In diesem Buch, geht es nicht nur um Fußball, sondern um Führung, Teamgeist und Charakter. Conte spricht über Siege, Krisen, Prinzipien – und warum Leidenschaft wichtiger ist als Talent. Sein Credo: Disziplin formt Erfolg – und Erfolg beginnt im Kopf. Ein Buch für Trainer, Spieler und alle, die verstehen wollen, was echte Hingabe bedeutet. Denn bei „Mister“ Antonio Conte gilt: „Nur wer alles gibt, darf auch alles fordern.“
Antonio Conte – Alles geben, alles fordern Er ist einer der kompromisslosesten Trainer unserer Zeit: Antonio Conte, ein Mann, der aus guten Teams Meistermannschaften formt. Große Erfolge und Meisterschaften feierte Conte mit Juventus (wo er unter Trapattoni und Lippi auch als Profi spielte), Chelsea und Inter! Stets getrieben vom Willen, das Maximum aus jedem Spieler herauszuholen. Und stets gut vorbereitet zu sein – bereits zum Saisonstart. Das erste Training mit der Mannschaft ist essentiell! Als Nationaltrainer Italiens brachte er ein unterschätztes Team 2016 ins EM-Viertelfinale – mit Taktik, Mut und Mentalität.
Hier ein paar wichtige Auszüge und Zitate aus dem Buch, und die wichtigsten Impulse von Antonio Conte:
Clubtrainer vs. Nationaltrainer – Zwei Welten, zwei Pulsschläge
Conte selbst sagt:
„Beim Club arbeitest du täglich an Automatismen. In der Nationalmannschaft musst du aus wenig Zeit das Maximum herausholen – wie ein Blitz, der einschlägt und trifft.“
Kernunterschied laut Conte:
Club: Du formst Spieler über Monate, entwickelst ein System, baust täglich an Details.
Nationalmannschaft: Du wählst die passendsten Charaktere, die sofort zünden – keine Zeit für langfristiges Training, aber große Verantwortung fürs Land.
Als Azzurri-Trainer (2014–2016) war Conte kein Verwalter, sondern Motivator und Systemschmied: „Ich wollte, dass jeder Spieler sich wie bei einem Club fühlt – mit täglicher Hingabe, auch wenn wir uns selten sahen.“
Krise im Team – Reaktion, Zusammenhalt, Charakter
„Krisen offenbaren den wahren Charakter eines Teams. Es ist einfach, zu feiern. Aber wer steht auf, wenn’s weh tut?“
Conte-Philosophie:
Konflikte? Ja bitte – wenn sie produktiv sind! Ein Team darf diskutieren, streiten, aber am Ende steht Einheit über allem.
In der Krise ist Führung gefragt – nicht nur vom Trainer, sondern auch von den Charakterspielern im Team.
Die Reaktion des Staffs ist entscheidend:
„Wenn mein Staff in der Krise Panik zeigt, wie soll der Spieler dann ruhig bleiben?“
Sein Mantra:
„Du führst nicht durch Titel, du führst durch Beispiel.“
Wie formt man ein intaktes Team?
Das Herzstück bei Conte:Kollektiv vor Ego.
„Mir ist ein Spieler mit Herz lieber als einer mit Talent, der nur an sich denkt.“
Schlüsselzutaten für ein funktionierendes Team:
Disziplin & Klarheit: Jeder kennt seine Rolle, niemand schwebt in Unsicherheit.
Kommunikation: Direkt, ehrlich, manchmal brutal – aber immer respektvoll.
Verantwortung: Jeder Spieler ist ein Stück des Ganzen – keine Stars über dem System.
Staff als verlängerte Hand:
„Ein Staff ohne Leidenschaft ist wie ein Auto ohne Motor.“
Conte prägt Teams mit einer Idee – nicht nur auf dem Platz, sondern im Kopf:
Jeder Sieg beginnt im Training.
Jede Einheit ist ein Test.
Jeder Rückschlag eine Prüfung.
Drei prägnante Zitate, die alles sagen:
„Ein Team ist nicht dann stark, wenn es gut spielt – sondern wenn es zusammen leidet.“
„Du kannst Spiele verlieren – aber nie deine Überzeugung.“
„Ich frage alles, weil ich alles gebe.“ – (Titelgebend: Dare tutto, chiedere tutto)
Seine Erfolge als Trainer:
Juventus Turin (2011–2014):
3× Italienischer Meister (Serie A) – ungeschlagen in der Saison 2011/12!
Baute Juve nach der Calciopoli-Ära wieder zum Titelkandidaten auf.
Chelsea FC (2016–2018):
1× Premier-League-Meister (2016/17) – in seiner ersten Saison!
1× FA-Cup-Sieger (2018)
Inter Mailand (2019–2021):
1× Serie-A-Meister (2020/21) – brach die 9-jährige Dominanz von Juventus!
SSC Neapel, Meister, 2024/25
Italienische Nationalmannschaft (2014–2016):
Führte ein limitiertes Team ins EM-Viertelfinale 2016, schlug Spanien, verlor unglücklich im Elfmeterschießen gegen Deutschland.
Zeigte: Nicht nur Stars, sondern System + Mentalität = Erfolg.
Führung mit Haltung: Ein Manifest zwischen Schmerz, Disziplin und Klarheit
Geben, bevor man fordert
Der Titel ist Programm: „Dare tutto, chiedere tutto“ – Alles geben, alles fordern. Antonio Conte, einer der kompromisslosesten Trainer unserer Zeit, öffnet mit Co-Autor Mauro Berruto das Tor zu seinem Denken, seiner Haltung, seinem inneren Feuer. Doch dieses Buch ist kein Fachbuch für Trainer – es ist ein Bekenntnis zur Führungsphilosophie, die weit über den Fußball hinausgeht.
Wer führen will, so Conte, muss selbst zuerst bereit sein, alles zu investieren. Nur dann – und wirklich nur dann – hat man das moralische Recht, auch das Maximum von anderen zu verlangen.
„Leadership heißt nicht, sich wichtig zu machen. Leadership heißt, *Vorbilder zu schaffen – mit der eigenen Disziplin.“
Klarheit statt Konsens
Eines der prägnantesten Elemente im Buch: Conte sieht Konsens als gefährlich, wenn er zum Selbstzweck wird.
„Ein Team, das zu sehr auf Harmonie achtet, riskiert, den Konflikt zu meiden – und damit das Wachstum.“
Conte fordert Reibung, Diskussion, Disziplin. Keine Beliebtheit um jeden Preis, sondern Klartext – auf Augenhöhe, aber mit Autorität. Konsens kann lähmen. Klarheit befreit.
Er setzt lieber auf Standards als auf Stimmungen. Denn: Wer sich über die Tageslaune führt, steht bald im Nebel. Wer Prinzipien lebt, führt auch im Sturm.
Die Einsamkeit des Entscheiders
Conte beschreibt auch den Teil der Führung, über den kaum jemand gerne spricht: die Einsamkeit.
Wenn alles analysiert ist, wenn alle diskutiert haben – bleibt die Entscheidung am Trainer hängen. Und mit ihr die Verantwortung.
„Beliebt sein ist nicht mein Ziel. Mein Ziel ist, Resultate zu liefern – und die Gruppe weiterzubringen.“
Diese Klarheit ist unbequem – aber notwendig. Conte umarmt diese Einsamkeit wie ein treuer Trainingspartner: Sie gehört dazu.
Führung in drei Phasen
Conte strukturiert seine Philosophie in drei einfache, aber mächtige Schritte:
Inspiration: Menschen in Bewegung bringen – nicht durch Lautstärke, sondern durch Beispiel.
Arbeit: Disziplin schlägt Talent. Training ist das Fundament.
Messung: Führung ohne Feedback ist blind. Fortschritt braucht Fakten.
Jede Phase steht für ein Commitment. Wer nur einen dieser Schritte auslässt, verliert die Integrität seiner Führung.
Schmerz als Charakterformer
Conte spricht offen über Niederlagen, Rückschläge und Schmerzen – nicht als Schwächen, sondern als Lehrmeister.
„Ohne Schmerz gibt es keinen Charakter.“
Diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Niederlagen sind nicht das Gegenteil von Erfolg – sie sind der Boden, auf dem er wächst. Für ihn ist Widerstand kein Problem, sondern Prüfstein. Genau hier unterscheidet sich echter Wille von bloßer Motivation.
Conte im Spiegel von Giovanni Deriu
Auf checkfussballberater.de beschreibt Giovanni Deriu Antonio Conte als Trainer mit Haltung, Linie und radikalem Fokus. Die Biografie betont, wie Conte nicht nur ein Taktiker, sondern ein Kulturarbeiter ist – jemand, der Disziplin lebt und das Team mitreißt, weil er es vorlebt.
