Trainer-Karriere und Biografie: Teil III, Der italienische Darling von der Stamford Bridge – Wie Antonio Conte die Premier League mit seiner Art eroberte! Alles eine Frage des Systems?

Antonio Conte, selbst ehemaliger Profi und Nationalspieler, führte Juventus Turin zu drei Meisterschaften hintereinander, davor etablierte sich der Italiener bereits als Aufstiegstrainer von Bari und Siena in Italien. Als italienischer Nationaltrainer sorgte Conte für frischen Wind im italienischen Fußballverband, definierte die Squadra Azzurra nach der Pleite bei der WM 2014 neu, und gewann viele Sympathien bei den tifosi zurück. Italien feierte „la Nazionale“, obwohl sie bei der Europameisterschaft im Viertelfinale, nach einer Schlacht, die erst nach Elfmeterschießen gegen Deutschland verloren ging, ohne Titel blieb. Aber man konnte wieder stolz sein auf solch eine Mannschaft, hieß es überall. Und: Die Handschrift Antonio Contes war unverkennbar. Bereits vor der Europameisterschaft stand dessen Abschied fest, der FC Chelsea um Roman Abramovich sicherte sich Contes Dienste. Und ebenso an der Stamford Bridge, dem Stadion im Ortsteil Fulham von London, wo der FC Chelsea zuhause ist, setzte Conte ein Zeichen, und eroberte Fußball-England. Stand heute, ist der FC Chelsea mit Conte auf dem besten Wege, die Premiership zu gewinnen – die Teilnahme an der Champions-League ist schon so gut wie sicher. Trainer-Karriere und Biografie: Teil III, Der italienische Darling von der Stamford Bridge – Wie Antonio Conte die Premier League mit seiner Art eroberte! Alles eine Frage des Systems? weiterlesen

Trainer-Karriere und Biografie: Teil II, Antonio Conte – Über die Squadra Azzurra zum FC Chelsea. „Wichtig sind Spieler, die mitziehen, wenn der Trainer etwas von ihnen verlangt…“ Und Conte kann viel verlangen

Teil II zur Biografie und Karriere des Antonio Conte

Den Titel-Hattrick mit Juventus Turin hatte der heute 47-jährige Antonio Conte also erreicht, und wechselte, wie konnte es anders sein, zum Italienischen Fußballverband als CT, dem Commissario Tecnico, Nationalcoach also – in einem Land, in dem es gefühlt so viele Nationaltrainer wie Einwohner gibt. Doch nach der enttäuschenden WM 2014, entstand im italienischen Verband ein Vakuum, es fanden Umstrukturierungen statt, und so richtig ran traute sich auch kein Trainer an die Nationalelf – bei dieser Aufgabe, so die Meinung vieler, könne man wenig verdienen und wenn eines, dann nur seine Reputation verlieren. Cesare Prandelli, Contes Vorgänger, stand zwar auch für eine Erneuerung des italienischen Fußballs, immerhin wurde La Nazionale 2012 Vize-Europameister, aber ausgerechnet bei der WM in Brasilien zwei Jahre später kam sie über die Gruppenphase nicht hinaus – Eine Schmach wurde das Auftreten der Azzurri durch die 0:1-Niederlage gegen Costa Rica, sowie im Anschluss gegen Uruguay. Es wurde zwar auch viel über die Schiedsrichterentscheidungen diskutiert, aber Prandelli erklärte seinen sofortigen Rücktritt. Der Nachfolger, eben Antonio Conte, fand sofort die richtigen Worte, es sei immer noch eine Ehre, dem Italienischen Fußball „dienen zu dürfen“, und stellte eine ausgeglichene Squadra Azzurra zusammen, aus Jung und Alt. Sein Einstand, ein Testspielsieg gegen den WM-Dritten Holland mit 2:0 in Bari, ließ die tifosi wieder hoffen. Fernziel, die Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Trainer-Karriere und Biografie: Teil II, Antonio Conte – Über die Squadra Azzurra zum FC Chelsea. „Wichtig sind Spieler, die mitziehen, wenn der Trainer etwas von ihnen verlangt…“ Und Conte kann viel verlangen weiterlesen

Trainer-Karriere und Biografie: Teil I, Ex-Profi Antonio Conte, Meistertrainer und Fußballverrückter schlechthin! Auf der Suche nach dem perfekten Spiel, auch ohne Ball-Künstler

