler, die unbedingt den Traum des Profifußballs leben und erreichen wollen?

Der Profifußball ist und bedeutet immer auch, ELITE. Willst Du diese Elite erreichen, dann gilt es im individuellen Bereich auf deiner Position hart an sich zu arbeiten, sich stets verbessern zu wollen, und sich nicht zufrieden geben mit den ersten, kleinen Erfolgen der täglichen Arbeit. Konfrontier dich als Spieler mit deiner Positionsanforderung, sei in deinen Bereichen ein Monster deiner Stärke, setze permanent konstruktive Kritik um, und fülle jeden Schritt dorthin mit Leben. So entwickelt sich auch die mentale Komponente, und Stärke. Das wäre so mein Weg, Spieler konsequent zu verbessern und auf Spieler zu setzen, die all diese Tipps und Kritiken in der Sache, auch auf- und annehmen wollen.

Vielen Dank Sandro, für Deine Zeit und das interessante Interview.

  • Infos zur Person:
    Sandro Stuppia, 36,

    Beruf: Fußballtrainer im Hauptamt (gelernter Industriemechaniker & Industriekaufmann)
     
    Palmarés / Erfolgsbilanz seiner bisherigen Trainerkarriere:
  • U19-Hessenliga Meisterschaft 22/23 (SV Wehen Wiesbaden)
  • U19-Hessenliga Meisterschaft 21/22 (SV Wehen Wiesbaden)
  • U16-Hessenliga Vize-Meisterschaft 19/20 (Eintracht Frankfurt)
  • U19-Oberliga BW Vize-Meisterschaft 15/16 (VfR Aalen)
  • Profivertrag Co-Trainer VfR Aalen 3.Liga 18/19

 
Sandro Stuppias Motto: „I never lose. Either i win, or i learn!

Link zu vorherigen Berichten/ Interviews:

https://www.rund-magazin.de/news/1527/76/Interview-Sandro-Stuppia/ https://checkfussballberater.de/?s=Sandro+Stuppia

DFB-Nachwuchsplanung: Etwas muss sich im Juniorenfußball grundlegend ändern: Etwa mit Hannes Wolf?

WER kennt ihn nicht, Hannes Wolf? Die VfB-Fans haben ihm einiges zu verdanken, den Aufstieg als Meister, von der 2. in die 1. Bundesliga. Oder beim BVB-Nachwuchs, wo er die deutsche B-Junioren-Meisterschaft (gegen den VfB von Domenico Tedesco) einst (gleich mehrmals) feierte.

⚽ Nun, ein Upgrade für Hannes Wolf beim DFB.

Aber, NICHT jeder Experte sieht diese Entwicklung kritiklos…

⚽ Lest selbst:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ex-trainer-des-vfb-stuttgart-vom-nachwuchscoach-zum-dfb-direktor-die-laufbahn-des-hannes-wolf.dc465fa9-b0aa-4e10-bde8-f66059f06f68.html

https://www.kicker.de/wolfs-neue-aufgabe-ueberzeugende-inhalte-fragwuerdige-hierarchie-964652/artikel

Juniorenfußball: Der NLZ-Leiter des VfB Stuttgart, Thomas Krücken, wird in Zukunft Pep zuarbeiten!

Thomas Krücken, dessen Arbeit wir stets im Auge hatten, gehört zu den absoluten Experten im Nachwuchsfußball, was er von sich jedoch nie behaupten würde. Krücken, einst vom FSV Mainz 05 kommend, prägte vier Jahre lang die Geschicke im NLZ des VfB Stuttgart…

⚽ Aber lest selbst:

>> Der Direktor des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), Thomas Krücken, verlässt den VfB und wird Leiter der Jugendakademie von Manchester City. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest. Die Modalitäten werden aktuell besprochen, ebenso die Nachfolgeregelung im NLZ.Der VfB-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle: „Wir verlieren Thomas sehr ungern und bedauern seinen Entschluss. Zugleich ist jedem von uns klar, dass er die Chance, für den amtierenden Champions-League-Sieger zu arbeiten, ergreifen muss. Diese Möglichkeit hat er sich verdient.

Wir werden den Wechsel absolut fair und freundschaftlich gestalten und einen reibungslosen Übergang organisieren, der für alle Beteiligten sinnvoll und im Sinne unseres NLZ ist. Dazu sind wir mit Thomas in engem Austausch. Er hat beim VfB viel bewegt und hinterlässt ein gut aufgestelltes Team, klare Strukturen und Visionen.