„Conte geht zuerst durch den Tunnel. Erst dann folgen ihm die Spieler.“
Diese Beschreibung trifft genau den Ton des Buchs. Conte gibt nichts vor, das er nicht selbst hundertfach durchlebt hat.
Fazit: Führen ist kein Talent – sondern tägliche Haltung
Antonio Contes „Dare tutto, chiedere tutto“ ist mehr als ein Trainerbuch. Es ist ein Manifest für alle, die führen, wachsen, fordern und selbst liefern wollen.
Wer auf moderne Phrasen, smarte Hacks und psychologischen Weichspüler hofft, ist hier falsch. Doch wer echte Führung spüren will – zwischen Tunnel, Taktiktafel und innerem Anspruch –, bekommt hier das volle Paket. Klar. Direkt. Tief.
Absoluter Buchtipp, bisher nur auf Italienisch:Antonio Conte – „Dare tutto, chiedere tutto“
Führung mit Haltung: Ein Manifest zwischen Schmerz, Disziplin und Klarheit!
Nochmals ein paar Kernelemente von Contes authentischer Mannschaftsführung:
Antonio Conte führt nicht, um zu gefallen – er führt, um zu fordern.
Wer alles will, muss zuerst alles geben – jeden Tag, jede Einheit.
Zu viel Konsens lähmt – Klarheit befreit.
Einsamkeit gehört dazu – denn echte Entscheidungen sind selten demokratisch.
Führung ist kein Talent, sondern ein tägliches Opfer mit System.
Nach gut zwei Stunden Fahrt – wenig Autobahn, viel grüne Provinz – thront der SV Hummetroth tief im Odenwald. Höchst? Um’s Eck. Darmstadt? Nicht weit. Eintracht? Ganz nah. Doch wir kamen bewusst hierher: zum frischgebackenen Hessenmeister SV Hummetroth. Unter Coach Artug Özbakir, ursprünglich als „No‑Name“ gehandelt, scheint auf einmal Magie zu wirken: Historisch! Über 101 Tore, knapp 40 Gegentreffer – Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr il Campionato.
Famiglia Trizzino – Visionär trifft Tatendrang
Dass so ein Dorfverein zur Hessenliga-Hochzeit aufsteigt, ist kein Zufall – hier weht ein Hauch italienischer DNA. Stefano Trizzino, Vorsitzender, Mäzen und Teil der Familie, gilt als „Odenwald-Millionär“ – sein Ziel: SV Hummetroth zum Leuchtturm machen, ganz ohne TSG-Hopp-Gloria, aber mit Herz und starken Investitionen (torgranate.de). Seit 2017 steigt der Klub durch die Ligen: C‑Liga, A‑Liga, Gruppenliga, Verbandsliga – bis zur Hessenliga 2025 (de.wikipedia.org).
Mit „Familia“ im Rücken:Sohn Luca Trizzino, Lizenztrainer, ist nicht nur Betreuer der Juniorinnen‑Frauenmannschaft, sondern auch federführend im Trainingscamp für Talente – knallharte Förderung in kleinen Gruppen mit Feldspielern wie auch Torhütern, Preisstaffelung inklusive (svceres.de). Aber auch sonst ist die Familie mit Verwandten und Helfern im Club gut vertreten – und, sie können sich einfach aufeinander verlassen, anders wären diese Erfolge auch nicht möglich gewesen! Die Familie (unter-)stützt sich, und so wird auch das Ehrenamt belebt…
Frauenteams & Nachwuchs – ein echter Quantensprung
Inzwischen hat der SVH drei Jugend- und zwei Frauenteams gemeldet – nachdem Trizzino gemeinsam mit Jugendcoach Torsten Stegmüller das Team aus Erbach holte (fupa.net). Den Spielerinnen ging es nicht ums Geld, sondern um Gemeinschaft – und saubere Kabinen: „Das hat uns nochmal einen Push gegeben.“ (fupa.net)
Ohne viel Tamtam – echter Fußball, echte Vision
Keine lautstarken Marketing-Kampagnen, kein Glitzer: Der Klub wirkt urig, kultig – Calcio Pur eben. Das Sportheim zum Treff, knarzige Tribünen, aber auch blau-gelbe Sitzschalen, eben echter Dorfcharme. Doch hinter den Kulissen wird professionell gearbeitet: Ceres GmbH unterstützt infrastrukturell und finanziell, Fußballcamps und Trainingscamps gehören zum festen Programm (svceres.de).
Der Abschied von Burgio – emotional & berührend echt
Gigante farewell: Torjäger Giuseppe Burgio – charismatisch, torgefährlich – verabschiedet sich mit Standing Ovations. Die Worte: bewegend. Burgio:
„Danke für Alles, was ich mit Euch allen erleben durfte, das werde ich nie vergessen. Ich war hier gern Spieler… danke an alle, auch den Helfern hinter dem Team…!“ Ein Spiegelbild dessen, was Trizzino aufgebaut hat: Familie, Respekt, Stolz.
Der Knatsch um den Acker – und der Aufbruch nach Erbach
Doch nicht alles ist idyllisch: Der Rasenplatz in Hummetroth – Löcher, Furchen, Wasserschlachten – ist Verbandsliga-tauglich, für die Hessenliga aber nicht genug. Trizzino: „Ich schäme mich für den Acker“ (fupa.net). Der Umzug nach Erbach (und Pfungstadt) ist beschlossen – auch für Frauen‑ und Jugendteams (fupa.net).
Und jetzt? Willkommen in der Hessenliga!
SV Hummetroth – nicht nur Aufsteiger, sondern Herausforderer mit Anspruch. „Wir wollen nicht nur dabei sein, wir wollen mitspielen“, sagt Trizzino. Mit Neueinkäufen wie Ahmet Dogan und zwei Brasilianern ist der Kader verjüngt & verstärkt (fupa.net).
Neid ist auch eine Form von Anerkennung – oder?
Es brodelt in mancher Provinz, wenn der Name Trizzino fällt. Dass sich Stefano Trizzino einst – augenzwinkernd, aber selbstbewusst – mit Dietmar Hopp verglich, hat bei manchem Lokalpatrioten die Ohren schlackern lassen. Doch: Wo andere nur „Geld“ sehen, fehlt oft der Blick fürs Ganze. Denn hier fließt nicht in Luxus, sondern in Leidenschaft. In Trainingsmaterialien. In Kabinen. In Rasenpflege (soweit möglich). Und ganz besonders in Jugendarbeit: Mädchen-, Jungen- und Talentförderung laufen auf hohem Niveau – ohne Marketingtamtam.
Dass das Kapital aus harter Arbeit stammt, wird gern übersehen. Trizzino investiert zielgerichtet – nicht zum Protzen, sondern zum Aufbauen. Ja, da ist ein bisschen Politik dabei. Man wünscht sich mehr Support von den Gemeinden. Mehr Fläche. Mehr Flexibilität. Aber anstatt zu jammern, macht der SV Hummetroth eben weiter. Und vielleicht schmerzt das so manche Neider am meisten: Dass hier nicht nur geredet, sondern gemacht wird.
#PerCarità – da steckt einfach mehr dahinter als nur Geld.
Fazit
‚Avantitutta‚ – mit Herz, Hirn und Finesse. Ein Verein, der zeigt: Mit italienischer Leidenschaft plus deutscher Bodenhaftung kann selbst ein Dorfklub Großes schaffen – ganz ohne Eitelkeiten, aber mit Familie, Gemeinschaft und Vision. Klar gibt’s Neider – so what? Der SV Hummetroth antwortet mit Toren, Teamgeist und Stil. Wir bleiben dran.
Provinz trifft Piazza – SV Hummetroth, wir kommen!
Hier nach dem Meisterstück, mit dem Meistertrainer, Özbakir, davor ein NoName..?
Hier, wie kann es anders sein, mit „Töppi“, dem bekanntesten Feldreporter von einst!
Was wie ein Märchen klingt, war pure Realität – und wir mittendrin: Ein Kurztrip, der nachwirkt wie ein Biss in eine heiße Calzone – außen knusprig, innen voller Emotionen. 24 Stunden, zwei Finalspiele, zwei Titel. Erst Waiblingen, dann Verona. Vom Schwabenland ins Herz Venetos – auf der Suche nach Fußballmomenten, die man nicht vergisst. Und ich wurde fündig. Zweimal.
Teil 1: Schwäbische Meisterfreude – FSV Waiblingen macht’s rund
Samstagabend. Waiblingen. Der Rasen glänzt, der Himmel fast kitschig blau. Die Herren des FSV Waiblingen wissen: Ein Sieg, und der Titel ist fix. Was dann passiert, ist eine Gala. 5:0. Ein Kantersieg wie aus dem Fußball-Lehrbuch. Ein Meisterwerk von Trainer Giuseppe Catizone, und Sportdirektor Sandro Palmeri. Die kleine aber feine Fan-Kurve explodiert, eigentlich war die Sache klar, doch im Fußball muss man mit Allem rechnen. Es ging aber gut. Konfetti, Pyrotechnik, Raketen in den Vereinsfarben, Gesänge, Umarmungen. Meister! Und wir, von Checkfussballberater.de, mittendrin, mit der Wasserflasche und einer Roten in der Hand, und der Vorahnung: Morgen geht’s weiter. Größer. Emotionaler. Italienischer.
