Totaalvoetbal! Totaler Fußball – Zwischen Breite und Enge, und über Geduld im Juniorenbereich

Der FC Barcelona mit seiner Philosophie der vergangenen Jahre, sowie von heute, sind, wie Bayern-Coach Pep Guardiola, ein Produkt des Totalen Fußballs nach Johan Cruyff. Der holländische Star der 70er Jahre sowie spätere Spieler und Trainer von Barcelona initiierte und transferierte diesen Fußball quasi aus Holland nach Katalonien. Ganz dem Motto, „Angriff ist die beste Verteidigung“, muss(te) kein Spieler mehr fest auf seiner Position bleiben. Auch die Verteidiger sind dazu angehalten, stets anzugreifen, den Gegner unter Druck zu setzen, und selbst Angriffe einzuleiten. Ziel blieb bis heute, „den Platz bei Ballbesitz in seiner ganzen Breite zu nutzen, bzw. den Raum bei gegnerischem Ballbesitz eng zu machen.“ Seit längerem zwar schon auf dem Markt, aber immer wieder aktuell und interessant, ist das Buch „Mythos Niederländischer Nachwuchsfußball“ von den Experten und Fußballtrainern Peter Hyballa und Hans-Dieter Te Poel. Totaalvoetbal! Totaler Fußball – Zwischen Breite und Enge, und über Geduld im Juniorenbereich weiterlesen

Ein Mann, viele Geniestreiche: Andrea Pirlo – „Ich denke, also spiele ich“

Der FANS-Zusammenschweißer

Buch-Rezension /  Andrea Pirlo: „Ich denke, also spiele ich“ (erschienen im riva-Verlag)
Jedermann und eigentlich, jeder Fan und Fußballästhet bewundert den schmächtigen italienischen Nationalspieler mit seinem verträumten Blick und der wallenden Haarpracht. Ein bisschen verwegen sieht er aus, und spielt genauso. Technisch vom Feinsten, oft wirkt es zu lässig, ist aber gut durchdacht. Angebote hatte der italienische Mittelfeldspieler von den größten Clubs Europas, blieb der Serie A, seiner Serie A, dennoch bis heute treu.
Für die „alte Dame“ Juventus bereitet er derzeit die Tore vor, oder zirkelt die Freistöße gleich selbst in die Torwinkel aller Stadien.
Wie beschreibt Coach Cesare Prandelli, der Vorgänger von Antonio Conte im Nationalteam der Azzurri, den genialen Spielmacher: „Er ist der Spieler aller Menschen. Jedes Stadion ist sein Stadion. (…) Er schweißt die Fans zusammen wie kein anderer (…)“, heißt es im Vorwort von Prandelli in der Biographie von Andrea Pirlo, „Ich denke, also spiele ich“, erschienen im riva-Verlag. Jede der 155 Seiten ist absolut lesenswert, man spürt Pirlos Worte im Buch, zusammengetragen wurden Pirlos Erlebnisse von Alessandro Alciato.
Giovanni Deriu fasst die Biographie zusammen.

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Andreas Hinkel und Alexander Zickler, ein Gewinn für jede Nachwuchsabteilung

INTERVIEW
Wiedersehen auf der Ostalb
Doppelinterview nach Spielschluss: Alexander Zickler gewann mit den Bayern die Champions League, Andreas Hinkel holte mit Celtic Glasgow die schottische Meisterschaft. Beide arbeiten inzwischen im Jugenbereich. Hinkel beim VfB Stuttgart, Zickler in Salzburg. Das Gespräch führte Giovanni Deriu.

Sie trafen sich bei einem so genannten Blitz-Turnier beim VfR Aalen, wo die U16 des VfB Stuttgart gegen RB Salzburg spielte. Alexander Zickler, mehrmaliger Deutscher Meister und Champions-League-Sieger 2001 mit den Bayern, betreut die Jungbullen. Andreas Hinkel, schottischer Meister mit Celtic Glasgow, ist inzwischen Co-Trainer des VfB. Nach dem 2:0-Sieg der Stuttgarter über Salzburg, gab es zwischen beiden Shakehands, und beide nahmen sich Zeit für ein Kurz-Interview mit RUND.