Dafür danke ich Thomas Krücken schon heute im Namen des gesamten VfB. Wir wünschen ihm und seiner Familie alles erdenklich Gute und bleiben sicher in gutem Kontakt.“

VfB-Vizepräsident Rainer Adrion, zuständig für den Nachwuchs- und Mädchenfußball im e.V.: „Dass Thomas Krücken uns verlässt, bedauern wir sehr. Seine inspirierende, innovative Art hat dem VfB in den vergangenen Jahren sehr gutgetan. Seine Leidenschaft gerade auch für den Grundlagenbereich hat mich stets beeindruckt und ist sicher einer der Gründe dafür, dass der VfB Stuttgart e.V. heute viel stärker und engagierter in diesem Bereich investiert, als es früher der Fall war. Diese Investitionen werden sich mittel- und langfristig auszahlen. Für die geleistete Arbeit sind wir Thomas Krücken sehr dankbar und natürlich wünschen wir ihm von Herzen alles Gute für seine nächste Station. So schade sein Verlust für uns auch ist, so sehe ich es für den gesamten VfB als eine Auszeichnung, wenn ein Club wie Manchester City die Arbeit registriert, die im NLZ geleistet wird.

Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den wir konsequent fortführen werden.“„Die Chance, eine der besten Akademien im Weltfußball zu leiten und auf ihrer großartigen Arbeit der letzten Jahre aufzubauen, reizt mich sehr und erfüllt mich mit Stolz. Für mich schließt sich ein Kreis, da meine Laufbahn an der Maine Road, dem alten Manchester-City-Stadion, vor 22 Jahren begonnen hat. Allen Verantwortlichen des VfB danke ich von Herzen für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagt Thomas Krücken, der das VfB-NLZ seit vier Jahren leitet. „Ich hatte beim VfB immer volle Gestaltungsfreiheit bei der Neuausrichtung unseres NLZ und konnte mich auch persönlich weiterentwickeln.

Mein besonderer Dank gilt meinem gesamten Team im NLZ, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Fachbereichen des VfB, Spielern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern der Partnerschulen, dem VfB-Freundeskreis sowie den Kollegen der Lizenzabteilung für die intensive, zukunftsorientierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bis zu meinem endgültigen Wechsel werde ich wie bisher mein Bestes in unserem starken Team geben. Der VfB hat meine Familie und mich im Ländle herzlich aufgenommen und ich werde mit meiner Zeit hier immer unvergessliche Momente verbinden. Ich bin sicher, dass der VfB und seine Fans die Früchte unserer gemeinsamen Arbeit in den kommenden Jahren ernten werden indem Jungs, die aus unserem NLZ stammen, das Trikot mit dem Brustring als VfB-Profis tragen.“ <<

⚽https://www.vfb.de/de/vfb/aktuell/neues/junge-wilde/23-24/wechsel-thomas-kruecken-zu-man-city/

⚽ https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nachwuchschef-des-vfb-stuttgart-warum-es-thomas-kruecken-auf-die-insel-zieht.e271d524-b7ab-454a-85a6-5e8e6dbe3063.html

Internationaler Juniorenfußball: Wie ‚La Masia‘ beim italienischen Club, COMO Calcio 1907, Einzug hält. Cesc Fàbregas wird die U19 trainieren!

Zum Abschluss seiner Karriere, hat sich Cesc Fábregas wahrlich ein feines und malerisches ‚Örtchen‘ in der Lombardia, und unweit der Schweiz, ausgesucht – die Stadt Como, samt des Lago di Como. Aber, man muss festhalten, der ehemalige spanische Nationalspieler, heuer 36 Jahre alt, ist zum Arbeiten hier. Dolce Vita, kommt nämlich erst nach den Trainingseinheiten und Ergebnissen.

Und, der norditalienische Fußballverein, Como Calcio 1907 https://de.wikipedia.org/wiki/Como_1907 , kann sich glücklich schätzen, welch tollen und pro´fessionellen Spieler, man gewinnen konnte. Zuerst als Spieler in der Serie B – Como schloss im hinteren Mittelfeld ab – und nun auch noch als Juniorentrainer, um sein Wissen im Club weiterhin dazubehalten, zu pflegen, und Nutzen für die Zukunft zu haben. Die liegt in den Füßen der jungen Kickern rund um Como.