Teil 2: Punktlandung in Verona – im Schatten des Bentegodi
Keine zwölf Stunden später: Verona. Der Kaffee ist stark, die Sonne stärker. 09:20 Uhr, ich parke in Pedemonte ein. Der Ort? Klein, charmant. Das Ziel? Groß. Es geht um den regionalen Meistertitel der Provinz Verona UND Venetien. Bühne frei für die U17 der Polisportiva Pedemonte – einer Scuola Calcio Élite, zertifiziert vom italienischen Verband, affiliiert mit Hellas Verona. Hier wird nicht nur gespielt – hier wird geformt, geschliffen, entwickelt.
Und wir hatten es ja schon beim letzten Besuch geahnt: Diese Truppe kann was. Jetzt sollten sie es beweisen.
Das Finale gegen Zevio: Hitzeschlacht mit Happy End
10:30 Uhr. Der Schiri pfeift. Die kleine Arena neben dem Stadio Bentegodi bebt. Rund 350 Zuschauer – laut, leidenschaftlich, italienisch eben. Die Sonne steht hoch, die Spannung noch höher.
Pedemonte beginnt dominant. 70 % Ballbesitz, kontrolliertes Spiel. Die Achse mit den Nummern 4, 8 und 11 funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk. Dann das 1:0 – Davide Morandini, hellwach und eiskalt. Jubel. Erleichterung.
Doch Zevio gibt nicht auf. 1:1, rund 20 Minuten vor Schluss. Und plötzlich wackelt Pedemonte. Die Nummer 18 von Zevio? Eine Naturgewalt. Das Spiel droht zu kippen. Verlängerung. Die Hitze macht’s nicht einfacher.
Dann: Die 119. Minute – und ein Tor für die Ewigkeit
Noch einmal Power. Noch einmal Tempo. Und dann… das 2:1! Ein Strahl ins Glück. Die Bank springt auf wie beim Lotto-Gewinn. Tränen. Schreie. Gänsehaut. Pedemonte ist regionaler Meister! Und wir – wieder mal live dabei. Ehrengäste. Mitten im Freudentaumel. Präsidentin Martina Calza? Sichtlich bewegt. Und sie sagt es mit einer Stimme voller Stolz: „Ein Erfolg für die Ewigkeit. Für die Jungs. Für den Verein. Für alle.“
Die Helden hinter dem Erfolg
Trainer Claudio Cammarata und Riccardo Gaspatato hatten ihre Elf im Griff. Taktisch klug, mutig im Umschaltspiel. Mal 4-3-3, mal 4-2-3-1 – aber immer mit dem klaren Ziel: Fußball mit Herz und Hirn. Dazu Sportdirektor Denis Benini, der mit seiner Akribie und Leidenschaft einen entscheidenden Anteil am Erfolg hat.
Und man spürt’s: Hier wächst was. Hier könnte der nächste große Name Italiens heranreifen. Hellas Verona hat nicht umsonst ein Auge drauf – die Scouts sind längst Stammgäste in Pedemonte.
Ein Fazit mit Herz und Pfeffer
Zwei Länder, zwei Spiele, zwei Titel. Fußball in seiner schönsten Form. Vom Schwabenland bis zur Arena von Hellas – Leidenschaft, Taktik, Tränen, Triumphe.
Und wir? Mitten drin. Am Spielfeldrand. Am Herzschlag des Spiels.
Eines ist klar: #PolisportivaPedemonte ist nicht irgendein Verein. Es ist ein Ort, wo Fußball lebt. Wo Geschichte geschrieben wird. Und wo wir, mit etwas Glück, das nächste Kapitel schon bald wieder miterleben dürfen.
P. S. Bei solch einer Meistermannschaft ist es eigentlich unfair, einzelne Spieler hervorzuheben, aber auch ein wenig unfair, es nicht zu tun, zumal selbst die Spieler untereinander Namen nennen. Es gab schon eine Art eingespielte Achse des historischen Erfolgs, deshalb hier ein paar Namen, von denen man vielleicht noch lesen und hören wird – aber, es gibt immer auch Ausnahmen, und von der Numero Uno bis zur Nummer 23, hatten alle ihren Anteil: Capitano Pasetto, Zaccaria Hafner, Sandrini (Flügelstürmer), Finotto, Morandini, und auch Salva Bonavita wären zu erwähnen, sowie Salamone im Defensiven Mittelfeld, und Keeper Ferrari, genauso prägend und elegant im Tor. Die Präsidentin und der Trainer hoben aber alle hervor!
giovanni deriu
Natürlich auch eine Ehre für uns, dabei gewesen zu sein, hier mit Zaccaria Hafner, wir haben immer an das Team geglaubt… Gut trainiert, und gut organisiert, dazu menschliche Jungkicker! Feine Kerle! Top!
Ja,Ihr habt richtig gelesen: Deutschland hat eine Tischfußball-Bundesliga – mit allem Drum und Dran. Und, wer wusste das schon?, Deutschlands Tischkicker sind weltweit, in den etwaigen Kategorien und Altersklassen, die Nummer Eins – und damit ziemlich angesehen! Gespielt wird nicht nur aus dem Bauch, sondern mit Köpfchen, Strategie und Präzision. Keine Salto-Dreher, kein wildes Rumgehacke – hier geht’s um Millimeter, Spielzüge, Teamgeist und… ein bisschen Wahnsinn.
Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Julian Wörlein, einer der Könner (Den Begriff „Profi“, würde er für sich nie in Anspruch nehmen) an den kleinen Plastikmännern, hat sich die Zeit genommen, uns ein paar Fragen zu beantworten. Oder, Kick it like Wörlein – Für checkfussballberater.de gab Julian Wörlein jüngst ein Exklusiv-Interview, und erzählt dabei über den Reiz des Spiels, skurrile Szenen am Kicker-Tisch und warum Tischfußball vielleicht das unterschätzteste Spielfeld Deutschlands ist.
Checkfussballberater.de: Hallo, Julian, wo erreiche ich Dich denn gerade? Kann es sein, dass Du der erste Tischfußball-Spieler bist, zumindest in meiner Umgebung, der sich quasi im Verein professionell betätigt...?
Julian Wörlein: Gerade bin ich zuhause, also dort, wo ich die meiste Zeit verbringe, wenn ich nicht gerade auf der Arbeit bin. Also, der erste Tischfußballspieler bin ich sicherlich nicht, da gab es schon viele vor mir, aber es kann natürlich gut sein, dass Du noch keinen kennengelernt hast. Kickern ist einfach nicht so populär wie z. B., Dart, das inzwischen jeder kennt.
Seit wann bist Du aktiv, und für welchen Club spielst Du?
J. W.: Ich selbst spiele Tischfußball als Hobby seit ich 16 Jahre alt bin und in Kneipen gehen darf. Seit vier Jahren betreibe ich es als Sport. Mein Team heißt „KDC Vorderbreitenthann“, man findet uns (noch) in der Landesliga Bayern (https://btfv.de/aktuelle-saison/). Nach drei, zum Teil, unverhofften Aufstiegen in Folge, spielen wir gerade etwas über unseren Möglichkeiten. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben…
Wie ist das Interesse entstanden, konntest Du etwa nimmer aufm echten Feld stehen? J. W.: Mir gefiel das schon immer, mich am Tisch zu duellieren, auch früher schon. Es lief auch schon damals ganz gut, sodass irgendwann meine Kumpels nicht mehr mit mir spielen wollten. Dann traf ich allerdings Leute, die mir aufgezeigt haben, dass ich eigentlich noch gar nichts kann. Das hat mich gewurmt aber auch total angespornt. Man will dann natürlich auch so spielen können wie die. Und so ging das ein paar Mal. Und mittlerweile darf ich mich sogar mit Bundesligisten messen und versuche mir da wieder möglichst viel abzuschauen. Mein Highlight bisher war ein Spiel gegen Billy Pappas, einem mehrfachen Weltmeister. https://www.youtube.com/watch?v=BHwsgU2O0tQ
Wie oft trainiert Dein Team, und wie oft du selbst? Habt Ihr eigentlich feste Trainingsorte, oder wo wäre Eure Trainingsstätte, etwa in einem Clubhaus?