RUND: Herr Zickler, Herr Hinkel, hallo zusammen, wie ernst nimmt man so ein kleines Turnier mit den Junioren? Brennt der Ehrgeiz in Ihnen wie als Spieler früher?
Alexander Zickler: Ja, bei mir schon. Im Fußball will man ja immer gewinnen, genau das lebe ich ja auch vor. Das Turnier war eine gelungene Abwechslung zum Training in der Vorbereitungszeit, die auch bei den Junioren hart ist. Die Jungs wollen immer spielen…
Andreas Hinkel: Ja, sehe ich genauso. Im Spiel kann man auch gleich sehen, ob es mit der Umsetzung der Übungen aus dem Training klappt. Ehrgeizig bin auch ich, und beim VfB möchte man auch immer gewinnen.

RUND: Herr Zickler, Sie haben mit den Bayern, aber auch in Österreich mit Salzburg einiges gewonnen, Torschützenkönig waren Sie auch, aber der Champions League-Sieg 2001 gegen Valencia war wohl das Größte für Sie. Was dachten Sie beim diesjährigen Champions-League und Triple-Gewinn?
Alexander Zickler: Ganz große Klasse, ich habe mit den Bayern mitgefiebert. Und ehrlich, sie haben es sich total verdient, weil auch hart erarbeitet. Von Nichts kommt nichts, das sagen wir auch den Junioren immer wieder.

 

Andreas Hinkel

Von 2008 bis 2011 bei Celtic Glasgow: Andreas Hinkel. Foto Pixathlon

RUND: Bei Ihnen Herr Hinkel, kamen die Erfolge eher im Ausland, in Spanien beim FC Sevilla sowie in Schottland mit den Celtics. Jetzt sind Sie beim VfB verantwortlicher U12-Trainer sowie Co-Trainer bei der U16, inwiefern profitieren die Junioren von Ihren Erfahrungen?
Andreas Hinkel: Ja, meine Erfolge im Ausland haben mich auch geprägt, besonders in Schottland, wo ich auch schon immer den Juniorenfußball beobachtet habe. In aller erster Linie möchte ich auch den Jungs Erfahrungen weitergeben, die ich in Stuttgart als Jugendspieler selbst gemacht habe. Ich kam auch mit 12 Jahren in den Verein, von einem Club aus der Provinz. Da ist man als junger Kerl manchmal etwas unsicher. Ich versuche den Jungs, Ängste zu nehmen, und Mut zu zu sprechen. Klar, im Ausland bin ich selbstständiger geworden. Aber auch die Vizemeisterschaft mit dem VfB in der Bundesliga werde ich nie vergessen.

RUND: In Salzburg Herr Zickler, sind Sie ja auch Nachwuchskoordinator im unteren Jahrgansbereich, wie sehen Sie Ihre Aufgabe zum Beispiel heute auf dem Turnier?
Alexander Zickler: Ja, bei uns haben wir klare Aufgabenteilungen im Club. Natürlich bringe ich meine Erfahrungen wie Andreas Hinkel mit ein. Ich gebe Tipps und Ratschläge, schaue, dass die Jungs sich sportlich bewegen und benehmen – aber die Junioren kennen unseren Leitfaden, die RB-Philosophie. Als Co-Trainer unterstützte ich den Coach, gebe Feedback und motiviere natürlich die Spieler wo ich nur kann. Vier Augen sehen oft mehr als zwei… aber ganz klar: Ich möchte den Jungs etwas von meiner tollen Ausbildung zum Fußballer weitergeben!

RUND: Fast die obligatorische Frage an Beide zum Schluss, zieht es Sie als Trainer in den Aktiven- oder gar Profibereich?
Alexander Zickler: Für mich momentan kein Muss. Mir macht die Arbeit im Juniorenbereich viel Spaß, und es soll ja so sein, dass die Trainer mit der besten Ausbildung auch im Juniorenbereich tätig sein sollten.
Andreas Hinkel: Ich lasse alles auf mich zukommen, man sollte nie „Nie“ sagen, aber jetzt genieße ich die Arbeit beim VfB, die Zeit mit meiner Familie und bilde mich weiter.

Anmerkung:  Andreas Hinkel wird, Stand heute, den VfB Stuttgart als Juniorentrainer (U17-Assistent sowie U12-Trainer) verlassen; sachliche wie deftige Kritik wurde in einem Artikel der Stuttgarter Nachrichten auch an der Nachwuchsabteilung des VfB geübt, weil auch U17-Coach Domenico Tedesco den VfB in Richtung TSG 1899 Hoffenheim verlässt!