Cesc Fàbregas, https://de.wikipedia.org/wiki/Cesc_F%C3%A0bregas , das muss man nochmals wiederholen, wurde in der Barca-Schule, La Masia (samt Internat), ausgebildet. Sechs Jahre durchlief Fabregas die Akademie von Barcelona, ehe er zu Arsenal London transferiert wurde, wo er gerade mal 16 Jahre alt, so langsam ans Herrenteam gewöhnt wurde. Man halte fest, obwohl Fabregas als variabler defensiver Mittelfeldspieler („Volante“), auch auf 30 Tore in einer Jugendsaison kam, konnte er sich anfangs beim FC Barcelona nicht durchsetzen. Arsenal London also galt als (weitere) Schule des Lebens, nicht nur des Fußballs. Schließlich war die britische Hauptstadt so ganz anders, als alles, was der junge Cesc, bisher kennengelernt hatte.

Es folgten drei erfolgreiche Jahre dann doch beim FC Barcelona, seinem Ausbildungsverein, danach wieder fünf Jahre in England, beim FC Chelsea. Selbst in der U23 der Blues spielte er, als er quasi aussortiert wurde, um dann noch drei Spielzeiten in Frankreich beim AS Monaco zu spielen. Ein pralles Profileben, mit vielen Erfolgen, hier nur einige (von Vielen) aufgezählt:

  • Weltmeister 2010
  • Europameister 2008 und 2010 – die goldene Spanische Ära.
  • Außerdem in der Jugendzeit, U17-Europa- und Weltmeister…
  • Auf Vereinsebene: Spanischer und Englischer Meister sowie Pokalsieger, und zwei Mal ins Europameisterschafts-Allstarteam berufen worden, als gefährlicher defensiver Mittelfeldspieler.

Und solch einen begnadeten und erfahrenen Spieler, konnte nun Como Calcio binden. Das Umfeld passt, warum also nicht die U19, die kleine „Primavera“ trainieren?

Interessant auch, wie sich Fàbregas neulich erst auf einem Italienischen Sportkanal, über ein paar Trainer äußerte, die ihn nachhaltig geprägt hatten, während seiner Fußball-Vita als Profi.

Auf Itasportpress.it kam dieser interessante Beitrag (https://www.itasportpress.it/calcio/fabregas-ammette-mourinho-ha-giocato-con-la-mia-mente-tirando-il-meglio/ ) , in dem Cesc Fabregas offen über den kommenden Trainerberuf und die Trainer sprach, die ihn sehr bewegt geformt haben. Der Übergang vom Profi hin zur U19-Juniorenmannschaft von Como, sei der richtige Weg.

Über seinen ehemaligen Trainer Jose Mourinho, schwärmt Fábregas: „Er hat meinen Geist und Verstand am meisten herausgefordert, und mit ihm gespielt…“, und dabei das „Beste“ aus Fábregas herausgeholt.

Auch im Rückblick, „Mou“rinho hat Fàbregas sehr beeindruckt.

Dann zieht der ehemalige Nationalspieler und Weltmeister einen Vergleich der weltbesten Trainer, die Cesc so erlebt habe als Spieler, nämlich unter anderem, Arséne Wenger, Pep Guardiola und eben Mourinho: „Wenger hat mich wie einen Sohn behandelt. Er hatte immer einen Plan für dich, und war ein Anführer. Guardiola war definitiv anders, viel distanzierter, und diese Einstellung hat für ihn funktioniert. Zum Schluss „Mou“, na ja, was soll ich sagen. Wir haben jeden Tag mit ihm gesprochen und er hat mir viel Vertrauen gegeben. Ich fühlte mich am besten. Er spielte mit meinem Verstand auf eine Art und Weise, wie es noch niemand zuvor getan hatte, und das brachte das Beste in mir zum Vorschein. Es ist unglaublich.“

Wohl dem, der solche Trainerpersönlichkeiten kennenlernen, und mit ihnen arbeiten durfte.

