FC Bayern I : Auf der Asien-Tour fallen besonders zwei Spieler auf. Mit Mathys Tel und Josip Stanisic hat Tuchel zwei wirklich polyvalente Spieler im Kader – mit Zukunft…

Nicht jeder ist Freund von solchen langen und weiten Reisen, aber im internationalen Topfußball gehören diese Promo-Reisen in Asien oder den USA einfach dazu – gekoppelt mit einem ‚fluiden‘ Trainingslager – so holt man sich eben Übersee die Fitness. Vielleicht ganz gut, wenn man bedenkt, dass in Europa und Deutschland manchenorts, ein Hundewetter und Regen en masse herrschten. Dann schon lieber ein bisschen mehr Wärme und tropische Luftfeuchtigkeit. Kondition antrainieren und anreichern, unter erschwerten Bedingungen. Dafür aber, geht man natürlich bei den Testmatchs nicht volle Pulle, sondern spielt angemessen, Kräfte schonend, und Verletzungen vorbeugend bitte nicht so hart in die Zweikämpfe, heißt das Motto. Fans und Zuschauer in Asien kommen dennoch auf ihre Kosten. Trainer Thomas Tuchel und der FC Bayern jedenfalls, machten alles richtig. Eine ungestörte Vorbereitung eben, allein, die Torhüterfrage um Sommer, lenkt(e) ein bisschen ab.

So kam es zu einem erfolgreichen Abschluss des Japan-Aufenthalts zwischendurch, im Rahmen der Audi-Summer-Tour! Der FC Bayern machte Halt in Tokyo. Gegen das Team von Kawasaki Frontale, gewann das Tuchel-Team mit 1:0. Das Ergebnis sagt nichts darüber aus, dass die Bayern gegen einen ambitionierten Gegner sehr souverän und chancenreich spielten. Im „Nationalstadion“ von Tokyo entwickelte sich vor rund 50.000 Zuschauern eine flotte und abwechslungsreiche Partie.

Das Tor des Tages erzielte nach knapp einer Stunde (57.) Josip Stanišić. Und da wären wir bereits beim ersten jungen Spieler, der wirklich polyvalent zu sein scheint. (Wir haben uns etwa drei Spiele mit Stani`si´c angeschaut). Josip Stanisic ist gelernter Abwehrspieler, sein Alter 23. Die rechte Seite seine bevorzugte Position, Außen aber auch als IV. Genauso kann er aber auf der linken Seite sehr gut Akzente setzen. Im Raum sowieso, aber auch im Bereich Mann gegen Mann. Stanisic kommt mit wenigen Fouls aus, das meiste auf dem Feld löst er spielend und spielerisch. Eine Augenweide.

Josip Stanisic fackelte nicht lang und schob mit links ein, die Chance bereitete er auch vor!

Sieht man das Match gegen Kawasaki Frontale, merkt man sofort, welch moderner Verteidiger Stanisic ist. Sprint- und dribbelstark, ballsicher, und das beidfüßig. Sehr gut ausgebildet, unter anderem in der 1860er-Jugend. Aber, Stanisic ist wohl auch ein Bolzplatzkicker gewesen. Man merkt es an seiner Spielfreude, und an den Lösungen, die er auf dem Platz findet, im Abspiel, aber auch im Abschluss den er sucht.

Sein Tor in Tokyo zeigte, wie wach Josip ist, er sprintet früh in einen Ball und Abspielfehler des Gegners, leitet einen Angriff ein, schaltet sich ein, und mit einer feinen Technik, schiebt er den Ball locker ein, auf engstem Raum. Es würde uns nicht wundern, wenn Stanisic irgendwann sogar als Mittelfeldspieler aufläuft.

Der andere im Kader, erst 18, ist Mathys Tel. Sein Marktwert? Bereits 20 Mio Euro. Der Franzose, gebürtiger Abstammung aus Guadeloupe, wurde in der Jugend beim FC Paris, und danach vorwiegend, bis zur U19 hin, bei Rennes ausgebildet.

sdr

Ein trickreicher und flinker Stürmer, der den Gegnern schon einmal fünf bis zehn Metern bei einem Dribbling abnimmt, und diese alt aussehen lässt. Meist ist und war Mathys Tel nur mit Fouls zu stoppen. Irgendwie wirkte er dennoch manchmal gehemmt, vielleicht braucht er mehr Freiheiten ohne ein taktisches Korsett? Es wirkte oft, als habe Tel Probleme, den Forderungen Tuchels gerecht zu werden.

Der französische Stürmer kam in Tokyo vor 65.000 Zuschauern gegen ManCity von Pep Guardiola, erst nach der Halbzeit für Gnabry ins Spiel.

Da führte der Champions-League-Sieger City bereits. Mit Gravenberch und Mané verstand sich Tel ziemlich gut auf dem Platz. Ein paar Chancen ließ Tel liegen, aber er wirbelte gehörig durch die ManCity-Abwehr. Beim Ausgleich, das Spiel ging dennoch 1:2 verloren, reagierte Tel sehr schnell, nachdem er die Großchance auch vorbereitet hatte. Mathys Tel ist Mittelstürmer, aber nicht leicht auszurechnen, da er viel in Bewegung ist, und auch auf die Flügel ausweichen kann. Das wären, links, wie rechts, seine Nebenpositionen.

Thomas Tuchel müsste es verstehen, Stanisic wie Tel, fordernd aber auch behutsam aufzubauen, dann dürfte der FC Bayern viel Freunde haben an beiden…

❗Anmerkung: unser Artikel hier, zu Mathys Tel und Stanisic, entstand am 01. August – wenig später kam dann der ‚kicker‘, mit einem Interview.

Checkfussballberater.de immer nah dran mit dem richtigen Riecher…❗

https://www.kicker.de/tel-im-interview-ich-will-fuer-immer-hierbleiben-961803/artikel

Calciomercato al dente: Testspiele können es auch in sich haben! Fiorentina holte sich ein dickes Veilchen bei Roter Stern Belgrad. Fünf Tore und ein Eklat im Marakana…

Dass das, im Volksmund, benannte „Marakana“-Stadion (normalerweise Rajko Mitic) von Belgrad ein wahrer Hexenkessel sein kann – hat sich längst herumgesprochen.

Heißblütig sind die rotweißen Fans des serbischen Rekordmeisters, und Rekordpokalsiegers sowieso, und das „Marakana“ meistens gut gefüllt bis ausverkauft. Selbst jüngst beim Testmatch gegen den Serie A-Vertreter, die Fiorentina (zudem Finalist der Conference League, gegen Westham unterlegen), strömten unter der Woche knapp 40 000 Fans ins in die Jahre gekommene Arena, die aber immerhin immer wieder renoviert wurde. Aber was soll’s, Der ehemalige Gewinner des Landesmeistercups von 1991, Roter Stern, lebt die Tradition aus, Modernität sieht etwas anders aus.