Ein Mann geht seinen Weg. Stets wirkte Antonio Conte auf uns irgendwie skurril, und tut es zwar noch immer, aber wir haben „unseren“ Frieden mit ihm gemacht – und Conte selbst wohl auch mit uns. Dass Conte ein ausgewiesener Experte und Stratege ist, bewies er einmal mehr in der Englischen Premier League. Aber bereits in Italien mussten wir zugestehen, dass er dem Fußball viel gibt. Als, zugegebenermaßen, JUVE-Sympathisanten, sahen wir ihn trotz dreier Meisterschaften in Folge immer (noch) kritisch, weil wir dachten, dass er zum edlen Club Juventus einfach nicht passe – Conte spielte zwar einst für „la vecchia Signora“, gewann gar die Champions League gegen Ajax Amsterdam damals (Conte ackerte im defensiven Mittelfeld), aber durch seine Verbands-Sperre, Conte soll anscheinend Manipulations-und Bestechungsversuche an Spieler seines Teams beim AC Siena damals nicht angezeigt haben, blieb immer ein kleiner Makel an Contes Weste kleben. Seinen Frieden fand der Süditaliener aus Lecce am Stiefelabsatz Italiens, nach einer emotionalen Pressekonferenz, in der er die Medien wegen seiner Vor-Verurteilung anklagte, aber auch dadurch fand er Genugtuung, dass ihn Fußball-Italien als Nationalcoach zu „lieben“ begann. Obwohl sein Wirken als CT (Commissario Tecnico) der Squadra Azzurra letztendlich nicht belohnt wurde bei der Europameisterschaft in Frankreich (Viertelfinal-Aus gegen Deutschland nach Elfmeterschießen; 1:1, 5:6), verpasste Conte den Azzurri einen neuen Anstrich, eine neue Identität quasi. Italien konnte wieder stolz sein auf die Spielweise und auf die Talente im Nationalteam. Es war von Beginn an klar, dass Conte die Nationalmannschaft nach rund zweieinhalb Jahren in Richtung Chelsea verlassen würde.

Jedenfalls haben wir uns hier die Mühe gemacht, Material über Antonio Conte und dessen Wirken seit Jahren zu sichten und zu analysieren – was treibt ihn an, wie tickt der „Conte“(Graf), Antonio? Seine Spieler gehen für ihn durchs Feuer, er kann Spieler und Team-Mitglieder „entzünden“ und motivieren, nach außen wirkt er jedoch immer unnahbar, skeptisch und auch verletzt. Über 260 Stunden sind wir über Textauszüge und Videoausschnitte gesessen – natürlich über einen längeren Zeitraum hinweg, und wir sehen den Mann nun etwas klarer, ja, er kann tatsächlich faszinieren… Trainer-Karriere und Biografie: Teil I, Ex-Profi Antonio Conte, Meistertrainer und Fußballverrückter schlechthin! Auf der Suche nach dem perfekten Spiel, auch ohne Ball-Künstler weiterlesen

Jürgen Klinsmann und Bundestrainer Joachim Löw wurden anfangs dafür belächelt, heute hat fast jedes Hochleistungs-Team einen eigenen Athletiktrainer oder Yoga-Lehrer! Der riva-Verlag hat mit „YOGA für Sportler“ ein praxisnahes Buch herausgebracht.

Die Autorin Erin Taylor ist keine Unbekannte im angelsächsischen Sport. Egal ob in den USA oder Großbritannien, etliche Hochleistungssportler und Teams vertrauen ihren Anweisungen und Lehren. Denn, Taylor weiß, wovon sie spricht. Als College-Basketballerin musste sie wegen einer Verletzung pausieren und erfuhr am eigenen Leib, dass Yoga ein „Reset sein und Sportler wieder ins Gleichgewicht bringen kann“, wie es im gelungenen Band mit den tollen anschaulichen Fotos heißt. Verletzungen vorbeugen und die Regeneration beschleunigen – das ist möglich, und keine Zauberei. Dass Disziplin und Demut gefragt sind, sich mit sich selbst und auch seinem Atem auseinander zu setzen, sind vielleicht die wichtigsten Komponenten. Man(n) lernt seinen Körper neu zu justieren, und: Yoga kann eigentlich jeder überall praktizieren. Jürgen Klinsmann und Bundestrainer Joachim Löw wurden anfangs dafür belächelt, heute hat fast jedes Hochleistungs-Team einen eigenen Athletiktrainer oder Yoga-Lehrer! Der riva-Verlag hat mit „YOGA für Sportler“ ein praxisnahes Buch herausgebracht. weiterlesen

Trainerwechsel: Andries Jonker beim VfL Wolfsburg – der Niederländer und Ex-Assistent von Louis van Gaal steht ebenso für Offensivfußball, Dominanz und Identifikation im Club

VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe setzte ein dickes Ausrufezeichen. Denn wenn es so ist, wie beide Seiten bestätigten, hielt man zu Andries Jonker, nach dessen Abgang von Wolfsburg zu Arsenal London (im Guten) stets den Kontakt. Dennoch war Jonker überrascht, dass er als „Wunschtrainer“ galt. Rebbes Verdienst ganz klar: den Kontakt stets aufrecht gehalten und letztendlich gut analysiert zu haben, denn Jonker ist international ein angesehener Fachmann.