Interview Giovanni Deriu, während des Junioren-Blitzturniers 2013 in Böbingen/Ostalbkreis

 

Teil 2, der Juniorenfachmann spricht: Um Leistungen abzurufen, muss die Umgebung stimmen

INTERVIEW
„Kopiert wird bei uns nicht“
Ernst Tanner über die Uefa Youth League, Ralf Rangnick und das „Tracking System“ im Jugendfußball. Teil 2 des Interviews mit dem Nachwuchsleiter von Red Bull Salzburg. Interview Giovanni Deriu.
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Teil 1, Der Juniorenfachmann spricht: Menschliche und fußballerische Ausbildung ist wichtig

INTERVIEW
„Die Besten der Besten“
 Ralf Rangnick holte ihn einst nach Hoffenheim, nun arbeiten beide gemeinsam  beim FC Red Bull Salzburg.
Ernst Tanner
 Häufig unterwegs: Ernst Tanner, Nachwuchsleiter
und Geschäftsführer der Nachwuchsabteilung von RB Salzburg, kennt flache Hierarchien und Kreativität.

Ernst Tanner führt teilweise ein Leben aus dem Koffer – so war es zumindest im vergangenen halben Jahr und auch noch kurz in die Weihnachtszeit hinein. Als Nachwuchsleiter und Geschäftsführer der Nachwuchsabteilung des FC Red Bull Salzburg nimmt Tanner (48) aufstrebende Talente selbst in Augenschein.
Ob in den „hauseigenen“ RB-Akademien in Brasilien, New York und Russland sowie bei der U17-Weltmeisterschaft in Dubai, Ernst Tanner und sein Team kennen weltweit Talente, die durch intensive und nachhaltige Förderung gegebenenfalls Profifußballer werden können. Lange Zeit prägte Tanner auch die Nachwuchsabteilung von 1860 München, ehe der Nachwuchskoordinator die Junioren und Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim sichtete und weiterbildete.
Interview von Giovanni Deriu.

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In memoriam: „MV“ – Mit allen Wassern gewaschen! Zwischen Kritik und Erfolg. Nun ist Gerhard Mayer-Vorfelder gestorben.

FUNKTIONÄR

„Meinen Skalp hat keiner am Gürtel“

Ein erzkonservativer Politiker, der als Fußballfunktionär gleichwohl die Moderne einläutete: Am 3. März feierte Gerhard Mayer-Vorfelder, einst Präsident des DFB und des VfB Stuttgart, seinen 80. Geburtstag. Von Giovanni Deriu.

 

Gerhard Mayer-VorfelderEhemaliger Präsident des DFB und des VFB Stuttgart: Gerhard Mayer-Vorfelder.

 Wer im Schwabenländle groß geworden ist, und zur 1970er Generation gehört, den hat Gerhard Mayer-Vorfelder nachhaltig geprägt. „MV“ war in den vergangenen 30 Jahren zwischen der allabendllichen „Tagesschau“ und Sportsendungen ebenso präsent, wie Helmut Kohl, Franz Beckenbauer oder Boris Becker. In memoriam: „MV“ – Mit allen Wassern gewaschen! Zwischen Kritik und Erfolg. Nun ist Gerhard Mayer-Vorfelder gestorben. weiterlesen

Mister Manchester United – Alex Ferguson, ein smarter Trainer

BUCH-TIPP

Vom Pubbesitzer in die Champions League

Die Autobiographie von Alex Ferguson liefert einen spannenden Einblick in die Arbeitswelt eines Topklubs. Der schottische Erfolgstrainer lässt sich nach seiner Karriere auf 430 Seiten tatsächlich in die Karten schauen.

 Biographie Alex FergusonStolz wie ein Schotte: Alex Ferguson stellt seine Biographie vor.

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  Alex Ferguson, ein Großer seiner Zunft, Schotte dazu, prägte 27 Jahre das Gesicht und die Geschichte des englischen Traditionsvereins Manchester United. Ein Vierteljahrhundert lebte Alex Ferguson für ManU – dass dabei einiges an Erlebnissen zusammenkommt, ist einleuchtend. Ferguson ist aber auch immer eine streitbare Person geblieben – und so gelungen die Autobiographie von „Sir“ Alex Ferguson (erschienen im Edel-Verlag: Alex Ferguson – Meine Autobiographie) auch sein mag, gleicht sie doch an vielen Stellen einer Abrechnung mit alten Weggefährten und mit Trainerkollegen. Zwar nie richtig derb, aber subtil feinsinnig, wie „Föhn“ Alex Ferguson selbst.
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Taktikfüchse, die einst auch Praktikanten waren

PRAKTIKANTEN

Wie hat der das gemacht?