Wichtig ist schließlich auf dem Platz, auch in diesem Jahr ist Roter Stern Belgrad in der Gruppenphase der Champions League dabei. Und bereits am Wochenende wird die Serbische Super Liga wieder angepfiffen, da kam das Freundschaftsspiel gegen die Fiorentina, die sich noch mitten in der Vorbereitung befindet, wie gerufen: mit 5:0 fegte Roter Stern die Fiorentina vom Platz.

Das konnten selbst die rotweißen Fans kaum glauben, und der Trainer der Viola aus Florenz, Vincenzo Italiano, hatte sein Team keine zehn Minuten auf dem Feld, da zappelte der Ball bereits im Netz. Beeindruckt von der Kulisse, oder hatten die Italiener gar schwere Beine, ging es im S-Bahn-Takt weiter, und Belgrad tobte sich aus: Peter Olayinka gleich zweimal, Ivanic, Krasso und Bukari per Elfmeter, schraubten das Ergebnis bereits nach einer halben Stunde auf 5:0. Die Fiorentina war quasi nicht vorhanden. Erst nach der Halbzeit als Coach Italiano ein paar Stellschrauben nachjustierte, und wieder ein 4-3-3-System spielen ließ, wirkte alles geordneter. Roter Stern tat auch nicht mehr viel, und immerhin fingen die Toskaner keinen Gegentreffer mehr.

Einzige Entschuldigung, die Fiorentina befinde sich noch in der harten Vorbereitungszeit, so ihr Trainer.

Leider machten die Fans von Belgrad einmal mehr mit politischen Slogans und einer Choreo auf sich negativ aufmerksam. Über die berüchtigte Nord-Tribüne im Stadion Rajko Mitic (Marakana), war ein riesiger Panzer mit dem Schriftzug, „Wenn die Armee in den Kosovo zurückkehrt…“, und diese Passage basiert auf einem nationalistischen Volkslied. Natürlich berichteten viele Medien nur noch darüber – eigentlich schade, denn somit rückte der Belgrader Kantersieg beinah ins Abseits.

Infos Anmerkungen zur Fiorentina, immerhin Finalist der vergangenen Conference League, die auch heuer Juventus (weil gesperrt) in der selben Conference League vertreten wird – hier momentan ihre (Neu-) Zugänge und Verkäufe, oder an welchen Spielern noch Interesse besteht:

Links zum Match Roter Stern gegen Fiorentina:

https://www.heute.at/s/eklat-bei-testspiel-wenn-armee-in-kosovo-zurueckkehrt-100283762

https://www.gazzetta.it/Calcio/Serie-A/Fiorentina/26-07-2023/stella-rossa-fiorentina-5-0-arthur-in-campo-nella-ripresa.shtml?refresh_ce

https://www.fiorentina.it/live-stella-rossa-fiorentina-0-0-segui-la-diretta-fi-it/

Calciomercato al dente: ‚Gigio‘ Donnarumma – Eine komplizierte ‚Liebe‘ mit Happy End? Juventus verhandelt mit Italiens Nationalkeeper!

Eine komplizierte ‚Liebe‘ mit Happy End?

Die Luft des italienischen Calciomercato, oder besser, des Transferkarussells, vibriert. Immer mehr nehmen die Mannschaftskader Konturen an.

Es war kaum vorherzusehen, dass momentan auch der Posten starker Torhüter so gefragt ist. Man bekommt es ja mit Inter Mailand mit, wo plötzlich händerringend ein Torspieler als Ersatz für Andre Onana, nach dessen Abwanderung zu Manchester United, und Clubikone Samir Handanovic (39 Jahre alt, und vorübergehend die Karriere beendet, wenn nicht doch noch eine Megaofferte aus Saudi Arabien kommt) gesucht wird. Man geht davon aus, dass der Schweizer und Bayern-Keeper Yann Sommer doch noch kommt.

Und nun beginnt der Transfer-Strudel, welche Dynamik er bekommt, welches Dominosteinchen das folgende anschubst: der FC Bayern muss aktiv werden, sollte Sommer gen Inter Mailand von Steve Zhang ziehen. Trainer Simone Inzaghi möchte Sommer unbedingt, auch wegen dessen fußballerisches Talent.

Die Bayern sendeten Signale von der Asien-Reise, dass Juve-Keeper Wojciech Szczesny eine echte Option sein könnte.

Dies wiederum veranlasste, Juves neuen Sportdirektor, Cristiano Giuntoli, das Juventus-Team kurzfristig während der USA-Promoreise zu verlassen, um in Turin näher am Geschehen zu sein. (https://www.juventusnews24.com/szczesny-bayern-monaco-giuntoli-trattativa-cessione-portiere-juve-ultime-mercato/ )

Und damit kommt der nächste Stein ins Rollen, wir haben es mitbekommen, Luis Enrique, neuer PSG-Coach stehe nicht sonderlich auf den Azzurri-Nationaltorwart Gianluigi, ‚Gigio‘, Donnarumma.

Fabrizio Ravanelli, immer noch sehr gefragt, als Experte!

Mehrmals schon, noch zu Lebzeiten des omnipräsenten (und jüngst verstorbenen) Spieleragenten, Mino Raiola, wurde Donnarumma mit Juventus Turin oder gar Barca ins Gespräch gebracht. Allein, entweder waren die Torstellen besetzt, oder die Trainer wollten mit Raiola, Gigios Berater, wenig zu tun haben – denn der hatte Macht.

Neulich erst erzählte Fabrizio Ravanenelli, Juves ehemaliger Stürmer und letzter Champions-League-Sieger, als Gigio Donnarumma ihm zum Probetraining anno 2012 vorgestellt wurde. Ravanelli war damals Juniorentrainer bei der alten Dame.

„Sofort nehmen!“, riet Ravanelli dem Club. Man überlegte bei Juventus aber zu lange, und wollte Donnarumma mit gerade mal 13 Jahren nicht binden.

Ravanelli weiter, „Donnarumma war damals schon Extraklasse, mit großen festen Händen, und die Spieler trafen gegen ihn erst, vor dem Elfmeterpunkt…“, erinnert sich Ravanelli.

Lange Zeit musste sich Juve diese vergangene Chance und Heißliebe vorhalten lassen, da Gigio ausgerechnet beim AC Milan die nächsten Jahre verbrachte.

Nun aber entflammt die ‚alte Liebe‘ wieder, und Donnarumma war nie gegen Juventus eingestellt, im Gegenteil.