Und dass Andries Jonker oft noch als „der ehemalige Assistent von…“ eben Louis van Gaal tituliert wird, ist so schlimm auch nicht, eher eine zusätzliche Auszeichnung. Dass es Jonker auch ohne „LvG“ weit gebracht hat und Erfolge vorweisen kann, zeigte der smarte wie ruhige Jonker bereits. Einst führte er die Bayern in fünf verbleibenden Spielen noch souverän in die Champions-League, danach assistierte „AJ“ beim VfL Wolfsburg, und dass ihn Arsenal London unbedingt als Direktor der Nachwuchsabteilung wollte, zeigt die hohe Meinung, die man von Jonker hat. Außerdem sei anzumerken, neben Jonker lernten, oder wurden als Spieler von Louis van Gaal auch José Mourinho und Pep Guardiola, oder Frank de Boer stark beeinflusst. Jonker war van Gaals rechte Hand und Übungsleiter bei Barcelona, den Bayern, sowie im Niederländischen Fußballverband(KNVB), wo van Gaal als übergeordneter Sportdirektor eine neue Philosophie und moderne Spielform implementieren sollte – Jonker setzte die eifrigen Vorgaben auf dem Platz für die zahlreichen Trainer um. Aber, in Wolfsburg geht es Andries Jonker und Olaf Rebbe um mehr. Rebbe betonte, Andries Jonker wisse, wie beim VfL die Türen aufgehen. Wichtig wäre aber auch, dass diese dem Trainer beim geringsten Misserfolg nicht gleich wieder vor der Nase „zugeschlagen“ werden. Eine neue Philosophie muss wachsen. Trainerwechsel: Andries Jonker beim VfL Wolfsburg – der Niederländer und Ex-Assistent von Louis van Gaal steht ebenso für Offensivfußball, Dominanz und Identifikation im Club weiterlesen

Gelungener Coup beim VfL Wolfsburg: Kaum wurde Valérien Ismaël geschasst, präsentiert der Sportvorstand in der VW-Stadt Andries Jonker! Der niederländische Coach ist ein Verfechter des Offensivspiels, und ein Experte was internationale Talente betrifft

Der kicker, die WELT und die Süddeutsche vermelden es bereits: Andries Jonker, der niederländische Fachmann und ehemalige langjährige Assistent von Louis van Gaal, wird wohl Trainer beim VfL Wolfsburg, den er bereits vor zwei Jahren ebenfalls als Assistent und Coach der Zweiten Mannschaft trainierte. Experten sind der Meinung, dass Jonker das „brain“, das Gehirn, von Louis van Gaals Spielphilosophie, zumindest aber von den Übungsformen, war. Das scheint vielleicht ein wenig zu hoch gehängt zu sein, aber Fakt ist, dass van Gaal sich damals bewusst für Jonker als Assistent entschied. Und Jonkers Bilanz bei den Bayern war recht gut, als er Louis van Gaal (nach dessen Entlassung!) für fünf Spiele in München ersetzen musste. Jonker gelang noch die Qualifikation zur Champions League, und das in beeindruckender Manier. Beim VfL Wolfsburg assistierte Jonker danach u. a. Felix Magath, bevor der Niederländer einem Top-Angebot mit viel Machtfülle nach London folgte: Andries Jonker war nunmehr fast zweieinhalb Jahre Nachwuchsdirektor bei Arsenal London. Gelungener Coup beim VfL Wolfsburg: Kaum wurde Valérien Ismaël geschasst, präsentiert der Sportvorstand in der VW-Stadt Andries Jonker! Der niederländische Coach ist ein Verfechter des Offensivspiels, und ein Experte was internationale Talente betrifft weiterlesen

Trainer-Biografie und Karriere: Rainer Scharinger kennt den Fußball wie kaum ein anderer – Als ehemaliger Profispieler und Aufstiegscoach bildet er heute angehende Trainer aus! Ganz nebenbei engagiert sich Scharinger ehrenamtlich…

„Die Entwicklung in Hoffenheim überrascht mich nicht“

Rainer Scharinger steht für Offensivfußball, und war Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim, dem Karlsruher SC sowie beim VfR Aalen. Seit zweieinhalb Jahren ist er Trainer-Ausbilder beim Badischen Fußballverband. Interview Giovanni Deriu. Trainer-Biografie und Karriere: Rainer Scharinger kennt den Fußball wie kaum ein anderer – Als ehemaliger Profispieler und Aufstiegscoach bildet er heute angehende Trainer aus! Ganz nebenbei engagiert sich Scharinger ehrenamtlich… weiterlesen

Trainerbiografie und Karriere: Von den Sternen zurück in den Stall – Claudio Ranieri erlebt innerhalb eines Jahres ein Wechselbad der Gefühle. Erst Meister, nun das AUS in Leicester – Wie „erdet“ ein Coach sein Team nach dem größten Erfolg?