J. W.: Wir haben ein kleines Vereinsheim, dort wird Sonntagnachmittag trainiert, allerdings bin ich aus familiären Gründen dort selten dabei. Ich spiele allerdings mindestens fünf Mal die Woche alleine an meinem eigenen Tisch. (Ja, richtig gelesen – allein). Man kann dann nicht alles trainieren, was man braucht, um Spiele zu gewinnen, aber ich schätze, etwa 75% gehen auch so. Ich trainiere dann z. B. Pässe vom Mittelfeld auf die Stürmerreihe, Pässe von der Abwehr auf die Mittelreihe und die Stürmerreihe, Schüsse von hinten, von vorne, aus unterschiedlichen Positionen mit unterschiedlichen Schusstechniken usw.. Da gibt es einiges zu tun.
Was ist das Besondere an diesem, nun ja, Sport? Ausdauer braucht man auch bei Eurem Tischgekicke!?
J. W.: Hallooo!? Du kannst das, „nun, ja“, in der Eingangsfrage, ruhig streichen. Der Tischfußball nämlich, fordert alles, was Sport ausmacht. Konzentration, Technik, Nervenstärke, Entscheidungsfähigkeit, Handlungsschnelligkeit, Ausdauer und sogar körperliche Fitness. Denn bei einem Turniertag ist man von morgens bis abends auf den Beinen und muss immer wieder Leistung bringen.
Nenne doch mal bitte die 5 wichtigsten Regeln…
J. W.: Es gibt natürlich Regeln und damit auch Fouls. Die einzelnen Regeln gehen für Laien zu sehr ins Detail. Vielleicht nur so viel: Kurbeln (also stets die Figuren durchdrehen lassen) ist nicht erlaubt.
Das Schöne am Tischfußball ist, dass es in den wenigsten Spielen einen Schiedsrichter braucht. Man regelt das untereinander am Tisch und verhandelt dann in aller Regel äußerst fair miteinander. Überhaupt ist der Sport, bzw. sind die Menschen und Akteure, die ihn betreiben, die fairsten Sportler, mit denen ich bisher zu tun hatte.
Welche Länder sind eigentlich federführend?
J. W.: Deutschland ist, was internationale Vergleiche wie Weltmeisterschaften angeht, die Nummer EINS in der Tischfußballwelt. Zum jetzigen Zeitpunkt stellen wir den Einzelweltmeister, den Ü50 Seniorenweltmeister und auch die Einzelweltmeisterin. Auch die Jugend ist sehr stark bei uns. Weitere große Tischfußballnationen sind die USA, Frankreich und Österreich. Letztere stellen die aktuelle Nr. 2 und Nr. 3 der Weltrangliste. Es handelt sich hier und zwei Brüder von 18 und 24 Jahren! https://www.tablesoccer.org/page/rankings
Steht bei Dir daheim auch ein Tischkicker?
J. W.: Also, ohne eigenen Tisch, geht es ab einem gewissen Level nicht weiter, das ist meine ganz persönliche Meinung. Ich besitze einen „Leo-pro tournament“ von der Firma Leonhart, den meistgespielten Profitisch weltweit. Insgesamt gibt es fünf zugelassene Tische, die auf offiziellen Turnieren gespielt werden dürfen. Es gibt durchaus auch Spieler, die sich gleich mehrere unterschiedliche Tische ins Haus holen, um auf allen konkurrenzfähig zu sein. Aber das geht mir dann doch zu weit, und wie ich das meiner Frau erklären sollte, wüsste ich auch nicht. (Ein leichtes Schmunzeln begleitet diese Aussage)
Deine Empfehlungen, wie muss ein Tischkicker gemacht sein, wie hoch muss die Preisklasse sein?
J. W.: Es gibt einen sehr guten Tisch für Einsteiger. Der reicht auch bis weit in den Bereich „Fortgeschritten“: https://kicker-klaus.de/kicker-tisch-vector-pro. Ich hatte diesen ebenfalls und war immer sehr zufrieden. Irgendwann geht es dann aber um kleine Feinheiten, für die ich eben meinen jetzigen Tisch haben wollte.
Info zur Person:
Julian Wörlein, 39, verheiratet, Vater von zwei Kindern, ist als Lehrer in Schwäbisch Hall tätig. In seiner Freizeit, wie kann es anders sein?, spielt er leidenschaftlich gerne Tischfußball. Es sei aber angemerkt, wir wissen es aus zahlreichen Gesprächen, Wörlein hat selbst auch aktiv auf dem Rasen gespielt, und kennt sich auch im Profifußball bestens aus.
Ein weiterer Link zum Tischkickern, für denjenigen, der Lust bekommen hat:
Tischkicker gibt es für jeden Bedarf und in den unterschiedlichsten Preisklassen. Bundesligatische sind teurer!
Nach intensiven 80 Unterrichtsstunden, organisiert vom italienischen Fußballverband (FIGC), ziehe ich Bilanz: Die Online-Fortbildung für Scouts und Beobachter, geleitet von Gianfranco G. Multineddu (u.a. Entdecker von Marco Verratti) und Roberto „Bobby“ Venturini, war weit mehr als eine reine Weiterbildung – sie war ein Blick hinter die Kulissen des modernen Scoutings, mit all seinen Chancen, Fallstricken und realen Geschichten. So sind viele Kursteilnehmer – Sportdirektoren, Trainer, Scouts und/oder Vermittler, wie wir – im oberen Amateur- oder semiprofessionellen und Profi-Bereich aktiv, oder gerade wie im Juniorenbereich ab der B- und A-Jugend (U17 bis U23 – von BundesligaTeams). Und es war bereichernd, die unterschiedlichen Herangehensweisen und Denkansätze zu erleben. Selbst das Thema Honorar und Vermittlungsvergütung wurde offen angesprochen – transparent, mit kleinen regionalen Unterschieden, aber ähnlich strukturiert.
Einzigartiges Format, starker Austausch
Als einziger deutsch-italienischer Teilnehmer aus Deutschland war ich Teil eines Kurses, der neben fachlichem Tiefgang auch echten Austausch zwischen Profis, Trainern und Sportdirektoren ermöglichte. Gastreferenten wie Riccardo Guffanti, Michele Fratini (PSG) und Cristiano Giaretta gewährten praktische Einblicke. In rund 45 Online-Unterrichtseinheiten (plus Praxis und Thesis) wurde ein breites Themenspektrum behandelt – von Spielanalyse über Technologieeinsatz bis zur Kommunikation zwischen Scouts und Trainern. Multineddu stellte auch die Thesen des Scouting-Experten des AC Milan, Thiago Estevao vor. Das Resultat: ein belastbares Netzwerk und viele neue Perspektiven.
Theorie trifft Praxis
Im Zentrum standen Thesenarbeiten zur Rolle des Scouts, Methodik, Technologieeinsatz und ländervergleichender Scoutingpraxis. Ergänzend praktische Fälle: Wie kann das Scouting die Entwicklung junger Spieler fördern? Wie läuft die Bewertung von Profis ab? Und: Warum ist Kommunikation mit Trainern und Vereinen essenziell?
Wissen trifft Erfahrung
Multineddu und Venturini boten nicht nur Theorie, sondern auch Anekdoten aus dem echten Fußballleben – von Provinzplätzen auf Sardinien bis hin zum Ligaverbleib eines fast abgestiegenen Teams. Es ging um Hierarchien in Kabinen, den Mut, Strukturen zu verändern, und die oft übersehene Einsamkeit in Führungsrollen.
Multineddu in der sardischen Provinz
Besonders bewegend waren die Erzählungen von Gianfranco Multineddu: Als Sportdirektor in der tiefen sardischen Provinz – umgeben von trockenen Trainingsplätzen, meckernden Ziegen, blökenden Schafen, gackernden Hühnern und neugierigen Eseln – stand er mit einem fast abgestiegenen Team vor dem Nichts. Aber auch in dieser Ursprünglichkeit, fernab von Hochglanzstadien, bewahrte er Haltung. Seine Frau gab ihm Mut: „Du hast schon ganz andere Dinge geschafft!“ Und tatsächlich – er führte das Team zum Klassenerhalt. Mit Mut, Analyse, Umsicht und dem festen Glauben daran, dass auch „aussortierte“ Spieler nochmal wertvoll werden können. Man müsse die richtigen Menschen erkennen – nicht nur den perfekten Spieler. Und, so ein Geheimtipp gegen Besserwisser im Hintergrund, „manchmal muss man sich eine harte Krokodilshaut zulegen…“, lächelt Multineddu vielsagend via Zoom.
Videoanalysen mit Tiefgang
Das Seminar war zudem topaktuell: Per Videoanalyse wurde u.a. das U19-Finale Spanien gegen Frankreich durchleuchtet – detailreich, mit Fokus auf taktische Entwicklungen, Raumaufteilung, Antizipation. Besonders intensiv war die Analyse von Son Heung-min, dem späteren Europa-League-Sieger. Noch vor dem Finale wurde er im Kurs besprochen – als Musterbeispiel für Vielseitigkeit: Kämpfer, Techniker, Antreiber, Balljäger, Vorlagengeber, Torjäger – und menschlich gefestigt. Ein echter Führungsspieler mit Spielintelligenz und mentaler Stärke. Auch hier zeigte sich: Talent ist mehrdimensional – das „Wie“ ist oft wichtiger als das „Was“.