Gianluigi Donnarumma könnte tatsächlich Szczesnys Nachfolger werden. Dazu müsste der polnische Keeper aber erst an die Säbener Straße wechseln. Geld muss zuerst rein, denn Juve werden zudem Einnahmen aus Europas Wettbewerben fehlen.

Die Tifosi bianconeri jedenfalls, würden Nationaltorwart ‚Gigio‘, gern im Juve Stadium begrüßen.

Weitere Links, zum Thema, Fabrizio Ravanelli, einst Juves Juniorentrainer, und Gianluigi Donnarumma: https://www.tuttosport.com/news/calcio/calciomercato/2021/07/19-83714726/ravanelli_donnarumma-juve_vi_svelo_come_and

https://www.youtube.com/watch?v=_ZaHcchgtjY

Calciomercato al dente: Die SSC Napoli zwischen Traum und Albtraum? Es wird sich zeigen, ob die neue Saison wieder ein Happy End haben wird…

Der Präsident der SSC Napoli, Aurelio de Laurentiis, ein großer Zampano und Industrieller der Filmbranche, verkauft gern Träume. Das Filmemachen vergleicht ‚il Presidente‘ mit dem Fußball, von dem er, wie vor Jahren offen zugab, nicht viel Ahnung habe. Jedoch habe er bemerkt, dass man den Tifosi stets ein Spektakel der Gefühle und Emotionen bieten müsse. Mit dem Scudetto in der vergangenen Saison erfüllte Aurelio de Laurentiis den Neapolitanern einen Traum – wie im Film. Nach dem Abschied von Kim Min Jae (26) in Richtung FC Bayern benötigen die Süditaliener nun einen neuen Hauptdarsteller für die Abwehr. auch fürs Mittelfeld und den Angriff sucht der italienische Meister frische Kräfte.

Meistercoach Spalletti, verließ die SSC Napoli, auch wegen des Präsidenten

Pure Emotionen unter dem Vesuv: Trainer Luciano Spalletti führte ein Team der Namenlosen zur italienischen Meisterschaft. Zusammengestellt vom Sportdirektor und Kaderplaner Cristiano Giuntoli, der Napoli ebenso verließ (ausgerechnet zu Juve), wie der Trainer, der sich nur Auszeit gönnt.

Nachdem der Abwehrspieler und die gute Seele des Teams, Kim Min Jae, die SSC in Richtung FC Bayern verließ, warten die Tifosi gespannt auf ein paar Kracher, für die Titelverteidigung, und die Champions-League. Die Fans und Ultras reden bei den Vereinen sowieso immer mehr mit, und geben ihre Wünsche und Wertungen über Social Media bekannt. Hier geht’s weiter zum gesamten Artikel: https://www.fussballeuropa.com/news/manchester-united-strongssc-neapel-und-der-kim-ersatzijstrong-2023-07

Runde Grüße aus China, Yantai und Ningbo – Rainer Kraft, Uefa-Pro-Fußballlehrer ist wieder einmal im Auftrag des VfL Wolfsburg auf Nachwuchsfortbildungs-Mission…

Dass wir immer dran bleiben, wenn die Guten und Weltoffenen Trainer unterwegs sind, zumal wir sie auch persönlich seit Jahren kennen, versteht sich doch von selbst. Zu interessant sind doch die Erlebnisse und Mission, als deutscher Fußballlehrer, in Asien für die Fortbildung dortiger Jugendtrainer und Junioren an sich, zuständig zu sein. Und, Rainer Kraft ist in ‚Sachen Fußball‘ bereits weltweit herumgekommen, hat auch Erfolge gefeiert, wie wir hier schon berichtet haben, auf Checkfussballberater.de .

Ein fröhliches und motiviertes „Ni Hau“ aus Yantai, begrüßte uns jüngst am frühen Morgen, auf der Sprachmemo – vor Ort in China, war es schon die Essenszeit zu Mittag. Es ist wieder ein Auftrag und Projekt vor Ort in China, wo Rainer Kraft vor der Covid-Pandemie, und bevor er nach Ghana gegangen ist, längere Zeit gewesen ist. Nicht nur für Wolfsburg, sondern auch für den FC Schalke 04 eine Zeit lang. Der asiatische Markt zieht (wieder an), selbst wenn es momentan so scheint, als würde Saudi Arabien so gar keine Hemmungen mehr kennen, um Trainer, Spieler und Funktionäre ‚einzukaufen‘.

China, das Land des Lächelns, berappelt sich wieder, die Wirtschaft boomt, und auch der Fußball rollt wieder. Rainer Kraft berichtet, die Corona-Lage habe sich komplett normalisiert, „so, wie vorher auch…“, also gar keine „Einschränkungen mehr, alles ganz normal!“ – und so können Rainer Kraft und sein Trainerstab auch das Alltagsleben vor Ort genießen.

Es gibt viele bekannte Fußballschulen und Akademien, auch bilinguale Sportinternate, die Rainer Kraft mit seinem Wissen und Trainingsübungen weiter bringen soll. Selbst im U14-Bereich nehme die Trainingsintensität zu, man trainiere viel und intensiv, und besonders die E- und D-Jugendlichen können von ihren Talenten her, „auch mit westlichen Spielern und Topvereinen“ mithalten. Je älter sie jedoch werden, trenne sich die Spreu vom Weizen, da spiele natürlich auch das Schulsystem eine Rolle, ganz anders als in Deutschland, denn die Schule laufe ganz normal neben dem Fußball, dürfe nicht vernachlässigt werden.

Rainer Kraft findet hervorragende Arbeitsbedingungen vor!

Als überaus gastfreundlich und wertschätzend, erlebt Rainer Kraft die Menschen in China – und man kann auch sagen, dass er das Land ein Stück weit „liebt“, wie er beim letzten Treffen in Stuttgart offen zugab. Das „Abenteuer“ China geht also weiter, und demnächst geht es dann in die 10-Mio-Einwohner-Metropole, Ningbo, eine Stadt mit Hafen und Küste, etwas mehr im Nordosten Chinas.

Wir sind schon gespannt, was uns Rainer Kraft berichten wird…

Calcio al dente: Juventus Turin – 100 Jahre im Besitz der Agnelli-Dynastie

Über hundert Jahre alt, aber kein bisschen leise. Italiens Rekordmeister, Juventus Turin, feiert sein Vereinsjubiläum seit dem Einstieg der Agnelli-Dynastie.