Dass der Fußball schnelllebig ist, weiß jeder, der sich mit ihm beschäftigt, und die, die mit ihm Geld verdienen, ob als Funktionär, Spieler oder Trainer wissen auch, dass im Fußballbusiness oder im Business Fußball eben kein Platz für Sentimentalitäten und Ehrlichkeit ist: vor nicht einmal 300 Tagen feierte der englische Premier-League-Club Leicester City den wohl größten Vereinserfolg seiner Geschichte, nämlich die Meisterschaft, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigt und dazu viel Geld einspielt. Das Märchen schlechthin, und der König dieses Abenteuers war damals Claudio Ranieri, der italienische Coach. Gestern wurde Ranieri gefeuert, weil es in dieser Saison einfach nicht so lief wie erwünscht – einen Punkt trennt Leicester noch vom Abstiegsplatz. Auch die knappe Niederlage gegen Sevilla (1:2) in Spanien, die noch alle Chancen aufs Weiterkommen beinhaltet, rettete Ranieri nicht mehr. Der 65-jährige Italiener schaffte in England zwar das größte Wunder, der Club Leicester steht nun aber wieder dort, wo ihn die Experten auch anno 2016 eigentlich sahen, nämlich weit unten.  Die Quoten auf einen Abstieg zu wetten sind heuer natürlich niedriger als damals, wo nur „Verrückte“ und Wagemutige auf Leicester als Meister tippten. Trainerbiografie und Karriere: Von den Sternen zurück in den Stall – Claudio Ranieri erlebt innerhalb eines Jahres ein Wechselbad der Gefühle. Erst Meister, nun das AUS in Leicester – Wie „erdet“ ein Coach sein Team nach dem größten Erfolg? weiterlesen

Zdenek Zeman in Pescara: Zum Einstieg gleich mit 5:0 über Genua gestartet. Der Tscheche lässt ein flexibles 4:3:3 spielen

„Ich hoffe, die Jungs folgen mir weiter…“

So ist der Fußball, des einen Freud‘ und Spektakel ist des anderen Leid – nach dem 5:0-Kantersieg über den FC Genua von Ivan Juric, dreht sich das Trainerkarussell schneller – der kroatische Coach Juric musste seinen Stuhl räumen, Andrea Mandorlini steht zumindest bis zum Saisonende bereit. Juric, der Crotone in die Serie A brachte, dann zu Genua wechselte, lässt mit Vorliebe offensiv spielen, gegen Zemans Pescara war sein Team aber – chancenlos. Mutlos.

Dafür hauchte der Italo-Böhme Zeman seinem Team wieder Leben ein. Und wie, das „Adriatico“ tobte beim 5:0-Sieg. Die Zuversicht ist nun wieder groß in Pescara. Zdenek Zeman in Pescara: Zum Einstieg gleich mit 5:0 über Genua gestartet. Der Tscheche lässt ein flexibles 4:3:3 spielen weiterlesen

Der alte Mann und das Meer: Zdenek Zeman heuert abermals in der Hafenstadt Pescara an. Den Club führte er einst souverän in die italienische Serie A

 

 

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Italo-Böhme, Zdenek Zeman (sein Porträt auch hier im Blog), abermals in Italien landen würde. Zuletzt ging der tschechische Trainer beim FC Lugano von selbst, nachdem er dort, einer Sensation gleich, den Abstieg verhindert hatte – mit einer blutjungen Mannschaft. Zeman trainiert ab sofort wieder den abstiegsbedrohnten Club Delfino Pescara – 14 Spiele bleiben Zeman, um das Team wieder auf Kurs zu bringen. Ganz ehrlich? Gut stehen die Chancen nicht, schließlich ist diese Mannschaft nicht mit der Zeman-Aufstiegself von 2012 zu vergleichen. Kaum aufgestiegen, verließ Zeman Pescara in Richtung Roma, wo er jedoch nie glücklich werden sollte. Es folgten noch Cagliari und eben der FC Lugano in der Schweiz. Zdenek Zeman fühlt sich mit seinen 69 Jahren noch „jung genug“, um dem Fußball viel zu geben.
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