Man kann die A-Jugendlichen sowie die B-Squadra, aber auch die Trainer von Como Calcio, nur beglückwünschen, diesen Profi im Verein zu haben – irgendwann werden wir uns vor Ort wohl selbst ein Bild machen…

https://comofootball.com/

https://comofootball.com/comunicato-ufficiale-di-cesc-f/

FC Bayern I : Auf der Asien-Tour fallen besonders zwei Spieler auf. Mit Mathys Tel und Josip Stanisic hat Tuchel zwei wirklich polyvalente Spieler im Kader – mit Zukunft…

Nicht jeder ist Freund von solchen langen und weiten Reisen, aber im internationalen Topfußball gehören diese Promo-Reisen in Asien oder den USA einfach dazu – gekoppelt mit einem ‚fluiden‘ Trainingslager – so holt man sich eben Übersee die Fitness. Vielleicht ganz gut, wenn man bedenkt, dass in Europa und Deutschland manchenorts, ein Hundewetter und Regen en masse herrschten. Dann schon lieber ein bisschen mehr Wärme und tropische Luftfeuchtigkeit. Kondition antrainieren und anreichern, unter erschwerten Bedingungen. Dafür aber, geht man natürlich bei den Testmatchs nicht volle Pulle, sondern spielt angemessen, Kräfte schonend, und Verletzungen vorbeugend bitte nicht so hart in die Zweikämpfe, heißt das Motto. Fans und Zuschauer in Asien kommen dennoch auf ihre Kosten. Trainer Thomas Tuchel und der FC Bayern jedenfalls, machten alles richtig. Eine ungestörte Vorbereitung eben, allein, die Torhüterfrage um Sommer, lenkt(e) ein bisschen ab.

So kam es zu einem erfolgreichen Abschluss des Japan-Aufenthalts zwischendurch, im Rahmen der Audi-Summer-Tour! Der FC Bayern machte Halt in Tokyo. Gegen das Team von Kawasaki Frontale, gewann das Tuchel-Team mit 1:0. Das Ergebnis sagt nichts darüber aus, dass die Bayern gegen einen ambitionierten Gegner sehr souverän und chancenreich spielten. Im „Nationalstadion“ von Tokyo entwickelte sich vor rund 50.000 Zuschauern eine flotte und abwechslungsreiche Partie.

Das Tor des Tages erzielte nach knapp einer Stunde (57.) Josip Stanišić. Und da wären wir bereits beim ersten jungen Spieler, der wirklich polyvalent zu sein scheint. (Wir haben uns etwa drei Spiele mit Stani`si´c angeschaut). Josip Stanisic ist gelernter Abwehrspieler, sein Alter 23. Die rechte Seite seine bevorzugte Position, Außen aber auch als IV. Genauso kann er aber auf der linken Seite sehr gut Akzente setzen. Im Raum sowieso, aber auch im Bereich Mann gegen Mann. Stanisic kommt mit wenigen Fouls aus, das meiste auf dem Feld löst er spielend und spielerisch. Eine Augenweide.

Josip Stanisic fackelte nicht lang und schob mit links ein, die Chance bereitete er auch vor!

Sieht man das Match gegen Kawasaki Frontale, merkt man sofort, welch moderner Verteidiger Stanisic ist. Sprint- und dribbelstark, ballsicher, und das beidfüßig. Sehr gut ausgebildet, unter anderem in der 1860er-Jugend. Aber, Stanisic ist wohl auch ein Bolzplatzkicker gewesen. Man merkt es an seiner Spielfreude, und an den Lösungen, die er auf dem Platz findet, im Abspiel, aber auch im Abschluss den er sucht.

Sein Tor in Tokyo zeigte, wie wach Josip ist, er sprintet früh in einen Ball und Abspielfehler des Gegners, leitet einen Angriff ein, schaltet sich ein, und mit einer feinen Technik, schiebt er den Ball locker ein, auf engstem Raum. Es würde uns nicht wundern, wenn Stanisic irgendwann sogar als Mittelfeldspieler aufläuft.

Der andere im Kader, erst 18, ist Mathys Tel. Sein Marktwert? Bereits 20 Mio Euro. Der Franzose, gebürtiger Abstammung aus Guadeloupe, wurde in der Jugend beim FC Paris, und danach vorwiegend, bis zur U19 hin, bei Rennes ausgebildet.

sdr

Ein trickreicher und flinker Stürmer, der den Gegnern schon einmal fünf bis zehn Metern bei einem Dribbling abnimmt, und diese alt aussehen lässt. Meist ist und war Mathys Tel nur mit Fouls zu stoppen. Irgendwie wirkte er dennoch manchmal gehemmt, vielleicht braucht er mehr Freiheiten ohne ein taktisches Korsett? Es wirkte oft, als habe Tel Probleme, den Forderungen Tuchels gerecht zu werden.