Ganz Italien gratulierte. Morgens zur besten ‚Stauzeit‘ im Auto, riefen Fans und Gegner gleichermaßen bei den Radiosendern oder im Frühstücksfernsehen an und wünschten, „Tanti Auguri, alles Gute, für die nächsten 100 Jahre…“, oder wie ein Inter Mailand-Tifoso es ausdrückte: „Ich bin zwar absoluter Juve-Gegner, aber dieser Club ist dennoch einmalig. Und, was wäre die Serie A ohne Juve und diese Feindschaft auf dem Platz…?“

Juventus wurde zwar bereits 1897 gegründet, doch im Juli 1923, übernahm Edoardo Agnelli, der Sohn von FIAT-Gründer Giovanni den Verein als Präsident. Von nun an, fast ein Jahrhundert lang, waren Juventus Turin, die FIAT-Automobilgruppe und der Agnelli-Clan – eine wahre Dynastie mit viel Melodramatik – eng miteinander verwoben.

Der Fußballclub Juventus war ein Spielzeug und Hobby der Agnellis. Und der Stolz der bei Fiat angestellten Belegschaft. Nach der Maloche kam sofort der Fußball, und zu feiern gab es in der Tat viele Erfolge: 36 Meistertitel, 23 nationale Pokalerfolge, UEFA-Cup, Europapokal der Landesmeister, Champions League, Europapokal der Pokalsieger, Weltpokal und UEFA-Supercup. Insgesamt über 60 Pokale stehen in den Vitrinen des stolzen Turiner Klubs.

Gianni Agnelli, der Sohn Edoardos, ein smarter Typ und Mann des Jetsets, gilt bis heute als beliebter Industrieller, der die alte Dame mal selbst managte und führte, oder dem Ex-Spieler Giampiero Boniperti den Vorstand als Presidente. Im Hintergrund aber war ‚Avvocato‘ Gianni Agnelli immer der wahre Patron.

Spieler wie Dino Zoff, Platini, Boniek, Paolo Rossi, Zinedine Zidane oder die deutschen Nationalspieler Jürgen Kohler, Thomas Hässler und Andreas Möller feierten mit Juve Erfolge.

Die Bianconeri tragen diese typische Sieger-DNA in sich. Der letzte wahre Agnelli, nämlich Andrea, Sohn von Umberto Agnelli (Gianni war der Onkel), feierte auch etliche Erfolge mit der Alten Dame, zudem holte Andrea Cristiano Ronaldo zu Juve, muss sich aber nun mit der Staatsanwaltschaft und Anwälten abgeben. Es gilt seinen eigenen, und den Ruf der Vecchia Signora zu verteidigen. Viele sagen, gar wieder herzustellen. (…)

Hier geht’s weiter zu meinem Artikel: https://www.fussballeuropa.com/news/juventus-turin-juventus-turin-100-jahre-im-besitz-der-agnelli-dynastie-2023-07

20. Sparkassen-Bundesliga-Cup in Schwäbisch Hall – eine Nachlese über die „Macher und Helfer“ im Hintergrund. Und eigentlich viel zu selten im Blickpunkt…

Der 20. Sparkassen-Bundesliga-Cup der A-Junioren ist gerade mal knapp über eine Woche her, und schon wird wieder sachte angefangen zu Planen, und zu Organisieren, wie es im kommenden Jahr, also 2024, bei den Sportfreunden im Optimapark mit der schönen Arena wohl aussehen, und wer wieder teilnehmen könnte? Eines ist klar, dabei sein möchten wieder alle Clubs und Verantwortlichen – so zumindest hörten sich die Trainer und Kapitäne der einzelnen Mannschaften in Schwäbisch Hall an, bei der Siegerehrung und ihren Dankesreden.

  • Ein größeres Lob ist kaum möglich, und, nicht nur die Stadt Schwäbisch Hall mit ihren Sportfreunden, ja, besonders das gut organisierte Fußballturnier hat sich in all den Jahren in Deutschland, teils auch bis ins Ausland, herumgesprochen. Der Sparkassen-Bundesliga-Cup von Hall hat seine ganz eigene Wertigkeit.
  • Hinter dieser immer wieder so gelungenen und etablierten Veranstaltung, stehen natürlich Personen und Gesichter, ohne die dieses Turnier kaum zu stemmen wäre. Sie arbeiten monatelang, sowie an den Turniertagen, emsig, die einen sichtbar, die anderen eher im Hintergrund – aber sie alle (ver)eint, dass sie Hand-in-Hand schaffen, und Spaß daran haben. Manchmal auch ein ganz eigener Schlag von Menschen, die überhaupt nicht gern über ihr (ehrenamtliches) Tun, reden.

Thorsten Schift, nicht nur Trainer der Aktiven, sondern auch Turnier-Organisator, des Sparkassen-Cups.