Eine ausgiebige Analyse zum polyvalenten Spieler, SON, Tottenham
Der Blick aufs Ganze
Guter Fußball beginnt nicht nur mit Talent, sondern mit Verstand, Analyse und Gefühl. Der „Osservatore“ verlässt sich nie allein auf Videosequenzen. Er beobachtet vor Ort, erkennt Körpersprache, Trainingsverhalten, Sozialverhalten. Der Spieler wird ganzheitlich erfasst – eingebettet in Stadt, Kultur und Umfeld. Wie lebt der Club? Wie reagiert die Stadt? Das sind Fragen, die zählen.
Technik und Menschlichkeit – kein Widerspruch
Die neuesten Plattformen und Tools – ja. Aber: Datenbanken ohne Menschenkenntnis sind leer. Es geht auch um Leadership, Agonismus, mentale Stärke. „Der Fußball ist unsere Leidenschaft“, so Multineddu, „aber der Mensch dahinter zählt mindestens genauso.“ Und immer wieder fiel der Begriff, l’anima, die Seele. Nur mit Seele im Club und in einer Mannschaft, erreiche man das Beste!
Fußball ist kein Algorithmus
Statt Schwarz-Weiß-Denken lernten wir differenzierte Sichtweisen: Ob Spielanalysen wie Spanien – Frankreich (U19) oder die taktische und spielerische Vielseitigkeit von Son Heung-min – nie ging es nur ums Faktische, sondern ums Verstehen, Einordnen, Entwickeln. So wurde Son Heung-min, weit vor dessen Europa-League-Finalsiegs mit Tottenham im Kurs besprochen. Aktualität und Kenntnisse internationaler Spieler, waren damit auch gegeben.
Erkenntnis: Der beste Scout irrt auch mal
Erfolg im Scouting? Meist unsichtbar, selten planbar. Viele beobachtete und gescoutete Talente schaffen es nicht in die Profiligen – vielleicht acht von 2000. Aber es bleibt: Leidenschaft, Integrität und der Wille, den Fußball besser zu machen.
Und zum Schluss…
Das erworbene FIGC-Diplom sehen wir eher symbolisch. Was zählt, ist das Wissen, das bleibt – und die Haltung: Im Sinne der Spieler, Talente und Trainer geben wir unser Bestes. Nicht stehen bleiben, nicht ins Blaue philosophieren – denn das wäre Rückschritt. Der Fußball rollt weiter. Und wir – Scouts, Beobachter, Vermittler, Trainer – wir tun alles, damit diese Leidenschaft weiterlebt. Deshalb an Gianfranco Multineddu, Roberto Venturini, den Referenten und Gästen, sowie allen Teilnehmern: Dankeschön für Inspiration, Einsichten und diesen ehrlichen Blick in das, was der Fußball wirklich ist – und was er sein kann.
Ein Titel für die Ewigkeit – Wir erinnern uns noch gut! Verona, 1985, vor nunmehr 40 Jahren. Ein kleines Team, zwei Ausländer, ein großer Trainer: Osvaldo Bagnoli. Und am Ende: die italienische Meisterschaft. Es war ein Triumph gegen die Giganten – gegen Maradonas Neapel, Platinis Juventus, Rummenigges Inter Mailand. Und mit dabei, ganz neu, in der beliebten Serie A: Hans-Peter Briegel und der dänische Publikumsliebling Elkjaer Larsen. Eine „billige“ Mannschaft schlug die Millionenteams – ein Fußballmärchen, das bis heute nachwirkt.
Noch heute sind Briegel und Elkjaer Larsen wahre Legenden in Verona, die auch immer wieder vorbeischauen, und von den Tifosi frenetisch gefeiert werden.
40 Jahre später ist dieses Märchen noch immer lebendig. Es inspiriert, auch etwas in Fußballnostalgie zu schwelgen – Wir haben uns auch deshalb wieder auf die Reise begeben, und das Nützliche, den Kurzurlaub, mit der Fußballleidenschaft und als eigene Vorbereitung für unser „Scouting-Seminar“ des italienischen Verbandes verbunden. Wir wollten natürlich Hellas Verona im altehrwürdigen Stadion ‚Bentegodi‘ gegen Genua mit den tollen Fans, den tifosi, besuchen, aber davor auch die Region Venetien rund um Verona besser kennenlernen – wir wollen sehen, wie einzelne Provinzteams, ihre Jugendarbeit gestalten, wie die Koordination so läuft, wie sich der Jugendfußball entwickelt, mit welcher DNA der italienische Fußball von klein auf ausgestattet wird. Zwischen Gardasee, Jugendplätzen und dem ehrwürdigen Stadion Bentegodi, begeben wir uns auf Spurensuche.
Basislager Gardasee: Pastrengo im Herzen
Unser Hotel liegt malerisch in Pastrengo(keine Ahnung, warum ich mir diesen Namen nicht gut merken kann…)– auf den Hügeln über dem Gardasee. Lazise, Bardolino, die alten Wohnorte der Legenden Briegel & Co., sind gleich ums Eck. Und auch Verona mit dem Stadion Bentegodi ist nur 25 Minuten entfernt. Der kleine Ort lebt für den Fußball: Auf einem Mini-Kunstrasen-Calcettofeld spielt die U12 von US Pastrengo – engagiert, mit vielen Ballkontakten. Die Eltern sind mit Herz dabei, die Struktur stimmt. Der Herrenbereich kickt in der Landesliga. Es ist ein Ort, an dem man gerne beginnt, die Sportplätze liegen gleich über die Straße, nah am Hotel.
Pedemonte: Wo Elite heranwächst
Dank unseres Hellas-Freundes Elmar gelangen wir nach Pedemonte – in der Provinz Verona, mitten im Valpolicella-Gebiet. Eine ertragsreiche Landwirtschaft, viel Ruhe – und dann ein rot-weißes Vereinslogo mitten im Grünen, nur von ein paar Häusern umgeben. Die Polisportiva Pedemonte A.S.D. ist kein gewöhnlicher Club. Es ist eine zertifizierte „Scuola Calcio Elite“, eine Società Affiliata – also ein offizieller Ausbildungsstützpunkt des italienischen Fußballverbands. Und Hellas Verona beobachtet als Kooperationsclub weiter oben, in der Serie A ganz genau, welche Entwicklung die Junioren von Pedemonte so machen. Die Scouts und Späher sind allgegenwärtig.
Meisterlich: Die U17 von Pedemonte
Trotz Dauerregens haben sich am Sonntagvormittag viele Zuschauer am Spielfeldrand versammelt. Die U17 von Pedemonte ist längst souveräner Staffelsieger – mit über 100 Toren und kaum Gegentreffern. Und auch gegen ASD Mozzecane wird dominant gespielt: Endstand 5:1.
Gespielt wird mit Struktur und Plan: Ein variables 4-3-3, das auch mal zu einem 4-2-3-1 wird. Der Fokus: schnelle Ballgewinne, präzise Angriffe – diszipliniert umgesetzt von Trainer Claudio Cammarata und seinem Assistenten Riccardo Gaspatato.
Mindestens vier Spieler gelten als Perspektivspieler für die Herrenmannschaft, die aktuell in einer Art (wie in Deutschland), regionalen Verbandsliga spielt. Der Sportdirektor aus dem Juniorenbereich, Denis Benini, einst selbst ein guter Kicker gewesen, ist vor Ort, und beobachtet die Jungs und überzeugt sich davon, dass des Trainers Vorgaben ebenfalls umgesetzt werden. Aus einer sicheren und variablen Viererkette heraus, wird stets flexibel und schnell nach vorn gespielt. Aber Trainer Claudio Cammara und sein Assistent Riccardo Gaspatato haben die B-Jugendlichen gut vorbereitet – als zusätzliche Trainingseinheit gilt das Match – möglichst ab dem Mittelfeld in wenigen Spielzügen den Ball vor’s gegnerische Tor zu bringen. Die Abwehr bleibt engmaschig, rückt aber etwas auf. Die Abwehrarbeit zählt in Italien immer noch viel (selbst, wenn die Squadra Azzurra neulich beim 3:3 gegen Deutschland, in der ersten Halbzeit heillos überfordert, und die DFB-Elf spritziger wirkte). Die U17 ist nun zwar Meister, aber ausruhen gilt nicht: Schon in der Woche nach der Osterpause, geht es dann in den Playoff-Spielen um den Aufstieg. Einige Väter müssen nach dem 5:1 Kantersieg ein paar Schnitten und Prosecco-Flaschen springen lassen – ihre Söhne haben doppelt getroffen. Aber das machen sie ja sehr gern, wie wir bemerken.