Der französische Stürmer kam in Tokyo vor 65.000 Zuschauern gegen ManCity von Pep Guardiola, erst nach der Halbzeit für Gnabry ins Spiel.

Da führte der Champions-League-Sieger City bereits. Mit Gravenberch und Mané verstand sich Tel ziemlich gut auf dem Platz. Ein paar Chancen ließ Tel liegen, aber er wirbelte gehörig durch die ManCity-Abwehr. Beim Ausgleich, das Spiel ging dennoch 1:2 verloren, reagierte Tel sehr schnell, nachdem er die Großchance auch vorbereitet hatte. Mathys Tel ist Mittelstürmer, aber nicht leicht auszurechnen, da er viel in Bewegung ist, und auch auf die Flügel ausweichen kann. Das wären, links, wie rechts, seine Nebenpositionen.

Thomas Tuchel müsste es verstehen, Stanisic wie Tel, fordernd aber auch behutsam aufzubauen, dann dürfte der FC Bayern viel Freunde haben an beiden…

❗Anmerkung: unser Artikel hier, zu Mathys Tel und Stanisic, entstand am 01. August – wenig später kam dann der ‚kicker‘, mit einem Interview.

Checkfussballberater.de immer nah dran mit dem richtigen Riecher…❗

https://www.kicker.de/tel-im-interview-ich-will-fuer-immer-hierbleiben-961803/artikel

Calciomercato al dente: ‚Gigio‘ Donnarumma – Eine komplizierte ‚Liebe‘ mit Happy End? Juventus verhandelt mit Italiens Nationalkeeper!

Eine komplizierte ‚Liebe‘ mit Happy End?

Die Luft des italienischen Calciomercato, oder besser, des Transferkarussells, vibriert. Immer mehr nehmen die Mannschaftskader Konturen an.

Es war kaum vorherzusehen, dass momentan auch der Posten starker Torhüter so gefragt ist. Man bekommt es ja mit Inter Mailand mit, wo plötzlich händerringend ein Torspieler als Ersatz für Andre Onana, nach dessen Abwanderung zu Manchester United, und Clubikone Samir Handanovic (39 Jahre alt, und vorübergehend die Karriere beendet, wenn nicht doch noch eine Megaofferte aus Saudi Arabien kommt) gesucht wird. Man geht davon aus, dass der Schweizer und Bayern-Keeper Yann Sommer doch noch kommt.

Und nun beginnt der Transfer-Strudel, welche Dynamik er bekommt, welches Dominosteinchen das folgende anschubst: der FC Bayern muss aktiv werden, sollte Sommer gen Inter Mailand von Steve Zhang ziehen. Trainer Simone Inzaghi möchte Sommer unbedingt, auch wegen dessen fußballerisches Talent.

Die Bayern sendeten Signale von der Asien-Reise, dass Juve-Keeper Wojciech Szczesny eine echte Option sein könnte.

Dies wiederum veranlasste, Juves neuen Sportdirektor, Cristiano Giuntoli, das Juventus-Team kurzfristig während der USA-Promoreise zu verlassen, um in Turin näher am Geschehen zu sein. (https://www.juventusnews24.com/szczesny-bayern-monaco-giuntoli-trattativa-cessione-portiere-juve-ultime-mercato/ )

Und damit kommt der nächste Stein ins Rollen, wir haben es mitbekommen, Luis Enrique, neuer PSG-Coach stehe nicht sonderlich auf den Azzurri-Nationaltorwart Gianluigi, ‚Gigio‘, Donnarumma.

Fabrizio Ravanelli, immer noch sehr gefragt, als Experte!

Mehrmals schon, noch zu Lebzeiten des omnipräsenten (und jüngst verstorbenen) Spieleragenten, Mino Raiola, wurde Donnarumma mit Juventus Turin oder gar Barca ins Gespräch gebracht. Allein, entweder waren die Torstellen besetzt, oder die Trainer wollten mit Raiola, Gigios Berater, wenig zu tun haben – denn der hatte Macht.

Neulich erst erzählte Fabrizio Ravanenelli, Juves ehemaliger Stürmer und letzter Champions-League-Sieger, als Gigio Donnarumma ihm zum Probetraining anno 2012 vorgestellt wurde. Ravanelli war damals Juniorentrainer bei der alten Dame.