  • Es war wahrlich schwer, dass sich einige überhaupt darüber äußerten, wann, wie oft, und wieviel Stunden sie in die Vorbereitung, in die „Orga“ und am Turnier selbst, hineingesteckt haben…
  • Einer, der sich aber bestens auskennt, und ein paar Daten und Fakten zu solch einem, nein, auch ein Stück weit „seinem“ Turnier, sagen kann, ist Thorsten Schift – ob es ihm passt oder nicht. „Mister Sparkassen-Cup“, wie er von vielen anerkennend genannt wird, (was er aber gar nicht so mag, weil, wie er sagt, „so viele Helfer dahinter sind, ohne die es gar nicht möglich wäre…“), ist bei den Sportfreunden ein Urgestein, seit Jugendzeiten dabei, Spieler war er sowieso, und dann wie jetzt auch Trainer der aktiven Herrenmannschaft, aber er war auch schon Sportlicher Direktor, und einmal gar beides in Personalunion. Der Fußball, und das (gesellschaftliche und gesellige) Vereinsleben bei den Sportfreunden absolut ‚Seins‘ – irgendwie Leidenschaft und auch Lebenseinstellung. Als wolle er etwas zurückgeben, für all das, was der Verein, die Sportfreunde, ihm gegeben haben. Kurz, Thorsten Schift, ist der Mann, der die Fäden in der Hand hält, der koordinieren und delegieren muss – aber so schiebt er gleich nach, „es arbeiten seit Jahren sehr viele Personen und Vereinskameraden mit, die bereits wissen, was zu tun ist…!“
  • Ob Funktionäre, Vereinsmitglieder, Fußballfreunde und die Familien der Spieler, bei den Junioren sowie bei den Herrenteams, alles ziehen sie an einem Strang, wie Thorsten Schift anerkennend zu berichten weiß.
  • Letztendlich, so Thorsten Schift, „waren über 140 ehrenamtliche Helfer und Leute im Einsatz“, und der Fußball-Abteilungsleiter, „Eba“ Eberhard Döring, ebenfalls seit Jahren dabei, bestätigt diese Zahl. Über drei Tage lang, und in mehreren Schichten, teilten sich die Helfer und Macher die Einsatzzeiten, damit das Turnier reibungslos über die Bühne gehen konnte.
  • Ob, wie in der Arena, beim Lotsen der Zuschauer, an den Verkaufsständen, genauso bei der Ticketausgabe, am Kassenhäuschen, aber genauso beim Eingang zu den Spielerkatakomben, dem Bauch der Optima-Arena, unten die Kabinen, oberhalb, die Sponsoren-Lounge. Federführend auch hier die Sparkasse, aber viele Unterstützer mehr, treffen sich hier, um sich über die Sportfreunde zu freuen und zu unterhalten. Auch die Senioren der Sportfreunde haben ihren Stammtisch hier oben, sie werden stets wohlwollend begrüßt. Tradition ist wichtig.
  • Und an eben solchen Tagen wie beim Sparkassen-Bundesliga-Cup, aber auch wie eine Woche zuvor, als die Profimannschaft des VfB Stuttgart in Hall gastierte, ist die Tribüne und die Business- und VIP- Lounge, ein asketischer modern ausgestatteter Aufenthaltsraum, gut besucht. Der Kaffee und das Buffet werden immer gelobt. Außerdem ist man mit den Spielern und Trainern, sowie Betreuer der Teams, schnell im Gespräch. Alles sehr bodenständig. Nichtsdestotrotz muss alles geplant und vorbereitet werden. Wenn da mal „über Viertausend Leute zum VfB-Spiel da sind“, muss man schon aufpassen – aber es lief alles gut, so der Helfer Werner, von den Sportfreunden. Und auch bei Junioren-Bundesliga-Cup, verlief alles harmonisch, mit rund 3500 Fans an drei Tagen.
  • Wenn also Vereine und Clubs beispielsweise auf die Idee kämen, solch ein Turnier zu organisieren, oder das Schwäbisch Haller- Turnier ein wenig zu „kopieren“ wollen, worauf kommt es da an, wollten wir vom Experten und Initiator, Thorsten Schift wissen. Thorsten Schift gibt seine Ideen und Tipps gern weiter, was für solch ein großes Turnier mit ambitionierten Teams wichtig sei. „Wichtig ist es, bereits einen Namen und viele Kontakte zu haben, um gewisse Teams auch einladen zu können.“ Der zweite Ratschlag kommt auch gleich hinterher, Schift weiß, wovon er spricht, „Man braucht natürlich Sponsoren“, ohne die so ein Turnier wie der Sparkassen-Cup in diesem Maße gar nicht zu stemmen wäre. Drittens, wie schon erwähnt, die vielen Helfer im Verein selbst. Ganz wichtig, so der Vierte Punkt, sei die organisierte Logistik für die Gästemannschaften und die Hotels in der Stadt. „Wir sind glücklich, dass das in Schwäbisch Hall so gut funktioniert“, sagen Schift und Döring unisono.
  • Mit der Sportanlage ist Schwäbisch Hall, sind die Sportfreunde natürlich auch gesegnet, und diese wurde auch von Norbert Elgert, Schalkes Trainer, sehr gelobt.
Impressionen aus der Business-und Team-Lounge.
  • Dass Thorsten Schift als Manager und administrativer Koordinator der Geschäftsstellen selbst für die Sparkasse arbeitet, erleichtert natürlich einiges in den Planungen und der Organisation.

Giovanni Deriu für Checkfussballberater.de mit dem Sportlichen Leiter „Eba“ Döring(gid)

  • Auch der Sportfreunde-Vorstand Jürgen Lechner , nutzte am Turnier die Gelegenheit, sich bei den Ehrenamtlichen und Thorsten Schift zu bedanken. Lechner selbst aber, war selbst aktiv, und beantwortete viele Fragen an den Turniertagen, und ja, auch die Gönner und Förderer wollen umsorgt werden. Sie haben auch ihren Anteil zum Turnier, mit diesen namhaften Clubs, beigetragen.
  • Waren da nicht auch die Clubbetreuer? Aber natürlich, wir berichteten teils schon, zum Beispiel von „Pit“, Peter Kurz, der auch den Sportausrüster „11Teamsports“, (Eleventeamsports), auf dem Turnier vertrat, aber seit Jahren auch die Schalker Knappen, vor Ort betreut. Zu Trainer Norbert Elgert verbindet ihn eine, man kann schon sagen, innige Freundschaft, die Familien kennen sich nun, nach etlichen Jahren.
  • Ein anderer, ebenfalls Team-Betreuer, der bereits zum sechsten Mal die Sportfreunde unterstützt, ist Joachim „Jo“ Breiter – im normalen Leben kümmert er sich um „Schwere Jungs“ und leitet schon mal das eine oder andere Antiaggressionstraining an Schulen. Dies war am Turnier nicht nötig, alles ganz „gesittete und gut erzogene Jungs“. In den vergangenen Jahren war Jo Breiter, Teambetreuer für die Eintracht aus Frankfurt, sowie für die A-Jugendlichen aus Hoffenheim und Nürnberg – für dieses 20. Sparkassen-Bundesliga-Turnier, wurde „Jo“ Breiter für den HSV gebucht. Was für ein Traditionsclub, schwärmte Breiter, dass die Herren nun schon seit Jahren 2. Bundesliga spielen? So, what? Die A-Junioren spielen immerhin Bundesliga im Norden. Und, der HSV ist Tradition pur. Wer erinnere sich nicht an Horst Hrubesch, Magath, sowie Manni Kaltz und Trainer Ernst Happel – dieser Hamburger SV holte einst gegen Juventus Turin den Landesmeister-Cup (heute die Champions League). Tempi passati. Vergangene Zeiten. In Schwäbisch Hall war Jo Breiter also wirklich ein Teil des Teams, samt Spieler und der Trainer-Staff. Langweilig wird es nie, so Jo Breiter: „Man schaut danach, dass sich das Team wohl fühlt, und auf den Sport konzentrieren kann. Ich besorgen die Getränke, mache den Fahrdienst zum Hotel, wenn nötig, und schlage auch ein paar Freizeitaktivitäten vor.“
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  • Auch die Planungen zum Essen, die Abfrage, wer, was, und wie essen möchte („Man beachte ich Unverträglichkeiten, oder Vegetarier im Team!), gehörten dazu. Jo Breiter meint, die Hamburger Jungs waren alle „normal und bodenständig, keinerlei Allüren“, und genauso wie bei Peter Kurz, und dessen Schalker, meint Joachim Breiter, toll sei auch, dass man noch zu ein paar Menschen aus den „betreuten Clubs“ auch über Jahre noch Kontakt pflege. Das mache diesen Job eben aus…
  • Zu den Helfern gehören natürlich noch viele Personen mehr, vom Zeugwart bis zum Greenkeeper, und die vielen Betreuer, für die Gäste, aber auch bei den Sportfreunden, Gesichter, die nimmer wegzudenken sind. Und wie meinte Team-Betreuer Frank Nabholz? „Ich mache meine Arbeit gut, wenn ich quasi unsichtbar bin…“ – oder aber, Sehen, und (nicht) gesehen werden? Das Turnier war wieder einmal ein voller Erfolg.
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Calcio al dente: Die ‚Alte Dame‘, La Vecchia Signora, wird 100!