Arrigo Sacchi hospitierte bei Ernst Happel, Ralf Rangnick schaute sich Arsène Wengers Training in London an: Selbst im Spitzenfußball waren große Trainer mal Praktikanten. Von Giovanni Deriu.

 

Ralf Rangnick
Taktikfachmann und RB-Sportdirektor Rangnick

Die Generation Praktikum ist im Fußball ein alter Hut: Angehende Fußballlehrer und bereits die Teilnehmer der Vorstufe, die A-Lizenz-Anwärter, müssen zwei bis drei Monate bei Bundesligisten hospitieren. Auch ehemalige Profis wie Bruno Labbadia, Mehmet Scholl oder Stefan Effenberg standen als Praktikanten am Spielfeldrand. Am beliebtesten ist Arsenal London mit seinem Coach Arsène Wenger: Matthias Sammer, Felix Magath und Ralf Rangnick hospitierten bei Arsenal und beobachteten Wengers Training und Umgang mit den Spielern.
 
Jeder angehende Fußballlehrer lernt, dass der Trainer seine Spieler kennen und analysieren muss, welches Konzept am besten zu ihm passt. Nichts ist schlimmer, als eine undefinierbare Handschrift des Trainers, und ein Konzept oder Spielsystem, das die Mannschaft total überfordert. Im Profi-Fußball bleibt keine Zeit, um den Schaden zu beheben.
 
Ralf Rangnick perfektionierte das Pressing und Spiel gegen den Ball, weil er es verstand, die Eindrücke und Erlebnisse seiner Beoachtungen (teilweise auch stundenlang am Fernseher) des AC Milan von Arrigo Sacchi in den späten 80ern zuerst auf den Amateurfußball (SSV Ulm) herunterzubrechen, um ihn dann später noch besser in der Bundesliga zu praktizieren.

Mehrmals gab Rangnick zu, dass das Milan-Team als Schablone galt, ebenso Zdenek Zemans US Foggia. Die schaute sich Rangnick während seines Urlaubs in Südtirol im Trainingslager an. Sein Schlüsselerlebnis war als Rangnick als Spielertrainer von Viktoria Backnang gegen Lobanowskis Kiew spielte. Rangnick dachte immer, das Team von Kiew habe drei Mann mehr auf dem Platz. Als die damalige  UDSSR dann in Stuttgart 1988 während der EM auch noch die Italiener vorführte, schwärmten alle vom Forechecking und Pressing der Russen – dieses Spiel kostete aber Kraft, im Finale von München siegten die Holländer 2:0 gegen die UDSSR. Gerade Goalgetter Marco van Basten und Ruud Gullit aus der Ajax-Schule waren fast ein Jahrzehnt mit verantwortlich für Milans Erfolge unter Arrigo Sacchi und Capello. Letzterer übernahm Sacchis Taktik, jedoch wiederum eine Prise defensiver. Einengen der Räume, wenn der Gegner am Ball war, schnelles Kurzpassspiel und plötzliche Steil- oder Diagonalpässe aus dem Nichts, Rangnick kopierte vieles von Sacchi, und schon war das Märchen der TSG 1899 Hoffenheim geboren. Ganze Heerscharen angehender Trainer aus Japan und China wollten Rangnicks Wunder-System in Sinsheim hautnah miterleben.
 
Egal ob Valerij Lobanowski oder Arrigo Sacchi, auch sie waren gute Beobachter und immer offen für neue Ideen. Ernst Happel, längst verstorben, und immer noch eine Legende in Hamburg, war seiner Zeit voraus, das gaben die Italiener gern zu, denn Ernst Happel holte den Henkel-Pott, damals der Landesmeister-Cup, 1983 gegen die favorisierte Elf von Juventus Turin. Gegen den AC Milan verloren Happels Mannschaften nie, halb Italien und Silvio Berlusconi wollten ihn holen, aber nie folgte der grantige Österreicher den Rufen der italienischen Klubs. Sacchi studierte Happels Training mit dem HSV direkt in Hamburg, und das über zwei Wochen lang. Gespeist mit eigenen Ideen und den passenden Spielern, war eine neue Übermacht geboren.
 