„Sofort nehmen!“, riet Ravanelli dem Club. Man überlegte bei Juventus aber zu lange, und wollte Donnarumma mit gerade mal 13 Jahren nicht binden.

Ravanelli weiter, „Donnarumma war damals schon Extraklasse, mit großen festen Händen, und die Spieler trafen gegen ihn erst, vor dem Elfmeterpunkt…“, erinnert sich Ravanelli.

Lange Zeit musste sich Juve diese vergangene Chance und Heißliebe vorhalten lassen, da Gigio ausgerechnet beim AC Milan die nächsten Jahre verbrachte.

Nun aber entflammt die ‚alte Liebe‘ wieder, und Donnarumma war nie gegen Juventus eingestellt, im Gegenteil.

Gianluigi Donnarumma könnte tatsächlich Szczesnys Nachfolger werden. Dazu müsste der polnische Keeper aber erst an die Säbener Straße wechseln. Geld muss zuerst rein, denn Juve werden zudem Einnahmen aus Europas Wettbewerben fehlen.

Die Tifosi bianconeri jedenfalls, würden Nationaltorwart ‚Gigio‘, gern im Juve Stadium begrüßen.

Weitere Links, zum Thema, Fabrizio Ravanelli, einst Juves Juniorentrainer, und Gianluigi Donnarumma: https://www.tuttosport.com/news/calcio/calciomercato/2021/07/19-83714726/ravanelli_donnarumma-juve_vi_svelo_come_and

https://www.youtube.com/watch?v=_ZaHcchgtjY

Runde Grüße aus China, Yantai und Ningbo – Rainer Kraft, Uefa-Pro-Fußballlehrer ist wieder einmal im Auftrag des VfL Wolfsburg auf Nachwuchsfortbildungs-Mission…

Dass wir immer dran bleiben, wenn die Guten und Weltoffenen Trainer unterwegs sind, zumal wir sie auch persönlich seit Jahren kennen, versteht sich doch von selbst. Zu interessant sind doch die Erlebnisse und Mission, als deutscher Fußballlehrer, in Asien für die Fortbildung dortiger Jugendtrainer und Junioren an sich, zuständig zu sein. Und, Rainer Kraft ist in ‚Sachen Fußball‘ bereits weltweit herumgekommen, hat auch Erfolge gefeiert, wie wir hier schon berichtet haben, auf Checkfussballberater.de .

Ein fröhliches und motiviertes „Ni Hau“ aus Yantai, begrüßte uns jüngst am frühen Morgen, auf der Sprachmemo – vor Ort in China, war es schon die Essenszeit zu Mittag. Es ist wieder ein Auftrag und Projekt vor Ort in China, wo Rainer Kraft vor der Covid-Pandemie, und bevor er nach Ghana gegangen ist, längere Zeit gewesen ist. Nicht nur für Wolfsburg, sondern auch für den FC Schalke 04 eine Zeit lang. Der asiatische Markt zieht (wieder an), selbst wenn es momentan so scheint, als würde Saudi Arabien so gar keine Hemmungen mehr kennen, um Trainer, Spieler und Funktionäre ‚einzukaufen‘.

China, das Land des Lächelns, berappelt sich wieder, die Wirtschaft boomt, und auch der Fußball rollt wieder. Rainer Kraft berichtet, die Corona-Lage habe sich komplett normalisiert, „so, wie vorher auch…“, also gar keine „Einschränkungen mehr, alles ganz normal!“ – und so können Rainer Kraft und sein Trainerstab auch das Alltagsleben vor Ort genießen.

Es gibt viele bekannte Fußballschulen und Akademien, auch bilinguale Sportinternate, die Rainer Kraft mit seinem Wissen und Trainingsübungen weiter bringen soll. Selbst im U14-Bereich nehme die Trainingsintensität zu, man trainiere viel und intensiv, und besonders die E- und D-Jugendlichen können von ihren Talenten her, „auch mit westlichen Spielern und Topvereinen“ mithalten. Je älter sie jedoch werden, trenne sich die Spreu vom Weizen, da spiele natürlich auch das Schulsystem eine Rolle, ganz anders als in Deutschland, denn die Schule laufe ganz normal neben dem Fußball, dürfe nicht vernachlässigt werden.