Einhundert Jahre alt, und kein bisschen leise. Italiens Rekordmeister, Juventus Turin, feiert sein Vereinsjubiläum.

Ganz Italien ist am Gratulieren. Morgens zur besten ‚Stauzeit‘ im Auto, riefen Fans und Gegner gleichermaßen bei den Radiosendern oder im Frühstücksfernsehen an, und wünschten, „Tanti Auguri, alles Gute, für die nächsten 100 Jahre…“, oder wie ein Inter Mailand-Tifoso es ausdrückte: „Ich bin zwar absoluter Juve-Gegner, aber dieser Club ist dennoch einmalig. Und, was wäre die Serie A ohne Juve und diese Feindschaft auf dem Platz…?“

Im Juli 1923, übernahm Edoardo Agnelli, der Sohn des Giovanni und FIAT-Gründers, den Club als Präsident. Von nun an, fast ein Jahrhundert lang, waren Juventus Turin, die FIAT-Automobilgruppe und der Agnelli-Clan (keine normale Familie, sondern eine wahre Dynastie mit viel Melodramatik) eng miteinander verwoben.

Der Fußballclub Juventus, war ein Spielzeug und Hobby der Agnellis. Zudem auch der Stolz der bei Fiat angestellten Bürgerschaft. Nach der Maloche kam sofort der Fußball, und zu feiern gab es in der Tat viele Erfolge:
36 Meistertitel, den Scudetto, zwei Meisteritel wurden gar aberkannt, sowie alle Europapokale, und den Weltpokal, finden sich in der Historie wieder, sowie in den Vitrinen des stolzen Turiner Clubs.

Gianni Agnelli, der Sohn Edoardos wiederum, ein smarter Typ und Mann des Jetsets, gilt bis heute als beliebter Industrieller, der die alte Dame mal selbst managte und führte, oder dem Ex-Spieler Giampiero Boniperti den Vorstand als Presidente. Im Hintergrund aber war ‚Avvocato‘ Gianni Agnelli immer der wahre Patron. 

Spieler und Legenden wie Dino Zoff, Platini, Boniek, Paolo Rossi, und Champions-League-Kapitän Gianluca Vialli (jüngst verstorben), sowie die deutschen Nationalspieler wie Jürgen Kohler, Thomas Hässler und Andreas Möller feierten mit Juve Cupsiege.

Die Bianconeri tragen diese typische Sieger-DNA in sich. Der letzte wahre Agnelli, nämlich Andrea, Sohn von Umberto Agnelli (Gianni war der Onkel), feierte auch etliche Erfolge mit dem Club, zudem holte Andrea Cristiano Ronaldo zu Juve, muss sich aber nun mit der Staatsanwaltschaft und Anwälten abgeben. Es gilt seinen eigenen, und den Ruf der Vecchia Signora zu verteidigen. Viele sagen, gar wieder herzustellen.

Bilanztricksereien, falsche Gehälterangaben und das Ignorieren des Financial Fairplay, von der Uefa streng überwacht, standen zuletzt leider im Fokus.

Möchte sich Juventus mit dem neuen Interimspräsidenten Gianluca Ferrero, des Namens Agnelli gar entledigen?

Jahrzehntelang war es Tradition (bei aller Moderne), dass sich die Mannschaft vor Saisonbeginn im piemontesischen Villar Perosa zum Stelldichein und Trainingsspiel traf. Dazu noch ein Dinner auf dem Anwesen der Agnellis. Doch diesmal? Gecancelt.

Die Tifosi möchte man gleich ins beliebte Juve-Stadium bitten, unter Andrea Agnelli entstanden. Juventus möchte so schnell wie möglich wieder in der Champions League dabei sein. Doch ausgerechnet zum 100. Geburtstag muss die Alte Dame kleinere Brötchen backen. Ein ganz neues Gefühl für die Bianconeri, die Tifosi des Rekordmeisters.

https://www.gazzetta.it/Calcio/Serie-A/Juventus/24-07-2023/juve-agnelli-100-anni-di-storia.shtml

Italiens „Mister Scouting“ Gianfranco Multineddu: Gefragter Dozent an der Sportschule sowie als Sportdirektor. Der „Entdecker“ von Marco Verratti möchte die Fußball-Strukturen ausbauen…

Gianfranco Multineddu, das kann man sagen, ist multitask. Der gebürtiger Sarde, aus Rom, und professioneller Sportdirektor sowie Scout (lizenziert beim italienischen Fußballverband, FIGC), ist gefragt, wann immer die Themen des Scoutingsystems Italiens, sowie zu den etwaigen Ligen, gefragt sind. Fußballdozent und Sportdirektor Multineddu kennt sich einfach aus. Der Ausbilder und Seminarleiter für Trainer und Scouts, ist in Italien ein wahrer Experte für Teams und Fußballclubs, sowie Kenner der Ligen und Talente – von der Serie A, dem italienischen Oberhaus, bis hinunter zur italienischen Regionalliga. Seine Meinungen und Analysen werden von einem großen Fachpublikum verfolgt.

Eine einmalige und interessante und einmalige Begegnung in Lanciano/Pescara. (gid)

Schließlich hatte er auch als Teammanager und Kaderplaner Erfolge zu verbuchen, wie beim AC Parma vor fast zwei Jahrzehnten, und bei Clubs der zweiten und dritten Liga, wo er Teams neu aufbaute und strukturierte. Außerdem ist Gianfranco Multineddu, den wir einmal für ein paar Tage in Italien begleiten durften (sowie einen Spieler aus Deutschland), ein Fachmann und Profi darin, wie man Trainingslager in der Vorbereitungszeit sehr gut und erfolgreich strukturiert. Zudem hat er ein Händchen dafür, mit wenig Etat, junge und erfolgshungrige Mannschaften zusammenzustellen. Für ein Interview nahm sich Gianfranco Multineddu neulich Zeit für uns.

◾Hallo und Salve Gianfranco, wie geht es Ihnen, und woran arbeiten Sie gerade, welches Projekt ist gerade aktuell?