„Die Abwehrarbeit zählt hier noch was – das merkt man von der U12 bis zur U17.“ – Denis Benini, Sportdirektor Juniorenabteilung
Fußballkultur abseits des Rampenlichts
Nach dem Spiel wird zusammen gegessen – unter dem Zelt, am Vereinsheim. Es gibt natürlich Pasta, Brötchen, ein paar Prosecco-Flaschen für die Eltern, von stolzen Vätern der Torschützen ausgegeben – die Mütter und Väter feiern ihre Jungs. Auch der unterlegene Gegner schaut kurz vorbei, gratuliert, und macht sich auf den Weg. Man kennt sich, man respektiert sich. Die Jugendabteilung von Pedemonte zeigt auch hier die Philosophie, die einen Stützpunkt-Verein des italienischen Fußballverbands so ausmacht: „Mit Anstand gewinnen und auch verlieren zu können“, sind sich die Väter und, teils auch Unterstützer, Elmar H. und Marco Segala, einig.
Die Club-Präsidentin und Geschäftsfrau, Martina Calza, dynamisch und präsent, schaut ebenfalls vorbei. Zusammen mit Club-Vize Claudio Farina sorgt sie dafür, dass in Pedemonte professionell gearbeitet wird – bei gleichzeitig familiärem Flair. Die „Giorgia Meloni des Fußballs“ wird sie von einem Vater augenzwinkernd genannt – eher eine Anspielung auf ihre Führungsstärke, nicht auf Politik. Sie lacht herzlich. Präsidentin Martina Calza ergänzt: „Fußball ist in Italien Herzenssache – und der Juniorenbereich das Fundament jedes Vereins.“ Die Vorstandfrau von Polisportiva Pedemonte, angesprochen auf den Status als zertifizierte Fußballschule, meint überzeugt:
„Man wird nicht einfach so zertifizierte Fußballschule. Das muss man sich verdienen.“ – Martina Calza, Präsidentin Pedemonte
Ein Abend im Bentegodi – und ein leises Echo
Als Scout aus Deutschland mache ich auch mit dem jungen Kollegen von Pedemonte, Nicolò, Bekanntschaft – er sichtet und beobachtet für Pedemonte, dem Vorzeigeclub, in der näheren Umgebung. Vorstandsfrau Calza begrüßt die Jungs, die Meister, am Tisch, währenddessen sorgen die zwei Bar-Frauen und Verkäuferinnen am Kiosk, Lory und Fabiola, für gute Laune. Dem Regen an diesem Tag bleibt keine andere Wahl, als zu weichen, ein bisschen blinzelt nun auch die Sonne. Etwas später, im Stadion ‚Bentegodi‘: Hellas Verona spielt gegen Genua. Die Stimmung ist groß – das Ergebnis ernüchternd: Null zu Null. Kaum Spektakel, viel Taktik, keine Tore. Aber das macht nichts. Wir wurden ja bereits in Pedemonte entschädigt. Denn die wahre Magie haben wir vormittags bei der U17 erlebt – im Dauerregen von Pedemonte, zwischen Meisterjubel und Elternbegeisterung.
Wer kommt heutzutage schon als Spieler mit einem Fußballteam, einfach so in die Heiligen Hallen des Vatikans, in der Ewigen Stadt? Natürlich ist ‚Bella Roma‘ und der Petersdom immer eine Reise wert, aber wenn man dann auch noch Einblicke, hinter den Kulissen des Peterdoms, nämlich von Papst Franziskus Domizil bekommt, dann macht es die Reise zu einem ganz besonderen Erlebnis. Der ehemalige Fußballprofi, Michael Butrej (56), teilte neulich das besondere Erlebnis mit anderen Kickern und bekannten Größen des Showbizz, im „MatzeKnop-Allstar-Team“, und dazu noch für einen guten Zweck, gegen die Nationalmannschaft des Heiligen Stuhl, Vatikanstadt, antreten zu dürfen. Dass Papst Franziskus als gebürtiger Argentinier, ein Fußballfan ist, weiß jeder. Franziskus, derzeit sehr malad, bewundert gar Diego Maradona, den Größten des Fußballs, und ein Schlitzohr, man denke nur an ‚die Hand Gottes‘. Michael Butrej gab uns, noch sichtlich berührt von den Eindrücken, ein Kurzinterview…
◾️ Servus Michael, Du bist als Kicker und ehemaliger Profi, ein fester Bestandteil von Matze Knops Allstar-Team. Was macht dieses Team denn so besonders?
Michael Butrej: Hallo Giovanni, ich war jetzt das zweite Mal dabei, um das Projekt „Matze Knops Kinderlachen“ zu unterstützen. Es ist mir immer eine Ehre, wie jetzt neulich in Rom, dabei zu sein. Das wirklich Besondere ist, dass viele Ex Profis von der Bundesliga dabei sind, die das als Team mittragen, aber nicht nur Fußballer, sondern auch andere Prominente aus dem Sport und Fernsehen, machen und kicken mit.
◾️ Der Comedian und Stimmenimitator Matze Knop ist auch immer mit dabei, wie spielt Matze denn so? M. B.: Matze ist ein echt begnadeter Fußballer, der mit dem Ball durchaus umgehen kann. Man sieht ihm die Freude am Fußball einfach an. Wenn wir kicken und auf dem Platz stehen, ist er einer von uns…
◾️ Erzähl doch mal, wie kam es zu dieser Reise nach Rom, und wie groß war denn der Kader? Also, der Kontakt zu diesem Match in der Vatikanstadt, kam durch Marco Lantorno, einem Italiener zustande, der gleichzeitig ein enger Freund und Geschäftspartner von Matze Knop ist. Marco und Matze haben gemeinsam den Kontakt mit dem Vatikan aufgenommen, der eben auch eine Nationalmannschaft stellt. Unser Kader in Rom bestand aus gut 20 Spieler und Spielerinnen.
◾️ Das Spiel diente auch noch einem guten Zweck, es war ein Benefizspiel, wo wurde es denn ausgetragen, und was kam da zusammen?
Ja, ausgetragen wurde das Spiel in der Vatikanstadt, auf einem gepflegten und eigenen Kunstrasenplatz, mit wunderschönem Blick auf den Vatikan, und Petersdom. Was insgesamt so zusammengekommen ist, weiß ich nicht.
◾️ Sprich, die Auswahlmannschaft des Vatikans trainiert häufiger als Ihr Ex-Profis. Sind es bei den Italienern und Schweizern, Bedienstete und Beamten, Kirchenmänner und vielleicht auch die bunte Schweizer Garde? Und, wie ging das Spiel aus?
Die Nationalmannschaft des Vatikan trainiert schon öfter zusammen, und sie stellen den Kader mit so Allem zusammen, der irgendwas mit dem Vatikan zu tun hat. Das Spiel haben wir leider verloren, auch aufgrund der zweiten Halbzeit, da hat sich dann gezeigt, dass die Mannschaft vom Vatikan im Training ist, und dazu noch etwas jünger, aber vor allem fair spielt. Ganz tolle Kicker haben sie vor dem Petersdom. Ja, wir haben knapp mit 5:7 verloren.
◾️ Mit wem hast Du Dir das Zimmer geteilt, und wie verliefen die Abende?
Die Zimmer wurden auch gewechselt unterwegs, die Abende verliefen feuchtfröhlich, quasi, wir spielten dann die dritte Halbzeit. Die Stimmung war natürlich gut, und lustig, haben uns viel erzählt bei gutem Essen und natürlich gutem Wein aus Italien.
◾️ Wer erzählt denn auf Reisen die besten Witze, und Anekdoten von früher…?Wenn man sich nach Jahren wieder trifft, hat jeder etwas zu erzählen von früher, vor allem, wenn man zusammen gespielt hat oder gegeneinander. Und, Hansi Müller fungiert immer gern als Dolmetscher, er ist in Italien noch sehr bekannt und beliebt – als ehemaliger Spieler von Inter Mailand.
◾️ Was bleibt Dir von dieser Reise für die Ewigkeit in Erinnerung? Oh, ja, diese Reise wird insgesamt, immer in Erinnerung bleiben, alleine die Stadt Rom, der Vatikan, und die unterschiedlichen VIP im Team. Klar, leider konnten wir den Papst nicht treffen, wegen seiner Krankheit, er ist sehr angeschlagen. Es hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Rom ist immer eine reise wert. Einfach unglaublich…
◾️Von uns sei noch angemerkt, dieses Event wird am 1. September 2025 in Lippstadt wiederholt. Da kommt dann die Nationalmannschaft des Vatikan nach Deutschland zum Rückspiel. Das wird eines der größten Benefiz Ereignisse werden in Deutschland. „Da werden wir es den Italiener nicht mehr so einfach machen“, lacht Butrej. Das Datum bitte vormerken und mit dabei sein. Nochmals Danke, Michael, für das Schildern Deiner Eindrücke aus Rom, Vatikanstadt.