Rainer Kraft findet hervorragende Arbeitsbedingungen vor!

Als überaus gastfreundlich und wertschätzend, erlebt Rainer Kraft die Menschen in China – und man kann auch sagen, dass er das Land ein Stück weit „liebt“, wie er beim letzten Treffen in Stuttgart offen zugab. Das „Abenteuer“ China geht also weiter, und demnächst geht es dann in die 10-Mio-Einwohner-Metropole, Ningbo, eine Stadt mit Hafen und Küste, etwas mehr im Nordosten Chinas.

Wir sind schon gespannt, was uns Rainer Kraft berichten wird…

Alles, was die Begeisterung für den Fußball so ausmacht! Egal wo, wie und, unter welchen Umständen: Die schönste Nebensache der Welt…

Und das verbindet uns wohl alle, besonders in Zeiten wie diesen. Ich schreibe es oft, auch auf den Sozialen Medien – so sehr ich den Fußball liebe, mich mit ihm seit über vier Jahrzehnten auch beschäftige, DER FUßBALL ist und bleibt „nur“ eine Nebensache, egal, wer, wie und weshalb, mit diesem Sport Geld verdient…

Panem et circenses, Brot und (Zirkus-)Spiele – mehr auch nicht…

Und, lasst Euch nicht einlullen, das Wesentliche ist außerhalb des Platzes!

20. Sparkassen-Bundesliga-Cup in Schwäbisch Hall: Alle Bälle führen zu Paris…

Nicht nur beim traditionsreichen und beliebten Sparkassen-Cup der U19 Bundesligateams setzte ein Dortmunder Nachwuchsspieler ein dickes Ausrufezeichen. Schon davor kursierte der Name von Paris Brunner in der Fußballszene. Dank seiner Tore wurde die U17-DFB-Nationalmannschaft in Ungarn jüngst Europameister (im Finale wurden Frankreichs Junioren besiegt), und Paris Brunner bester Schütze. Dass er auch zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, verwundert da kaum.

In der Provinz vor wenigen Tagen, beim ‚Stelldichein‘ der A-Junioren Bundesligaclubs, konnten sich die Fans selbst ein Bild machen. Das Turnier gewannen die BVB-Junioren von Coach Mike Tullberg zwar nicht (gegen Hertha BSC, dem späteren Turniersieger, setzte es im Halbfinale eine deftige und unerwartete 0:3-Klatsche), jedoch zeigte das schwarzgelbe Team insgesamt eine starke Leistung mit vielen individuellen Topspielern. Am Ball kann durchweg jeder etwas im Dortmunder Kader.

Europameister Paris Brunner, Besitzer der deutschen und kongolesischen Staatsbürgerschaft, begeisterte auch in Schwäbisch Hall, beim 20. Sparkassen-Cup.

Der BVB wurde zwar nur Vierter, in der Vorrunde die TSG 1899 Hoffenheim noch mit 4:0 wahrlich alt aussehen lassen, verlor der BVB das kleine Finale gegen eben diese Hoffenheimer nach Elfmeterschießen mit 4:5. Irgendwie schien die Luft raus, denn die Borussia war stets, auch bei drückender Hitze, ein hohes Tempo gegangen. Letztendlich aber, freuten sich die Schwarzgelben für ihren Kameraden Paris. Bester Torschütze, und damit auch bester Stürmer, sowie Topspieler des gesamten Turniers.

Für die DFB-Elf in der U17, schoss der athletische Vollblutstürmer, der auch über die rechte wie linke Seite in die Spitze vordringen kann, in 18 Spielen 15 Tore – das sagt eigentlich alles.

Auch als „Noch-Siebzehnjähriger“ im U19-Team und gegen viel ältere Spieler, merkte man keinen Unterschied. Die Experten, zahlreiche Scouts und Beobachter aus dem In- und Ausland begaben sich nach Schwäbisch Hall, waren sich darin einig: Brunner bringe alles mit, was einen kompletten Stürmer und kommenden Profi ausmacht.

Ein paar Diskussionen entfachten sich bei den anderen Trainern und Scouts, und viele fachsimpelten nur noch darüber, ob Paris Brunner noch ein weiteres Jahr bei den A-Junioren spielen(er wurde gerade erst hochgezogen), oder ob er nicht gleich an die Profis herangeführt werden solle.