Gianfranco Multineddu (GM): Danke der Nachfrage, es geht mir gut, und ich arbeite nach wie vor als Dozent und Ausbilder in Kursen für Fußballtrainer, sowie Juniorentrainer, und auch für angehende und neue Sportdirektoren. Außerdem arbeite ich an einem Projekt, das ich mit dem ehemaligen FIGC-Präsidenten Carlo Tavecchio, zur Verbesserung von sportlichen Strukturen und auch Sportanlagen begonnen habe, da ich in diesem Beriech über beträchtliche Erfahrung verfüge. Leider ist er vor einigen Monaten verstorben, und aus Respekt vor seinem Andenken führe ich das Projekt fort….

◾Sie haben schon viel erlebt im Fußball, Talente und Teams kommen und gehen sehn. Dass Sie den PSG-Star und Nationalspieler, Marco Verratti in Pescara auch mit gefördert haben, ist bekannt. Verratti erwähnte, dass er Ihnen dankbar ist, weil Sie an ihn glaubten. Wie steht es um den italienischen Fußball allgemein, und um den Amateurfußball speziell?

GM: Also es steht allgemein nicht schlecht um den italienischen Fußball, der Calcio ist in aller Munde, die Leute interessieren sich, und die Akteure im Fußball professionalisieren sich immer weiter. Die italienischen Ligen und Strukturen werden stets verbessert, von ganz Oben bis nach unten. Und zu Verratti? Es gibt noch viel mehr „Marco Verrattis“ im Juniorenfußball zu entdecken, ja…

◾Wie gut ist das Scoutingsystem in Italien?

GM: Auch wenn es an manchen Ecken und Enden vielleicht an akademischer Professionalität mangelt, ist der italienische Amateurfußball recht gut organisiert und kommt doch auch oft an die Strukturen des Profifußballs heran. Sogar das Scouting im Nachwuchsfußball hat in Italien ein recht hohes Niveau erreicht, auch wenn weder ein ‚Dogma‘, noch eine bestimmte Methodik in der Beobachtung befolgt wird. Aber das ist dann auch meine Aufgabe, ich unterrichte und lehre dann praxisnah die Methodik samt ihrer Instrumente, für ein adäquates Scoutingsystem.

◾ Sie haben ein ganz spezielles Analyseheft für das Scouting und für die Beobachtung konzipiert. Was ist das Besondere an diesem ‚Tool‘?

GM: Mein „Fußball-Notizbuch“ für die Spiel- und Spielerbeobachtung, ist nur eine simple und weitere Möglichkeit, ein Fußballspiel noch besser zu ‚lesen‘. Ich habe es selbst konzipiert, analysiert und natürlich getestet, und letztendlich angepasst. Dabei habe nicht nur ich festgestellt, dass es recht einfach zu bedienen ist. Dieses Feedback haben mir viele andere Scouts und Beobachter aus allen Ligen, auch von den Jugendmannschaften der Serie A gegeben. Auch aus diesem Grund wird es weiterhin gut bestellt und verkauft. Jetzt wäre mein Wunsch, dass sich auch ein anderer europäischer Markt für die Scouting-Notizbücher interessiert. Es ist meine Art „Baby“ und Scouting-Einmaleins.

◾Was treibt Sie an, und ist ein Leben ohne Fußball vorstellbar?

GM: Mein Leben ist eng mit dem Fußball verwoben. Meine große Leidenschaft gilt dem Sport, und zu verstehen, ob sich noch weitere Spieler, vom Schlage eines Marco Verratti finden können. Ob es im Juniorenfußball ist, oder bei den Amateuren. Diese möchte ich dann bis zu den Profis begleiten…

◾Vielen Dank, für das interessante Interview.

Links zu Gianfranco Multineddu:

https://www.tuttocampo.it/Italia/News/1307514;

https://www.youtube.com/watch?v=AfylRcFdhv0

Auch bei Inter Mailand wird auf Multineddus „Scouting-Notizbuch“ gesetzt!

Gianfranco Multineddu ist ein gefragter Experte in italienischen Sportsendungen.

Gianfranco Multineddus Ideen und Antworten, sowie dessen sportliche Vita, seinen CV, haben wir hier auch aufgeführt. Wir sind froh, auf Gianfranco als Experten und Fachmann bei Fragen bauen zu können, oder bei Spieleranalysen! Viele angehende Scouts und Beobachter, sowie Sportdirektoren, folgen ihm.


Der Fußball und die mentale Gesundheit: Nils Petersen spricht offen über seine psychische Krisen-Episode – und hilft dabei anderen, besser zu reflektieren, was gut tut, oder was das Seelenleben so aushalten muss! Ein Glück kein Tabuthema mehr

Irgendwie verwundert solch eine Meldung, wie bei der WELT über den Spieler und vor kurzem noch aktiven Fußballprofi, Nils Petersen, nicht mehr https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/article246501778/Nils-Petersen-Dauerte-eineinhalb-Jahre-dass-ich-ohne-Therapie-zurechtkam.html – und dennoch ist man dann überrascht, wenn man über diese „Probleme“ im Nachhinein erfährt, und welch Kraft sie dem Spieler geraubt haben. Wichtig ist, dass man darüber offen spricht, und das tut Nils Petersen, den ich stets (aus der Entfernung eines Fans und Beobachters) als sehr ausgeglichenen und fokussierten Stürmer wahrgenommen hatte, dann auch. Offenheit ist Alles, auch um anderen Mut zu machen, über mentale Probleme, bis hin zu Depressionen, zu reden, ja, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Was stets, und besonders bei Sportlern und Fußballprofis überrascht?

Nun, der (all)gemeine Fan und Fußballinteressierte glaubt immer, dass Profis (seit Robert Enkes Suizid wissen wir es besser), eigentlich die glücklichsten Menschen sein müssten, weil sie doch ihr Hobby zum Beruf machen konnten. Eigentlich…

Fakt ist, eine mentale Pathologie und Veränderung, oder eine depressive Phase, Phobien und andere psychosomatische Erkrankungen (hier dürfte es sehr viele geben), kann jeden Bürger treffen, ganz egal, welcher Tätigkeit oder Beschäftigung er nachgeht, oder welchen Wunschberuf er auch ausgewählt hat.

Die Psychologie und Sozialmedizin spricht gern von veränderten Lebensumständen und chemischen Botenstoffen im Körper – wodurch diese stattfinden können, ist nicht hundertprozentig erforscht. Welche Art von Stress, oder auch Ernährungsweisen, oder sogar wie der Biorhythmus, sich auf das Gehirn und den Stoffwechsel auswirken. Oder liegt es einfach am Naturell der jeweiligen Person, wer und wie tief über sich selbst, und über das Leben so nachdenkt?