Es sei noch erwähnt, aus traurigem Anlass, nur wenige Wochen nach der Reise, ist der ehemalige VfB-Spieler, Roland Mall (73), plötzlich und unerwartet verstorben.
Die Geschichte ist kurz und knapp erzählt, wenn der Präsident und Sponsor der SSV Schwäbisch Hall, Ali Tercan, und wir von Checkfussballberater.de, zu Tische sitzen, dann streifen wir immer viele Themen rund um den (Amateur-)Fußball, Trainer, Spieler und Talente werden besprochen und bewertet – und am Rande, blitzen dann wieder interessante Storys auf, die auch zeigen, dass Ali Tercan quasi überall zugegen ist.
Ob Schwäbisch Hall, Istanbul, Barcelona oder Mailand – Hauptsache, Tercan verknüpft das Business, auch mit den angenehmen Dingen – und dazu gehört meist der Fußball. Dass diesmal auch mal wieder der türkische Lieblingsstar und INTER-Regisseur , Hakan Çalhanoğlu, das große Thema war, kam eher zufällig, als wir nachfassten – ja, wir mussten es dem Guten Ali, einfach aus der Nase ziehen (immerhin unser Talent!)
Die absolut stylish designten Kickstiefel, dezent farbig mit den Namen von Calhanoglus Kindern auf dem Schuh, enstanden im Fußballkosmos von 11-Teamsports aus Satteldorf, direkt an der Autobahn. Schwäbisch Hall gerade einmal 15 Minuten entfernt. (https://www.11teamsports.com/de-de/11teamsports/ueber-uns/)
Das Sportunternehmen 11-Teamsports, wächst rapide, und sorgt für die adäquate Ausstattung von Sportmannschaften, besonders Fußballteams, und es ist bekannt dafür, dass die Kundennähe und Betreuung groß geschrieben wird!
Dass SSV-Präsident Ali Tercan gut vernetzt und in Sachen Sport-Ausrüstungen stets im Bilde ist, bis hinunter in die Jugendabteilung, ist hinlängst bekannt. Aber, so fügt Tercan lächelnd hinzu, „Um Alles kann ich mich im Verein auch nicht kümmern…“, aber selbst die SSV Schwäbisch Hall als Landesligist, verlangt viel „Zeit und HIngabe“, dazu die nötige Professionalität, um Strukturen und Auftreten zu festigen. Die Identifikation ist Alles!
Kurzum, so ganz nebenbei hat Tercan den Anruf bekommen, Hakans Kickschuhe sind abholbereit. Und wir waren quasi live dabei, bei der Begutachtung der „Heiligen Fußballschuhe“, echte Unikate.
Vielleicht, nein, fast sicher, davon können wir ausgehen, wird Ali Tercan, der Macher der SSV Hall, die edlen Schuhe natürlich persönlich in Mailand überbringen. Dort, wo Hakan Çalhanoğlu , der gebürtige „Monnämer“, beim SV Waldhof Mannheim lernte Hakan einst das Fußball-Einmaleins, jetzt Publikumsliebling im „San Siro“(wie das Giuseppe Meazza Stadion sonst genannt wird) ist. Hakan ist ein echter Wahl-Italiener, parliert längst fließend Italienisch.
Die INTER-Tifosi lieben und vereheren ihn, obwohl Hakan auch schon für den Rivalen AC Mailand die Kickstiefel schnürte. Wahrscheinlich ganz andere, als die, die ihm nun Ali Tercan überbringen wird. Auf fast heimlicher Mission – denn wer weiß, wer noch so scharf auf diese Kickstiefel wäre… ?
Im Juli noch haben wir ihn beim Sparkassen-Bundesligacup der A-Junioren, in Schwäbisch Hall gesehen, und auch kurz begrüßt und gesprochen in den Katakomben der „Optima-Arena“. Die Eintracht aus Frankfurt, kurz die SGE, ist in Schwäbisch Hall auch immer wieder ein gern gesehener Gast. Die U19 von Helge Rasche, war zum wiederholten Male angereist – Rasche war bereits ein Jahr zuvor da, so lange braucht man aus der Mainmetropole ja auch nicht, zum angesehenen und renommierten Turnier.
Umso größer auch der Schock und die Trauer, sowie Anteilnahme bei den Organisatoren in Schwäbisch Hall, als man vom tragischen Unfalltod des 33-jährigen fachkundigen sowie beliebten U19-Trainers erfuhr. Die triste Nachricht machte die Runde auf Whatsapp, und danach wenig später gleich noch einmal, nachdem neue, ja, abermals schockierende sowie „unglaubliche“ Nachrichten in den Medien erschienen. Jugendtrainer Rasche soll Selbstmord begangen haben, aus Scham, aus (s)einer Auswegslosigkeit heraus, an Prestige und Glaubwürdigkeit zu verlieren? In einer unbarmherzigen Gesellschaft und Branche? Wie sagt man immer so schön, im Zweifel für den Angeklagten? Eines ist aber klar, sobald der Verdacht der Jugendpornographie, der Pädophilie, oder des Kindesmissbrauchs (in welcher Form auch immer), im Raume steht – muss immer klar sein, wer Täter und wer Opfer ist! Die Täter sollten erwachsen und reif genug sein, um zu wissen, in welchem Dunstkreis, in welchen Abgründen der menschlichen Seele sie sich selbst bewegen – Wer Kinder und Jugendliche, in welcher Form auch immer, und sei es „nur“ als Bildmaterial benutzt, muss immer wissen, freiwillig entstanden solche „Schundbilder“ fast nie. Eine Abhängigkeit herrschte immer, wenn auch von anderen zu verantworten. Das Urteil der Gesellschaft, und des Jugendsports, ist oft unbarmherzig, und das zu Recht… denn, geschützt werden müssen die Schutzbedürftigen, die Schutzbefohlenen – und nicht die Täter, und wenn, dann nur vor sich selbst (dazu kommen wir noch…). Links zum tragischen Fall: ( https://www.bild.de/sport/fussball/frankfurt-trainer-helge-rasche-beging-suizid-zuvor-gab-es-polizei-ermittlungen-66e455198a8d962b48bbd21b ) , sowie https://www.hessenschau.de/panorama/eintracht-frankfurt-jugendporno-fotos-bei-totem-u19-trainer-gefunden-v1,eintracht-frankfurt-jugendtrainer-ermittlungen-100.html !
Abermals zeigte der Fall „Rasche“ auf, wie tief die seelischen und sexuellen Abgründe sein müssen, wenn man sich nur noch von ihnen leiten lässt. Ja, die Täter nehmen alles in Kauf, vergessen geradezu alle Schutzmechanismen und Warnungen, was auf dem Spiel stehen könnte, fühlen sich „irgendwie“ so sicher, dass sie im Grunde nichts Falsches tun(?), oder glauben, dass nichts herauskommen würde. Eines gilt, wie überall, nicht nur im Juniorensport, und in jeder Branche, Etwas ist kein Geheimnis mehr, wenn zwei Personen, Betroffene, über eine Sache Bescheid wissen. Der Juniorentrainer der SGE, hat sich selbst gerichtet. Tragisch, zumal man sachlich bleiben muss, alle, die den Trainer näher kannten, ja mit ihm zusammen gelebt, gearbeitet oder Projekte erlebt haben, wussten entweder gar nichts über ihn, oder etwa doch, was hinter der Fassade, des authentisch wirkenden und beliebten Juniorentrainer steckte? Fachkundig durch und durch – aber was trieb ihn außerhalb des Fußballs in seiner Freizeit an? Alldiejenigen, die schwiegen, im Wissen darüber, was den Trainer umtrieb, dürften jetzt nicht die großen Saubermänner im Nachgang spielen. Die anderen wiederum kämpfen, diesen netten Menschen nicht zu „verteufeln“, doch wer selbst Kinder hat, kann über manche sexuelle Abartigkeit nur den Kopf schütteln. Wer weiß schon, wie groß die Gewissensbisse, bei aller Lust und Neigung des Trainers überhaupt waren? Eine Fassade vor sich herzutragen, im Wissen, dass es dahinter ein Doppelleben mit sexuellen Abgründen, kann anstrengend sein und zähren. Das soll jetzt überhaupt keine Entschuldigung für den Täter sein, nur, Vorverurteilungen laufen oft zu einfach. Ich selbst aber bin der Meinung, aus etlichen sozialpsychologischen Studien und Interviews gestützt, dass die Täter, wie auch bei den extrem Drogenabhängigen, alles ausblenden, weil Ihr „Druck“ so groß ist, ihrer Sucht nachzukommen, wohlwissend, dass sie sich, und auch oft Familien schädigen, von der eigenen Gesundheit ganz zu schweigen – sie tun quasi alles, um an ihren „Stoff“ zu kommen, um ihren sexuellen Neigungen nachzukommen – was ja ein Teil der eigenen Identität ist, ohne dies richtig wahrhaben zu wollen. Sich zu outen, bei dieser Thematik? Noch weit schwerer, als sich als Homosexueller offen zu äußern, und sein Coming-Out bekannt zu geben. Diese Menschen müssen absolut kuriert werden, denn es ist eine mentale Pathologie, selbst wenn es noch vor 40 Jahren, und bis heute anhaltend, Strömungen in der linksgrünen Politik gab und gibt, die die Erotik mit Kindern und Minderjährigen gesetzlich freizügiger und als „normal“ behandelt wissen wollen. Noch so eine Abart.