So konnten wir lauschen, wie Trainer Nico Willig vom VfB, zu seinen Assistenten und Videoanalysten meinte: „Also, der Brunner ist komplett…“, und dass es fast zu schade wäre, ihn weiter in der A-Jugend spielen zu lassen. Auch der Hamburger Co-Trainer und die HSV-Legende, Rodolfo Cardoso fand bewundernde Worte: „Es ist unheimlich schwer, gegen solch einen Stürmer zu spielen. Athletisch und dribbelstark“, Cardoso muss es als ehemaliger filigraner Techniker wissen.

In der B- sowie A-Jugend, kam der robuste Stürmer, der rechts wie links gleichstark schießen kann, auf über 25 Tore. Auch fühlt er sich wohl mit seinen „Freiheiten“ vorn, im 4-4-2-System von Mike Tullberg.

Paris Brunner ist vorne sehr flexibel, fackelt nicht lange vor dem Tor, und arbeitet sogar nach hinten mit. Aus jedem Winkel bringt er den Ball aufs, oder, ins Tor.

Man merkt Brunner einfach an, dass er Torhunger und viel Spaß hat. Weniger seine Gegner. Nichtsdestotrotz, von eben diesen Diskussionen, ob Brunner nicht ab sofort in einer Profimannschaft spielen sollte – wenn nicht beim BVB, dann eben anderswo, hielt ein Mitarbeiter aus Tullbergs Staff rein gar nichts. Vielleicht gar in der Zweiten Liga? Ihn ausleihen, um sich behaupten zu müssen?

„Glauben Sie mir, das käme noch viel zu früh.“ Klar, die Borussen erleben Brunner tagtäglich im Training, und sie wollen ihn weiterentwickeln. Unter den „Vollprofis“ würde sich Paris Brunner noch schwertun, meinte ein Athletiktrainer im Team – besonders bei den Profis von Edin Terzic

Weitere Artikel zum Spieler:

https://xn--spf-schwbischhall-xqb.de/

https://de.uefa.com/under17/news/0282-1838fd9e1250-27ed587a41a5-1000–paris-brunner-ist-spieler-des-turniers-der-u17-em-2023/

https://www.dfb.de/news/detail/paris-brunner-unser-schluessel-war-die-mannschaftleistung-252521/

Überraschung? Nicht unbedingt, allgemein wird in der italienischen Nachwuchsarbeit auf Verbandsebene eine sehr gute Arbeit geleistet. Dieser EM-Titel der U19 gibt den Italienern Recht…

Fakt ist, und darüber wird zu viel diskutiert, dass eben diese Juniorentalente irgendwann später, obwohl sehr gut ausgebildet, wie auch dieser Titel zeigt, leider zu selten den Weg in die Herrenmannschaften finden.

Man müsste die Junioren vermehrt einsetzen, Mut haben, sie am Club zu binden, und in den Aktiven-Bereich zu integrieren.

Momentan, wo doch die saudischen Millionen Euro den Europäischen Markt, und auch die Serie A überschwemmen, sind viele Experten der Meinung, das wäre nun die Chance, auf italienische Junioren zu setzen. Ihnen die nötige Wertschätzung entgegenzubringen. Dass der italienische Nachwuchs ab dem U14-Bereich sehr gut und auch spielerisch, an die Taktiken und verschieden Spielsysteme herangeführt werden, ist seit Jahrzehnten bekannt. Das zeichnet ja auch den italienischen Fußball aus.

Denn immer wieder wird und wurde in der Vergangenheit bemängelt, dass einfach zu viele ausländische Spieler, manchmal nicht einmal auf Weltklasseniveau, in der Serie A einfach überrepräsentiert sind.

Wir werden uns diesen famosen 1:0-Finalsieg über Portugal auf Malta nochmals in Ruhe anschauen, waren wir doch am Wochenende zu sehr mit dem Sparkassen-Bundesliga-Cup in Schwäbisch Hall beschäftigt…

Hier zu den Azzurrini, und zu ein paar Berichten, auch den italienischen U19-Nationalkader wollen wir nicht unterschlagen…:

https://de.uefa.com/under19/news/0283-18821d6bc7d7-52b2a017a634-1000–portugal-italien-0-1-kayode-schiesst-azzurrini-zum-zweiten-/

Und hier auch der gesamte Kader, des Europameisters: https://www.transfermarkt.de/italien-u19/startseite/verein/21426