Jeder Charakter ist für sich ein Individuum, und jeder ist anders sozialisiert und geprägt. Setzen Stress und Existenzängste dermaßen zu, dass man sich plötzlich unsicher und verängstigt fühlen kann? Jeder Mensch hat auch ein eigenes Stress-Coping-Modell, oder muss dieses unter fachmännischer Anleitung erlernen. Die Kunst, die Wechselwirkung von Stress auf den Geist und Körper wahrnehmen, aber auch dementsprechend abwehren, bewältigen zu können (Anmerkung: War ein großer Bereich und Aspekt während meines Studiums der Sozialpädagogik, im Fach Sozialmedizin) – hier auch nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Stressmodell_von_Lazarus

Im Welt-Artikel, schildert Nils Petersen recht gut, wann alles begann, und was ihm auch besonders (im Fußball) zugesetzt hatte – zum Beispiel der Abschied beim SV Werder Bremen. Selbstkritisch genug ist Petersen jedenfalls, meint er doch selbst, er habe zwar nicht immer die stärkste Leistungen abrufen können, dennoch war er fester Bestandteil des Teams, und jeder weiß, Nils Petersen gehörte in der Bundesliga stets zu den bekannten Torschützen. Und, beliebt und sympathisch war er allemal. Und dann trifft es so einen Spieler?

Nun, der ehemalige erfolgreiche Skispringer, Sven Hannawald, machte seinen Burnout und die depressiven Episoden auch publik. Er wollte sich damals nicht mehr verstecken, und bevor die Medien zu viel spekulierten… Es kann wirklich jeden treffen.

Wir, aus der etwas älteren Generation, erinnern uns immer wieder an den fast kompletten Spieler, ja, ein deutsches Toptalent, Sebastian Deisler. https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Deisler

Sebastian Deisler hörte mit dem Fußball ganz sicher zu früh auf – aber, es ging nicht anders. Deisler ist für mich, auch ein Geheimnis, mit welchem festen Willen und vehementen Schritt, er von allem Abstand, ja, Abschied genommen hat. Man hat danach bis heute auch kaum noch etwas von ihm gehört.

Sebastian Deisler zog einst die Entscheidung, dem Profifußball den Rücken zu kehren, zu seinem Wohlsein. Die Gesundheit gehe vor. Ein Weilchen versuchte er es zwar noch, über drei, vier Jahre quälten ihn immer wieder Verletzungen, und auch schon da depressive Phasen – man könnte fast meinen, nur in einem gesunden Körper steckt auch ein gesunder Geist – im Jahr 2007 zog Deisler letztendlich für sich die Reißleine. Sebastian Deisler wirkte, das ist nun meine ganz persönliche Interpretation, immer auf Sinnsuche. Vielleicht sind es oft Spieler, die tiefer denken, und merken, dass sie den Spaß am Fußball, in einer etwas oberflächlichen Profifußball-Branche, komplett verlieren oder verloren haben?

Man bekommt fast „Gänsehaut“, zumindest berührte es mich ein bisschen, was ich zu Sebastian Deisler auf Wikipedia gelesen habe – hier der Auszug:

>> Auf einer Veranstaltung der Robert-Enke-Stiftung im November 2019 erzählte Hoeneß genauer, wie die letzten Tage von Deislers Karriere verliefen. So befand sich der FC Bayern im Januar 2007 in einem Trainingslager in Dubai. Deisler besuchte Hoeneß mehrfach in seiner Suite und gab ihm immer wieder zu verstehen, dass er „nicht mehr könne“ und am Ende seiner Kräfte sei. Die Gespräche zogen sich oft von den Abenden bis in die Morgenstunden und am letzten Tag verließ Deisler Hoeneß sogar erst eine halbe Stunde vor dem Mannschaftsfrühstück. Im darauffolgenden Training sei Deisler nach Hoeneß’ Aussage der beste Mann auf dem Platz gewesen. Nach der Ankunft in Deutschland bat Deisler um ein erneutes Gespräch, in dem er ihm sein endgültiges Karriereende bekanntgab. (Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Deisler )

Manager Uli Hoeneß kämpfte damals lang um Deisler…

Zurück zu Nils Petersen, der jetzt immerhin seine neu gewonnene Freizeit und Entspannung ohne Druck, gefunden zu haben scheint. Der ehemalige Bayern-Spieler erzählt seine Sicht: >>„Es ist ein innerer Kampf. Ich hätte mir natürlich lieber den Arm gebrochen und dann gewusst, in ein paar Wochen ist das geheilt“, sagt er, „aber niemand weiß oder kann prognostizieren, wann das aufhört. Ich hatte schlicht die Lebensfreude verloren.“ Heute schläft er hervorragend, sagt von sich, er sei nun „der neue Nils“. Zu Beginn wünschte sich seine Frau Carla noch den alten Nils zurück, „heute findet sie den neuen deutlich ausgeglichener“. <<

Ist die mentale Gesundheit nun (noch) ein Tabuthema, oder öffnen sich die Spieler und auch Clubs? Werden gegebenenfalls mehr Fachleute implementiert? Teampsychologen werden oft schon als Teil der Mannschaften benannt…

Die WELT zitiert Petersen, „Ein Tabuthema sieht der Ex-Stürmer des SC Freiburg in der mentalen Gesundheit im Fußball nicht. „Eher ein offenes Geheimnis. Wenn man sich artikuliert, merkt man erst einmal, dass auch andere Kollegen unter ähnlichen Problemen leiden oder was manche für Rucksäcke mit sich herumschleppen. Man ist folglich nicht allein“, sagt Petersen. Die Dunkelziffer, vermutet er, sei recht hoch, im Fußball wie in der Gesellschaft. Jeder sollte seinen Weg finden.“

Seinen Weg scheint Nils Petersen gefunden zu haben – anderen Spielern möchte man raten, aber den Menschen generell, die Veränderungen an sich selbst, in ihren Gedanken, in ihrem Wohlbefinden, bemerken: Immer offen Hilfe suchen, sich auch Freunden öffnen.

Der Profifußballer ist eine Art Künstler(-Seele), und auch ein Arbeiter, der sich mit seinem Talent und Können in die Dienste des Teams, des Clubs stellt. Gesundheit ist das Wichtigste, der Körper, seine Füße, dessen Kapital. Der Kopf kommt manchmal zu kurz, klar werden die Taktik gelehrt und viele strategische Übungen absolviert, das Hirn muss auch akrobatische Höchstleistungen bringen – und dennoch werden im Gehirn auch Emotionen, Gefühle und Eindrücke, die Impressionen verarbeitet.

Die Medien können brutal sein, genauso die Fans. Der Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, selbst wenn mit dieser, Geld verdient wird. Verliert der Kicker den Spaß und die Freude an seinem Spiel, das einst ja sein Hobby war, werden wir irgendwann alle keinen Spaß mehr an diesem Spiel haben.

An die Trainer, und Berater, versucht es wieder mit etwas mehr Leichtigkeit!