Doch alles ist vergänglich, jede Ära endet irgendwann. Milan, Inter, Barcelona und Arsenal haben das schmerzhaft erleben müssen. Ein Trost bleibt, dass auch bei den neuen jungen Konzepttrainern die Ideen von Happel, Lobanowski, Rinus Michels oder Johan Cruyff weiterleben. Ganz neu erfinden kann den Fußball niemand.

Giovanni Deriu, 43, Freier Journalist und DaF-Dozent

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Neymar – eine ganz neue Spielergeneration

FUSSBALLBÜCHER als Geschenkidee

Neymar senior über Pelé 2.0

Die Biographie des brasilianischen Wunderknaben ist als Dialog mit seinem Vater, der seine Profikarriere früh beenden musste, angelegt. Von Giovanni Deriu.  www.rund-magazin.de

 

Ich bin Neymar

Die ganze (Fußball-)Welt nahm Anteil, als sich Neymar im Viertelfinale gegen Kolumbien verletzte. Warum das Schicksal des brasilianischen Wunderknaben so viele bewegte, kann man nur verstehen, wenn man einen Blick in die Biographie von Neymar da Silva Santos Junior, also Neymar Junior, wirft. Kurz, in einem von Beginn an eher mittelmäßig aufspielendem brasilianischen Team galt Neymar als „Heilsbringer“. Der Druck um das Team von Trainer Felipe Scolari war immens, doch als der brasilianischen Selecao quasi ihr Rückgrat brach, weinte nicht nur Neymar vor Schmerzen auf – er hatte durch Juan Zunigas krudes Foul einen Wirbelbruch erlitten. Fans in aller Welt ahnten, dass damit der brasilianischen Elf das Herzstück und die Kreativität verloren gegangen war.
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Ein authentischer Holländer im Schwabenland! Wird er zum VfB-Retter?

BUCH

Trainer des Jahrhunderts und Vier-Minuten-Meister

Mit Schalke holte er den Uefa-Cup und 2001 fast den Titel, nun ist er zurück beim VfB Stuttgart: Die Biographie von Huub Stevens kommt dem Menschen recht nah, geschrieben hat sie der Niederländer Theo Vaessen, erschienen ist die Biographie im riva-Verlag. Eine Rezension von Giovanni Deriu.

Der Autor kennt seinen Protagonisten schon sehr lange. Der vielgereiste Theo Vaessen beobachtet Huub Stevens seit den Zeiten, als der als 16-Jähriger bei Fortuna Sittard spielte. Im WM-Jahr 1974 war das. Aus zahlreichen Gesprächen mit Stevens sowie dessen Umfeld entstand dieses Buch, das schlicht: „Huub Stevens“ betitelt ist.

Nicht immer waren holländische Trainer in der Bundesliga beliebt (wenn auch erfolgreich) – man denke nur an Rinus Michels, den „General“ in Köln und Leverkusen, immerhin Pokalsieger – oder Aad de Mos bei Werder Bremen, der nach nur einem Jahr im Amt als Nachfolger von Otto Rehhagel entlassen wurde. Anders Huub Stevens. Dass es quasi gleich auf Anhieb bei den Schalkern klappte, lag vielleicht auch an Stevens‘ Herkunft selbst:

Huub entstammt als dritter Sohn einer Grubenarbeiterfamilie.  Vater Joseph Stevens, später kam er in Belgien ausgerechnet bei einem Autounfall durch einen deutschen Lkw-Fahrer ums Leben, arbeitete 30 Jahre lang in der staatlichen Grube Staatsmijn Maurits, und baute in mehreren hundert Metern Tiefe Kohle ab. Stevens erinnerte sich: „Vater ackerte wie ein Pferd …“. Die Familie war nicht reich, aber niemand durfte es wagen, sie als arm zu bezeichnen. Mia, die Mutter, war das Familienoberhaupt. Und sie setzte auf Disziplin – wer nicht gehorchte, wurde bestraft – nur, so, liest man zwischen den Zeilen, könne eine Familie zusammen gehalten werden. Mit Disziplin, Pflichten – aber nicht zu vergessen, mit der Liebe einer Mutter.

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