Dass es auch „Abarten“ und Psychologische Tricks gibt, Menschen zu desavouieren, sie zu diffamieren, mit Gerüchten und Behauptungen, ist zwar bekannt, doch muss man hierzu den Gerichten und Juristen vertrauen, dass sie dies offenlegen, wenn die andere, oft anonyme Seite, keine Beweise erbringt. Mein älterer Sohn, 20, sowie ein guter Freund, selbst Familienvater meinten, wer weiß schon, wie hoch die Dunkelziffer der Täter sei? Fakt ist natürlich, dass bereits etliche, auch hochrangige Clubs, sofort handelten, wenn auch nur Anzeichen von Gerüchten und Behauptungen im Umfeld des Clubs und im Internet waberten. Bei Kindes- oder Jugendmissbrauch, ob bei Gewalttaten, oder sexuellen Handlungen, gibt es wenig Spielraum – ein Feld, bei dem eine berufliche Existenz natürlich sofort zerstört werden kann. In beiden Fällen, der Unschuld, sowie Schuld. Das wissen die Täter meistens, aber meistens auch erst dann, wenn es Kein Zurück mehr gibt. Man muss wissen, oft dauert es auch lang, bis sich die Opfer selbst outen – weil sie irgendwie doch abhängig sind, weil sie zur Gruppe dazugehören wollen, und aucb von den Tätern erpresst werden. Kinder und Jugendliche haben wenig Schutz, aber oft viel Scham. Jedenfalls herrscht ein unangenehmes Schweigen im Juniorenfußball zu diesem Thema.
Ein anderer Fall, der uns vor Jahren auch beschäftigte, war das unglaubliche Ereignis um den ehemaligen Fußballlehrer Sascha Lewandowski, von Bayer Leverkusen. Der mit einer Sportreporterin in Beziehung lebender Fußballtrainer suizidierte sich ebenfalls, nachdem er seine Auswegslosigkeit erkannte. Versteckte Ermittler ermittelten im Kreise von Pädophilen, hatten wohl Hinweise, und ertappten Lewandowski nachts bei einer Kontrolle, als ein 12-jähriger Rumäne im Bahnhofsviertel von Dortmund bereits zu ihm ins Auto gestiegen war, um sexuelle Handlungen vorzunehmen. Ein Mann, in enger Beziehung und Lebenspartnerschaft mit einer Frau, geht abends hinaus, um sich von minderjährigen Jungen sexuell befriedigen zu lassen? Unfassbar, aber Kripobeamte selbst, auf dem Gebiet der Pädophilie spezialisiert, meinen, dass es öfter vorkomme als man denken könne. Und diejenigen von ihnen, die von Berufswegen auch Fotos sichten, oder Gesprächsprotokolle und Nachrichten zusammenstellen müssen, bekommen oftmals die abartigen Bilder und Phrasen gar nicht mehr aus dem Kopf. Ja, es bedrückt auch hartgesottene Männer bei der Kripo. Ja, wenn Kinder im Spiel sind… (https://www.welt.de/sport/article156121855/Zeugen-sahen-Lewandowski-mit-zwoelfjaehrigem-Rumaenen.html ) Ja, und auch bei Lewandowski, wollte oder konnte es keiner gewusst haben…? Ein Mann, ein Trainer, beliebt bei den Profis, bei den Junioren ebenso, jeder, der für ihn die Hand ins Feuer gelegt hätte, dass Sascha ganz sicher niemals… Ja, die Abgründe der Seele und der Lust. Auch Lewandowski zog selbst die Konsequenzen – weil so gar keine Lösung in Sicht war? Kein vorübergehendes Unter- oder Abtauchen, um an sich zu arbeiten? Therapeutisch? Das wollen die Täter dann meist doch nicht, oder sie kennen keine Möglichkeiten von Therapien für solche Problemfelder? Klar, der erste Schritt nach der Reflektion wäre es, sich jemandem anzuvertrauen, und wenn nur einem Mediziner oder Psychologen.
Dass das Thema seit Jahren immer häufiger bekannt gemacht und genannt wird, hängt auch damit zusammen, dass die Taten und Fälle gestiegen sind, dass sich aber auch viel mehr Therapeuten herausgebildet haben. Selbst an Unikliniken bundesweit gibt es Therapien, und Therapieplätze.
Aus Wikipedia, wo viele Fragen zum Thema stehen: >> Pädophilie kann mit einer langfristigen Psychotherapie in Einzel- oder Gruppentherapie und mit Medikamenten, die den Testosteronspiegel und damit auch den Sexualtrieb reduzieren, behandelt werden. Zu diesen Medikamenten zählen Leuprorelin und Medroxyprogesteronacetat. <<
Hilfen gibt es also, weil, wie das oben genannte Therapieprojekt „Dunkelfeld“, von der Uniklinik Leipzig, schon sagt, es etliche Täter und Männer gibt, die unter ihrer absonderlichen Neigung leiden. Es ist also eine mentale Degeneration…
Ein weiterer Sportler, und wir bleiben beim Fußball, der seine Karriere absolut dumm und leichtfertig aufs Spiel setzte, und beruflich als „verbrannt“ gilt, ist ausgerechnet Christoph Metzelder, der Pornographische Bilder mit (Klein-)Kindern und Pubertierenden an andere Frauen verschickte, mit denen er in Kontakt und im (gleichgesinnten?) Austausch stand. Warum, warum nur, fragten sich ebenfalls viele Experten und Fans? Ein ehemals angesehener Profi von Dortmund, Schalke und Real Madrid, tummelt sich auf Plattformen, um abscheuliche Bilder wehrloser Kinder anzuschauen, sich Lust zu verschaffen, die Fotos auch noch zu teilen, um später vor Gericht zu sagen, es sei „die Lust am Unerlaubten“ gewesen, am Undenkbaren? Sorry, wie krank muss man sein, aber vor allem auch, wie leichtsinnig? Im Fall Metzelder, hat dann auch das Gericht entschieden… (https://www.spiegel.de/panorama/justiz/christoph-metzelder-wie-die-richterin-das-urteil-begruendet-a-1e632028-6599-41b2-8c1f-6eb5af6237bb ) – https://sportbild.bild.de/fussball/kriminalfaelle-des-sports-christoph-metzelder-der-absturz-eines-saubermanns-66a0fe385f89160e6bfc8725
Dumm und tragisch zugleich – weil auch hinter jedem Foto das Leid eines Kindes, Jugendlichen steht. Je mehr Metzelder klarstellen wollte, mit Hilfe von Anwälten, desto schlimmer wurde es gefühlt. Kein Mitleid, kein Bedauern unsererseits.
Der jüngst verstorbene Trainer und Meistermacher, Christoph Daum, trug sein Herz, das wissen wir, immer auf den Lippen. Interessant war seine Sichtweise auf das Thema Homosexualität und Pädophilie, wenn auch nicht explizit so dargestellt, aber in Sätzen von denen jeder ahnte, Okay, Daum hat etwas überspitzt, aber so falsch lag er wohl auch nicht. Daum äußerte sich so: „Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt sind, vorzugehen.“ Doch damit nicht genug. In der Dokumentation, die das DSF am kommenden Mittwoch ausstrahlt, führt er aus: „Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewusstsein entgegentreten, dass gerade die, die sich um diese Kinder kümmern, dass wir denen einen besonderen Schutz zukommen lassen.“
Vielleicht hatte Trainer Daum etwas vermischt, und dennoch gibt es da einen Spannungsbogen, den man nicht leugnen, und wie man dieser Tage in der abstrusen LGBTQ-Agenda der Woken sehen kann, wer so alles Kinder adoptieren kann, und wo das Recht auf Homosexualität so öffentlich pornographisch zur Schau getragen wird. Wer verteidigt die Rechte der Kinder, und nicht nur die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare, die ein Stück weit nur ihren Wünschen und Dekadenz im Lebensstil nachkommen wollen?
Der verstorbene Meistermacher und Trainer Christoph Daum, immer mit klaren Aussagen!
Kurz, der Grat ist sehr schmal im Bereich der Lustbeschaffung, sobald Kinder und Jugendliche im Spiel sind – alle Handlungen können ins Verderben führen. Und, zumindest bei den Tätern ist es oft so, der wahren Verantwortung entgehen viele mit einem Freitod. Tragisch ist so ein Fall jedoch immer…